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Wie vergebe ich eine studentische Hausarbeit?

c\ri#ech`arlxie


...übrigens ist das Bachelor-System für viele unserer internationalen Studierenden viel zu frei, zu wenig Vorgaben und Richtlinien, zu viel verlangte Eigenständigkeit...... 8-)

SsinQaSouzndso


30.08 Abgabe? Da hat man doch noch wirklich viel Zeit=).

Ich schreibe meine Arbeiten gruendsaetzlich in sehr kurzen Zeitraeumen, da ich ja so ein paar Probleme mit dem Konzentrieren habe wenn noch viel Zeit ist.

Thema vorgeben finde ich ja vollkommen okay. Das mit den Quellen finde ich halt nur merkwuerdig. Dann ist es ja quasi eine Art "Zusammenfassung" von vorgegebenen Inhalten und keine eigene Leistung, oder?

Ach, irgendwann wird man auch knallhart.. Ich hatte eine Kommilitonin mit der ich zusammen das Labormodul gemacht habe. Jede 2. Woche einen Laborbericht ueber ca. 20 Seiten schreiben(Einleitung, Theorie, Versuchsdurchfuehrung, Auswertung). Leider war sie weder beim Vorbereiten fuer den Labortermin noch beim Schreiben des Berichts auch nur ansatzweise bereit, Zeit oder Arbeit zu investieren.

Im Endeffekt habe ich sie durchgeschleppt und habe mich dann doch gefreut, dass der Prof bzw. die Betreuer es gemerkt hat und mir eine Note besser gegeben hat.

Weisst Du, es ist ja kein Problem, wenn man etwas nicht so gut kann, geht mir ja auch so, aber sich einfach hinsetzen und nichts zu tun, ist echt arm.

Daher vielleicht auch meine Reaktion ;-)

w%ave_Ssevxen


Wir haben ja die Kurse besucht, um zu lernen, wie man Literatur sucht, Quellen analysiert und kritisch zerpflückt, richtig zitiert und Arbeiten gliedert. In der Hausarbeit wurde das beurteilt, da wurde man natürlich nicht gepampert, wie soll man sonst zeigen, ob man es begriffen hat und beherrscht?

Aber war Magisterstudiengang, damals haben wir noch richig studiert und bekamen nicht wie in der Schule alles nachgetragen

:)=

Ich habe Verständnis für jegliche Hilfestellung im Rahmen der schulischen Grundausbildung, aber ein akademisches Studium ist doch nichts, das man um jeden Preis absolvieren muss, sondern sollte denjenigen vorbehalten sein, die in der Lage sind, sich dieses weit überwiegend selbst zu erarbeiten. Es hat für mich nichts mit (Un-)menschlichkeit zu tun, ob man einer Person, die intellektuell nicht in der Lage ist und/oder sich nicht ausreichend interessiert, zu einem akademischen Grad verhilft oder nicht.

Ich selbst arbeite als nebenberufliche Dozentin an einer Hochschule - allerdings im Rahmen einer Vorlesung, somit ist der Leistungsnachweis der Studenten durch eine Klausur gegeben. Auch ich finde es immer schade, wenn ich jemanden negativ beurteilen muss, aber es gehört eben dazu. Die Hilfestellung, die ich anbieten kann, findet im Vorfeld statt: Indem ich möglichst klare Anforderungen formuliere und meine Lehrmethoden (möglichst) an die jeweiligen Zielgruppen anpasse bzw. auf diese eingehe. Was die einzelnen Studenten dann daraus machen, liegt doch nicht in meiner Hand. Bin ich jetzt unmenschlich?

cCrFiecharXlixe


Ich bzw. wir im Kollegenkreis haben der Dame die Chance der Hausarbeit eingeräumt, weil sie sich im Seminar so daneben benommen hat, dass sie aus dem normalen Seminarbetrieb heraus genommen worden ist.

Wenn wir das also schon so entschieden haben, muß ich das auch gescheit machen, das heißt Themenstellung/-findung in realistischer Zeit ansetzen und ihr die Chance für die Besprechung geben, eben faire Rahmenbedinungen setzen. sonst kann ich das gleich lassen.

Den Grundtenor, "Dozent hat die Macht, friß oder stirb", kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen und genau das ist es doch, wenn hier verlangt wird:

lass den Studenten das Thema slebst suchen, gib' möglichst wenig Hilfe, weil er ist ja schon groß. Ob er es dann packt oder nicht, ist sein Problem, hätte er vorher halt schlauer sein müssen.

wGavek_se*ven


Es kommt sicherlich auf die Semesteranzahl an. Einer Studienanfängerin würde ich wohl auch mehr Hilfestellung geben, als einer fortgeschritten Studierenden. In letzterem Fall hätte "Thema selbst suchen, gib' möglichst wenig Hilfe" überhaupt gar nichts mit Machtausübung zu tun, sondern einfach mit einer Leistungserbringung, die man von einer (angehenden) Akademikerin üblicherweise erwarten darf (muss).

Faire Rahmenbedingungen: Unbedingt! Aber faire Rahmenbedingungen zu setzten bedeutet für mich nicht, wie beim Limbo-Dance die Latte auch auf das tiefste Niveau anzupassen, das sich unter den Studenten finden lässt, sondern nur, dass die Anforderungen vergleichbar sein müssen (entsprechend der Gütekriterien der Beurteilung).

Zumal ja nach diesem Vorfall

sie sich im Seminar so daneben benommen hat, dass sie aus dem normalen Seminarbetrieb heraus genommen worden ist

von der Studentin durchaus bereits ein paar Gutmütigkeitspunkte ausgeschöpft wurden....

A)ntiSgonxe


weil sie sich im Seminar so daneben benommen hat, dass sie aus dem normalen Seminarbetrieb heraus genommen worden ist.

Oh, dazu gehört wohl schon einiges. :|N

Und das zeugt nicht gerade von Reife bei der Studentin.

M$ischt+echnxik


ich habe das in 10 Jahren Tätigkeit noch nie gemacht, da ich mir immer andere Prüfungsformen ausgesucht hatte (keine Lust zur Korrektur).

untragbar und lustig zugleich.

cQri\ecehoarrlie


Tja,

aber meine können hinterher wenigstens was ;-) und da ich keine Anfänger unterrichte, ist es meine Entscheidung, dass sie Hausarbeiten halt woanders schreiben.

Die Hausarbeiten der Kollegen verstauben vergessen im Archiv und sind nur für die Schreibenden von Vorteil gewesen,

meine Prüfungsformen lehren alle etwas - sonst hätte ich den Job längst nicht mehr.

M|is4chtec+hnixk


ist dennoch untragbar, dass eine Faulheit die Seminargestaltung definiert. Grenzt ja an Arbeitsverweigerung.

Dass du über die grundlegende Prüfungsmodalitäten nicht Bescheid weisst, ist schon zum Kugeln.

cjriecQha.rxlie


Das ist doch gar nicht so. ???

Du reimst Dir da aus einem kurzweilig gemeinten Beitrag echt was zusammen.

F;eliciit]as11


Criecharlie, ich finde es gut, dass du was diese ganze Angelegenheit betrifft so menschlich denkst und finde das wohltuend zu lesen in einer Zeit, in der es anscheinend wenig Gnade gibt was das Studium anbelangt und die meisten eine (zu?) harte Einstellung zu haben scheinen.

SaunflowAer_7x3


Oh, die Angabe bzgl. "Ersatzarbeit für Seminarrauswurf" klärt für mich einiges. Ist doch etwas anderes als eine "klassische" Hausarbeit (und ein Armutszeugnis für die Studentin, ehrlich gesagt). Meine Ersatzarbeiten in Seminaren habe ich halt nur bei zu vielen Fehlterminen (Krankheit, persönliche Krisen, Schwangerschaft,...) vergeben. Bei miesem Benehmen gab's keinen Schein bzw. Credit Points (habe Erfahrungen im Diplom- und Bachelorstudiengang). Mein Chef sagte dazu immer: Die Leute müssen merken, wann eine Grenze erreicht ist; man tut ihnen keinen Gefallen, sie bis zum Gehtnichtmehr durchzuziehen. Hart, aber im einzigen erlebten Fall habe ich dem zugestimmt. Es ging nicht und so jemand "darf" quasi nicht den Abschluss bekommen und auf die Menschheit losgelassen werden. Hatte durchaus auch heilsame Wirkung, weil die Person dann ihr Verhalten doch korrigiert hat, wie nachfolgende Kollegen berichteten. Sie war halt im gesamten Fachbereich bekannt... ]:D

Ich würde daher mit der Aufgabe sehr nah am Seminar bleiben. Rundum-Zusammenfassung aller behandelten Themen einfordern. Pro Termin best. Seitenanzahl, in der der verpasste Inhalt erläutert wird. Das ist dann inhaltlich auch nicht großartig anfechtbar im Sinne von "Ich habe für DEN Schein aber was GANZ ANDERES gemacht als die anderen". Inhaltlich geht es ja darum, den Nachweis über abgedeckte Inhalte zu erbringen!

Ich habe mir damit auch immer eine Menge Zusatzarbeit aufgehalst... die ich sonst auch vermieden habe (bei uns war eh viel mündlich, zum Glück). Dieser schriftliche KRam bringt so viel nicht, da wird was zusammengeschrieben, man korrigiert mühselig - und ob die Korrekturen überhaupt gelesen werden, ist doch fraglich. Abgegeben, Schein bekommen, Thema durch. Daher würde ich den Ball flachhalten. Zumal diese Dinge von meiner persönlichen Freizeit abgingen, da ich im offiziellen Stundenkontigentn in den Semesterferien mit Prüfungsbeisitzen, Forschung etc. mehr als ausgelastet war.

Man muss es nicht übertrieben; erst recht nicht bei so einer "Strafarbeit". Reguläre Hausarbeiten hätten da für mich auch einen anderen Stellenwert. Das, was Du anbietest, ist doch ein massives Entgegenkommen. Also: Ball flach halten.

Bzgl. Mischtechnik:

Sie mischt - ihrem Namen gerecht werdend - einige Fäden ganz gut auf... %-|

c!rie"charzlie


als einer fortgeschritten Studierenden. In letzterem Fall hätte "Thema selbst suchen, gib' möglichst wenig Hilfe" überhaupt gar nichts mit Machtausübung zu tun, sondern einfach mit einer Leistungserbringung, die man von einer (angehenden) Akademikerin üblicherweise erwarten darf (muss).

schön wär's. @:)

Ich bleibe lieber eng dran an den Leuten, denn ich bin der Dozent und eine Zusammenarbeit mit mir ist für sie immer ein Gewinn (und für mich auch noch manchmal).

Ich lasse schon individuell laufen, aber ich stelle sie nicht hin und meine:

mach' mal.

cOrie0ch$arlixe


@ sunflower

Meine Ersatzarbeiten in Seminaren habe ich halt nur bei zu vielen Fehlterminen

(Krankheit, persönliche Krisen, Schwangerschaft,...) vergeben.

genau so. Seminarregel. Referat großzügist als Srafarbeit vergeben, viel Zeit, Literatur vorgegeben, nur zum Abarbeiten. Referat eine Frechheit und dann Veweigerung der Wiederholung aus persönlichen Terminproblemen.

Bei miesem Benehmen gab's keinen Schein bzw. Credit Points

Kannst Du mir das näher erläutern?

S-unf/lsow4er_7x3


In Deinem Fall wäre das für mich ein nicht mehr akzeptables Verhalten. Das Referat war schon ein Angebot - wurde aber wohl nur hingerotzt. NoGo. Da hätte ich freundlich mitgeteilt, dass die Mindestanforderungen nicht erreicht sind und halt entweder das Semianr nicht bestanden ist oder halt eine Wiederholung erforderlich ist. Wer das dann nicht irgendwie hinbiegt, der hat halt Pech.

Bei mir war es so, dass die Studenten eh eine kleine eigene Ausarbeitung inkl. Präsentation und Handout machen mussten. Bei zu vielen Fehlzeiten kam eine zusätzliche schriftliche Ausarbeitung der verpassten Sitzungen (basierend auf der Vorbereitungsliteratur) hinzu. Wenn das ein Witz war, gab's das Feedback, dass es nicht reicht. Und ein letztes Angebot. In einem Fall gab's als Ersatz für die miese Ausarbeitung dann halt ein mündliches "Prüfungsgespräch" um zu zeigen, ob das Wissen vorhanden war oder nicht. Wogegen die Person zuächst geklat hat. "Ungleichheit" und so.

"Mieses Benehmen":

Studenten, die über die Seminarregeln diskutierten (also bspw. Anwesenheitspflicht) UND sie nicht einhielten UND inhaltlich das Seminar störten. I.d.R. hatte ich Seminare, die einem größeren Komplex zugeordnet waren, aber wo es inhaltlich verschiedene Schwerpunkte gab. Da wurden dann aber die Regeln von ALLEN Dozenten gemacht, d.h. ich konnte nicht einfach mal ausbrechen aus den Vorgaben. Wenn dann jemand ständig diskutiert, inhaltlich nicht mitarbeitet, Aufgaben nicht abliefert und grundsätzlich gegen Pflichtaufgaben vorgeht, dann war in dem Fall Ende. Und es war noch im weniger verschulten Diplom-Studiengang, wo ich mir jede Woche irgendeine Aktion aus Protest gegen die Anwesenheitspflicht anschauen musste. Zu spät kommen. Nach Abliefern der Unterschrift auf Anwesenheitsliste direkt gehen. IM Seminar telefonieren und betonen, dass man ja gerade leider nicht telefonieren könnte, da man "seiner Freiheit beraubt im Seminar sitze". Also Dreistigkeiten, die auch die anderen Studenten genervt haben. Das Lernklima gestört haben. Da habe ich dann freundlich betont, dass man ja auch nicht studieren müsse und das best. Regeln nun mal eingehalten werden müssen. Das oder raus aus dem Seminar.

Aber wie gesagt, ich hatte da echt Glück und miese Alternativaufgaben waren sehr selten. Die reichten dann halt nicht aus, dann gab's eine letzte Option (bei der ich immer sehr großzügig war, aber gerade im Bachelor hat man ja selber auch Deadlines, bis wann Leistungen verbucht sein müssen im System etc.). Bei mir war halt mit Offenheit und ehrlicher Problemschilderung viel zu holen (auch ein 2. & 3. Aufschub). Aber mit Frechheit nicht.

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