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Soll ich wirklich kündigen?

K6rab9baxt hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

ich muss Euch heute mit einem Problem belästigen, dass mir sehr viel zu schaffen macht. Ich versuche die Situation zu schildern und hoffe, dass mir das auch gelingt.

Also: Ich habe vor dreieinhalb Jahren meinen Arbeitsplatz gewechselt. Davor war ich über zehn Jahre in einer Firma als Exportsachbearbeiter tätig. Dann hatte ich diese Anzeige einer in unserer Gegend sehr renommierten Firma gesehen, mit der ein Mitarbeiter für den Vertriebsinnendienst Bereich Export gesucht wurde. Ich bewarb mich, erhielt ein Vorstellungsgespräch und war nach dem Gespräch total begeistert. Auch das zweite Gespräch lief super, die besprochene Tätigkeit hörte sich interessant an und auch mein Gehalt konnte ich nach oben verhandeln. Ich erhielt die Zusage und wurde dann noch kurz in das Büro geführt, in dem zukünftig mein Arbeitsplatz sein würde. Der Besuch in diesem Büro war dann die erste Ernüchterung. Schon beim Eintreten hatte ich mich nicht ganz wohl gefühlt und ich wurde recht "frostig" begrüßt. Da diese Begegnung aber nur ein paar Minuten dauerte, dachte ich es wäre halt irgendwas vorher passiert oder ich hätte mich getäuscht. Die Anschließende Besprechung mit meinem zukünftigen Chef und dessen Chef verlief dann wieder ok.

Gut. Ich habe dann den Vertrag unterzeichnet, in meiner alten Firma gekündigt und mich auf meinen ersten Tag an meiner neuen Wirkungsstätte gefreut. Ich war wirklich super motiviert, als ich dann dort eintraf und von da an begann das Drama. Ich wurde von der Personalchefin zu meinem zukünftigen Chef gebracht der einen kurzen Rundgang mit mir durch die Firma machte. Zurück im Büro stellte er mich kurz meinen direkten Kollegen als neuen Mitarbeiter vor. Und normalerweise hätte ich erwartet, dass man ein paar Worte mit mir wechselt und mir alles gute wünscht oder so - aber nichts dergleichen. Es kam nur ein "Hallo" und das wars. Ich wurde dann an einen Schreibtisch gesetzt, erhielt ein Lineal, einen Bleistift und einen Radiergummi sowie einen Kulli und einen Din A 5 Block - und das wars!

Mein PC wurde dann noch von den IT Leuten angeschlossen und dann saß ich da. Mein Chef meinte dann: Sie haben in zwei Wochen ihre Schulung über unsere Programme, so lange können sie bei den anderen schauen, was die so machen. Das wollte ich dann tun aber da keiner was tat, was er mir zeigen konnte, saß ich dann zwei Wochen nur rum und machte gar nichts. Und obwohl das Büro sehr eng belegt war, hat sich auch keiner meiner Kollegen mit mir befasst. D. h. außer "Morgen, Mahlzeit, Mahlzeit, Tschüss" gabs keine Konversation.

Ich dachte, dass nach der Schulung alles besser würde - aber Pustekuchen. Als ich danach einer Kollegin sagte, nun könne sie mir doch was geben meinte sie nur: "Ich geb Dir nichts. Dann muss ich nur Deine Scheiße ausbaden wenn Du was falsch machst." Als ich zu meinem Chef ging meinte er nur, ja wir haben alle viel zu tun und da darf man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Gut. Wenn aber so viel zu tun ist, wieso hab ich davon nichts mitbekommen? Mein Chef hat mir dann hin und wieder mal was gegeben, aber so ca. 80% meiner Zeit saß ich einfach nur rum und starrte auf den Sekundenzeiger meiner Uhr. Und wenn ich was zu tun hatte, dann habe ich die dazu notwendigen Infos nur sehr zögerlich oder gar nicht erhalten.

Eingestellt wurde ich um die französischsprachigen Länder und Italien zu bearbeiten. Während des Vorstellungsgespräches habe ich gesagt, dass ich Englisch verhandlungssicher beherrsche, Italienisch ziemlich gut und Französisch so, dass ich in meiner alten Firma die gesamte Kommunikation mit den Kunden gemacht habe, aber da die Firma wesentlich kleiner war, war das nicht so viel und ich habe auch gesagt, dass ich diese Sprache nicht perfekt beherrsche. Nun stellte sich heraus, dass der Aussendienstmitarbeiter hier ein Marokkaner war, der nur Französisch aber kein Deutsch konnte und die zuständige Team Assistentin eine Dame war die lange in Frankreich gelebt hatte und von daher die Sprache auch perfekt konnte. Und diese Team Assistentin ließ mich dann auch gleich spüren, dass mein Französisch eine Zumutung für die Firma und die Kunden wäre.

Es gab da viele unschöne Szenen und so schwankte ich eine Zeitlang hin und her zwischen dem Frust nichts zu tun zu haben - und mich teilweise eine Stunde auf dem Klo einzuschließen damit ich aus der miesen Stimmung im Büro draußen bin - und dem Frust etwas zu tun zu haben und nicht zu wissen was und dann noch eine keifende Kollegin, die jeden Accent grave der ein Accent aigu hätte sein müssen zu einer Frage hochpuschte, ob deswegen die Firma untergeht. So ging das eine Zeit und ich wurde immer verzweifelter. Aber irgendwann kapierte ich, dass die Team Assistentin scharf auf den Job war, den ich jetzt erledigte aber nicht genommen wurde. Das erklärte dann doch wenigstens warum sie so biestig zu mir war.

Irgendwann suchte ich das Gespräch mit meinem Chef und erklärte ihm dass ich total unzufrieden mit meiner Lage sei und dass die Einarbeitung doch recht suboptimal gelaufen sei - wenigstens bisher. Er hörte sich das an und meinte hm, ja, tut mir leid. Aber es änderte sich nichts. Bis eines Tages der Vorgesetzte meines Chefs zu uns ins Büro kam und mich fragte, wie es denn so ginge. Ich habe dann kurz gezögert und mein Chef meinte dann: Na der Krabbat würde am liebsten kündigen. Daraufhin wurde ich zu einem Gespräch nur mit meinem Chefchef gebeten und ich habe dort meine Lage nochmal erklärt. Das Ergebnis war, dass ich aus dem Büro in dem ich saß rausgenommen wurde und zu meinem Chef ins Büro (das direkt daneben liegt) gesetzt wurde um die Einarbeitung zu verbessern.

Leider verbesserte sich gar nichts. Es verschlechterte sich dafür mein Verhältnis zu meinem Chef. Aus welchen Gründen auch immer, sprach er von dem Tag an als ich bei ihm saß, auch nur das allernötigste mit mir und von einer Verbesserung der Einarbeitung konnte keine Rede sein. Es kam für ein paar Monate eine neue Kollegin mit der ich mich gut verstand und die auch sofort merkte, dass irgendetwas nicht so lief im Staate Dänemark wie es sein sollte. Ich habe mich dann nochmals mit meinem Chefchef besprochen und ihm erzählt das sich nichts verbessert hat an der Situation. Und als meine Kollegin kündigte hat sie ihm auch ihre Sicht der Dinge mitgeteilt, was zur Folge hatte, das die Abteilung in der ich beschäftigt bin verkleinert wurde und mein Chef einige Kompetenzen abgeben musste.

Für mich hatte das die Konsequenz, dass ich aus dem Frankreich"team" herausgenommen wurde und nun für englischsprachige Länder zuständig war. Meine Teamassi Kollegin bekam nun meinen Job - da hatte sie ja dann was sie wollte... Mein Chef war noch weniger für mich da als vorher und ich wurde einem neuen Aussendienstler zugeteilt, mit dem ich am Anfang auch ganz gut klar kam. Was mir bis dahin nicht klar war, war das mein Chef und sein Chef sich gegenseitig nicht riechen konnten. Das hab ich erst danach erfahren und für mich blieb bei der ganzen Aktion der Geschmack zurück, Spielball in einer hausinternen Intrige gewesen zu sein, die nur dazu da war alte Rechnungen zu begleichen und nicht die Situation zu verbessern.

Mit dem neuen Aussendiesntmann lief es zunächst ganz gut. Nur hatte ich jetzt, wenigstens zeitweise, etwas zu tun, war aber nach wie vor nicht eingearbeitet, obwohl ich schon recht lange im Betrieb war. Um es kurz zu machen - Auch er hatte keine Zeit mir wirklich was zu zeigen. Am Anfang dachte ich, irgendwie wurschtle ich mich durch, aber nach weiteren 9 Monaten musste ich erkennen, dass es einfach nicht funktioniert. Es kamen Probleme mit anderen Abteilungen dazu und irgendwann nach drei Jahren hab ich eingesehen: Ich passe einfach nicht hier rein und ich kann mich noch so bemühen es funktioniert einfach nicht.

Das was ich hier so locker flockig geschrieben habe war natürlich mit massiven Problemen verbunden. Ich habe nächtelang nicht geschlafen, habe mich gefragt, was ich falsch mache, was ich ändern kann und wenn ich dachte, es ginge aufwärts und es ging doch nur wieder alles den Bach runter, machte ich mir immer wieder selbst Vorwürfe. Das ging bis zu Heulkrämpfen die ich jede Nacht hatte. Das war der Punkt, wo ich nicht mehr konnte und mich krank schreiben ließ. Nun bin ich schon vier Monate krank geschrieben und gestern hatte ich einen Arzttermin bei dem man mir sagte: Ihre Probleme liegen ausschließlich an der Arbeitsstelle (gut, dass weiß ich), mit Medikamenten können wir da nix tun. Kündigen sie, wir schreiben ihnen ein Attest, dass sie keine Sperrzeit beim Arbeitsamt bekommen.

Im ersten Moment war ich total erleichtert und dachte. Ja nur raus aus dem Laden. Aber als ich daheim war und nachdachte, da wurde mir mein zweites Problem wieder bewusst: Natürlich versuche ich schon lange aus der Firma wegzukommen. Und ich habe in den letzten dreieinhalb Jahren über 300 Bewerbungen geschrieben. Aber ich bekomme nichts. Und wer sagt mir, dass, wenn ich jetzt kündige, ich danach was bekomme? Ich muss eher damit rechnen wirklich in die Arbeitslosigkeit abzurutschen und nach einem Jahr gar nichts zu haben. Und das ist genau mein Problem. Ich hab mir das heute Nacht hin und her überlegt und weiß nicht was ich tun soll. Für ich steht vollkommen fest: In die Firma kann ich nicht zurück, denn dann liege ich nächste Woche wieder mit Heulkrämpfen im Bett. Aber wenn ich kündige hätte ich das Gefühl mir selbst die Existenz zu nehmen (wobei ich eher das in Kauf nehmen würde als in die Firma zurückzugehen).

Es ist so eine beschissene Situation und ich hätte nie gedacht, dass ich da hinein gerate. Aber vielleicht kann mir jemand helfen Ordnung in meine Gedanken zu bringen, mir irgendetwas zu raten oder mir einen Weg zeigen, den ich bisher nicht sah. Ich bin für alle Anregungen dankbar.

Ich hoffe, ich habe einigermaßen klar und verständlich geschrieben. Es gäbe noch Vieles, was die Situation erklären würde, aber ich denke, der Text ist eh schon lange genug.

Vielen Dank für Eure Geduld

Antworten
H`olab]iene


Puh, klingt alles ziemlich schlimm. :-/

Letztendlich geht es dir nicht gut dabei und du hast auch erkannt du passt da nicht hin. Somit denke ich bist du schon auf dem richtigen Weg. Was eine neue Stelle betrifft, ich sag mir immer " Ok, evtl. finde ich nicht gleich den Traumjob, notfalls muss halt eine Übergangslösung her". Sicherlich sollte man einen festen Job nicht einfach "wegwerfen", aber wenn es an die Gesundheit geht, dann macht das keinen Sinn mehr, ist zumindest meine Meinung.

N8ordbi84


Sicherlich sollte man einen festen Job nicht einfach "wegwerfen", aber wenn es an die Gesundheit geht, dann macht das keinen Sinn mehr, ist zumindest meine Meinung.

Genau das. Meiner Freundin ging es in ihrem alten Betrieb so schlecht das sie ebenfalls wochenlang krank geschrieben war. Sie bekam dann ebenfalls vom Arzt nahegelegt zu kündigen, hat sie dann auch (mit Attest) gemacht. Klar ist die Zeit Zuhause dann nicht ganz einfach, gerade wenn man keine neue Stelle in Aussicht hat, aber es ist besser als den Psychoterror weiter durchzustehen.

Deswegen würde ich es dir auch raten: Kündige, nimm dir Zeit für dich um wieder auf die Beine zu kommen, überarbeite deine Bewerbungsunterlagen und dann schau dich nach neuen Stellen um.

Die Gesundheit geht vor, wenn du da jetzt völlig zusammenbrichst und am Ende den Rest deines Lebens Arbeitsunfähig bist dann ist niemandem geholfen. Dann lieber jetzt mal ein halbes Jahr oder ein Jahr ne Durststrecke, dann geht es danach wenigstens wieder aufwärts.

LzaE0dJiti\on


Hallo,

1. wäre ich mit einer Kündigung vorsichtig. Möglicherweise erhält du kein gutes Arbeitszeugnis (sogar sehr wahrscheinlich bei alle dem, was vorgefallen ist) und machst es dir evtl. noch schwerer einen neuen Job zu finden. Ich würde dir raten, dich aus der aktuellen Position heraus zu bewerben. Evtl. kannst du dich mit Attests so viel wie möglich fern halten.

2. 300 Bewerbungen? Fast unglaublich und ganz ehrlich: dann machst du irgendwas falsch. Lass deine Unterlagen professionell checken (und damit meine ich wirklich professionell, nicht durch einen x-beliebigen Berater), lass dich für Vorstellungsgespräche coachen. Oder du musst deine Ansprüche herunterschrauen oder du bewirbst dich auf die falschen Positionen. 300 Bewerbungen mit deiner Berufserfahrung halte ich für ein sehr sicheres Indiz, dass da irgendwas nicht stimmt (und da meine ich nicht den Arbeitsmarkt).

g}atxo


Du kannst auch erstmal andere Dinge versuchen, bevor du kündigst. Hast du mal ein Zwischenzeugnis bekommen? Ansonsten frag jetzt danach. Damit kannst du deine Bewerbung schon mal aufwerten.

300 Bewerbungen erscheint mir auch sehr hoch. Zu wie vielen Vorstellungsgesprächen wurdest du denn eingeladen? Kennst du jemanden, der mal kritisch auf deine Unterlagen schauen könnte? Wenn du sagst, es sei ein renommiertes Unternehmen, sollte das i.d.R. eigentlich deine Chancen verbessern.

Versuch deine Bewerbungsunterlagen zu verbessern und versuche es erneut. So gewinnst du etwas mehr Zeit.

Oder hast du mal überlegt, ob es Alternativen zu einer festen Stelle für dich gibt? Andere Branche, anderes Arbeitsmodel (Freelancer), Ausland, Weiterbildung, Quereinstieg in ein anderes Berufsfeld, Elternzeit, etc.

_(ParZvaxti_


Der Einwand von LaEdition, dass du eventuell ein nicht so gutes Arbeitszeugnis bekommst wenn du kündigst, ist natürlich berechtigt. Aber dagegen kann man notfalls gerichtlich vorgehen, vorrausgesetzt du hast eine Rechtsschutzversicherung. Wenn nicht, würde ich an deiner Stelle vor der Kündigung noch eine abschließen. Und ja, ich würde dir auch dazu raten zu kündigen. Gesundheit geht meiner Meinung nach immer vor. Außerdem hast du ja wirklich einen langen Atem bewiesen um dich in der Firma einzufügen, aber da das nun mal nicht geklappt hat, ist es wohl tatsächlich ratsam zu gehen.

T,h'eB/lac`kWi]dow


Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur raten, daß du an deine Gesundheit denken solltest. Ich selber war mal in einer Firma beschäftigt, da war es so furchtbar, daß ich schon mit Kopfschmerzen zur Arbeit ging und es immer schlimmer wurde. Die Unzufriedenheit meiner Chefin und die Kontrollsucht hatten mich sogar in den Schlaf verfolgt. Ich hatte dann irgendwann auf Anraten meines Arztes gekündigt.

Ich denke aber auch, daß bei 300 erfolglosen Bewerbungen irgendwas grundsätzlich falsch läuft und du dringend beraten werden musst. Oder wohnst du in einer Gegend, wo eine hohe Arbeitslosenquote herrscht?

K:ra<bbaxt


Herzlichen Dank für Eure Antworten.

Zu dem Thema Arbeitszeugnis denke ich, dass ich so oder so kein gutes erhalten werden. Denn da ich nie richtig eingearbeitet wurde habe ich auch für mich selbst nicht das Gefühl, meine Arbeit gut zu machen.

Was die Bewerbungen betrifft so hat sich die Anzahl im Lauf der letzten dreieinhalb Jahren ergeben. Wobei ich im letzten Jahr, als ich merkte dass sich die Situation zuspitzt mich auf alles beworben habe, von dem ich annahm dass es irgendwie zum Erfolg führen könnte. Ja, ich habe Vorstellungsgespräche gehabt. Und natürlich habe ich mich auch gefragt, warum es nicht klappt. Ich bin daraufhin zum Arbeitsamt und habe meine Unterlagen dort von einem Coach durchschauen lassen. Das Ergebnis war eigentlich positiv. Man hat mir kleinere Verbesserungsvorschläge gemacht, aber nichts was jetzt wirklich Grund für einen sofortigen negativen Eindruck meiner Bewerbung geben würde festgestellt.

Von meinem letzten Vorstellungsgespräch hatte ich die Rückmeldung erhalten, dass ich gut qualifiziert wäre, man mich grundsätzlich auch gern gehabt hätte, das man sich aber doch für einen 20 Jahre jüngeren Kandidaten entschieden hätte, der auch für weniger Gehalt arbeiten würde. Auf meine Antwort, dass ich im Vorstellungsgespräch ja durchaus Verhandlungsbereitschaft beim Gehalt signalisiert hätte wurde mir gesagt: Ja, aber wenn sie so weit runter wie der Kandidat gegangen wären den wir jetzt eingestellt haben, wäre uns das auch komisch vorgekommen. Sie haben die Qualifikation und die Berufserfahrung die das Gehalt, das sie gefordert haben rechtfertigt.

Von einer Freundin die mir riet sich im Betrieb eines ihrer Bekannten zu bewerben, habe ich nach der Absage auch die Rückmeldung erhalten, dass ich überqualifiziert und zu alt wäre.

Und nein, ich lebe nicht in einer Gegend mit hoher Arbeitslosigkeit. Eher im Gegenteil. Das ist aber nicht wirklich etwas, was meine Stimmung hebt. Denn natürlich frage ich mich schon lange, warum es nicht klappt und woran es liegt. Und ich neige zu der Annahme, dass ich mittlerweile einfach verkrampft in ein Gespräch gehe, weil ich unbedingt will dass es erfolgreich verläuft.

g`ato


Zu dem Thema Arbeitszeugnis denke ich, dass ich so oder so kein gutes erhalten werden.

Wie gesagt, fordere erst mal ein Zwischenzeugnis an. Dann siehst du ja, was dich erwarten wird.

Sie haben die Qualifikation und die Berufserfahrung die das Gehalt, das sie gefordert haben rechtfertigt.

Das ist natürlich bitter. Aber leider zeigt das auch, dass die Stellen auf die du dich bewirbst keine große Berufserfahrung erfordern. Könntest du dich da noch besser positionieren?

Und nein, ich lebe nicht in einer Gegend mit hoher Arbeitslosigkeit.

Kämen für dich Alternativen zu deinem Job in Frage? Berufsschullehrer kam mir noch in den Sinn.


Nur um das klar zu stellen, ich denke auch, dass du kündigen solltest. Aber eine übereilte Kündigung halte ich für wenig sinnvoll. Wenn du ohnehin schon Probleme auf dem Arbeitsmarkt hast, wird sich das mit Druck im Nacken nicht gerade positiv auf dich auswirken. Deswegen der Vorschlag erstmal andere Wege auszuloten, ggfs. auch mal mit zuständigen Stellen über die Problematik sprechen (Krankenkasse, Arbeitsamt, etc.). Du kannst dich ja weiterhin krank schreiben lassen und in 2,3 Monaten immer noch kündigen.

K#ra$bbaxt


Hallo Gato,

herzlichen Dank für Deine Antwort.

Ja, ich habe mich auf Stellen beworben für die ich eventuell auch überqualifiziert bin. Einmal, weil ich mich auf alles bewerbe, was nur irgendwie in Frage kommt und zum anderen, weil ich mir auch sehr gut vorstellen könnte, für weniger Geld zu arbeiten und dadurch auch weniger Verantwortung zu haben und wirklich nur einen 8 - 17 Uhr Job zu machen.

Was die Alternativen angeht so bin ich auch hier am ausloten. Aber das dauert alles und ist noch nichts, was wirklich kurzfristig eine Lösung bietet.

Und ich bin jetzt schon seit vier Monaten krank geschrieben und die Krankenkasse wird schon ungeduldig. Von daher bleibt mir, glaube ich, nicht mehr allzuviel Zeit für eine Entscheidung. So hatte sich auch gestern der Arzt geäussert. Deswegen hatte ich auch eine schlaflose Nacht.

H=olzS|trei3cxh


Ich würde meine Bewerbungsunterlagen nur um sicher zu gehen bei einem wirklichen Profi checken lassen, auch wenn es bisschen was kostet.

Kompetente Leute im Arbeitsamt zu finden ist nämlich sehr schwer.

Wie alt bist Du denn? Hast Du irgendwelche Behinderungen? So qualifiziert wie Du bist ist es echt etwas komisch dass es nicht klappt.

NHordmi84


weil ich mir auch sehr gut vorstellen könnte, für weniger Geld zu arbeiten und dadurch auch weniger Verantwortung zu haben und wirklich nur einen 8 - 17 Uhr Job zu machen.

Kann von nem Arbeitgeber natürlich auch so verstanden werden "der will hier nur arbeiten bis er was besseres findet", du musst also irgendwie verkaufen das du mit dem Thema Karriere durch bist und gerne nen geregelten Arbeitsalltag haben möchtest.

Könnte ich mir jedenfalls vorstellen, bei vielen Menschen heißt "gut qualifiziert" auch gleichzeitig das man das bis zum erbrechen ausleben will.

cPhiefo9laxtu


Darf man fragen, wie alt du bist?

Ich habe (leider mehrfach) die Erfahrung gemacht, dass wenn es während der Probezeit nicht funktioniert, es auch 2-3 Jahre später nicht besser ist. Deshalb bin ich zur Einsicht gekommen, dass ich mir das nicht mehr antue und während der Probezeit gehe, wenn es nicht mehr passt. Im jetzigen Job passt es aber, deshalb bin ich da auch schon mehrere Jahre dabei und will auch nicht weg.

L:aEd>itxion


Beim Arbeitsamt würde ich mich in solchen Angelegenheiten niemals beraten lassen. Meine Freundin arbeitet dort als genau so eine Beraterin. Sie arbeitet dort nur, weil sie sonst nirgendwo angenommen wurde und hat auch überhaupt keine Kompetenzen um eine solche Bewerbung beurteilen zu können. Vielleicht nimmst du einmal das Geld in die Hand, und lässt dich bei einem Personalcoach beraten. Da gibt es im Internet genug Adressen. Außerdem kann man dich dort umfassender beraten. Dort würde man dir vermutlich auch sagen, dass du dich auf die falschen Stellen bewirbst und wie du deine gesamte Strategie optimieren könntest. Ansonsten auch mal einen Personalvermittler anfragen. Die können dich ggf an die richtigen Stellen weitervermitteln. Gerade mit deiner Berufserfahrung könnte das sogar der beste Weg sein. *:)

Ich wusste nicht,Maß du schon 4 Monate krankgeschrieben bist. Insofern wird dir wohl wirklich nichts übrig bleiben, als zu kündigen. Viel länger wirst du wohl nicht krankgeschrieben werden und nach einer solch langen Zeit zurückzukehren stelle ich mir auch belastend vor. Aber du brauchst einen Plan, denn deine Strategie scheint mir nicht effektiv und effizient. Würde wohl wirklich mal bei Personalvermittlern anfragen.

Und nur mal so am Rande: wenn du bereit bist auf Verantwortung und Gehalt zu verzichten und einen geregelten 9-17 Job suchst, würde ich mich im öffentlich Dienst umsehen.

Hholrab}ienxe


Krabat

a, aber wenn sie so weit runter wie der Kandidat gegangen wären den wir jetzt eingestellt haben, wäre uns das auch komisch vorgekommen. Sie haben die Qualifikation und die Berufserfahrung die das Gehalt, das sie gefordert haben rechtfertigt.

Ist mir auchmal passiert. Die haben mir im Gespräch eigentlich schon zu verstehen gegeben, dass ich zu überqualifiziert bin und ich auch viel weniger Geld für den Posten bekommen werde (war auch ein Familienunternehmen). Ich hab gesagt ich würde einfach gerne eine andere Arbeit machen und Geld ist nicht alles. Ne Absage kam dann leider trotzdem.

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