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Komplexe wegen Bildungsstand/ akademischer Grad

W(elt|enbu<mmlqeirin_86 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

es nagt immer wieder an mir, dass ich im Vergleich zu sämtlichen Kollegen und Freunden von meinem Mann (ihn eingeschlossen) den geringsten Bildungsstand habe. Seine Arbeitskollegen und gleichzeitig Freunde haben alle mindestens promoviert und sind grad an ihrer Habilitation dran. Auch deren Partner haben alle promoviert.

Ich hingegen habe nur einen mittelmässigen Master-Abschluss an der Uni. Sämtliche Freunde und auch mein Mann haben diverse hochrangige Stipendien und Auszeichnungen, Publikationen etc.

Ich komm mir dann immer so vor, als ob ich nicht mithalten kann :( Wie kann ich lernen besser damit umzugehen und keine Komplexe mehr wegen meinem im Verhältnis geringen Bildungsstand zu haben?

Antworten
SounfLlowerx_73


Und was macht die Leute, außer dem Dr., so besonders? Im Alltag?

Ich bin auch die Einzige in meinem Bekanntenkreis ohne Promotion bzw. ohne wissenschaftliche Tätigkeit. Arbeite halt praktisch. Meine Promotion habe ich aus div. Gründen abgebrochen. Klar, manchmal tut es durchaus weh (zumal mir ohne Diss. doc der eine oder andere Job nicht zugänglich ist). Aber wenn ich mir die Leute so angucke... Quälen sich durch die Habilitation. Aussicht danach ungewiss. Oder haben promoviert, hatten keine Möglichkeit zur Habilitation - und machen jetzt denselben Job wie ich. Mit demselben Verdienst. Sind die besser, klüger etc., nur weil sie 80 Seiten zusammengeschrieben haben oder 3 Publikationen eingereicht haben? I.d.R. im Rahmen irgendeines Projektjobs, wo man das halt zwecks Lebensunterhalt gemacht hat? Ich kann auch lesen, schreiben, rechnen und Datenbankrecherchen. Bin weiterhin forschungsneugierig und schaue immer mal wieder, ob's Möglichkeiten gibt. Aber ansonsten mache ich meinen Job, und den nicht schlecht.

Kurzum:

Die Definition des Selbstwertes über Titel ist sinnlos. Die Leute, die promoviert sind und dann bei jedem Treffen nur über ihr Fachgebiet reden, nerven mich größtenteils mittlerweile ehrlich gesagt. Fachidioten ohne Hobbies.

Du bist ohne Titel nicht weniger wert. Wenn man Dir explizit das Gefühl gibt, solltest Du den Freundeskreis mal überdenken. Wenn Du Dir selber das Gefühl gibst: Arbeite an den negativen Gedanken. WARUM ist das so ein Thema für Dich, welche Gedanken gehen Dir durch den Kopf, aus welchen Gründen hältst Du die anderen für "besser"?

Und:

Du machst ja vermutlich auch Deinen Job. Wenn Du den gut machst, umso besser. Umso weniger Anlass für blöde Gedanken. Wenn DU ihn nicht so gut machst: Dann setze da an, bilde Dich spezifisch weiter. Das geht auch ohne Promotion (die bei mir bspw. mit dem praktischen Job eh nix zu tun hätte).

S"unfZlow5er_x73


Achja:

Mein Freund hat nur einen Realschulabschluss und eine Ausbildung sowie div. Weiterqualifikationen. In seinem Umfeld hat niemand studiert, aber es sind alles berufliche Spezialisten mit Verantwortung, die z.T. unter extremen Bedingungen arbeiten. Mir hat gerade dieses Umfeld und die anfängliche Zurückhaltung ("Hilfe, eine Akademikerin") echt geholfen, mich von diesem Titel-Dünkel zu verabschieden.

Wie gesagt:

Ich würde gerne nochmal wissenschaftlich arbeiten und dann ggf. auch promovieren. Nicht wegen dem Titel, sondern weil mir der Teil meines Jobs total Spaß macht und ich es spannend finde, mich in ein Thema, Datenerhebungen und statistische Analysen zu verbeißen. Ich würde das auch ohne jegliche Promotionsoption machen. Eben weil's Spaß macht.

EGhemaligeEr Nutzer (#5*4542x1)


Seine Arbeitskollegen und gleichzeitig Freunde haben alle mindestens promoviert und sind grad an ihrer Habilitation dran. Auch deren Partner haben alle promoviert.

Ja und .. ?? Beim Kacken müssen die auch aus der Hose ... !!

R:io )GranPde


Zählen ab einem gewissen Alter nicht nur die Veröffentlichungen / Patentanmeldungen. Da kannst du doch punkten.

W.eltexnbuSmmle<rin_86


Seine engsten Freunde/ Kollegen machen die unterschiedlichsten Dinge: 2 haben ein super bezahltes Stipendium an der Universität Berkeley in USA für 1 Jahr. Eine andere Kollegin hat ein 8 monatiges Stipendium in Oxford um dort an ihrer Diss zu schreiben. Die andere Kollegin hat gerade ihre Diss fertig. mein Mann hat sein Studium mit Bestnoten abgeschlossen und anschliessend ein 2 jähriges Stipendium in München.

Von Veröffentlichungen, oder gar Patenten bin ich Meilenweit entfernt.

Es ist keineswegs so, dass die anderen ihre akademische Titel gross an die Glocke hängen oder sonst was. Sie sind alle sehr nett und freundlich. Aber ICH weiss, dass sie mir überlegen sind.

Ich halte die anderen für besser, weil sie den höheren Abschluss und die besseren Leistungen erbracht haben. Ich bin einfach Durchschnitt

Apnd~re198x2


Entscheidend ist doch nur, wie dein Freund damit umgeht. Solange er dich nicht abwertet bzw. es für ihn wichtig ist, ob du promoviert hast, ist doch alles in Ordnung. So weit weg ist der Master auch nicht von der Promotion.

Anders wäre es, wenn du nur Abitur und eine Ausbildung gemacht hättest. Dann könnte ich verstehen, wenn er ein Problem damit hätte. Ich mit meinem Diplom würde auch keine Frau an meiner Seite akzeptieren, die lediglich eine Ausbildung gemacht hat (womöglich nur mit Realschulabschluß... :-X ). Gespräche mit dummen Frauen können eben sehr, sehr anstrengend werden, weil diese Frauen in der Regel sich selbst nicht als dumm ansehen. ]:D Ist halt immer wieder eine Katastrophe. Darum versuche den Kontakt mit nicht-Akademikerinnen auf das berufliche und die Familie (kann man sich ja nicht aussuchen) zu beschränken. Aber als Freundin oder sogar als Partnerin würde so eine Frau nie im Leben in Frage kommen.

Ich könnte deinen Freund also verstehen (wenn er so denken würde wie ich), aber da du eine Meisterin :-D bist, passt es - denke ich - schon.

SFunfblowe5r_7x3


Jetzt mal zynisch:

Ja toll, die haben Stipendien. Und dann? Fall' nichtg auf die hippe Auslands-Job-Masche rein. Auch diese Leute müssen hinterher einen Job finden.

WARUM sind sie Dir überlegen?

Edhemali"gesr Nuthzere (#'573012x)


Welch Arroganz

E}hemaPligoe=r Nutze<r (E#573X012x)


meinte Andre nicht Sunflower

WueltenbbummclerinL_86


Also mein Mann äussert sich keineswegs abwertend gegenüber mir oder meinem Abschluss. Die Komplexe gehen wirklich von mir aus.

Er hält auch Leute mit einer Ausbildung nicht für dümmer oder akzeptiert sie weniger.

Nur ich selbst habe mit meinem einfachen Master-Abschluss ein Problem.

WBelt{enybummlerinx_86


Sie haben so feste Jobs an der Uni, dass sie in der Zeit wo sie die Stipendien im Ausland haben vertreten werden und dann ihre alten Stellen wieder zurück bekommen. Also sie stehen nach den Auslandsaufenthalten keineswegs ohne job da.

Peauql_Reavxere


Es kann ja nicht jeder so intelligent und erfolgreich sein. Warum musst du es denn sein? Warum ist es nicht gut genug einfach nur Durchschnitt zu sein?

Dann sind sie eben besser als du, inwieweit macht das dein Leben denn schlechter?

AQndre1)98x2


Ich halte die anderen für besser, weil sie den höheren Abschluss und die besseren Leistungen erbracht haben. Ich bin einfach Durchschnitt

Mit Master bist du bereits überdurchschnittlich gemessen an der Durchschnittsbevölkerung. Und selbst, wenn alle ein Master hätten, bleibt die kognitive Leistung, die du erbracht hast. Aber die meisten Leute an höheren geistigen Anforderungen scheitern (es schaffen eben nur wenige einen Master), bist du auf jeden Fall überdurchschnittlich.

Ja toll, die haben Stipendien. Und dann? Fall' nichtg auf die hippe Auslands-Job-Masche rein. Auch diese Leute müssen hinterher einen Job finden.

Selbst wenn diese nur einen eher schlecht bezahlten Job finden würden, bleibt ihr Wissen. Für mich ist das ein Wert an sich. Wertvoller als die meisten Konsumgüter die Leute sich "erarbeitet" haben. Lieber eine Frau mit Master als eine mit Porsche. :-D

E5hema7liger >Nuitzewr (#4u671x93)


Stipendium im Ausland etc. hört sich ja immer ganz toll an (vor allem, meist gegenüber Leuten, die nicht dabei sind/keinen Einblick haben). Tauschen möchte ich jedoch nicht. :=o

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