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Komplexe wegen Bildungsstand/ akademischer Grad

a3bcyxwz


P.S.: Ich finde, das wird gerade deutlich, wenn man sich den anderen Thread von ihr, "Langweiliges Leben", dazu anschaut (auch wenn das hier im Forum wohl nicht gerne gesehen wird). Aber da wird meiner Meinung nach klar, dass es hier eigentlich um was ganz anderes geht...

A+ndr[e19x82


Ausländische Investoren (Private, aber auch Staaten wie China) kaufen zig Hektar Land auf, sei es für einen landwirtschaftlichen Großbetrieb oder zum Rohstoffabbau, und die Menschen werden von ihrem Land (für das sie oftmals keinen Eigentumstitel hatten, aber seit Generationen gewohnheitsrechtliche Nutzungsrechte) vertrieben. Jetzt sind sie nicht nur land-, sondern auch arbeitslos

und wer hat das Land verkauft? Diese Tendenz, den "westlichen KJapitalismus" für alles, was in Entwicklungsländern schief läuft verantwortlich zu machen ist einfach blödsinnig. In den meisten Fällen sind nationale Korruption und Unterdrückung durch die Eliten der Grund. Afrikanische Menschen nehmen afrikanischen Menschen ihr Land. Nicht der böse Westen. Natürlich gibt es aber auch im Westen korrupte Menschen, die eine solche Situation ausnutzen. Aber das hat man in jedem Land.

Ich assoziiere mit Bangladesh das Jahr 1971 und irgendwelche ganz jaemmerlichen (Hunger-)Zustaende; meinst Du das, André?

Ich meine damit, dass es vor 30 Jahren darum ging, jeden einzelnen Tag genug zum Essen aufzutreiben. Heute sorgen sich die Bangladescher darum, ausreichend Strom für ihre Handyakkus zu bekommen.

Anderes Beispiel: Börsenspekulationen auf Grundnahrungsmittel. Einige verdienen daran, andere hungern, weil die Preise für Reis plötzlich auf der ganzen Welt um 180% gestiegen sind (-> Nahrungspreiskrise 2007/2008)...

In erster Linie verdienen die Produzenten an solche Preissteigerungen. Sie entscheiden über das Angebot am Markt (warum weniger produziert wurde, musst die fragen). Als "Spekulant" hast du insbesondere auf den Reispreis kaum Einflussmöglichkeiten über Börsen. Meines Wissens sind die NYMEX und die CME die einzigen Orte, wo du Futures auf Reis mit nennenswerten Volumen überhaupt handeln kannst. Und dieses Volumen macht gerade einmal einen Bruchteil des internationalen Handelsvolumen aus.

Abgesehen davon, darfst auch nicht vergessen, dass höhere Preise auch immer zu einem höheren Angebot führen. Der Preisanstieg hat dafür gesorgt, dass mehr Reis angebaut wurde. Das ist Marktwirtschaft.

An den Börsen verdient keiner Geld , indem man das gehandelte Produkt künstlich verknappt und einlagert. Was ja die klassische Vorstellung von einer Spekulation ist. Es geht darum, dass man zu einem Zeitpunkt investiert, zu dem kein anderer dazu bereit ist, weil ihnen das Risiko eines Verlustes zu hoch ist. Nur darum geht es. Die richtige Bewertung des Risikos.

vKivi%da


ah ja...die vermeintliche elite feiert sich mal wieder selbst %-| - stellenweise

Ich mit meinem Diplom würde auch keine Frau an meiner Seite akzeptieren, die lediglich eine Ausbildung gemacht hat (womöglich nur mit Realschulabschluß... ). Gespräche mit dummen Frauen können eben sehr, sehr anstrengend werden, weil diese Frauen in der Regel sich selbst nicht als dumm ansehen.

na die aussage sagt mehr als die tatsache "nur" einen realschulabschluss gemacht zu haben.

im übrigen sind bildungswege, warum wer welchen abschluss macht nicht so einfach und linear zu beantworten. es gibt mehr einflüsse als die intelligenz, warum ein kind zB nur einen hauptschulabschluss macht. definierst du intelligenz rein als den IQ, dürften einige hauptschüler über die anlagen für höhere bildungsabschlüsse verfügen.

ich kenne menschen ohne oder mit "geringen" abschlüssen, die sehr intelligent, belesen und gebildet sind. sie haben arbeit und gar kein interesse sich formal weiter zu bilden, weil sie zufrieden mit ihren jobs sind. gemeinsame freunde mit abitur müssen da teils zurückstecken, wenns um alltagsdiskussionen (politik, wirtschaft usw.) geht.

dieses pauschalisieren ist einfach nur furchtbar - in jede richtung. der schulabschluss sagt nicht zwingend etwas über intelligenz (worum gehts hier eigentlich genau? intelligenz, IQ oder formale bildung?) aus. der abschluss sagt auch nichts über die emotionale intelligenz aus und schon gar nicht darüber, wie viel ein mensch wert ist!

Dumm ist nicht gleich ungebildet, aber mit der Bildung kommt eine bestimmte Art, an Dinger heran zu gehen, vor allem ändert sich halt die Art, wie man Dinge sieht und in Folge auch, wie man argumentiert und differenziert. Das wird dann mit dem Mehr an erworbenen Wissen durch den Vorsrung Oberstufe + Studium inhaltlich unterfüttert. [...]

dem stimme ich allerdings zu

Mich frusttiert einfach, dass mein Umfeld deutlich disziplinierter und zielstrebiger ist

Ich bin einfach auch nicht so aktiv wie andere.

mir scheint so als würde es viel mehr darum gehen als um irgendwelche bildungsabschlüsse.

du empfindest dich selbst als undiszipliniert und nicht aktiv genug, was sich dann an den abschlüssen manifestiert.

gehts dir auch in anderen bereichen so? empfindest du dich generell als disziplinlos und passiv? gibt es dinge, die dir nicht so gut gelingen oder an denen du scheiterst? dinge, die du dir vorgenommen hast, abr nicht geschafft hast umzusetzen?

ich kann dich bei eingen schon verstehen, denke ich. ich messe mich zwar nicht mit anderen so wie du es tust, aber ich habe auch das gefühl noch nicht genug gemacht zu haben, meine kognitiven fähigkeiten noch nicht voll ausgeschöpft zu haben...vielleicht ist es das ja auch bei dir? ich beginne jetzt neben meiner arbeit nochmal ein zweitstudium...neues, sehr anspruchsvolles fach...ich muss einfach wissen, ob ich nochmehr in der lage bin zu leisten oder schon am ende meiner fähigkeiten bin. wenn ich scheiter, dann scheiter ich, aber dann nagt diese frage nicht weiter an mir.

vielleicht brauchst du auch eine herausforderung?

und zur disziplinlosigkeit: ich ärger mich auch manchmal, dass ich bei einigen dingen recht disziplinlos bin...ich hab auch noch keinen weg zu mehr disziplin gefunden, aber dafür einfach akzeptiert, dass es ein stück weit zu mir gehört, man auch nicht immer in allem voll diszipliniert sein muss und es auch ok ist, mal nicht diszipliniert zu sein. wenn man nicht so streng mit sich selbst ist, macht man sich sehr viel weniger druck und es geht einem besser. ansonsten plane ich meine disziplinlosigkeit ziemlich diszipliniert mit ein ;-D

und du willst scheinbar ein aktiveres leben? worum geht es dir da genau? bewegung, hobbys, freunde?

Wenn mir heute einer was vom Master erzählt, dann kann ich mit 28 Jahre glücklicher Beziehung kontern. Dagegen ist ein akademischer Grad ja schon fast Mainstream

:)^

a2bcyxxz


Ich meine damit, dass es vor 30 Jahren darum ging, jeden einzelnen Tag genug zum Essen aufzutreiben. Heute sorgen sich die Bangladescher darum, ausreichend Strom für ihre Handyakkus zu bekommen.

Das ist jetzt doch übertrieben! Auch heute gibt es in Bangladesh noch verdammt viel Elend. Und frag mal diejenigen, die beim Einsturz einer der vielen Textilfabriken ums Leben gekommen sind, damit wir T-Shirts für 3€ kaufen können.

Natürlich sind dafür in erster Linie die Fabrikbetreiber vor Ort verantwortlich, aber eben auch der deutsche Konzern, der Druck macht, um die Preise niedrig zu halten.

A7ndr1e19o82


Das ist jetzt doch übertrieben! Auch heute gibt es in Bangladesh noch verdammt viel Elend. Und frag mal diejenigen, die beim Einsturz einer der vielen Textilfabriken ums Leben gekommen sind, damit wir T-Shirts für 3€ kaufen können.

Natürlich sind dafür in erster Linie die Fabrikbetreiber vor Ort verantwortlich, aber eben auch der deutsche Konzern, der Druck macht, um die Preise niedrig zu halten.

Ich kaufe nicht bei C&A, H&M und Co. ein. Ich kann aber verstehen, dass die Konzerne die Preise niedrig halten müssen, weil sie sonst hier bei uns vom Markt gefegt werden. Der Durchschnitts-Kunde in der Hamburger Innenstadt kauft nun einmal lieber das T-Shirt für drei Euro, als dasjenige für zehn Euro. Als Unternehmen kannst du daran kaum etwas ändern. Komischerweise sind sehr oft genau diejenigen, die die Umstände in Ländern Bangladesh kritisieren, die ausgerechnet bei C&A, oder jetzt gerade bei Primark einkaufen. Wenn es um den eigenen Lebensstandard geht (lieber drei T-Shirts, als nur eins besitzen), werden Menschen ganz schnell sehr egoistisch.

v^iviAdxa


Ich kaufe nicht bei C&A, H&M und Co.

OT, wo dann? labels, die zu fairen bedingungen produzieren, kenne ich bisher eher als randerscheinung, online-shops mit begrenzter auswahl. hast du einen tip?

a]bc)yxz


OT, wo dann? labels, die zu fairen bedingungen produzieren, kenne ich bisher eher als randerscheinung, online-shops mit begrenzter auswahl. hast du einen tip?

Es ist ja tatsächlich so, dass auch viele höherpreisige Marken unter den gleichen miserablen Bedingungen produzieren lassen, das darf man nicht immer allein auf die H&M-Kundschaft schieben. Und Chanel oder Gucci, die in Frankreich und Italien produzieren lassen, können sich dann leider doch die wenigsten leisten. Abgesehen davon, dass es ja grundsätzlich etwas gutes ist, wenn auch arme Bangladeshis einen Job aus dieser Industrie ziehen können.

Schon 1€ mehr pro Shirt könnten für den Fabrikarbeiter in Bangladesh die Welt bedeuten, das ist nicht allein eine Sache von Angebot und Nachfrage. Auch für 1€ mehr würden die Shirts in den hiesigen Fußgängerzonen weggehen wie warme Semmeln. Es ist vor allem die Entscheidung des Unternehmens, die Preise auf Kosten des schwächsten Gliedes in der Kette immer weiter zu drücken.

EDhema]ligelr Nutzyer1 (#47]9013x)


Das, was Andre1982 schreibt, ist vom Prinzip her richtig. Man könnte es allerdings etwas wohldosierter ausdrücken und sollte vielleicht nie unbedingt die abqualifizieren, die einen um eine Stufe niedrigeren Bildungsgrad aufweisen, da diese Konstellation auch umgekehrt denkbar ist. Auf einem Hauptschulabschluss sitzen zu bleiben, ist im heutigen Bildungssystem hingegen fast unmöglich und quasi ein Garant für kognitive Verzerrungen in Richtung Selbstüberschätzung. Und von jemanden, der meilenweit unter einem steht, würde ich mir auch nicht sagen lassen wollen, dass ich ein Trottel bin.

EShemalfige@r Nutzer} (#4q7x9013)


*nicht statt nie

A}ndkre19x82


OT, wo dann? labels, die zu fairen bedingungen produzieren, kenne ich bisher eher als randerscheinung, online-shops mit begrenzter auswahl. hast du einen tip?

Trigema

Es ist ja tatsächlich so, dass auch viele höherpreisige Marken unter den gleichen miserablen Bedingungen produzieren lassen, das darf man nicht immer allein auf die H&M-Kundschaft schieben.

Das ist natürlich das Problem bei der Sache. Aber zumindest ist es ein erster Schritt, wenn man eine persönliche Preisuntergrenze für bestimmte Güter hat, einfach weil einem bewusst ist, dass so eine Gut nicht mehr "gesund" produziert werden kann. Grundsätzlich gehe ich nach dem Preis. Die Zeit und Lust erst einmal die Produktionsketten zurück zu verfolgen habe ich nicht.

Am Beispiel von Trigema kann man aber sehr gut ein Gefühl dafür bekommen, was Klamotten unter deutschen Lohnbedingungen kosten. Davon ausgehend kann man dann auch abschätzen was noch in Ordnung ist. Ich denke zehn Euro für T-Shirts dürfte fair sein, egal wo produziert wird. Ausschließen, dass man Ausbeutung unterstützt ist aber in unserer globalisierten Zeit nur schwer möglich. Das gelingt nur mit entsprechenden Medienkampagnen, die auch Auzswirkungen auf das Käuferverhalten haben.

Schon 1€ mehr pro Shirt könnten für den Fabrikarbeiter in Bangladesh die Welt bedeuten, das ist nicht allein eine Sache von Angebot und Nachfrage. Auch für 1€ mehr würden die Shirts in den hiesigen Fußgängerzonen weggehen wie warme Semmeln.

Nicht wenn die Konkurrenz diesen einen Euro billiger ist. Das ist leider Fakt. Die Menschen kaufen in erster Linie nach dem Preis.

AXnsdre`19-8x2


@ vivida

Gerade entdeckt, wusste ich selbst noch nicht: [[https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndnis_f%C3%BCr_Nachhaltige_Textilien]]

w9inter*sonnex 01


%-| könnt ihr die Nebendiskussion über Kapitalismus, Ausbeutung und alle Ungerechtigkeiten dieser Welt bitte in einem anderen Tread führen %-| ?

C)omxran


wintersonne, Danke :)^

Mir lag es auch schon in den Fingerspitzen, dass ich die Beziehung vom Fadenthema zum weltpolitischen Vielerlei nicht mehr finden kann.

a'bcyxxz


Zum Fadenthema wurde mittlerweile auch eigentlich alles gesagt. Jetzt wäre es mal wieder an der Zeit für eine Entgegnung von Weltenbummlerin, wie sie das sieht ;-)

E.hemaliger" Nutze2r (l#4T58x871)


Wenn mir heute einer was vom Master erzählt, dann kann ich mit 28 Jahre glücklicher Beziehung kontern. Dagegen ist ein akademischer Grad ja schon fast Mainstream

:)^

Glückwunsch zur Beziehung!

Ich kann auch ein Lied davon singen, was im Leben WIRKLICH zählt, und dazu gehört nicht der Doktortitel (ich führe ihn ohnehin nur in Notsituationen - Arzt im Ausland und so). Im Nachhinein wünschte ich sogar, ich hätte meine Diss abgebrochen, dann wäre nämlich zumindest meine Gesundheit - vermutlich - deutlich besser. Aus anderen Lebensbereichen (Funsport als Freizeitbeschäftigung, keinesfalls Leistungssport) kenne ich allerdings dieses fürchterliche Vergleichen von mir selbst. Und was soll ich sagen, es verhagelt mir in schöner Regelmäßigkeit Wochenenden und Urlaube, weil ich einfach nicht geniessen kann, was ICH kann, sondern nur darauf schaue, wer es besser kann. TE, ich sage Dir aus leidvoller Erfahrung: Das macht SO unglücklich!! Hör auf zu vergleichen. Abgesehen davon gibt es - ganz grob und klischeehaft ausgedrückt - drei Sorten von Menschen, die promovieren: a) Die, deren Herzenswunsch es ist, in der Forschung zu arbeiten bzw. die sich für ein sehr spezielles Thema überdurchschnittlich interessieren. b) Die, die ihn in ihrem Beruf brauchen bzw. um erst einen Job zu bekommen, hier denke ich an Ärzte, Biologen, Physiker, Chemiker. c) Die, die sich etwas beweisen müssen und genug Disziplin haben um durchzuhalten. Ob fürs Selbstwertgefühl oder, um sich den Titel aufs Klingelschild zu pappen, oder (hallo André1982, wär das nichts für Dich?) um anderen unter die Nase zu reiben, wie dumm sie sind, ist letztenendes egal. Ich hab's fürs Selbstwertgefühl getan und mich fast fünf Jahre mit einem Thema herumgequält, das mich nicht die Bohne interessiert hat, und das auch noch recht erfolgreich. Nur, um kurz vor Ende der Diss eine berufliche 150-Grad-Kehrtwende einzuschlagen und ein Fernstudium in einem anderen Fach zu beginnen. DAS hat mir etwas gegeben - die Diss (oder der Titel) nicht. Weil ich endlich bei mir selbst war und von mir und meinem neuen "Hobby" selbst begeistert.

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