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Komplexe wegen Bildungsstand/ akademischer Grad

ACug`ustxus


Ganz ehrlich habe ich nicht den ganzen Faden gelesen, nur so die ersten beiden Seiten. Dennoch möchte ich mal mein Senf, aus der Sicht eines Promovierten geben.

Promoviert habe ich in einem naturwissenschaftlichen Bereich, weil mich die Forschung interessiert hat und es daher der logische und konsequente Schritt ist. Titelgeil bin ich meiner Meinung nach absolut nicht, und verwende diesen auch im Normalfall nicht. Verwenden ist hier im Sinne von Vorstellung, private geschäftliche Beziehung oder ähnliches zu verstehen. Die Ausnahme ist zB bei meiner Bank, weil die bei der Frage meines Berufes darauf gekommen sind ich bin promoviert, und dann wollten die den Titel unbedingt angeben...

Ich glaube aber nicht, dass jemand nicht promoviertes automatisch "dumm" ist, aber auch nicht ist eine promovierte Person automatisch Schlau. Mal abgesehen von der Fachidioten Frage, sowie der Unterschied zwischen Bildung, IQ und Fachwissen, muss nicht jeder diesen Weg einschlagen. Es ist völlig legitim auch nach der 10. Klasse abzugehen und einen Lehrberuf nachzugehen. Wenn man sich da das richtige aussucht, hat man in vielen Fällen bis fast 40 - 50 Jahre Lebensalter sogar mehr insgesamt mehr Geld verdient. Dazu steckt man oft auch weniger Zeit rein, und kann so die jungen Jahre mit anderen Dingen mehr genießen...

In meinem Freundeskreis sind promovierte, masterierte aber auch Leute mit Lehrberuf und Realschulabschluss. Mit allen kann ich über verschiedene Dinge sprechen und wir haben schöne Unterhaltungen. Auch fragen diese mal nach alltäglichen Phänomenen, oder auch nach aktuellen Forschungsergebnissen, die ich dann gerne erkläre und die folgen denen auch in der Regel gespannt. Andererseits kann ich mir aus der "Praxis" dann eben auch die Tipps holen.

Ich habe nicht den Eindruck, dass diese sich in meiner Gegenwart und wohl fühlen, noch würde ich die in irgendeiner Art und Weise komisch oder als "minderwertig" behandeln. Also das Problem sehe ich mal gar nicht.

Andererseits muss ich aber auch sagen, dass man sich als Akademiker auch unwohl in der Haut fühlen kann eben nur aus einer anderen Perspektive. Einerseits sind es die typischen Gespräche, die man von diesen erwartet. Wenn es dort um Kunst, Kultur, Musik, Politik oder Wirtschaft geht, halte ich mich meist relativ stark raus. Das sind Themen, die mich null interessieren und logischerweise kenne ich mich da nicht gut aus. Dann fühle ich mich auch einfach nicht als Akademiker, oder hochgebildete Person - eben nicht als einer wie man ihn erwartet.

Dann kommt wieder die andere Situation, in Gesprächen beispielsweise beim Sport. Dort sind eben viele Handwerker, teils selbstständig und die pflegen einen anderen Umgang. Es ist nicht so, dass ich nicht gute Unterhaltungen hätte. Aber irgendwie schwingt doch manchmal unterschwellig die Vorbehalte gegenüber akademischer Arbeit mit: Das ist ja keine "richtige" Arbeit. Man hat nie wirklich gearbeitet, und weiß gar nicht was das bedeutet...

Tja du siehst, es gibt auch zwei Seiten der Medaille :)_.

PS: Auslandsaufenthalte sind vielleicht finanziell nicht vernünftig, aber für die Lebenserfahrung und auch den Lebenslauf sind diese Gold wert.

Berkeley ist wirklich schön!

AZugus[tuxs


Oh habe ich doch glatt vergessen zu schreiben: Leider kenne ich viele Beispiele von Promotionen, bei denen ich die entsprechende Person für nicht promotionsfähig halte. Teilweise wird leider inflationär damit umgegangen.

F elidcitaxs11


Ich weiß gar nicht wie man auf die Idee kommen kann Leute, die nicht studiert haben, wären dumm.

Manche sind sehr intelligent aber haben gar kein Interesse daran zu studieren weil ihr Traumberuf Bäcker ist oder ein anderer beliebiger Beruf, für den man keinen Universitätsabschluss braucht.

Mit dem Intellekt hat das doch gar nichts zu tun. Ich habe noch nie mitbekommen, dass irgendjemand ernsthaft der Meinung wäre Nicht-Studierte wären automatisch minder intelligent oder nicht in der Lage abendfüllende anspruchsvolle Gespräche zu führen. Das wäre ja was wenn das nur Leute von der Uni könnten. ;-D

Fundiertes Wissen über Politik, Wirtschaft usw. kann man sich bei Interesse auch auf eigne Faust aneignen bzw in einer Ausbildung lernen, für die kein Abitur benötigt wird.

W0elte7nbumm)ler1in_86


Ich finde ehrlich gesagt, die These, dass nicht Akademiker weniger gebildet und damit "dümmer" werden mehr als fragwürdig. Mein Vater hat notentechnisch grad so sein FH Studium geschafft. Seit einigen Jahren ist er ein geschätzter Ingenieur mit spitzeneinkommen und diversen Patenten. Noch dazu ist er in vielen Bereichen gebildet.

Ich kenne viele die weder Abitur haben, noch studiert haben und intelligenter sind als einiger meiner ehemaligen Kommilitonen und mehr Lebenserfahrung aufwiesen .

Mir ist es auch wichtig, dass ich mit meinem Partner "geistig" auf einer Ebene bin, also dass ich mich mit ihm gut unterhalten kann und er meine Probleme und Anliegen versteht. Das habe ich allerdings nicht an seinem Bildungsstand festgemacht, sondern an seiner Persönlichkeit. :-) ein Kollege von meinem Mann ist grad an seiner habil dran und einer der engstirnigsten und ungebildetsten Personen die ich kenne. Er kennt sich nur in seinem eigenen Fachbereich aus, aber hat keine Ahnung was um ihn rum oder sonst auf der Welt passiert

Ob Auslandserfahrungen im CV. So wichtig sind wage ich zu bezweifeln. Ich hab auch Auslandserfahrungen und habe nicht das Gefühl deswegen irgend einen Vorteil zu haben.

Berkely ist tatsächlich sehr schön. Ich fand den Campus sehr schön, als wir uns da letztes Jahr ungeschaut haben

ABugusstuxs


Ich finde ehrlich gesagt, die These, dass nicht Akademiker weniger gebildet und damit "dümmer" werden mehr als fragwürdig.

Dem habe ich ja zugestimmt ;-)

Ich kenne viele die weder Abitur haben, noch studiert haben und intelligenter sind als einiger meiner ehemaligen Kommilitonen und mehr Lebenserfahrung aufwiesen .

Ich würde hier zwischen Lebenserfahrung, Bildung und Wissen sowie der Intelligenz einen deutlichen Unterschied machen. Das kann man nicht gemeinsam vergleichen, sondern drin drei verschiedene Indikatoren.

Ob Auslandserfahrungen im CV. So wichtig sind wage ich zu bezweifeln. Ich hab auch Auslandserfahrungen und habe nicht das Gefühl deswegen irgend einen Vorteil zu haben.

Kommt auf die Art der Auslandserfahrung drauf an, und in welchem Bereich man landen möchte... ;-D. Ein Auslandsaufenthalts während der Schule halte ich in der Tat für nicht so hilfreich. Ein längerer Forschungsaufenthalt jedoch ist durchaus hilfreich. Für die Lebenserfahrung ist es aber auf jeden Fall eine Bereicherung.

Gibt in Berkeley auch viel schönes drumherum...

WBelEtenbummkleriXn_8x6


Stimmt. Ich hab leider nur Auslandserfahrungen während der Schulzeit/ bzw während dem Studium. (High School Jahr/ Erasmus Semester) einen richtigen forschungsaufenthalt im Ausland hatte ich nie. Lediglich mein Masterprojekt war in den USA

??da hast du recht. Auch berkely selber ist sehenswert :-) ??

sFofia34z-39 zjahrxe alt


Ich finde die Vorschläge von sofia, u.a. reisen und die Idee mit einem "Patenkind" ziemlich gut

@:) *:) :)_

@ sophia:

ich wollte dir noch...

hast pn @:) :)_

Auch fragen diese mal nach alltäglichen Phänomenen, oder auch nach aktuellen Forschungsergebnissen, die ich dann gerne erkläre und die folgen denen auch in der Regel gespannt. Andererseits kann ich mir aus der "Praxis" dann eben auch die Tipps holen

:)^

cool

in welchem Bereich forscht zu so grob?

ein Kollege von meinem Mann ist grad an seiner habil dran und einer der engstirnigsten und ungebildetsten Personen die ich kenne. Er kennt sich nur in seinem eigenen Fachbereich aus, aber hat keine Ahnung was um ihn rum oder sonst auf der Welt passiert

so einen kannte ich vor einigen jahren auch, studierter wirtschaftsinformatiker, höchstbezahlt

ich wunderte mich immer öfter daß er null Ahnung (noch untertrieben ]:D ) hatte darüber was in der welt so vorsich geht, geschweige sich mit politischen Themen auskannte usw.

nach einiger zeit fragte ich ihn wie seine tageslektüre heißt, taz, süddeutsche, spiegel, die zeit, !?

er sagte: Bildzeitung

ok dann wurde mir einiges klar weshalb er sich nie mit mir unterhalten konnte und mir ständig sagte, daß er davon keine Ahnung hätte und das er darüber Garnichts gehört hätte! (z.b. wenn was wichtiges in der welt passiert war betreff Nachrichten usw.)

Weltenbummlerin_86

danke für deine pn

wie gesagt ich denke du solltest an dein selbstbewußtsein arbeiten

desweiteren wäre es evtl. interessant für dich selber, ob dein mangelndes selbstbewußtsein eine Ursache haben könnte die evtl. in der Kindheit liegt!? oder woanders und dann kannst du nämlich das Problem besser und schneller lösen.

von irgendwoher muß das Problem ja herrühren daß du solche komplexe hast, wo ein Problem ist muß man versuchen es an der wurzel zu packen und es lösen, soweit es möglich ist.

die von dir genannten reisen hier und in der pn empfinde ich nicht als was besonderes zumindest nicht als ein ort und als eine Situation wo du deine komplexe loswerden könntest.,

da müßten irgendwie andere Situationen sein, keine normale Urlaubsreisen oder normale Studienreisen

halt nichts normales, solche nicht ungewöhnliche reisen wären auch bestimmt möglich ohne 4 Wochen zeit zu investieren, evtl. würden 2 Wochen auch schon eine menge bringen.

spofia3u4-3{9 ja\hre xalt


höchstbezahlt

und iq hb

g auloixse


Einen "dummen" Akademiker gibt es m.A. nach tatsächlich nicht.

Oh du liebe Zeit! Doch? Gibt es? Ganz viele?

Ich war während meines Studiums sehr, sehr, SEHR kurz mit einem Germanistik-Prof zusammen, der war so herzzereißend blöde, dass sich mir die Haare einzeln kräuselten. Ja, er las mir bei Kerzenschein Gedichte von Gryphius vor. Ja, er sprach ein hinreißendes Mittelhochdeutsch.

Aber der Mann wusste nicht, was die Hauptstadt von Australien ist, konnte keine Waschmaschine bedienen und mit Musik oder Tagespolitik konnte er gleich mal gar nichts anfangen. Die Hochmut und Arroganz in Person, ein völliger Loser im Bett und auch sonst.sonst.Ich schoss ihn ab und warf mich auf die Sportstudenten, da hatte man mehr Spaß.

Ich sagte es bereits: Klugheit und Intelligenz sind nicht an irgendeinem erreichten Level festzumachen, sondern an der Bereitschaft, lebenslang weiter zu lernen, sich nicht nur auf dem eigenen Fachgebiet, sondern rundum und umfassend weiterzubilden. Neugierde, Wissenshunger in allen Bereichen: DAS macht Menschen für mich attraktiv.

@ Weltenbummlerin_86:

Ich sagte ja schon, dein Problem ist nicht die Tatsache, das andere Menschen anscheinend mehr erreicht haben als du, dein Problem ist der Neid. Und dass du viel zu sehr auf das Leben der anderen in deinem Umfeld schaust. Du sagst, du magst deinen Job? Das ist doch super. Wenn du damit nicht ausgelastet bist, mach' doch mal was ganz absurdes und ganz anderes. Wurde dir auch hier schon geraten. Muss ja nicht gleich was ehrenamtliches sein.

Es könnte dir vielleicht helfen, wenn du dich mal nach ganz unten begeben würdest. Flüchtlingen Deutsch beibringen. Im Knast unterrichten. X-fachen Abbrechern zu einem Schulabschluss verhelfen.

Das ist sehr, sehr hartes Brot, aber ein ungeheuer sattmachendes. - Und es würde dir vielleicht dabei helfen, dein akademisches Umfeld unter ganz anderen Gesichtspunkten zu sehen. DIE haben die Theorie, DU hast die Praxis, das kann sich sehr erfrischend auswirken. ;-D

EKhemalige!r Nutz2er r(#54099p2x)


nach einiger zeit fragte ich ihn wie seine tageslektüre heißt, taz, süddeutsche, spiegel, die zeit, !?

er sagte: Bildzeitung

Und? Die Bild hat eine ausgezeichnete Politik/Wirtschaft-Redaktion.

MJrWinIterbo^ttxom


Einen "dummen" Akademiker gibt es m.A. nach tatsächlich nicht.

Oh du liebe Zeit! Doch? Gibt es? Ganz viele?

Ich sag nur mal: Bundesregierung. 8-)

ayb@cyxxz


Und? Die Bild hat eine ausgezeichnete Politik/Wirtschaft-Redaktion.

Das war hoffentlich ein Scherz.... {:(

s}ofqia34R-39 jaNhre axlt


Im Knast unterrichten

:-o

ins kalte wasser vorschlagen, finde ich eine gute Idee

aber das wäre ja kein kaltes wasser, sondern schon Eiswürfel. :-D

evtl. doch einbißchen zu viel und zu schnell des guten. :-)

Das ist sehr, sehr hartes Brot, aber ein ungeheuer sattmachendes. - Und es würde dir vielleicht dabei helfen, dein akademisches Umfeld unter ganz anderen Gesichtspunkten zu sehen

:)z

EVhemaliKger *Nutzer (#5x40992)


Das war hoffentlich ein Scherz.... {:(

Mitnichten. Man muss nur in der Lage sein, filtern zu können. Bei den meisten scheitert es aber an dieser Kompetenz.

s/ofia3F4-39Y SjahreC axlt


Und? Die Bild hat eine ausgezeichnete Politik/Wirtschaft-Redaktion.

Fruchtalarm

anscheinend nicht

denn egal was ich sagte oder worüber ich reden wollte, tagesaktuelles international kam der satz:

"davon hab ich nichts gehört", "hab nichtssssssss mitbekommen" ;-D oder: "davon hab ich keine Ahnung"

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