» »

Komplexe wegen Bildungsstand/ akademischer Grad

_iPaIrvatxi_


@ Bater W.

Ein Auszubildender, der am Berufsschulunterricht für Industriekaufleute scheitert (5 und 6 vom ersten Tag an, nichts begriffen), schafft doch niemals ein Hochschulstudium. Während ein Akademiker mit dem Berufsschulunterricht für Industriekaufleute kein Problem hätte.

Das kann man, finde ich, auch nicht so pauschalisieren, da es eben immer stark auf das Themengebiet ankommt welches man erlernt - sei es in der Ausbildung oder im Studium. Als ich eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten absolvierte, hatte ich eine Auszubildende in der Klasse, die mit Ach und Krach die Theorie begriffen und auch erst beim zweiten Anlauf die Prüfung geschafft hat Aber da war sie nicht die Einzige. Die halbe Klasse durfte die Prüfung noch einmal wiederholen.

Aber nach der Ausbildung hat sie erfolgreich studiert, aber etwas völlig fachfremdes. Es kommt eben auch darauf an, was man schon von Natur aus für Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringt. DAS, und nicht nur der Fleiß, entscheidet ebenfalls darüber, wie erfolgreich man eine Ausbildung oder ein Studium absolviert.

Und die Anforderungen mancher Ausbildungen sollte man auch nicht unterschätzen. Die können mitunter sehr hoch sein. Einige in meiner Berufsschulklasse hatten die Theorie arg unterschätzt und es bitter bereut. Und war man mal nur ein paar Tage krank, hat man schon den Anschluss verloren.

CPom"ran


Übrigens, meiner Erfahrung nach: Die, die sich für die tollsten Hechte halten, weil sie Abitur und ein abgeschlossenes Studium haben, sind meist die leistungsschwächsten Abiturienten/Studenten gewesen. Weil wirklich leistungsstarke Abiturienten/Studenten sich nach oben orientieren, nicht nach unten.

Es soll Menschen geben, wo die charakterliche Festigkeit noch höher als die Intelligenz ist. Die genau wissen, was sie vom Leben erwarten und tun möchten und in ihrer Leistungsstärke allein keine Erfüllung sehen. Auch erkennt der wirklich Intelligente (im Sinne von Lebensverständnis), dass der Weg nach oben entweder limitiert ist (dünnere Luft, je höher man kommt) oder man einen vergleichsweise hohen Preis im Privatleben dafür zahlt. Man kann nicht erwarten, dass ein Weg nach "oben" allein durch die ureigene Genialität geebnet wird, die man am Tag 7-8 Stunden spielen lässt und sich dann entspannt nochmal die gleiche Zeit im Kreise der Familie oder des Zuhauses genießt.

Eine Informatikerin aus unserer Partnerabteilung hat vor zwei Jahren gekündigt, weil ihr das ständige Projektieren und Problemlösungen entwerfen keinen Lebensinhalt vermittelte. Sie hat dann eine Ausbildung als Landschaftsgärtnerin gemacht und ist jetzt glücklich. Das sind zwar extreme Beispiele von Differenzen zwischen persönlicher Anlagen und persönlichem Anliegen. Aber es gibt sie, und vor dieser Geradlinigkeit habe ich deutlich mehr Respekt als vor dem Summa Cum Laude und dem lebenslangen Weg über Beförderungstreppchen.

Ich selbst habe nach mittlerweile 26 Jahren im Beruf (und mehrfach bestätigter sowie honorierter Professionalität in meinem Fachbereich) die Orientierung nach oben auch bewusst verworfen (bin schon Führungskraft mit fachlicher und auch personeller Verantwortung). Die letzten beiden angebotenen Beförderungen habe ich ausgeschlagen. Dass dadurch Kollegen an mir vorbeiziehen ist mir egal. Ich mache eine Tätigkeit, die mir Spaß macht, und mit der ich noch gut 10-12 Jahre bis zum Ruhestand leben kann. Eher ein bisschen Downshifting, ich gehe auf die 50 zu und spüre selbst, dass dieses Gasgeben, was man von 30-40 auslebt, auf Dauer nicht gesund ist.

Nach deiner obigen Bemerkung bin ich also wohl ein "nicht wirklich leistungsstark", weil mir die Orientierung nach oben abhanden kommt ]:D :=o

Alles hat seine Zeit, aber das Leben hat deutlich mehr zu bieten, als immer nur höher-schneller-weiter :)z. Und das genieße ich ganz besonders. Zeit für mich, meine Hobbies, meine Frau. In jungen Jahren scheint messbarer Erfolg und Status ganz weit oben auf der Rangliste zu stehen. Dies verschiebt sich aber im Laufe der Zeit, und wehe dem, der es aus diesem Zwang des Sich-Beweisen-Wollens nicht herausschafft und in seiner Mühle irgendwann unglücklich wird oder mit der Rente mit 67 mit einer plötzlichen Leere dasteht. Gruselig, aber diese Fälle gibt es zu Hauf.

T>aps


Ich hingegen habe nur einen mittelmässigen Master-Abschluss an der Uni. Sämtliche Freunde und auch mein Mann haben diverse hochrangige Stipendien und Auszeichnungen, Publikationen etc.

Ja und? Mein Mann hat einen Dr. rer. nat. und ich nur ein Unidiplom. Er ist der Theoretiker in der Familie, während ich für die praktischen Dinge zuständig bin und ihn öfter auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss. Ansonsten nehmen wir uns nichts. Unser Bekanntenkreis ist völlig gemischt.

Ich selbst habe nach mittlerweile 26 Jahren im Beruf (und mehrfach bestätigter sowie honorierter Professionalität in meinem Fachbereich) die Orientierung nach oben auch bewusst verworfen

Ich sage es mal so, ich bin da nach mehr als 32 Berufsjahren eher desillusioniert.

Wenn ich mir zudem meinen aktuellen Rentenbescheid so ansehe, da frage ich mich schon, weshalb ich so blöd war, nach dem Abi 5 Jahre Unistudium, 1 Jahr Qualifizierung (die nebenbei gesagt nicht mal Fachschulniveau hatte und ein Kinderspiel war) auf mich zu nehmen und nur am Existenzminimum zu lavieren.

Meine beiden Zimmerkollegen, die nach der 10. Klasse eine Berufs- und Fachschulausbildung absolviert haben, werden aufgrund ihrer anderen Erwerbsbiografie früher und auch eine höhere Rente bekommen.

Eine Promotion hätte – um wieder zum Thema zurückzufinden- an der Situation nicht viel geändert. Die wenigen Herrn Doktoren sind (da bei uns nur der Beamtenstatus zählt) nicht viel besser angesehen. Von der Würdigung unserer Arbeit können wir nur träumen. Das ist schon ziemlich frustrierend.

twoniOax555


Eine Promotion hätte – um wieder zum Thema zurückzufinden- an der Situation nicht viel geändert. Die wenigen Herrn Doktoren sind (da bei uns nur der Beamtenstatus zählt) nicht viel besser angesehen. Von der Würdigung unserer Arbeit können wir nur träumen. Das ist schon ziemlich frustrierend.

Was arbeitest du denn? Bekommen Beamte nicht Pension? Eine Freundin von mir ist auch verbeamtet als Gymnasiallehrerin und verdient netto das gleiche wie ihr Mann, der immerhin knapp 5000€ Brutto im Monat hat. Ich finde schon, dass sich ihr Studium und Referat gelohnt haben.

Tyapxs


Was arbeitest du denn? Bekommen Beamte nicht Pension?

Ich habe mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. Ich bin in einem MINT-Bereich. Die meisten Mitarbeiter (auch die promovierten) sind Angestellte. Fast jeder von uns hat eine höherwertige Ausbildung absolviert, als unsere Chefs mit ihrer "Laufbahnausbildung". Sie wissen nicht mal, was wir fachlich tun und wollen es auch nicht wissen. Bei uns zählen nur Beamtentitel, akademische Grade nicht.

E+hemal igerw NCutzer (#x540992)


Nach deiner obigen Bemerkung bin ich also wohl ein "nicht wirklich leistungsstark", weil mir die Orientierung nach oben abhanden kommt ]:D :=o

Möglich, dass ich meine Bemerkung missverständlich geschrieben habe, möglich, dass Du meine Bemerkung missverstanden hast. Jedenfalls: Mit dem "nach oben orientieren" von leistungsstarken Abiturienten/Akademikern meinte ich, dass diese (meiner Erfahrung nach) tendenziell gerade nicht dazu neigen, mit ihren akademischen Leistungen zu hausieren - weil sie eben wissen, dass es nach oben so viel Luft gibt.

Es ging mir also um das, was man für sich selbst als Maßstab nimmt, und nicht das, wonach man strebt.

cgriVechar7li}e


@ Fruchalarm

ich würde dann doch eher zwischen diesem Forum und dem RL unterscheiden um beurteilen zu können, wie sich einer gibt.

c'rie}chaNrlie


Hier kann es einem ja meist egal sein.

iUstdocphMistsoowas


Hier kann es einem ja meist egal sein.

Daher zeigt es eher wie jemand Jenseits aller alltäglichen Schauspielerei ist...

A3ndrxe1982


Möglich, dass ich meine Bemerkung missverständlich geschrieben habe, möglich, dass Du meine Bemerkung missverstanden hast. Jedenfalls: Mit dem "nach oben orientieren" von leistungsstarken Abiturienten/Akademikern meinte ich, dass diese (meiner Erfahrung nach) tendenziell gerade nicht dazu neigen, mit ihren akademischen Leistungen zu hausieren - weil sie eben wissen, dass es nach oben so viel Luft gibt.

Es ging mir also um das, was man für sich selbst als Maßstab nimmt, und nicht das, wonach man strebt.

Meiner Erfahrung wird so eine Einstellung von Menschen vertreten, die zwar beruflich etwas erreicht haben, aber im Privaten eher unglücklich sind. Daher wohl auch das bewusste Kleinmachen indem man sich an den vermeintlich "Besseren" (da gibt es so viele Ebenen auf denen man sich vergleichen kann; der Beruf ist nur eine Variable) misst.

Selbstbewusstsein kommt ganz automatisch, wenn man sich seiner selbst bewusst ist und es einem gefällt was man wahrnimmt.

Mir gefällt es wie jetzt ist, sowohl privat als auch beruflich. Anscheinend scheint das bei Dir, Fruchtalarm, nicht der Fall zu sein. Ich wünsche Dir, dass du "es" in den Griff bekommst. :)^

E9hemaDliger pNutzerC (#54Q0992)


Anscheinend scheint das bei Dir, Fruchtalarm, nicht der Fall zu sein. Ich wünsche Dir, dass du "es" in den Griff bekommst. :)^

Netter Versuch. Aber wenn Du schon zu solchen Mitteln greifen musst, dokumentierst Du, dass Du mit dir wohl doch nicht so ganz zufrieden bist.

A7nd?re198x2


Netter Versuch. Aber wenn Du schon zu solchen Mitteln greifen musst, dokumentierst Du, dass Du mit dir wohl doch nicht so ganz zufrieden bist.

":/

Bist du zufrieden?

EDhemwaliger aNutz[er (-#54099x2)


Ich liebe mein Leben.

CBomXraxn


Ich liebe mein Leben.

Du hast aber bisher keine 5 Jahre Berufsleben mitbekommen. Wie ich schon schrieb ist dieses Streben nach oben für die erste Zeit wirklich gut und man gibt alles und fühlt sich als nicht aufzuhalten, wenn man gut ist (kenn ich alles). Aber die Prioritäten werden sich auch bei dir verschieben. :)z

Es ist ja auch OK, genieße diese Zeit. Aber klammere dich nicht ewig an dieses Mantra. Über deine These sprechen wir in 30 Jahren, ob du diese immer noch unterschreiben würdest. Falls wir dann noch hier sind ;-)

EEhsemaliger| Nu_tzer (#54v09w92)


Du hast aber bisher keine 5 Jahre Berufsleben mitbekommen. Wie ich schon schrieb ist dieses Streben nach oben für die erste Zeit wirklich gut und man gibt alles und fühlt sich als nicht aufzuhalten, wenn man gut ist (kenn ich alles). Aber die Prioritäten werden sich auch bei dir verschieben. :)z

Unabhängig davon, dass ich keine Ahnung habe, woher Du diese Einblicke in mein Leben haben möchtest - ich habe weiter oben schon geschrieben, dass Du meine ursprüngliche Bemerkung wohl missverstanden hast. Ich lebe keineswegs nach dem Mantra, beruflich immer mehr erreichen zu wollen - ich lebe nach dem Mantra, den Anspruch an mich selbst zu haben, mich stets persönlich weiter zu entwickeln.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH