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Komplexe wegen Bildungsstand/ akademischer Grad

EKhemaligCer NuRtzer (#46'71936)


Find dieses Hick-Hack um Akademiker/Nicht-Akademiker sehr bezeichnend, tritt ja in diesem Forum bei unterschiedlichen Themen mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf.

Ein Mensch ist für mich mehr als seine Ausbildung/Studium (auch wenn das natürlich prägt, das mag ich nicht verneinen), aber egal welchen Hintegrund man hat - da gibts doch den ein oder anderen, Akademiker und Nicht-Akademiker gleichermaßen, die, wenn man diesen außer Acht lässt, ziemlich nackt dastehen.

s^ensib1elmaxn


...und ohne mich/ uns würden die alle keine Rente haben.

Klar, das ließe sich per Algorithmen am Computer vollständig automatisieren- das dürfte in zahlreichen Bereichen auch schon erfolgen (und das wird auch vollständig passieren)- dann kann dein Job auch obsolet werden. Um den Kartoffelanbau vollständig zu automatisieren oder den Kloschüsseleinbau bedürfte es wesentlich mehr Aufwandes.

Zudem sind Rentenberechnungen oder auch Steuerberechnungen nur deshalb so kompliziert, weil die Politik das so kompliziert organisiert hat. Sinnvoll oder besonders intelligent ist das nicht, wenn zur Berechnung von Renten oder Steuern Akademiker oder höhere Mathematik erforderlich sind. Intelligenz wird nicht unbedingt an besonders komplizierten Lösungen, sondern in der Regel an besonders einfachen Lösungen ersichtlich.

EKhemalig6er Nutzer Y(#540x992)


Gezwungen wird dazu in Deutschland niemand.

sxens9ibel1mxan


dafür war Euer Statusdenken gewollt als Arbeiter/Bauer/Zuarbeiter höher.

Die waren doch die DDR-Elite.

Nein, das hatte nicht geklappt, auch wenn die SED-Führung so etwas anstrebte. Dennoch glaube ich, dass die Anerkennung der Arbeit auch weniger qualifizierter Menschen höher war- das hatte aber wenig mit Status zu tun.

cVrieAcha\rlie


...ich glaube, handwerkliche Tätigkeiten lassen sich tendentiell immer wieter automatisieren.

Denk mal an Erntemaschinen die in einem Aufwasch das Getreide schneiden, normieren, bündeln und dann als Ballen ausspucken...

oder Kassenautomaten in Schwimmbädern, die deinen Besuch komplett erfassen/automatisieren...

oder gigantische Fischrafinerien auf den Meeren...

vor 50 jahren undenkbar.....

es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die einfachen Berufe wie Produktionshelfer oder Kassiererinnen oder ähnliches am Aussterben sind. Die akademischen verschieben ihre Schwerpunkte, sterben aber selten aus.

csrie^cWharlxie


.....und ich denke wirklich,

dass der Ingenieur eher lernt eine Kloschüssel einzubauen als der Sanitärarbeiter, das passende Polymer für die Schüssel zu entwickeln.

Gerade im Mint-Bereich haben die meisten Akademiker doch als Kind gerne konstruiert, gebastelt und geklebt...

um es dann als Jugendliche in den PC zu übertragen und das dann im Studium akademisch anzugehen...

und außerdem darf man auch nicht vergessen,

dass es in jedem Studium Praktika oder Praxissemester in der "echten " Welt gibt....

s'ensicbxelmaxn


Ich bin eher frustriert, dass ich an meine eigenen geistigen Fähigkeiten stosse

Naja, freundlich, nett, rücksichtsvoll, fröhlich und hilfsbereit zu sein bedarf keiner besonderen geistigen Fähigkeiten. Neben geistigen Fähigkeiten hast du bestimmt andere wertvolle Eigenschaften und Fähigkeiten und die sind keineswegs minder wichtig und wertvoll.

Ich könnte auch darüber jammern, nicht besonders sprachbegabt zu sein, und keine Fremdsprache so richtig auf die Reihe zu bekommen- aber ich beklage mich darüber nicht, ich habe mich bei Fremdsprachen gequält, so dass es ein befriedigendes Ergebnis war- aber auch heute noch ist mein Englisch oder Russisch ein Gestottere ... (ich kann mich darüber jedesmal amüsieren, dass ich mich dennoch irgendwie verständlich machen konnte, obwohl mein Wortschatz ziemlich begrentzt ist und die Aussprache offenbar grottenschlecht).

JVu%lexy


Die handwerklichen Berufe vielleicht...

Aber was ist z. B. mit den sozialen Berufen? Willst du Krankenschwestern/-pfleger, Erzieher/innen usw. auch automatisieren? ;-)

Aindrex1982


Klar, das ließe sich per Algorithmen am Computer vollständig automatisieren- das dürfte in zahlreichen Bereichen auch schon erfolgen (und das wird auch vollständig passieren)- dann kann dein Job auch obsolet werden.

Wir erstellen diese Algorithmen. :=o Aber auch die besten Algorithmen unterstehen dem Einfluss von Grundannahmen, die sich an den Börsen ständig wandeln. 5% p.a macht keiner, indem er einmal einen Algorithmus programmiert und ihn laufen lässt. Dafür sind die Märkte zu komplex. Abgesehen davon, ergeben sich die besten Investitionen durch politische Situationen. Die kannst du nicht mit Algorithmen erfassen. Unser Job wird nie obsolet werden.

Zudem sind Rentenberechnungen oder auch Steuerberechnungen nur deshalb so kompliziert, weil die Politik das so kompliziert organisiert hat. Sinnvoll oder besonders intelligent ist das nicht, wenn zur Berechnung von Renten oder Steuern Akademiker oder höhere Mathematik erforderlich sind. Intelligenz wird nicht unbedingt an besonders komplizierten Lösungen, sondern in der Regel an besonders einfachen Lösungen ersichtlich.

Da hast du recht. Für die Verwaltung gibt es dementsprechend auch die Ausgebildeten. Aber jemand muss das Geld für die Rente auch erwirtschaften, oder zumindest die Inflation wieder reinholen. ;-) Es steht jedem frei sich an den Märkten zu versuchen. Aber es hat schon seinen Grund, warum der Großteil nur Verluste macht. Eben fehlendes akademisches bzw. mathematisches Wissen.

c@r#iecharxlie


....die sollen ja zumindest bei mir im Bundesland bald Abitur haben.

cBriFechatrlixe


.... das wäre doch mal eine Show... :-p

eine Erzieherin mit Abitur wird von den Eltern ohne Abitur als "emotional unintelligent" und als "Fachidiot" beschimmpft...

oder wird dann ein neuer Stereotyp ausgegraben?

E)hemaliiger NutzCer (#4x67193)


Aber es hat schon seinen Grund, warum der Großteil nur Verluste macht. Eben fehlendes akademisches bzw. mathematisches Wissen.

Meh... ein Großteil der Menschen, die Verluste schreiben, sind doch eher jene die irrationale Erwartungshaltungen haben, gierig sind oder schlicht meinen, den Markt schlagen zu können.

J<uleXy


....die sollen ja zumindest bei mir im Bundesland bald Abitur haben.

Und was sagt Abitur über die Menschlichkeit aus, die man in diesen Berufen nun mal braucht? ;-)

Ich hatte damals die Wahl zwischen 2 MTRA-Schulen. Die eine hat sich damit gebrüstet, dass 90% ihrer Schüler Abitur haben und die haben ihre Schüler nur anhand ihrer Bewerbungsunterlagen ausgewählt, ohne persönliches Gespräch. Ich habe mich für die andere Schule entschieden, da die persönliche Gespräche geführt haben. Gerade in Gesundheitsberufen sollte man nicht nur auf Noten und Abschlüsse gucken, sondern auch auf den Menschen, der dahintersteckt.

khathariqna-dkie-grxoße


...und ohne mich/ uns würden die alle keine Rente haben.

Weil ja jeder Akademiker 1. sofort und für den Rest seiner beruflichen Laufbahn fest im gelernten Beruf steht und 2. immer überdurchschnittlich und sowieso besser bezahlt wird als irgendjemand, der nicht studiert hat %-|

Und ich hatte ja echt irgendwas aufsehenerregenderes erwartet, als dass der Mann Lehrer wird bei dem Getue um seine Diss...

smensib$elmxan


dass der Ingenieur eher lernt eine Kloschüssel einzubauen als der Sanitärarbeiter, das passende Polymer für die Schüssel zu entwickeln.

Es geht nicht um das Lernen, sondern um das Tun. Wichtig ist was jemand tut, nicht das, was er tun könnte.

Genauso wie der Akademiker oft weniger Lust darauf hätte, monotone, körperliche Arbeiten auszuführen, hat der Nichtakademiker oft keine Lust, sich mit dem ganzen theoretischen Kram auseinanderzusetzen.

Akademiker bin ich nie des Status oder des Geldes wegen geworden, - sondern vielmehr aus Leidenschaft und Interesse am Fach/den Fächern (mein Studienabschluss war damals eher weniger anerkannt). Zu DDR Zeiten, während meines Studiums, hätte ich wohl als Klempner mehr verdient und mehr Anerkennung gehabt- Klempner verdienten damals gut und waren sehr gefragte Leute.

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