» »

Ist das Burnout? Was kann ich machen?

kWings\ton7 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich hoffe, dass ich hier richtig bin und hoffentlich Hilfe bekommen kann.

Es geht um folgendes:

Angefangen hat eigentlich alles Im Oktober oder November 2014. Ich war auf einem Geburtstag, habe recht viel getrunken und war erst um ca. 4 Uhr morgens daheim. Nach 3-4 Stunden Schlaf bin ich dann völlig verkatert zu einem kleinen Nebenjob (habe ich vielleicht alle paar Wochen eher zum Spaß gemacht) gegangen. Ich habe die ganze Arbeit über 4-5 Stunden durchgezogen und musste dann aber später, als es eigentlich zum gemütlichen Teil überging, wegen Kopfschmerzen und Übermüdung heim. Später habe ich dann noch Herzrasen bekommen und es ging mir ziemlich schlecht. Ab da hatte ich dann für eine Zeit immer wieder Probleme mit einem höheren Puls. Das ist zwar mittlerweile wieder recht gut (Kardiologe konnte auch nichts feststellen), aber ich habe seitdem auch immer wieder Kopf- und Bauschmerzen, fühle mich oft (vor allem vor der Arbeit) recht müde und bin auch insgesamt viel Lustloser als früher. Außerdem schlafe ich nicht mehr ganz so gut wie früher und habe Verspannungen im Brust und Nackenbereich.

Ich habe zwar zurzeit auch Angst, dass dahinter etwas Schlimmeres stecken könnte (und will das auch testen lassen), bin aber jetzt auch auf das Thema Burnout gekommen. Ich habe einen Test im Internet gemacht, bei dem eigentlich alle meine Symptome zutreffen und der Test hat auch angezeigt, dass Burnout in Frage kommt. Ich bin seit mittlerweile fast 2 Jahren im meinem Job (davor in einer Abteilung, in der es wesentlich ruhiger war). Am Anfang war hier noch alles neu, ich war voll motiviert und hatte auch noch einen erfahrenen Partner. Seit fast einem Jahr bin ich tatsächlich allein für mein Gebiet zuständig, fühle mich oft sehr unglücklich mit diesem Job und auch teilweise überfordert bzw. einfach nicht geeignet dafür. Ich bekomme zwar oft positive Rückmeldungen, habe aber trotzdem kein so richtiges Vertrauen in mich selbst. Ich bin im Büro und hier so ziemlich der jüngste und auch der mit der geringsten Bildung (kein Studium o.Ä.). Ich habe auch eigentlich etwas ganz anderes gelernt und bin über ein paar interne Fügungen dahin gekommen. Habe hier jetzt auch oft relativ viel Stress, bin mittlerweile ziemlich Lustlos und habe dann auch noch mit den oben genannten Beschwerden zu kämpfen.

Meint Ihr, dass das Burnout ist (bin erst 24) und was kann man dagegen machen?

Mein Problem ist, dass ich eigentlich etwas ganz anderes machen wollen würde, irgendwas an der frischen Luft, oder in der Technik oder zumindest ohne diesem ganzen Zahlendruck. Am liebsten einfach einen Job, der mir Spaß macht und wo ich jeden Tag mit Freude hingehen kann, auch wenn ich vielleicht nicht ganz so gut verdiene. Aber hier kommt jetzt das Problem. Erstens bin ich mein Gehalt natürlich jetzt schon gewohnt und was mir noch mehr Bedenken gibt, wäre die Rechtfertigung vor Freunden etc. Ich würde dann ja mehr oder weniger als Looser dastehen, der das Ganze nicht packt und sich auf einen einfachen Beruf verschlechtert. Hinzu kommt natürlich, dass ich nach ein paar Jahren im Büro aus der Technik ziemlich raus bin und mit Mitte 20 ja nicht einfach wieder von vorne anfangen kann.

Was kann ich hier nur machen?

Antworten
R'alpjhy_HH


Wenn Du einen Psychologen fragst, wird er Dir sagen, daß es Burn Out eigentlich nicht gibt. Es gibt Depressionen, die sehr verschiedene Ursachen haben. Wenn die Ursache in ständigem Stress und Überbelastung liegt, nennt man das landläufig neuerdings burn out. Die Lösung liegt nicht darin, nur den Stress zu redizieren, die Depression muß erkannt und behandelt werden. Das machen Psychologen, wobei ich den Eindruck habe, daß Allgemeinärzte mit der Diagnose Burn Out und Krankschreibungen da einiges von wegblocken. Aber das muß auch nicht so sein.

Eine psychologische Diagnose über einen Fragebogen im Internet zu stellen ist Blödsinn. Wenn dir der Fragebogen einen konkreten Verdacht erbringt, dann geh zum Arzt und laß das abklären.

RKalphx_HH


mit Mitte 20 ja nicht einfach wieder von vorne anfangen kann.

Andere machen das noch mit Mitte 50.

Ciomxran


Nach 3-4 Stunden Schlaf bin ich dann völlig verkatert zu einem kleinen Nebenjob (habe ich vielleicht alle paar Wochen eher zum Spaß gemacht) gegangen. Ich habe die ganze Arbeit über 4-5 Stunden durchgezogen und musste dann aber später, als es eigentlich zum gemütlichen Teil überging, wegen Kopfschmerzen und Übermüdung heim. Später habe ich dann noch Herzrasen bekommen und es ging mir ziemlich schlecht.

Na, das schiebe ich mal auf den Kater und nicht auf einen Burn Out ;-)

Auch die anderen Dinge klingen für mich nicht nach Burn Out. Vielleicht eher nach einem selbstgemachten Stress, weil du etwas Schlimmeres hinter den Symptomen vermutest.

Bei einem Burn Out fühlt man sich an einer Grenze, wo man spürt, dass der nächste Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt und man zusammenbricht. Alltägliche Dinge wie ein Brot schmieren werden dann zur Herausforderung und man möchte nur noch im Bett liegen und nie wieder aufwachen.

Davon bist du meilenweit entfernt. Und mit Mitte 20 hast du überhaupt keinen Grund zur Panik, dir steht jede berufliche Entwicklung noch offen. Niemand zwingt dich, die nächsten 40 Jahre am gleichen Platz zu sitzen.

NMal:a8x5


Für mich klingt das nicht nach burnout sondern lediglich nach der Erkenntnis dass es dich nicht glücklich macht und du etwas anderes machen möchtest. Das lässt einen die derzeitige Arbeit natürlich noch mühsamer erscheinen.

Ich würde sagen: Lass dich beraten, Berufsberatung oder Umschulungen und überleg dir was dich wirklich freuen würde.

E_hema{lige{r NutNzer (z#572x661)


Als erstes solltest du von deinem "Ich bin ein Looser"-Trip runterkommen. Das klingt für mich als würde da mehr dahinterstecken. Auf jedenfall musst du an deinem Selbstbewusstsein arbeiten. Und mit 24 was anderes machen wollen, dass finde ich vollkommen normal. Ich war erst mit 27 überhaupt fertig mit meiner Ausbildung. Mich juckt das nicht, wenn da jetzt jemand anderers meint, dass ich deshalb ein Looser bin. Ich bin zufrieden mit mir und meinem Job. Daher: Wenn du meinst, dass das jetzt nix für dich ist, dann fang neu an. Mit 24 ist das vollkommen in Ordnung. Es gibt Leute mit Mitte 40, die sich sagen, jetzt fang ich nochmal an. Und das ist auch in ordnung. Du musst DEINEN Weg finden, nicht den Weg, den deine Freunde als beachtungswürdig ansehen.

NEaxda


hallo kingston, ich hatte vor jahren einen burn-out. da geht sozusagen gar nix mehr, konnte niemandem mehr die türen öffnen, beim telefonieren brach ich in tränen aus usw., voraus oder begleitend geht meist eine mittelschwere bis schwere depression. bei mir mündete dies dann auch noch nach monaten in panikattacken, die ich bis heute nicht losgeworden bin.

wenn ein mensch nicht das tut, was ihm spaß macht (beruflich), kommt eine gewisse sinnlosigkeit und überforderung da hinein und dann können in der tat einige körpersymptome auftreten und eine psychische labilität.

es ist gut, wenn du bereits weitere berufliche pläne machst, was dir freude bereitet, um so aus diesem "rad" auszusteigen.

etwas beruflich tun zu müssen, was einem gar keine freude bringt, bringt druck und tägliche angespanntheit.

also achte gut auf dich und schaffe dir pausen und versuche, etwas neues zu beginnen.

alles gute

k8i&nigstoxn7


Hallo,

danke schon einmal für die vielen Antworten. So wie ich das jetzt kurz zusammen fassen würde ist das also überhaupt noch nichts mit Burnout, sondern einfach eine allgemeine Unzufriedenheit im Job...

Aber können Stress und unzufriedenheit bereits diese Symptome auslösen?

Und was kann ich tun um das zu ändern, bzw. überhaupt erst den Mut zu finden etwas zu ändern?

Das ist für mich so bisschen wie ein Teufelskreis, da ich schon wert darauf lege was andere von mir denken....

E.heNmaliger cNutzer (#5726x61)


So wie ich das jetzt kurz zusammen fassen würde ist das also überhaupt noch nichts mit Burnout, sondern einfach eine allgemeine Unzufriedenheit im Job...

Als ich zur Therapie in der Klinik war, hab ich Burnoutler kennengelernt. Das war nochmal ein ganz anderes Kaliber, als das, was du berichtest.

Aber können Stress und unzufriedenheit bereits diese Symptome auslösen?

Die Psyche kann ein Arschloch sein. Ich bin selbst fasziniert, was die Psyche alles mit einem anstellen kann. Du würdest dich wundern.

Und was kann ich tun um das zu ändern, bzw. überhaupt erst den Mut zu finden etwas zu ändern?

Was hat mein Therapeut gesagt? Tu das, was dir guttut. Achte dabei erstmal nur auf dich, du kommst an erster stelle. Sei auch mal ein egoist, denke in ich will form. Und nicht in, "ich hätte gerne, aber die anderen...". Du bist für dich erstmal das wichtigste, die anderen kommen erst dahinter! Denk dir mal Sätze in der Form: "Ich bin unzufrieden mit meinem Job, also will ich was daran ändern und das tun was mir gefällt! Daher suche ich mich jetzt einen anderen job, scheissegal was die anderen denken". Und stell dich vor dir selbst mal nicht als untermensch hin. Du bist was wert, du kannst was und es ist dein Recht dein Leben nach deinem Gusto zu gestalten! Vor allem in deinem alter ist das nichtmal was unnormales, das machen mehr Leute als du denkst! Du musst erstmal dich selbst akzeptieren, als das was du bist und als das was du kannst und als das, was du willst.

Das ist für mich so bisschen wie ein Teufelskreis, da ich schon wert darauf lege was andere von mir denken....

Ja, davon musst du aber runterkommen. Klar, die meinung der anderen ist wichtig, ich habe damit angefangen, nurnoch die meinungen ernst zu nehmen, die von Menschen kamen, die mir wichtig sind. Und das ist vor allem mein bester Kumpel. Was meine Familie von mir denkt interessiert mich schon lange nichtmehr, denn egal, was ich mache, ich machs eh falsch in deren Augen. Und auf solche Leute scheisse ich mittlerweile. Auch wenn die Freunde dich dann auslachen, wenn du was neues machst oder dich als Looser zu betiteln, dann können es keine guten Freunde sein, denen du was wert bist, denn sowas tut man nicht. Und fehler an anderen suchen ist immer leichter als an sich selbst. Du gehst deinen Weg, nicht den der anderen!

NVadxa


zahlenbitte, sehr gut geschrieben :)^

ja kingston, streß und unzufriedenheit löst auf dauer (jedenfalls bei mir) körperliche und psychische symptome aus, da wir NICHT unserem herzen folgen, sondern dinge tun, die wir eigentlich nicht tun wollen. auf dauer streikt dann herz und seele. FOLGE DEINEM HERZEN....klar, dafür braucht man auch mut.....aber dein körper zeigt es dir, das was schief läuft.....

ich denke schon, daß streß und unzufriedenheit langfristig zu einem burn-out führen können oder/und einer depression oder sogar panikattacken.

liebe grüsse

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH