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Beruf und Familie - Was "darf" man?

C'omad Berenxices hat die Diskussion gestartet


Bei der obenstehenden Frage geht ist mir nicht geht es mir nicht um die rechtlichen Aspekte – diese sind ja zu einem großen Teil geregelt.

Mir geht es eher darum, was moralisch vertretbar ist.

Meine aktuelle Situation:

Ich bin Mitte 20 und seit ca. 1,5 Jahren unbefristet bei einem großen Unternehmen.

Anfang des Jahres wurde mir von einer anderen Abteilung gesagt, dass sie in absehbarer Zeit, einen Posten frei haben werden und mich für diesen möchten.

Hierbei würde ich ein deutlich interessanteres Arbeitsfeld übernehmen und zusätzlich befördert werden.

Entsprechend der internen Verfahren habe ich mich nun auf diese Position beworben. Offiziell habe ich den neuen Job noch nicht, es ist inzwischen aber zu 99% sicher, dass ich ihn bekomme.

Zeitlich würde ich erst meine Position wechseln, wenn ich einen Nachfolger eingearbeitet habe – da dieser erst gefunden werden muss, gehe ich davon aus, dass ich frühstens in 6 Monaten den neuen Job übernehme.

Das "Problem" mein Mann und ich wollten das Thema Wunschkind langsam angehen.

Da mein Impfstatus aufgefrischt werden musste, konnten wir bisher noch nicht auf Verhütung verzichten – in ca. 1 Monat wäre es jedoch möglich.

Und daher wollte ich einfach mal nach verschiedenen Meinungen fragen:

Ist es gegenüber meinem neuem Chef vertretbar, zeitnah nach Übernahme der Position in Mutterschutz und Elternzeit zu gehen?

Und würde ich damit nicht das "Negativbeispiel" darstellen, warum junge Frauen ungerne eingestellt/gefördert werden?

Auf der einen Seite:

Er weiß, dass ich mitten um zeugungsfähigem Alter und verheiratet bin.

Es geht um ein neues, großes, langjähriges Projekt, in dem ich auch dauerhaft (inkl. weiteren Beförderungen in den nächsten Jahren) bleiben soll.

Von dem her müsste er doch davon ausgehen, dass ich irgendwann schwanger werde, oder?

Auf der anderen Seite:

Für das neue Projekt wird in jedem Fall mehr Personal benötigt. Aufgrund meiner bisherigen Tätigkeit bin ich optimal geeignet – weshalb sie mich in der Abteilung haben wollen. Wenn ich ausfalle besteht zwangläufig ein Personalproblem.

Ich würde mich über verschiedene Meinungen und Gedanken zu dem Thema freuen.

Antworten
SZtuhlcbein


Ist es gegenüber meinem neuem Chef vertretbar, zeitnah nach Übernahme der Position in Mutterschutz und Elternzeit zu gehen?

Ich finde nicht.

Und würde ich damit nicht das "Negativbeispiel" darstellen, warum junge Frauen ungerne eingestellt/gefördert werden?

Ja, selbstverständlich.

m,itlePserxin


Also ICH würde da nicht gleich schwanger werden wollen. Ich meine, es ist ein Unterschied, ob man in so einem Fall gleich schwanger wird oder eben in zwei oder drei Jahren. Kann sein, dass Du Dir alle Zukunftsperspektiven in dem Unternehmen bzw. in der Abteilung verbaust. Aber das ist natürlich Ansichtssache. Aber ich denke - auch als Frau - daß es nicht "fair" wäre.

Wenn ich an Deiner Stelle wäre würde ich entweder in dem alten Bereich bleiben und erst mal versuchen, schwanger zu werden (um dann später vielleicht noch Chancen zu haben) ODER -je nach Verhältnis zum zukünftigen Chef- mit offenen Karten spielen (incl. einem vorläufigen Plan für die Zeit nach der Geburt) ODER wechseln und mal noch ein oder zwei Jahre warten.

Bin aber sicher, dass mich hier einige Frauen für diese Ansicht steinigen werden... :-X :=o

A0ntigJone


Ich würde auch erst ca. 1,5 bis 2 Jahre die neue Stelle machen, bevor ich an Kinder denken würde.

Und soll es bei einem bleiben? ;-)

Csoma FBere<n<icexs


Danke für die Antworten – damit bestätigt ihr eigentlich das, was ich ja auch befürchte.

In meiner jetzigen Abteilung zu bleiben ist keine Option:

Zum einen ist das andere Arbeitsgebiet viel zu interessant und ich würde mir sämtliche Perspektiven für die nächsten Jahre versauen.

Von dem her, bleibt nur die Option, den Kinderwunsch aufzuschieben.

Aber auf wann?

1 Jahr: Ich bin gerade voll im Projekt drinnen und dann wieder raus - damit gewinnt auch niemand

2 Jahre: WILL ich (und mein Mann) so lange warten? Und wird dann die Situation "besser" sein? Und was tue ich, wenn sie es nicht ist (z.B. weil ich einen verantwortungsvollerem Bereich bekomme – was nicht hier nicht unüblich wäre)?

Wenn ich "zeitnah" schwanger werden würde, würde ich natürlich schnellstmöglich mit meinem neuen Chef reden, insbesondere auch, wie es nach der Geburt weitergehen soll.

Naja, wahrscheinlich werden wir schon mindestens 2 Kinder bekommen – aber wir wollen erstmal mit dem ersten anfangen und dann weiter schauen.

Abntigo.nxe


Naja, wahrscheinlich werden wir schon mindestens 2 Kinder bekommen

Habe ich mir gedacht. ;-)

Meine bekam ich in bewusst kurzem Abstand. Will man länger warten, ist es noch etwas anderes wegen der neuen Stelle.

Als Frau im Beruf gibt es den idealen Zeitpunkt nicht.

C8oma\ BiereJniceIs


Meine bekam ich in bewusst kurzem Abstand. Will man länger warten, ist es noch etwas anderes wegen der neuen Stelle.

Versteh ich dich richtig, dass du meinst:

Wenn ich kurz nach der ersten Elternzeit wieder schwanger werden, ist die Situation eh blöd, sodass es auch egal wäre, dass ich gerade eine neue Stelle habe?

Und alternativ, wenn ich zwischen 2 Kinder eine "vernünftige" Zeit arbeiten geh, es sinnvoll ist, schon vor dem ersten Kind die Position gefestigt zu haben?

HHatschepxsut_


Aus dem Grund habe ich auf einen Wechsel verzichtet. Bin überraschend schnell schwanger geworden und wollte meinen Ruf in der neuen Abteilung nicht gleich ruinieren.

A\nt9igxone


Wenn ich kurz nach der ersten Elternzeit wieder schwanger werden, ist die Situation eh blöd, sodass es auch egal wäre, dass ich gerade eine neue Stelle habe?

Und alternativ, wenn ich zwischen 2 Kinder eine "vernünftige" Zeit arbeiten geh, es sinnvoll ist, schon vor dem ersten Kind die Position gefestigt zu haben?

Ich denke:

Will ich zwei Kinder bald nacheinander, würde ich länger auf der neuen Stelle arbeiten, bevor ich schwanger werde.

Plane ich einen größeren Abstand, bin ich ja bald wieder im Job und dann würde ich es auch nach erst kürzerer Zeit auf der neuen Stelle wagen, schwanger zu werden.

Wer weiß, wie lange du bei deinem jetzigen AG bleibst - und je länger/mehr Erfahrung in dem neuen Bereich, umso besser, um nach einer Kinderpause wieder einzusteigen (gilt auch, wenn du bei deinem AG bleibst).

m0ivtlesierin


Ich denke auch, dass man seine Position erst festigen sollte. Dann ist der Wiedereinstieg meist leichter. Klar kann es sein, dass Du in ein oder zwei Jahren eine neue Chance wartet, aber zumindest bist Du dann in einer guten Position in Deinem Bereich. Wenn Du alle Karrierechancen mitnehmen willst könnte es eh sein, dass Du nie ein Kind haben kannst. Irgendwann wirst Du Dich (in Sachen Schwangerschaft) entscheiden müssen.

C/oma# Berecnic6es


@Hatschepsut_

Das mit dem ruinierten Ruf ist natürlich auch ein Aspekt.

Mich stört dabei, dass bei uns immer gesagt wird "wir freuen uns über alle Kinder" - bei einem Männeranteil von über 80% sind allerdings die Ausfallzeiten nicht so hoch. (Ich kenne hier niemanden, der länger als 2 Monate Elternzeit hatte - da ist der reine Mutterschutz ja schon länger).

Mit dem Wechsel spielt auch mit rein, dass sich das Thema inzwischen schon 6 Monate zieht und 6 weitere zu erwarten sind. Bei meiner ersten mündlichen Zusage, dass ich die Position haben wollen würde, habe ich mit dem Zeitverlauf noch nicht gerechnet.

@Antigone

Aus deiner Sicht wäre in Ordnung, wenn ich jetzt/zeitnah schwanger werden, ca. 8 Monate Elternzeit nehme (6 Monate mein Mann) und danach NICHT direkt wieder Schwanger werde?

C^oma` %Bereni,ces


@ mitleserin

Du hast natürlich recht, mit dem was du schreibst.

Das Problem, weshalb ich die Frage hier überhaupt stelle ist, dass ich nicht weiß, wie lange ich/wir noch mit dem ersten Kind noch maximal warten wollen.

Ich habe momentan das Gefühl, der Kinderwunsch wird immer größer - und überschattet irgendwann die Vernunft vollkommen.

Momentan wird wahrscheinlich die Vernunft siegen.

A2nt/iCgoxne


@ Coma Berenices

Es ist egal, was aus meiner Sicht "in Ordnung" wäre. ;-)

Ich persönlich würde meine Position (damit verbunden auch die Erfahrung in dem neuen Job) festigen wollen, bevor ich wegen Erziehung einige Monate ausfalle.

g}ato


Ich denke, dass du dir beruflich damit keinen Gefallen tun wirst. Die Frage ist auch, wie lange du Elternzeit nehmen möchtest und unter welchen Bedingungen du zurückkehren willst. Wenn du 1 Jahr oder länger Elternzeit nimmst und dann nur Teilzeit arbeiten willst, dann kann das schnell berufliche Konsequenzen haben, indem du auf weitere Beförderungen verzichten musst und du vielleicht auch nur die ungeliebten Aufgaben zugeschoben bekommst. Muss nicht sein, ist aber leider oft so.

Ich bin in einer ähnlichen Situation: neuer Job und ungeplant schwanger. Ich wollte nie zu diesen Frauen gehören, gerade weil ich es auch so sehe, dass man es anderen Frauen damit nur schwerer macht. Daher plagt mich nun oft das schlechte Gewissen. Im Moment ist die Überlegung nach 8 Wochen wieder arbeiten zu gehen, das hängt aber noch von einer anderen Zukunftsentscheidung ab. Ich war aber schon 12 Monate in Elternzeit, deswegen ist das auch nur eine Option. Ich hoffe, dass ich den "beruflichen Schaden" so klein halten kann.

C<om0a BeCrenGices


Naja, entscheiden müssen es eh mein Mann und ich.

Da ich momentan versuche die verschiedenen Gedanken ein bisschen zu sortieren, interessieren mich einfach verschiedene Meinungen.

Bisher sind die Meinungen hier ja recht ähnlich - was mich auch darin bekräftigt, den Kinderwunsch noch aufzuschieben. Aber bis ich 100% dahinter stehen kann, brauche ich wahrscheinlich noch ein bisschen.

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