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Beruf und Familie - Was "darf" man?

SNol@amixe


nach diesem Thread würde ich auch noch einige Monate warten, selbst ich stürze mich nicht völlig dämlich in meine hier angekündigte berufliche vernichtung^^.

Aber ja, genau das finde ich schlimm.

Genau das habe ich auch gedacht. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass so viele User hier so denken.

L}ozlaXx5


Eins noch: das immer wieder genannte Argument, dass es ja auch ewig dauern kann, finde ich ziemlich manipulierend.

ich denke, da liest du etwas hinein, was aus den Aussagen gar nicht hervorgeht. Es ist keine Manipulation, sondern eine banale biologische Tatsache, dass es mit dem schwanger werden auch dauern kann. Das war von meiner Seite auch gar nicht primär an die TE gerichtet, sondern vielmehr an die Schreiber hier, die suggerieren, dass man quasi sofort nach weglassen der Verhütung schwanger wird. Es kann schnell gehen, kann aber auch locker ein paar Monate dauern. Oder sogar Jahre. Oder es stellt sich heraus, dass man gar kein Kind bekommen kann. Alles möglich. Man kann nicht wissen was passiert, bevor man es probiert. Und auf dieser Basis soll man ein tolles Job Angebot ausschlagen?! Nur weil man vielleicht bald schwanger wird? Fände ich nicht sinnvoll.

Das sollte kein Grund sein, eine Entscheidung übers Knie zu brechen, solange man unsicher ist.

Richtig. Aber das versteht sich doch ohnehin von selbst, oder?

Kjadhixdya


Zum einen Frage ich mich, warum hier die Meinung entstanden ist, ich könnte in absehbarer Zeit große Karrieresprünge machen, aber diese sind definitiv frühstens in 10 Jahren möglich.

Weil Du eine Frage in Bezug auf die nächste Zukunft gestellt hast und bei der beruflichen Seite mit den Zeitangaben vage bliebst, die wenigen zeitlichen Bezugswörter haben nach einer direkten Verbindung geklungen:

Anfang des Jahres wurde mir von einer anderen Abteilung gesagt, dass sie in absehbarer Zeit, einen Posten frei haben werden und mich für diesen möchten.

Hierbei würde ich ein deutlich interessanteres Arbeitsfeld übernehmen und zusätzlich befördert werden.

Später sprichst Du noch mal das Thema Beförderungen an:

Es geht um ein neues, großes, langjähriges Projekt, in dem ich auch dauerhaft (inkl. weiteren Beförderungen in den nächsten Jahren) bleiben soll.

Die Verknüpfung neue Stelle - dabei neues Arbeitsfeld - damit verbunden /zusätzlich Beförderungen klang eben nicht danach, als wäre die Beförderung auf die lange Bank geschoben.

"In den nächsten Jahren" klingt auch ganz anders als "in 10 Jahren".

Drücke Dich präziser aus, dann entstehen auch keine falschen Eindrücke.

M$iRoCL[i


Um nochmal mit einem Missverständnis aufzuräumen:

Die Kosten für die Lohnfortzahlung bei Mutterschaft und Krankheit werden dem Arbeitgeber von der jeweiligen Krankenkasse erstattet.

Die Lohnfortzahlung bei Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft und im Mutterschutz ist für den Arbeitgeber mit keinerlei finanziellen Einbußen verbunden.

Sieh [[https://de.wikipedia.org/wiki/Aufwendungsausgleichsgesetz AAG]]

RgaitloSs23


Die Kosten für die Lohnfortzahlung bei Mutterschaft und Krankheit werden dem Arbeitgeber von der jeweiligen Krankenkasse erstattet.

Das ist so nicht richtig. In der Mutterschutzzeit (6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Entbindung) zahlt die Krankenkasse 13 Eur kalendertäglich, den Rest muss der Arbeitgeber aufstocken (bis die Arbeitnehmerin ihr reguläres Nettogehalt hat). Kannst du dir ja selbst mal ausrechnen. Die größte Last zahlt definitiv der AG.

Bei Krankheit zahlt die Kasse auch erst nach 6 Wochen (dann aber voll bzw. der AG bezahlt nichts mehr -Krankengeld ist ja weniger als das normale Gehalt). Sie bezahlt auch nur dann wenn man mit der gleichen Krankheit ausfällt. Wir hatten eine Dame bei uns die mit Beginn der Schwangerschaft immer schön im 6-wöchigen Wechsel mit was anderem krank geschrieben war. Da durfte der AG die ganze Schwangerschaft normal weiterzahlen obwohl besagte Dame nie da war... ganz toll und kollegial den anderen gegenüber - die Stelle war ja nie frei, konnte als nicht anderweitig besetzt werden... :(v

HIaItsckhepsxutx_


Letztendlich wirst du es für dich abwägen müssen. Keiner weiß, welche Stelle (inkl. Weiterentwicklung) du genau im Auge hast (mir ist dies immer noch nicht ganz klar), welches Ziel du tatsächlich vor Augen hast (mittleres Management, oberes Management, Experte), wie dein neuer Chef tickt, was bei deiner Position gilt (Generalist vs. Spezialist vs. Führungskraft), wie die Unternehmenskultur bei euch ist, wann ihr ein zweites Kind plant etc. Das sind so viele Punkte, die eine Rolle spielt. Ja, keiner von uns hat auch nur den Hauch einer Idee, wie es um deine Fruchtbarkeit bestellt ist.

Daher halte ich es auch nicht für wirklich zielführend, hier Fässer aufzumachen und über Themen Gleichberechtigung, Recht auf Fortpflanzung, Verrat am eigenen Geschlecht, Unterordnung gegenüber Unternehmen zu diskutieren und andere Grundsatzthemen in extremer Form zu diskutieren, da doch recht viel von den Usern hier interpretiert und vorausgesetzt wird - und letztendlich die Emotionen überkochen.

Du wirst deinen Weg schon finden. Familiengründung in Verbindung mit Beruf ist nie einfach und i. d. R. mit Kompromissen (ich will nicht "Opfern" schreiben), verbunden. Welche Kompromisse du für dich schließt, ist ganz allein deine Angelegenheit. Du siehst ja, dass es da zig Meinungen / Bewertungen zu gibt. Ich denke, auch Extrempositionen sind wichtige Ansätze und meistens pendelt es sich irgendwo in der Mitte ein.

giatxo


Es ist keine Manipulation, sondern eine banale biologische Tatsache, dass es mit dem schwanger werden auch dauern kann.

Ja, aber manche formulieren das sehr dramatisch, wenn sie sagen "und in 5 Jahren klappt es dann nicht" oder "ihr probiert 3 Jahre schwanger zu werden und du hast 2-3 FG". Das empfinde ich als manipulierend. Deine Aussage war tatsächlich als reine biologische Tatsache formuliert.

Und auf dieser Basis soll man ein tolles Job Angebot ausschlagen?!

Ah diese Aussage kommt auch immer wieder. Meinem Eindruck nach, sprechen sich dafür nur wenige aus. Viele sagen doch, dass sie den Job annehmen soll, anschliessend aber noch ein bisschen mit dem Schwanger werden zu warten. Und damit ist eher 1-2 Jahre gemeint und nicht 5. Deswegen finde ich den Plan 6 Monate zu warten und dann neu zu überlegen gut. So hält sie sich alle Optionen offen und 6 Monate machen bei der Familienplanung keinen wirklich grossen Unterschied, wenn man 25 ist.

Richtig. Aber das versteht sich doch ohnehin von selbst, oder?

Naja, so selbstverständlich finde ich das nicht. Manche zeichnen hier Bilder, dass man das Gefühl hat, dumm zu sein, wenn man nicht sofort schwanger wird. Wenn man verunsichert ist, könnten manche vorschnell zu einer Entscheidung kommen, mit der sie am Ende nicht glücklich sind. Das gilt natürlich für jede Entscheidung, egal in welche Richtung.

m9nexf


Es ist keine Manipulation, sondern eine banale biologische Tatsache, dass es mit dem schwanger werden auch dauern kann.

Kann. Einige tun hier so, als sei das garantiert eh so und eh komplett unwahrscheinluch, dass es auf Anhieb klappt.

Selbst wenn es nie klappt ändert das aber nichts daran, dass man voererst einen Job annahm, den man nicht zunindest bei Beginn plante auch auszuüben.

Genau da unterscheidet sich die Sache auch von "man kann auch einen Unfall haben"-ja, kann man. Es macht aber einen Unterschied, ob "Shit happens" vorliegt oder sehende Berechnung von Anfang an.

R`ajM/eTrc=hant


Ich glaube, es ist sinnvoll, in "Kind bekommen" und "Kind betreuen" zu trennen. "Kind bekommen" ist mit 14 Wochen Ausfall durch. Solange kann ein Team auch mal im Emergency-Modus laufen und kommissarisch geführt werden, danach braucht man keine völlig neue Einarbeitung. Alles sehr karriere- und arbeitgeberfreundlich. Das ist übrigens auch die Basis, auf der Sandberg argumentiert: Nach 4 Monaten wieder voll einsatzfähig am Arbeitsplatz.

"Kind betreuen" ist eine völlig andere Ansage. Für den Arbeitgeber: Völlig unkalkulierbarer Ausfall von bis zu 3 Jahren, Recruitingkosten für die Vertretung, mehrfach Einarbeitungs- und Wiedereinarbeitungskosten, geminderte Flexibilität, ggf. Umstrukturierung durch Teilzeitanspruch, unkalkulierbarer Ausfall durch Kinderkrank-Tage. Für die Betreuungsperson: Doppelbelastung durch zwei High-Intensity-Projekte. Das ist das eigentliche Problem, dass Arbeitgeber abschreckt, und das ist auch die eigentliche Karrierebremse.

Die gute Nachricht: Das müssen keineswegs immer die Mütter machen.

Die schlechte Nachricht: Meistens machen sie es aber. Deswegen erscheinen bei Stellenbesetzungen Männer noch immer als kleineres Ausfallrisiko.

Das fällt auch hier im Faden auf: Der TE schwebt eine Elternzeitverteilung von 8:6 vor, was schon ziemlich fortschrittlich ist, trotzdem: warum? Weil der Vater nicht mehr als 6 Monate nehmen kann. Das ist natürlich Quatsch. Er hat denselben Rechtsanspruch wie sie. Vermutlich sagt sein Arbeitgeber "mehr als 6 Monate wären aber ungünstig", nur: vermutlich würde ihr Arbeitgeber das auch sagen, wenn man ihn fragen würde.

Wenn aber schon die Elternzeit ungleich verteilt ist, kann sich der AG auch ausrechnen, wer von beiden Eltern künftig öfter mal fehlt oder irgendwann auf Teilzeit umsattelt. Was uns zur Feminismusfrage bringt: Ist "ich nehme mein Recht in Anspruch, ein patriarchalisch orientiertes Familienmodell zu leben" wirklich eine feministische Aussage?

Punkt ist doch: Zwei Karrieren plus ein Kind sind ganz schön hartes Brot. Irgendwo wird man Abstriche machen müssen, die Frage ist nur, wie man die verteilt. Entweder eine Karriere entfällt oder beide gehen erheblich langsamer oder man parkt das Kind irgendwo und besucht es an den Wochenenden.

ARntigEoxne


Oder man hat ein Au-pair. ;-)

RLajMBerchxant


Oder man hat ein Au-pair.

Ja, das kann man weiter aufziehen in "oder externe Kinderbetreuung funktioniert". ZB ein erheblicher Unterschied zwischen F und D.

Zwei Haken sind daran: Zum einen wird es immer die geben, die sagen "ich hau meine ganzen Ressourcen in Projekt A". Denen gegenüber sind die, die sagen "ich verteile meine Ressourcen auf die Projekte A und B" strukturell immer im Nachteil. Das kann nur in Grenzen durch Genialität ausgeglichen werden.

Zum anderen gibt es das deutsche Mutterideal. Sobald du ein Kind kriegst, hast du Karriere nicht mehr zu wollen. Punkt. Soziale Akzeptanz für Alternativen ist niedrig. Muß kein Hindernis sein, sollte man aber wissen.

Amntlidgone


Ich denke da gerade an Ursula von der Leyen - sieben Kinder und Karriere.

Das geht aber nur mit Kindermädchen und Putzfrau.

Und ob man den Kindern damit einen Gefallen tut (die Anzahl und die Frremdbetreuung)?

R;ajMerechanxt


Ja, das ist mein Punkt. Sofern man Betreuung privat outsourcen kann, klappt es auch mit Karriere für beide. Wenn nicht, wird mindestens einer Stagnation oder Rückschritte hinnehmen müssen. Das muß nicht schlecht sein, aber man sollte es auf dem Schirm haben und sich vorab einigen, wer das ist.

b-ella gnia


Ich glaube ja, dass bei so vielen Kindern das Kindermädchen kaum noch auffällt. Sind ja immer Geschwister anwesend :-)

d ievaunl7imited


den Rest muss der Arbeitgeber aufstocken (bis die Arbeitnehmerin ihr reguläres Nettogehalt hat)

Der AG bekommt diesen Zuschuss aber erstattet, wie Miroli schrieb

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Umlage_U2

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