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Beruf und Familie - Was "darf" man?

H atscnhep.suxt_


Bei uns hat eine Abteilungsleiterin genau das gemacht. Nach ihrer Elternzeit hatte sie dann einen anderen Job, einen deutlich niedrigeren. Und seitdem wird sie von einem Posten zum nächsten geschoben. Ich fände es schade, wenn dies mit mir passieren würde.

H(oney91_mQit_MiHni13


Das kann dir doch aber in 2-3 Jahren auch noch passieren... :-/

L%ilVaLixna


Ich wäre auch ganz klar für berufliche Chance nutzen und Kinderwunsch erstmal ein wenig vertagen.

Nicht nur ein Kind hat man den Rest des Lebens, sondern in der Regel auch die berufliche Zukunft. Und für mich wäre es kein "entweder...oder" sondern die Frage, wie ich es für mich und meine Familie am geschicksten anstelle, beides ideal miteinander zu verknüpfen.

Ich kenne mehrere Frauen, die sich durch "frühes" Kinderkriegen beruflich einiges verbaut haben, was sie dann zu einem Zeitpunkt, an dem die Kinder älter sind, bereut haben.

Kinder kann man auch zwei Jahre später bekommen, die berufliche Aufstiegschance ist dann aber oft weg.

Leider ist es in der heutigen Berufswelt immer noch so, dass bei jungen Müttern angenommen wird, dass sie nach der Elternzeit eh "nur halbtags" arbeiten wollen, viel wegen Kinderkrankheiten ausfallen und bei der Arbeit eh nicht mehr 100% geben.

Einmal diesen Stempel aufgedrückt, wird es so schwer, das Gegenteil zu beweisen.

Oder überhaupt die Chance zu bekommen, das Gegenteil zu beweisen.

Jetzt die Chance wahrzunehmen und dann doch direkt schwanger zu werden, macht es leider vielen anderen Frauen dann auch schwerer. Die Chefs überlegen sich beim nächsten Mal genauer, ob nicht doch lieber ein Mann eingestellt wird. Und ob man Frauen Mitte 20 überhaupt befördern sollte.

Ich weiß, dass es einige Beispiele gibt, bei denen es komplett anders lief und am Ende alle - Mutter, Familie, Chef, Kollegen - zufrieden sind. Ich hab leider aber auch oft genug gesehen, dass es genau nach dem o.g. Schema abläuft.

A<nti{go*ne


Das kann dir doch aber in 2-3 Jahren auch noch passieren... :-/

(Honey91_mit_Mini13)

Dann kann man sich aber mit der bisherigen beruflichen Erfahrung woanders bewerben.

H!oFney91_mQit_Mixni13


Dann ist man aber trotzdem diejenige mit den Kindern die oft krank sind / etc pp - siehe Erklärung von lilalina.

S[olWamxie


Irgendwie schon traurig, dass man sich als Frau, die Kinder will, ein schlechtes Gewissen macht, weil man trotzdem im Job voran kommen möchte. Kein Wunder, dass es so wenig Nachwuchs gibt. Ich bin grad echt ein bisschen erstaunt, dass es hier fast alle so sehen, dass es unredlich wäre, den Job anzunehmen, wenn die TE schwanger werden will. Sie will doch nunmal beides und nur, weil sie eine Weile weg ist, heißt das doch nicht, dass sie der Job nicht wirklich interessiert/ sie ihn nicht erfüllen kann. Ich finde das wirklich traurig.

Gleichwohl kann es gut sein, dass es oft so gesehen wird und man dementsprechend negative Auswirkungen zu spüren bekommt, wenn man so schnell schwanger wird (bei mir war das übrigens nicht der Fall). Aber ich finde nicht, dass die, die das so sehen, dann im Recht sind...

mcnexf


Und würde ich damit nicht das "Negativbeispiel" darstellen, warum junge Frauen ungerne eingestellt/gefördert werden?

Unabhängig davon, ob man es moralisch verwerflich bewertet oder nicht: Ja, es ist genau dieses Negativbeispiel, sogar in Reinform.

Ist es gegenüber meinem neuem Chef vertretbar, zeitnah nach Übernahme der Position in Mutterschutz und Elternzeit zu gehen?

ich fänds nicht in Ordnung. Und die Selbstrechtfertigungen à la "Hätte Chef sich denken können" ... - naja. Theoretisch korrekt, in meinen Augen trotzdem absolut unfein.


Kann es euch nicht egal sein was manche Kollegen denken?

Auch wenn das die vorrangige Sorge wäre: Da man da später sicherlich wieder in einem einigermaßen angenehmen Klima arbeiten will kann einem das natürlich nie einfach egal sein, was man für einen Abgang hingelegt hat und wie das ankam.

Wenn Sie wollen finden sie dazu auch andere Gründe ;-)

Wenn die TE in Ungnade fallen würde, fänd ich das nachvollziehbar und würde nicht unterstellen, dass die Kollegen sowieso nur einen Grund gesucht haben ;-)

Nicht jeder muss groß Karriere machen

Richtig. Dann kann man den neuen Posten aber auch ausschlagen ;-)

BzambiCene


Ich bin grad echt ein bisschen erstaunt, dass es hier fast alle so sehen, dass es unredlich wäre, den Job anzunehmen, wenn die TE schwanger werden will.

unredlich?! ..... nicht direkt. Aber taktisch ungeschickt für ihre gesamte Lebensplanung.

Kann es euch nicht egal sein was manche Kollegen denken?

es spricht nicht gerade für Teamfähigkeit, wenn man kaum in eine neue mit mehr Verantwortung dotierte Stelle eingearbeitet, für längere Zeit - geplant- ausfällt.

B#lacFk Gxun


Irgendwie schon traurig, dass man sich als Frau, die Kinder will, ein schlechtes Gewissen macht, weil man trotzdem im Job voran kommen möchte. Kein Wunder, dass es so wenig Nachwuchs gibt. Ich bin grad echt ein bisschen erstaunt, dass es hier fast alle so sehen, dass es unredlich wäre, den Job anzunehmen, wenn die TE schwanger werden will. Sie will doch nunmal beides und nur, weil sie eine Weile weg ist, heißt das doch nicht, dass [...] sie ihn nicht erfüllen kann.

ähm doch, genau das heisst es. während sie in mutterschaft ist, kann sie den job nicht ausüben. sie würde mindestens 6 monate komplett ausfallen und ob sie danach ganztags und mit voller kraft arbeiten könnte, selbst wenn sie wollte, steht auch in den sternen.

verantwortungsvolle jobs werden deshalb verantwortungsvoll genannt, weil viele andere betriebliche abläufe dranhängen - solch einen job kann eine firma nicht einfach mehrere monate komplett unbesetzt lassen; häufig ist es sogar ein riesenproblem, wenn der inhaber dieses jobs ihn nur mit halber kraft ausübt. und je nachdem wie pflegeleicht oder eben nicht das kind wird, kann es seine eltern (übrigens mutter UND vater) so sehr schlauchen, dass sie noch einige weitere zeit lang nicht vollgas geben können. und damit ist es ja nicht genug, die TE plant indirekt ja schon, nach dem ersten kind ein höchstens mittelkurzes intermezzo in der firma zu geben und sich danach in die nächste mutterschaft zu verabschieden. danach ist dann ein neugeborenes plus ein 1-4 jahre altes kleinkind zeitgleich zu betüdeln, was sicher nicht weniger stressig wird.

man kann ja keiner frau einen vorwurf machen, die zu einem "ungünstigen" zeitpunkt ungeplant und eher ungewollt schwanger wird - aber eine beförderung auf einen verantwortungsvollen job mit dem festen plan anzunehmen, diesen job nach wenigen monaten zu unterbrechen, ist in meinen augen eine ganz miese tour. wäre ich chef einer firma und eine meine mitarbeiterinnen würde so etwas bringen*, würde ich alles in meiner macht stehende tun, damit sie beruflich keinen fuß mehr auf den boden bekommt. genauso wie ich als chef jeden männlichen mitarbeiter sanktionieren würde, der unter vorspiegelung von leistungsbereitschaft eine beförderung ergattert hat und danach mit verweis auf gesetzliche oder moralisch legitimierte "unkündbarkeit" seinen job nicht erledigt.

da die TE noch ziemlich jung ist, sehe ich wirklich kein problem darin, den job jetzt anzunehmen und mit dem kinderkriegen noch 1-2 jahre zu warten. wäre sie 34 oder so, sähe die sache womöglich anders aus.

*mir ist natürlich klar, dass man einen vorsatz nur schwer nachweisen kann - genauso wie es praktisch gesehen unmöglich sein dürfte, rauszubekommen, ob eine frau wirklich ungeplant schwanger wurde oder ob es doch absicht war. in meiner argumentation ging es also um die prinzipien, nach denen ich den vorliegenden fall beurteile.

K,obold<makxi2


Ist es gegenüber meinem neuem Chef vertretbar, zeitnah nach Übernahme der Position in Mutterschutz und Elternzeit zu gehen?

Nein, juristisch ist es vertretbar, ethisch nicht. Bei dir ist es ja auch kein Unfall, sondern eine geplante Schwangerschaft. Du willst einen besser bezahlten Job blockieren, da du im mutterschutz unkündbar bist und neben dem finanziellen Aspekt muss dein Unternehmen dann aus "heiterem Himmel" früher oder später ganz schnell einen Ersatz für dich finden und einarbeiten und wird damit wahrscheinlich einige Zeit und Arbeitsfortschritte verlieren. Fair wäre, wenn du erst das Thema Kinder abschließen und dich dann auf Karriere und Beförderungen konzentrierst. Aber auf der anderen Seite passt so egozentrisches Verhalten natürlich gut in unsere Zeit.

K%obol^dmakix2


Irgendwie schon traurig, dass man sich als Frau, die Kinder will, ein schlechtes Gewissen macht, weil man trotzdem im Job voran kommen möchte.

Sie will nicht vorankommen, sondern offenbar schmarotzen.

Kein Wunder, dass es so wenig Nachwuchs gibt.

Alles zu seiner Zeit, nicht beides gleichzeitig.

Ich bin grad echt ein bisschen erstaunt, dass es hier fast alle so sehen, dass es unredlich wäre, den Job anzunehmen, wenn die TE schwanger werden will. Sie will doch nunmal beides und nur, weil sie eine Weile weg ist, heißt das doch nicht, dass sie der Job nicht wirklich interessiert/ sie ihn nicht erfüllen kann. Ich finde das wirklich traurig.

Sie kann ihn nicht erfüllen, wenn sie schwanger ist und ein Baby hat. Auch nicht, wenn sie das Baby in eine Krippe bringt. Wer kümmert sich denn, wenn das Kind krank ist? Und dann will sie bald danach nochmal dieselbe Nummer durchziehen. Das geht eben als Chef nicht (meiner Meinung nach). Außer vielleicht, es gibt einen Betriebskindergarten, wo die Kinder praktisch in der Firma sind.

Und dann muss man sich auch gut überlegen, ob man zwei Kinder und Führungsposition unter einen Hut kriegt, falls der Ehemann kein Hausmann ist, der das erledigt.

Das bedeutet nicht, dass sie ihn generell nicht erfüllen kann.

Gleichwohl kann es gut sein, dass es oft so gesehen wird und man dementsprechend negative Auswirkungen zu spüren bekommt, wenn man so schnell schwanger wird (bei mir war das übrigens nicht der Fall). Aber ich finde nicht, dass die, die das so sehen, dann im Recht sind...

In dem Fall wären sie es aber.

K5aPdhXipd*ya


Sie will doch nunmal beides und nur, weil sie eine Weile weg ist, heißt das doch nicht, dass sie der Job nicht wirklich interessiert/ sie ihn nicht erfüllen kann. Ich finde das wirklich traurig.

Es geht nicht um einen Job, sondern um eine ganz besondere vernatwortungsvolle Position, während der viel Arbeit anfällt, die nicht von jedem erledigt werden kann.

Mal ein paar Zitate von der TE:

Hierbei würde ich ein deutlich interessanteres Arbeitsfeld übernehmen und zusätzlich befördert werden.

Interessanter heisst nicht einfach nur interessant, sondern vor allem spezialisierter und anspruchsvoller. Das kann nicht jeder. Sich da einfach zu verpissen, und nach dem Kind pro forma wieder zu kommen, damit man den Anspruch auf die Stelle nicht verliert, bevor man sich wegen des nächsten Kindes verabschiedet, ist scheiße.

Es geht um ein neues, großes, langjähriges Projekt, in dem ich auch dauerhaft (inkl. weiteren Beförderungen in den nächsten Jahren) bleiben soll.

Wenn Du diese Nummer abziehst, kannst Du davon ausgehen, dass die weiteren Beförderungen ausbleiben werden. Nicht nur aus Frackigkeit - diese Beförderungen (und damit einhergehend die Erfahrung im Projekt usw) werden zeitlich in die 4 Jahre oder mehr fallen, in denen Du Deine Kinder bekommen willst.

Du hast vielleicht Anspruch auf die Stelle, die Du einige Monate ausgefüllt und dann im wichtigsten Zeitpunkt verlassen und ab da nur noch blockiert hast - aber keinen Anspruch auf weitere Beförderungen innerhalb dieses Projektes.

Die wird es dann wohl nicht geben, zum einen, weil man das Verhalten nicht als korrekt empfindet (warum nicht im alten Job bleiben und nach den Kindern auf Anspruchsvolleres bewerben?), zum anderen weil Dir einfach die Fachkenntnis fehlt.

Deine Elternzeitvertretung hat die ganze Chose am laufen gehalten, hat vieles möglich gemacht und evt entwickelt, hat die Erfahrungen mit dem Projekt gesammelt - warum sollte man Dich befördern, wo Du zurück kommst und 2 kleine Kinder an der Backe hast?

Es ist doch wohl logisch, dass bei Deinem derzeitigen Plan die weiteren Beförderungen nicht mehr zur Debatte stehen werden, wenn es soweit ist (falls nicht schon in den 4 Jahren oder so befördert wird, in denen Du zu Hause bist).

N(ordxi84


Für mich gibt es nur zwei Wege: Den jetzigen Job behalten und auf die Familienplanung konzentrieren oder die Familienplanung um mehrere Jahre nach hinten schieben und auf die Karriere konzentrieren. Alles dazwischen ist moralisch unter aller Kanone und würde zurecht als Negativbeispiel gegen Frauen in Führungspositionen genutzt.

SktalAfyxr


Ist es gegenüber meinem neuem Chef vertretbar, zeitnah nach Übernahme der Position in Mutterschutz und Elternzeit zu gehen? Und würde ich damit nicht das "Negativbeispiel" darstellen, warum junge Frauen ungerne eingestellt/gefördert werden?

Nein und ja. Gerade im Hinblick darauf, dass du das ja jetzt schon planst/überlegst ist das taktisch äußerst fragwürdig. Wenn nun ein "Versehen" passiert und du schwanger wärst...okay, nicht zu ändern. Aber sich auf eine neue Stelle zu bewerben und diese anzunehmen und hierbei schon zeitnah den eigenen Ausfall zu planen ist sowohl dem Arbeitgeber als auch den Kollegen gegenüber, die die Stelle gerne gehabt hätten, aber nicht bekommen haben, ziemlich unfair. Es geht nicht immer beides, manchmal muss man sich halt entscheiden.

Ich bin grad echt ein bisschen erstaunt, dass es hier fast alle so sehen, dass es unredlich wäre, den Job anzunehmen, wenn die TE schwanger werden will. Sie will doch nunmal beides und nur, weil sie eine Weile weg ist, heißt das doch nicht, dass sie der Job nicht wirklich interessiert/ sie ihn nicht erfüllen kann. Ich finde das wirklich traurig.

Ich finde das relativ normal. Wenn ich Karriere machen will steht das Privatleben hinten an - oder umgekehrt. Ist bei Männern nicht anders.

HToneay91_mi|t_Miini1x3


Klar ist das bei Männern anders.

Ihr fallt wegen Kinderwunsch nicht 1-2 Jahre aus!

Ihr werdet nicht beim Vorstellungsgespräch gefragt ob ihr vor habt in den nächsten 2-3 Jahren ein Kind zu bekommen...

Männer kriegen deutlich leichter Führungspositionen als Frauen.

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