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Beruf und Familie - Was "darf" man?

HOatscXhepsu!t_


Ja Honey, du legst deine Prioritäten anders, was ja ok ist. Wenn man aber Karriere machen möchte, kann einem eben nicht alles egal sein.

MYilRojLxi


Irgendwie schon traurig, dass man sich als Frau, die Kinder will, ein schlechtes Gewissen macht, weil man trotzdem im Job voran kommen möchte. Kein Wunder, dass es so wenig Nachwuchs gibt.

Das finde ich aber auch.

Ich bin selbstständig in einer Branche mit überproportionalem Frauenanteil. NATÜRLICH rechne ich damit, dass meine jungen Mitarbeiterinnen über kurz oder lang Kinder kommen werden, so geschehen vier mal in den letzten neun Jahren.

Meine tollen Mädels machen ihren Job so, dass ich sie auf keinen Fall verlieren möchte. Und wenn man so an die Sache herangeht, findet sich auch eine Lösung - immer, aber vielleicht immer anders. Der einen bezahle ich den Kitaplatz, mit der anderen habe ich eine großzügige Homeoffice-Vereinbarung getroffen und für die Dritte halt eine Vertretung eingestellt, bis sie wieder da ist.

Liebe Frauen, viele Männer verstehen euch als Konkurrenz. Von denen könnt ihr hier keine Ermunterung erwarten. Aber dass selbst viele Frauen in hündischer Selbsterniedrigung ihre Familienplanung nach den vormodernen Ansichten eines Chefs richten (die im Übrigen zu hinterfragen wären), finde ich sehr seltsam.

LNil/a+Lina


dieses "dem Arbeitgeber und den Kollegen gegenüber unfair" - bin ich die einzige der sowas egal wäre?

Ich verbringe recht viel Zeit bei der Arbeit. Wenn jedem meiner Kollegen total egal wäre, wie wir als Team funktionieren, sähe es sehr düster aus. Wie verlassen uns aufeinander, springen für den anderen ein und arbeiten gerne zusammen.

Wenn da einer quer schießt und ohne Rücksicht auf die anderen sein Ding durchzieht, ist das Team schnell kein Team mehr.

Das heißt nicht, dass man wegen der Kollegen seinen Kinderwunsch verabschiedet, kein Privatleben mehr hat oder der Beruf an erster Stelle steht.

Ich persönlich würde nur von mir selber und auch von meinen Kollegen erwarten, dass sie versuchen, die beiden Komponenten Beruf- und Privatleben nach Möglichkeit aufeinander abzustimmen. Und dazu gehört, nicht direkt nach Übernahme und Einarbeitung in eine neue Aufgabe, geplant schwanger zu werden.

Eine Kollegin ist gerade schwanger - da freuen sich alle, sammeln für ein Geschenk und sind schon etwas traurig, dass sie eine Zeit nicht da sein wird.

Das sähe einfach anders aus, wenn eine andere Kollegin, die gerade frisch dabei ist und die gerade anfängt, selbstständig arbeiten zu können, uns jetzt in Aussicht stellen würde, bald weg zu sein.

THeWchn=i|keRrin89


Hallo Coma,

ich hab jetzt nur die erste Seite gelesen und wollte dir schreiben, wann ich mein Kind bekommen habe. Ich bin während meiner Masterarbeit schwanger geworden (gewünscht) und habe dann im sechsten Monat verteidigt (fast genau an meinem 25ten Geburtstag).

Als ich im vierten Monat war, habe ich mich auf eine wissenschaftliche Stelle an der Uni beworben (Promotion) und auch direkt gesagt, dass ich schwanger bin, was meinem Chef allerdings egal war. Habe diese Stelle dann auch bekommen. Ich war dann nach meinem Abschluss 3 Monate halbtags angestellt (Mir ging es super und habe somit gearbeitet, bis eine Woche vor ET). Dann war Mutterschutz und Elternzeit. Während der Elternzeit war ich etwa einmal die Woche an der Arbeit, immer nur so 1-2h zu Besprechungen o.ä. damit ich auf dem Laufenden bleibe. Mit sechs Monaten ist der Kleine in die Krippe und einen Monat später habe ich halbtags wieder angefangen. Wenn er ein Jahr ist, werde ich (fast) voll arbeiten. Mein Mann ist noch in der Ausbildung und konnte keine Elternzeit nehmen. (Höchstens ein ganzes Jahr und das wollten wir nicht)

Meinen Chef hat die Schwangerschaft wie gesagt nie interessiert. Ich konnte auch vollkommen frei bestimmen, wann ich mit wie vielen Stunden wieder einsteige.

Bei mir hat das so alles super funktioniert. Was natürlich auch daran liegt, dass ich eben allein für mein Projekt verantwortlich bin und jetzt eben zusehen muss, wie ich die Zeit nutze, damit ein gutes Ergebnis raus kommt. Außerdem gibt es hier ein super Betreuungsangebot. Das zweite Kind ist dann geplant, wenn mein Mann die Ausbildung fertig hat. Unser Großer ist dann drei. Ich werde etwa vier Monate (nach Geburt) zu Hause bleiben und dann übernimmt mein Mann den Rest der Elternzeit. Weniger würde ich nicht machen, wegen Stillen.

Vielleicht hast du ja auch einen super netten Chef, der schon fast damit rechnet, dass du bald schwanger bist ;-). Wenn man zeigt, dass man sich anstrengt geht bestimmt alles :)

Den Faden werde ich mir auf jeden Fall merken :)

m,isPtwymoun1tainxs


@ MiRoLi:

Danke!! für deinen Beitrag!! :)^ :)= @:) @:)

Mqeiste=r_qGlanz


Ich find den Zeitpunkt unglücklich. Wenn man eine neue Stelle antritt und dann grad für längere Zeit "planbar" ausfällt, ist das der Firma und den Kollegen gegenüber in meinen Augen unfair. Natürlich, Firmen sind nicht immer menschenfreundlich und Kollegen müssen nicht die besten Freunde sein. Das muss man halt mit sich selber ausmachen. Für mich (auch wenn ich nicht in die Lage kommen werde) wärs aber kein korrektes Verhalten. Man startet frisch in ein Projekt und nach kurzer Zeit fällt man weg. Wer macht dann die Arbeit? Wird jemand Neues eingestellt? Was passiert mit der Person, wenn man zurückkommt? Kann niemand Neues eingestellt werden und die Last wird aufs bestehende Personal verteilt? Würde da nicht der Wunsch keimen, dass man dann besser jemanden genommen hätte, der nicht grad wieder ausfällt (was dann beim nächsten Mal vielleicht ein Mann ist, weil, wie bereits erwähnt, da die Ausfallquote geringer ist)?

Wenn man schon derart grosszügige Möglichkeiten hat (Elternzeit, sowas wär bei uns momentan undenkbar), sollte man sie auch so nutzen, dass alle Seiten gut wegkommen. Möglichst. Am Ende darf man natürlich auch etwas "egoistisch" sein, aber wie so oft im Leben kriegt man halt nicht unbedingt alles, was man will. Kompromisse sind auch hier gefragt.

S]uenbne^lix78


Ich kann evtl. ein wenig aus meiner Erfahrung berichten.

Ich habe vor ein paar Jahren bei einem der grössten Arbeitgeber der Schweiz gearbeitet , welcher auch schon Preise gewonnen hat für "sozialen Arbeitsplatz" etc ;-)

Die Frauen hatten "offiziell" anrecht Ihren Job zu behalten, sofern Sie danach wieder mit der gleichen Prozentzahl einstiegen (heisst 100%), sofern dies nicht möglich oder nicht gewollt war von der Frau aus (also Teilzeit), wurde intern eine neue Stelle gesucht.

Darunter waren auch sehr gute ausgebildete Frauen in Führungspositionen.

Die meisten Frauen wollten natürlich nicht mehr 100% arbeiten und sie landeten in irgendwelchen Sachbearbeiterjobs oder sicher in Jobs die unter dem lagen was sie vorher gemacht haben. Für die einen war es okay, andere waren natürlich entäuscht.

Ich habe einen einzigen Fall mitbekommen, wo die Frau "ihren" Job behalten durfte , sogar Teilzeit.

Ich denke du musst für dich ausmachen, was dir wichtiger ist, so hart es sich auch anhört. Willst du lieber jetzt Kinder und bist dann vieleicht mit einem andere Job zufrieden oder willst du lieber noch Karriere machen und dich höher Positionieren?

Wie gesagt, meiner Erfahrung nach wirst du nacher so oder so abgestuft...fragt sich dann nur ob du schon höher oben warst und die Abstufung kleiner ausfällt ;-)

Ich finde es auch nicht schön und hab mich auch sehr oft aufgeregt darüber. Aber es ist leider die Realität wie ich sie erlebt habe (kann sein, dass es andere anders wahrnehmen). Wir sind noch nicht da angekommen, dass eine Frau Kariere machen und Kinder hat . Es gibt natürlich sicher auch Ausnahmefälle..

Das gleiche ist ja auch bei den Männern die gerne Teilzeit arbeiten würden. Da haben sie ja auch die grösste Mühe , dass dies akzeptiert wird...

L}uscy47x11


@ Coma Berenices

wie würdest denn du schauen, wenn du Chef wärst: stellst eine Kollegin ein /übergibst einen neuen hohen Posten und plötzlich

zeitnah nach Übernahme der Position in Mutterschutz und Elternzeit zu gehen?

MViqRoLxi


wie würdest denn du schauen, wenn du Chef wärst:

Man kann doch nicht so tun, als wäre das Kinderkriegen reine Privatsache, etwa wie Urlaub machen oder einerm Hobby nachgehen. Deutschland (und wohl die meisten Industrieländer) werden in den nächsten Jahrzehnten große Probleme bekommen, weil nicht mehr genügend Kinder geboren werden. Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft - so platt das auch klingt. Deswegen ist es wichtig, dass Strukturen geschaffen werden, die Elternschaft ermöglichen.

Und man muss diese Strukturen einfordern! Wenn alle sich im Status Quo einrichten, wird sich nichts ändern.

CaotfeSauv-agxe


Du hast vielleicht Anspruch auf die Stelle, die Du einige Monate ausgefüllt und dann im wichtigsten Zeitpunkt verlassen und ab da nur noch blockiert hast

Das denke ich nicht mal. Sie wird ein Rückkehrrecht in die Firma haben, aber nicht auf die Position, die sie vorher innehatte. Und das ist gleichzeitig für sie der Pferdefuß an der Sache, wenn schon sowas wie "Fairness" uninteressant ist, aber doch Karriere gemacht werden soll. Damit hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, sie wenigstens hinterher, nachdem er wegen ihr nochmal umstrukturieren musste, aufs berufliche Abstellgleis zu schieben.

Ihr werdet nicht beim Vorstellungsgespräch gefragt ob ihr vor habt in den nächsten 2-3 Jahren ein Kind zu bekommen...

Das werden Frauen auch nicht gefragt, abgesehen davon dass solche Fragen überhaupt keinen Sinn hätten, weil ja niemand seine Planung preisgeben muss.

Ps: dieses "dem Arbeitgeber und den Kollegen gegenüber unfair" - bin ich die einzige der sowas egal wäre? (...)

Wenns gute Kollegen sind, dann freuen sie sich auch mal für einen wenn privat was schönes passiert. (...)

Ja aber die Kollegen lässt man doch so oder so hängen! Ob nach 3 Monaten oder 1 Jahr oder 2 Jahren ... Es wird IMMER Menschen geben, die sich dann aufregen.

Warst du jemals berufstätig, vielleicht auch noch in einem Team? Hier geht es offensichtlich um spezialisierte Arbeit, wo man eingearbeitet werden muss usw. Wenn bei einem neuen großen Projekt der Projektleiter ausfällt, ist das ein Riesen Problem für die Firma und die Kollegen.

Meine tollen Mädels machen ihren Job so, dass ich sie auf keinen Fall verlieren möchte. Und wenn man so an die Sache herangeht, findet sich auch eine Lösung - immer, aber vielleicht immer anders. Der einen bezahle ich den Kitaplatz, mit der anderen habe ich eine großzügige Homeoffice-Vereinbarung getroffen und für die Dritte halt eine Vertretung eingestellt, bis sie wieder da ist.

Ja, deine tollen Mädels werden wahrscheinlich eine eher austauschbare Arbeit machen und damit mit der TE nicht vergleichbar sein.

CcoteSauxvage


Deswegen ist es wichtig, dass Strukturen geschaffen werden, die Elternschaft ermöglichen.

Und man muss diese Strukturen einfordern!

Das finde ich allerdings auch. Da ist Deutschland weit hintendran. Wie man als normaler Bürger daran was ändern kann weiß ich allerdings nicht ":/

Mkilkyx_e77


Ich finde, man kann halt (leider) nicht immer alles haben.

Gleichzeitig Kind(er) und Karriere, das ist echt schwierig. Ich denke das reißt einen hin und her, und man kann sich auf keines davon voll konzentrieren.

Würde es nicht fair gegenüber Chef und Kollegen finden, sich befördern zu lassen und dann sofort schwanger zu werden.

Da du erst 25 Jahre alt bist, würde ich dir empfehlen die Beförderung anzunehmen (da dir der Job ja sehr gut gefällt), und den Kinderwunsch ein paar Jahre nach hinten zu verschieben. Du hast noch genug Zeit in dem Alter.

In ein paar Jahren - wenn du vielleicht voll im Alltagstrott bist und vom Job desillusioniert - bist du eventuell froh, wenn du dann dank Kind(ern) eine Zeitlang aussteigen kannst bzw. auf Teilzeit gehen kannst.

Das habe ich bei ein paar Freundinnen so erlebt - die großen Karriereambitionen, sich hochgearbeitet. Dann mit Mitte 30 hat die Energie und Lust nachgelassen - schwanger geworden und die eine Freundin möchte jetzt gar nicht mehr arbeiten (reicher Ehemann), die andere möchte nur mehr in Teilzeit einsteigen.

Prioräten können sich im Leben ändern!

In jungen Jahren steht oft Karriere im Vordergrund, später dann Familie.

M*eistero_Glxanz


Das werden Frauen auch nicht gefragt, abgesehen davon dass solche Fragen überhaupt keinen Sinn hätten, weil ja niemand seine Planung preisgeben muss.

Wurde ich – als Mann – schon gefragt.

Darf man gerne lügen, geht den AG nix an.

H7oney91e_^mit_Mxini13


Das werden Frauen auch nicht gefragt, abgesehen davon dass solche Fragen überhaupt keinen Sinn hätten, weil ja niemand seine Planung preisgeben muss.

ich weiß ja nicht wie viele Vorstellungsgespräche du schon in frauenkleidung durchgezogen hast, aber ich wurde das schon 4 mal gefragt :(v und NATÜRLICH hab ich gelogen.

MIiRosLi


Ja, deine tollen Mädels werden wahrscheinlich eine eher austauschbare Arbeit machen und damit mit der TE nicht vergleichbar sein.

Meine Mädels sind Biologinnen und CTA, die Ahnung von Massenspektrometrie haben. Die sind auf dem Arbeitsmarkt praktisch nicht ersetztbar.

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