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Beruf und Familie - Was "darf" man?

N`ordix84


Und man muss diese Strukturen einfordern! Wenn alle sich im Status Quo einrichten, wird sich nichts ändern.

Fordern kann man da viel, allerdings gibt es nunmal kein "Recht" darauf. Ich könnte z.B. auch locker 3-4 Tage die Woche von Zuhause arbeiten (was ja im Bezug auf zukünftige Kinderbetreuung sehr praktisch wäre), mein Chef erwartet aber körperliche Anwesenheit im Büro. Da kann ich noch soviel argumentieren und fordern, er will es ist damit ist das so. Solange es noch solche Entscheidungsträger gibt ändert sich an der Stelle eben wenig.

Hat aber auch nix damit zu tun das "erst befördern lassen und dann Schwanger werden" echt uncool ist.

C4otegSauxvage


Wurde ich – als Mann – schon gefragt.

Wow :-/

ich weiß ja nicht wie viele Vorstellungsgespräche du schon in frauenkleidung durchgezogen hast

;-D ;-D

aber ich wurde das schon 4 mal gefragt :(v und NATÜRLICH hab ich gelogen.

Da finde ich: Wer eine unzulässige Frage stellt hat die (rechtlich einwandfreie) Lüge verdient.

M)iRo#Li


Das finde ich allerdings auch. Da ist Deutschland weit hintendran. Wie man als normaler Bürger daran was ändern kann weiß ich allerdings nicht

Darum gehts - Forderungen stellen, laut und massiv, immer wieder. Solidarisch sein. Abducken hilft da nicht.

CHoteSa}uvaxge


Meine Mädels sind Biologinnen und CTA, die Ahnung von Massenspektrometrie haben. Die sind auf dem Arbeitsmarkt praktisch nicht ersetztbar.

Na, ob die woanders einsetzbar wären, darum gehts doch nicht, sondern ob die durch Mädels mit ähnlicher Ausbildung ersetzbar wären. Wenn nicht, dann ist die Lage bei dir ausnahmsweise andersherum speziell: Du musst alles tun, um deine Mädels bei Laune zu halten, weil dir andernfalls der Betrieb zusammenbricht ;-)

C}otelSauvxage


Darum gehts - Forderungen stellen, laut und massiv, immer wieder.

Wie stellst du dir das vor? Eine Demo vor dem Bundestag? Wenn einen das Thema interessiert, müsste man wohl analysieren, was in Deutschland anders ist als in den Ländern, in denen das kein Problem ist. (Sicher gibt es solche Analysen schon haufenweise.)

M(iRxoLi


allerdings gibt es nunmal kein "Recht" darauf

Das muss ja nicht so bleiben. Ich habe mal in einem Land gelebt, da gab es dieses Recht.

Shtalfxyr


Klar ist das bei Männern anders.

Nein. Privatleben oder Karriere - eines von beiden leidet, je mehr Relevanz man dem anderen einräumt. Das hat mit Geschlechtern rein gar nichts zu tun.

Ihr fallt wegen Kinderwunsch nicht 1-2 Jahre aus!

Kann man so pauschal nicht sagen (und tut frau ja auch nicht zwingend).

Ihr werdet nicht beim Vorstellungsgespräch gefragt ob ihr vor habt in den nächsten 2-3 Jahren ein Kind zu bekommen...

1. Warum auch, wenn's biologisch unmöglich ist? ":/

2. siehe CoteSauvage und Meister Glanz: muss man eh nicht (ehrlich) beantworten.

Männer kriegen deutlich leichter Führungspositionen als Frauen.

Ja, weil Männer eben eher Elektrotechnik und Wirtschaftsinformatik studieren als Sozialpädagogik oder Germanistik.

SMtalfFyxr


Hat aber auch nix damit zu tun das "erst befördern lassen und dann Schwanger werden" echt uncool ist.

Zustimmung.

M$iRoLxi


Du musst alles tun, um deine Mädels bei Laune zu halten, weil dir andernfalls der Betrieb zusammenbricht

So ist es. Und unter diesem Zwang habe ich gelernt, dass es möglich ist, dass alle Seiten profitieren. Was in meine Minibude geht sollte in einem Großkonzern allemale möglich sein, oder?

Es geht um Konkurrenz, um Beschränktheit und Bequemlichkeit. Das kann man überwinden.

w|hitbe 3magixc


TE

Ich verstehe nicht, wie man nicht auf die einfachste Lösung kommen kann.

Sprich doch einfach mit deinem neuen Chef und erkläre ihm die Situation so, wie du sie uns erklärt hast.

Dass du dich umheimlich auf das neue Projekt und alle daran hängenden Leistungen freust, aber eben gleichtzeit auf Familienplanung rumdenkst und wie er zu diesem Thema steht.

Vielleicht sieht er es nicht so arg oder / und hat eine Lösungsmöglichkeit, die du jetzt gar nicht siehst.

HoannzakhWe


Ich habe jetzt nicht alle Beträge gelesen, sondern nur die ersten 2 Seiten, aber ich bin erstaunt von dem, was dir hier geraten wird.

Kennst du Sheryl Sandberg, die COO von Facebook? Sie hat die folgenden Ausdrücke geprägt "Don't leave before you leave".

Soll heißen: Nicht zurücklehnen, bevor du wirklich gehen musst.

Es geht darum, dass viele Frauen schon Jahre vor ihrem Kinderwunsch den "Schongang" einlegen und es sich in ihrem alten, vielleicht schon langweiligen Job bequem machen, weil sie vorhaben, bald schwanger zu werden. Was Karriere-taktisch oft nicht sehr klug ist, weil man meistens, sobald man Kinder hat, erstmal nicht unbedingt ganz oben auf der Beförderungliste steht. D.h.: Sie sagt: Kinder sind Karrierebremsen. Also musst du, wenn du weiterkommen willst beruflich, aufs Gas drücken, solange du kannst. Du steigst nach der Babypause wieder da ein, wo du aufgehört hast: Ganz unten oder eben weiter oben. Also gibt gas, solange du kannst. Rücksicht auf Vorgesetzte und Kollegen kann man sich wohl als Karrierefrau wie Sheryl nicht leisten: Sollen die doch gucken, wo sie bleiben.

Wobei man dazusagen muss, dass Frauen in den USA oft sehr viel schneller wieder zurück in den Job gehen nach der Babypause.

Wenn du einigermaßen Englisch verstehst, guck dir mal dieses Video dazu an:

[[http://www.ted.com/talks/sheryl_sandberg_why_we_have_too_few_women_leaders]]

Sie sagt halt: Ein neuer Job und eine neue Beförderung ist der ideale Zeitpunkt, schwanger zu werden, weil du dann nach der Babypause zwangsläufig weiter oben wieder einsteigst (die Firma muss dir ja deinen alten Job zurück geben). Niemand befördert hingegen eine Mutter 2er kleiner Kinder, die alle 2 Wochen wegen "Kind krank" ein paar Tage ausfällt.

Ich glaube, moralisch hätte ich 0 Bedenken an deiner Stelle, die Beförderung anzunehmen. Du bist verheiratet und im gebärfähigen Alter - wer nicht damit rechnet das du jederzeit schwanger werden kannst, der ist selbst schuld. Die freie Wirtschaft ist kein Kindergeburtstag: Wenn es der Firma nicht gut geht, würdest du auch entlassen. Es geht um Geld und um Rechte, nicht um "nett sein".

Ich hätte allerdings an deiner Stelle (und an Sheryls!) eher Sorge, mich selbst zu überfordern, eine anstrengende und anfangs vielleicht stressige neue Stelle anzunehmen und währenddessen schwanger zu sein.

Dieses moralische "Das kannst du deinem Arbeitgeber nicht antun" finde ich hingegen geheuchelt- wer so denkt sollte alle seine privaten Bedürfnisse hinten anstellen - denn wenn Frauen Kinder kriegen ist das selten lustig für die AG: 12 Wochen bezahlten "Urlaub" zusätzlich und meistens min. 1 Jahr Arbeitsausfall: Da wird keiner "Juhu" schreien. Müssen sie ja auch nicht. Wir sind ja nicht bei "wünsch dir was", sondern bei "so isses". ;-)

N|ordi8x4


Sie sagt halt: Ein neuer Job und eine neue Beförderung ist der ideale Zeitpunkt, schwanger zu werden, weil du dann nach der Babypause zwangsläufig weiter oben wieder einsteigst (die Firma muss dir ja deinen alten Job zurück geben).

Kann sie ja sagen, nur ändert das nichts daran das ein Arbeitgeber sowas einmal oder zweimal mitmacht und dann beim dritten mal den Job an nen Mann vergibt weil der in so einer Situation eben nicht im gleichen Maße ausfällt wie ne Frau. Natürlich kann man das hart durchziehen aber das ist so ein "nach mir die Sintflut"-Denken das die Karrierechancen aller nachfolgenden Frauen deutlich schmälert.

L0ilaYLxina


Sie sagt halt: Ein neuer Job und eine neue Beförderung ist der ideale Zeitpunkt, schwanger zu werden, weil du dann nach der Babypause zwangsläufig weiter oben wieder einsteigst (die Firma muss dir ja deinen alten Job zurück geben).

Aber auch nur, wenn du wieder voll einsteigst. Willst du erst einmal in Teilzeit arbeiten, sieht's wieder düster aus.

S'tatu"sQ8uoVmadxis


So ist es. Und unter diesem Zwang habe ich gelernt, dass es möglich ist, dass alle Seiten profitieren. Was in meine Minibude geht sollte in einem Großkonzern allemale möglich sein, oder?

Es geht um Konkurrenz, um Beschränktheit und Bequemlichkeit. Das kann man überwinden.

:)^ :)z

Ich finde, Du bist ein toller Chef. Und Du bringst Deinen Mitarbeiterinnen sehr viel Wertschätzung entgegen, das ist super.

Wenn ich die TE wäre, würde ich es wohl mit white magics Vorschlag versuchen: ehrlich währt am längsten.

Weil ich aber wüsste, dass mein Chef auch einer von der ganz tollen Sorte ist und ich es mir bei ihm erlauben könnte, so ehrlich zu sein.

Das mag in anderen Fällen (gerade in großen Betrieben) auch nach hinten losgehen. Anscheinend sind kleinere Firmen bei diesen Fragen bisweilen aus der Not heraus schon emanzipierter und weiter, wie MiRoLi auch so schön erläutert hat...

HbannaxhWe


Ja Honey, du legst deine Prioritäten anders, was ja ok ist. Wenn man aber Karriere machen möchte, kann einem eben nicht alles egal sein.

Nein, es ist genau andersherum: Wen man Karriere machen möchte, dann muss man eben ein bisschen härter sein als andere und nicht so viel drüber nachdenken, ob alle Kollegen und Chef x damit einverstanden sind, wenn man dieses oder jenes tut. Menschen die Karriere machen nehmen sich das, was ihnen zusteht, und wollen es nicht jedem Recht machen.

Glaubst du wirklich, eine Frau wird dann eher befördert, weil sie netterweise in ihrem neuen Job 2 Jahre abgewartet hat, bevor sie schwanger geworden ist? Nein: eine Frau wird befördert, wenn der Chef sich dadurch eine Wertsteigerung für das Unternehmen erhofft.

Kann sie ja sagen, nur ändert das nichts daran das ein Arbeitgeber sowas einmal oder zweimal mitmacht und dann beim dritten mal den Job an nen Mann vergibt weil der in so einer Situation eben nicht im gleichen Maße ausfällt wie ne Frau. Natürlich kann man das hart durchziehen aber das ist so ein "nach mir die Sintflut"-Denken das die Karrierechancen aller nachfolgenden Frauen deutlich schmälert.

Nordi, normalerweise bin ich oft deiner Meinung in diesem Forum. Aber möchtest du grade allen Ernstes vorschlagen, dass eine Frau mit Kinderwunsch auf eine Beförderung verzichtet, damit sie den "Ruf" und die Karrierechancen aller nachfolgenden Frauen nicht gefährdet? Das ist sexistisch. Niemals würde man einem Mann nahelegen, auf eine Beförderung zu verzichten, weil dann vielleicht der Kollege X Jahre später deswegen Nachteile hat. Nur von Frauen wird wieder so weitreichendes Verständnis und persönliches zurückstecken erwartet.

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