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Mein Beruf macht mich kaputt

F3airgl/o bxe hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

nach meiner damaligen Ausbildung hatte ich beschlossen das Abitur nachzuholen und anschließend zu studieren. So richtig gab es keinen Studiengang der mir zugesagt hätte. Die für mich "schöneren" Studiengänge waren alle überlaufen und hatten den Ruf, dass man anschließend keinen Job findet. Die anderen hatten den Ruf schwer zu sein aber gaben die Sicherheit anschließend einen Job zu finden.

Ich habe mich dann damals für den Studiengang Wirtschaftsinformatik entschieden. Es hiess man habe enorm gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und kann zwischen einer großen Vielzahl an Jobs in Wirtschaft wie Technik wählen. Eine berühmte Aussage lautete immer "Eigentlich kann man anschließend so gut wie in jeden Beruf arbeiten ;-) ".

Tja das Studium war nicht leicht und als ich dann fast am Ende des Studiums war stellte sich mir die Frage in welche Richtung ich denn nun gehen möchte. Programmieren mochte ich nicht sonderlich. Datenbanken naja auch nicht wirklich :/. Ach dann gab es ja noch ERP-Systeme, na irgendwie auch nicht so wo ich hin wollte.

Ich hatte das Gefühl am liebsten würde ich in Richtung Wirtschaft gehen. Hier gab es nur ein Problem: Es gibt bereits BWLer wie Sand am Meer. Alle mit viel mehr BWL Wissen und auf bestimmte Richtungen spezialisiert. Da hatte man kaum Chance als "Mischling" unter zu kommen.

So wurde es dann die ERP- Schiene. Da es ja so einen "Mangel" an Informatikern gibt (IRONIE) musste ich 400 km von zu Hause wegziehen um einen Job zu bekommen.

Meinen Studienkollegen ging es ähnlich. Manche hatten nach fast 2 Jahren noch keinen Job gefunden.

Der Job machte mir keinen Spass. Geringe Bezahlung, meist eine 60 Stunden Woche, manchmal auch 70, aber auch die 80 kam schon vor.

Ich war jeden Tag schlecht gelaunt und habe durchgehalten weil ich mir immer dachte, dass ich mich daran noch gewöhne. Alles Gewöhnungssache war immer mein Motto.

Das ist jetzt 3 Jahre her. Ich habe mich nicht daran gewöhnt. Ich würde sagen ich habe ein großes Problem mit Depressionen und auch immer mehr mit Alkohol.

Ich finde einfach keinen Ausweg. Ich bin nun 30, habe einen Job der mich immer mehr kaputt macht und kaum Geld.

Ich bin jeden Tag verzweifelt. Ich suche nach einen Ausweg aber finde keinen. Am liebsten würde ich ja noch in die Wirtschaftsschiene wechseln, da der IT-Bereich für mich mittlerweile fast schon zu einer unerträglichen Schiene geworden ist.

Aber da ist wieder das Problem. Viele, sehr viele BWLer mit Spezialisierung. Ich kann in BWL nichts vorweisen. Ich weiß auch nicht in welchen Bereich dort. Meistens wollen sie zudem noch eine gewisse Praxiserfahrung.

Jeden Abend kommen diese Gedanken, dass ich mein Leben in eine Schiene geleitet habe, aus der ich mich nicht mehr befreien kann.

Jeder weitere Tag ein weiterer verlorener in meinem Leben.

Antworten
_6PqarvatiX_


Der Job machte mir keinen Spass. Geringe Bezahlung, meist eine 60 Stunden Woche, manchmal auch 70, aber auch die 80 kam schon vor.

Was wüde passieren, wenn du einfach mal nach 8 Stunden Arbeit den Stift fallen lassen würdest und keine Überstunden dranhängst?

Der Job macht zwar dann nicht mehr Spaß, aber du hättest mehr Freizeit. Die kannst du nutzen um dich zu erhohlen oder dich in einer anderen Firma zu bewerben oder dich eventuell weiterzubilden.

m{istymGountEains


Das klingt wirklich übel.. :°_

Abgesehen von der eigentlichen Arbeit, wie sind denn die Kollegen und allgemein das Arbeitsklima bei euch?

Du wirst noch mindestens 30 Jahre arbeiten müssen und da du mit deiner aktuellen Arbeit jetzt schon unglücklich bist, würde ich auch sagen, dass du in jedem Fall eine Veränderung brauchst.

Wenn du nochmal komplett neu wählen könntest. Welcher Berufszweig / welches Themengebiet würde dich interessieren?

m`istymo{unUtaxins


und was ist das für eine Ausbildung, die du damals gemacht hast? Ist das eher etwas, dass die Spaß macht?

NQordix84


Was wüde passieren, wenn du einfach mal nach 8 Stunden Arbeit den Stift fallen lassen würdest und keine Überstunden dranhängst?

Ich vermute das die TE was in Richtung "ERP Consulting" machen wird, also viel bei Kunden vor Ort ist. Da kann man schlecht den Stift fallen lassen und selbst wenn, wenns blöd läuft hockt man den Nachmittag und Abend in ner fremden Stadt rum.

Zum Problem: Muss es denn unbedingt was in Richtung Wirtschaft und/oder Informatik sein oder würde dir was anderes vielleicht besser liegen / mehr Spaß machen ? Wenn es auf dein Studium aufbauen soll dann wird kein Weg um eine Spezialisierung herum führen. Die Kombination "Wirtschaftsinformatik" ist einfach nicht so der Bringer da es auf der einen Seite "richtige" BWLer und auf der anderen "richtige" Informatiker mit technischem Hintergrund (bzw. auch die Ausbildungsberufe in den beiden Richtungen) gibt die von den jeweiligen Fachrichtungen schlichtweg mehr Ahnung haben.

Euhemaligerj Nutzer0 (#5409x92)


Die für mich "schöneren" Studiengänge waren alle überlaufen und hatten den Ruf, dass man anschließend keinen Job findet. Die anderen hatten den Ruf schwer zu sein aber gaben die Sicherheit anschließend einen Job zu finden.

Aber da ist wieder das Problem. Viele, sehr viele BWLer mit Spezialisierung. Ich kann in BWL nichts vorweisen. Ich weiß auch nicht in welchen Bereich dort. Meistens wollen sie zudem noch eine gewisse Praxiserfahrung.

Dein Problem ist, dass Du dich von irgendeinem Bullshit, den Du von Hörensagen irgendwo aufgeschnappt hast, leiten lässt.

D8reauMx36


Ganz ehrlich ?

Ich selbst leite IT Projekte und kenne die IT Branche relativ gut.

Gute Wirtschaftinformatiker bekommen immer wieder gute Jobs.

Unter 4000 Euro brutto fängt da keiner an... da könnte ich dir sicher 10-20 Personen nennen von denen ich die Daten genau habe.

Und es werden Hunderte Wirtschaftinformatiker gesucht, vielleicht nicht in deinem Ort, aber sicher D-weit.

ERp-Kram ist oft spezialisiert... Es gibt eine Welt ausserhalb von SAP... versuche dich auf ein anderes ERP zu spezialisieren, und suche dann in diesen Nischen deinen Job... das klappt meist und die Bezahlung ist deutlich besser.

Und wenn du regelmässig 60-80h/Woche arbeitest, solltest du deinen Arbeitgeber schnell wechslen...

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