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Wenn Kinder die Verantwortung für ihre Eltern übernehmen

GSrei gxe hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Beitrag wird etwas länger. Ich hoffe dennoch auf rege Beteiligung @:)

Kurz zu mir: ich bin 26 und Studentin (Abschluss folgt nächstes Jahr). Ich komme aus einem typischen "Arbeiterhaushalt". Mein Vater ist kürzlich 66 geworden, meine Mutter wird bald 64. sie haben mich also spät bekommen (mein Bruder ist 12 Jahre älter). Beide sind in Rente, meine Mutter bereits seitdem sie 60 ist, aufgrund chronischer Schmerzen. Mit 20 bin ich mit meinem Freund in eine eigene Wohnung gezogen, ca 30 km entfernt, daher sieht man sich regelmäßig und ich telefoniere beinahe alle 2 Tage mit meiner Mutter. Das Verhältnis ist also soweit gut.

Allerdings gibt es zwei Dinge, die mich momentan sehr traurig stimmen:

Meine Eltern haben ihr Leben lang viel (wirklich seit früher Jugend) und auch immer körperlich gearbeitet. Während mein Vater das noch ganz gut weggesteckt hat, ist meine Mutter etwa seit meiner Pubertät "krank". Herz, Blutdruck, Arthrose, Tinnitus, viele chronische Schmerzen. Ich erinnere mich noch, wie sie (da muss ich 12 gewesen sein) fast zerfressen von schweren Schmerzmitteln eigentlich nur noch "funktionierte", bis ein Homöopath ihr irgendwie davon weg helfen konnte. Oder wie mein Vater am Küchen zusammenbrach, als das Krankenhaus anrief und nach einem Herzkatheder bei meiner Mutter meinte, dass man sie mit zahlreichen Elektroschocks wiederbelebt werden konnte. Seitdem sie wegen ihrer Krankheiten in Frührente gegangen ist (mit 60, Behinderungsgrad war groß genug), würde ich auch behaupten, dass sie zumindest depressiv verstimmt ist. Sie hat ihr Leben lang gearbeitet und war für die Familie da, hat deshalb keine Hobbies oder Freundschaften gepflegt. Seitdem mein Vater in Rente ist, sind natürlich auch einige körperliche Beschwerden zum Vorschein gekommen (er war der Typ "Krankenschein wegwerfen und weiter an die Arbeit"), aber die bekomme ich bisher jedenfalls nicht so stark mit. Er hat aber ähnlich wie meine Mutter keine Freundschaften gepflegt. Zumindest ist er aber vielseitig interessiert und redet sehr viel, sodass meiner Mutter zwar manchmal die Ohren bluten und sie ihm zuliebe irgendetwas mit ihm unternimmt, was sie aufgrund der Schmerzen nicht mehr gerne tut, aber vermutlich besser, als wenn er ebenso "verbittert" wäre. Allerdings merke ich auch, wie ihm das immer mehr zu schaffen macht, dass meine Mutter Vieles nicht kann und auch kein Interesse zeigt.

Das andere "Problem": meine Eltern sind natürlich nicht mehr die jüngsten. Eltern von Freundinnen meines Alters sind teilweise erst um die 50, haben also in kleinster Weise die Probleme, die ich mit meinen Eltern habe. Ich fühle mich damit sehr allein. Und auch wenn heutzutage gerne mal gesungen wird "mit 66 Jahren, da fängt das Leben an", sehe ich meine Eltern definitiv nicht mit 75 noch meine Kinder im Park bespaßen. Vielmehr muss ich damit rechnen, in 10 Jahren meine Mutter im Rollstuhl zu schieben. Mein aktuelles Horrorszenario: ich muss nicht nur zusehen, wie ich irgendwann mit meinem Freund genug Zeit für unsere eigenen Kinder finde (ist in unseren Jobs wirklich nicht leicht), sondern auch, wie ich genug Zeit (oder eben Geld) für die Betreuung/Pflege meiner Eltern aufbringe. Denn so schmerzhaft alles auch ist, fühle ich mich für sie verantwortlich und könnte sie niemals in irgendein Heim ziehen lassen.

Und hier fällt das Stichwort: Verantwortung. Ich fühle mich als Kind mittlerweile extrem verantwortlich für meine Eltern. Ich will, dass es ihnen gut geht und würde auch am liebsten alles dafür tun. Ich bin mittlerweile in vielen Gesundheitsthemen ein kleiner Spezialist, weil ich irgendwann begonnen habe, selbst zu recherchieren, wie man meiner Mutter helfen könnte. Habe ihr Vieles erklärt, Adressen an die Hand gegeben, manchmal sogar Arzttermine für sie vereinbart, auch angeboten mitzukommen (wollte sie aber nicht). Allerdings muss man sagen: es hat alles wenig gebracht. Sie hat die "mir hilft doch eh keiner mehr"- und die "das ist mir alles zu anstrengend"-Haltung angenommen. Als ich ihr irgendwann unter Tränen erzählte, dass ich das nicht mehr aushalte, dass sie immer nur sagt und zeigt, wie schlecht es ihr geht, aber uns nicht die Chance gibt, ihr zu helfen (weil sie das meiste ablehnt oder nicht umsetzt), hat sie zwar mit einer Schmerztherapie begonnen, aber sie erzählt auch weniger von ihren Schmerzen. Im Nachhinein bereue ich das auch und fühle mich schuldig, aber ich war einfach so frustriert und wütend.

Ich fühle mich mittlerweile genauso verantwortlich für das Leben meiner Eltern, wie für mein eigenes. Ich bin besorgt um die Gesundheit meiner Mutter und würde ihr so gerne helfen, aber ich stoße an Grenzen: an meine persönlichen Grenzen, an die Grenzen der Medizin (Kassenpatientin), an die Grenzen, die meine Mutter setzt: mit ihrer Resignation, Hoffnungslosigkeit und der daraus entstehenden fehlenden Bereitschaft, wirklich alles zu tun, damit es ihr besser geht.

Und ich bin so traurig, weil mir immer mehr bewusst wird, dass meine Eltern nicht glücklich sind und es wohl nicht mehr lange dauern wird, bis ich mich mit dem Thema Pflege meiner Eltern auseinandersetzen muss, obwohl ich selbst nicht einmal mit beiden Beinen im Leben stehe.

Ich komme deshalb jetzt auf das Thema, weil ich selbst wegen einiger gesundheitlicher Probleme in einer Art ganzheitlichen Therapie bin und durch Zufall der Therapeut das Thema angeschnitten hat. Ich bin sofort in Tränen ausgebrochen. Er meinte, ich sollte mich dringend von dem Gedanken lösen, dass ich für meine Eltern verantwortlich bin, da es mir nicht gut tut. Aber ich weiß nicht wie es anders gehen soll. Der Therapeut hat mir eine Systemische Therapie empfohlen. Mir wird aber nicht klar, inwiefern mir das helfen könnte. ":/

Zumindest habe ich vor ein paar Wochen einen Schritt nach vorne getan, indem ich nun einfach darauf vertraue, dass sie in der jetzigen Schmerztherapie alles tun, was sie können, um meiner Mutter zu helfen (auch wenn ich selbst eher eine andere Praxis bevorzugt hätte :-X aber da war ihr der Weg zu weit..). Wenn sie manchmal erzählt, dass dies und das auch nicht viel bringt, muss ich mich sehr zügeln, nicht wieder einzugreifen, aber es klappt bisher ganz gut, weil ich momentan auch eigene Probleme habe und mich nicht auch noch damit belasten möchte. Trotzdem mache ich mir Sorgen. :-( um das Heute und um das Morgen meiner Eltern.

Wie seht ihr das: (müssen) Kindern die Verantwortung für Ihre Eltern übernehmen? Wie würdet ihr in meinem Fall mit der Situation umgehen?

Antworten
Clo\mraxn


Wie seht ihr das: (müssen) Kindern die Verantwortung für Ihre Eltern übernehmen?

Bis zu einem Grad, den man selbst noch verkraften kann, würde ich auch sagen, dass Kinder auch Verantwortung für die Eltern übernehmen sollten. Aber jeder muss entscheiden, wie weit es verkraftbar ist. Diese Grenze zu ziehen und einzuhalten ist nicht einfach und birgt Gefahren, dass man schleichend immer tiefer rutscht.

Aber eine pauschale Aussage, dass Kinder nicht für ihre Eltern verantwortlich seien, halte ich für falsch. Ich würde mich zumindest so weit engagieren, dass ich weiß, dass sie klarkommen. Jeder erfährt seine Familie individuell, aber ich persönlich bin schon der Meinung, dass ich meinen Eltern auch was schulde.

m1on2d+st-erne


(müssen) Kindern die Verantwortung für Ihre Eltern übernehmen?

Deine Eltern sind noch geistig fit und können eigenverantwortlich durchs Leben gehen. Im Augenblick musst Du sicherlich keine Verantwortung für Deine Eltern übernehmen.

S^oroxman


(müssen) Kindern die Verantwortung für Ihre Eltern übernehmen?

Finanzielle Seite: es gibt Unterhaltspflichten unter Verwandten ersten Grades (Kinder/Eltern). Wo es um Geld geht, kann man auch zusätzliche private Pflegeversicherungen abschließen. Da kann man sich informieren. Später gibt's dann sowas wie gesetzlicher Vertreter - (was früher Vormund hieß), dann, wenn sie mal geistig nicht mehr können. Für sowas wie Kontoführung, Wählen, Ausgaben entscheiden, sowas halt. Das kann man annehmen, aber auch ablehnen, dann wird halt jemand dafür eingesetzt.

Moralische Seite: interessant ist da oft, wie die eigenen Eltern mit ihren Eltern umgegangen sind. Ihre Erwartungen an die Kindern dürften ähnlich sein.

Ich finde, Verantwortung übernimmt auch, wer seine Eltern beim Finden eines geeigneten Heimplatzes oder betreuten Wohnens etc. unterstützt.

Von der "ich pflege meine Eltern bis zu ihrem Tod"-Verantwortung würde ich mich distanzieren. Mehr so: "Ich unterstütze meine Eltern da, wo es meine eigene familiäre Situation erlaubt und in Momenten, in denen sie mich um was bitten. Aber erst bin ich wichtig, dann meine Familie, und dann sie. Meine Mutter + Vater sind eigenständige, erwachsene Menschen, die in allererster Linie auch Verantwortung für sich tragen. Jeder für sich. Auch wenn sie älter werden und Krankheiten bekommen."

Wie würdet ihr in meinem Fall mit der Situation umgehen?

Hast du da schon mal mit deinem Bruder drüber gesprochen? Oder deinem Vater, wenn es mit der Mutter eher schwierig sein sollte?

Auch über die systemische Therapie lohnt sich mal das Nachdenken zusammen, finde ich. Ihre Bereitschaft abklopfen.

Ich komme deshalb jetzt auf das Thema, weil ich selbst wegen einiger gesundheitlicher Probleme in einer Art ganzheitlichen Therapie bin und durch Zufall der Therapeut das Thema angeschnitten hat. Ich bin sofort in Tränen ausgebrochen. Er meinte, ich sollte mich dringend von dem Gedanken lösen, dass ich für meine Eltern verantwortlich bin, da es mir nicht gut tut. Aber ich weiß nicht wie es anders gehen soll. Der Therapeut hat mir eine Systemische Therapie empfohlen. Mir wird aber nicht klar, inwiefern mir das helfen könnte. ":/

Das kannst du ihn doch fragen. Und dich selbst informieren. Hier stehte ne Menge:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Systemische_Therapie]]

"Die Systemische Therapie unterscheidet sich nach Angaben deren Vertreter dadurch, dass weitere Mitglieder des für den Patienten relevanten sozialen Umfeldes in die Behandlung mit einbezogen werden."

Also wären dann auch deine Eltern oder Bruder (ggf. auch dein Freund) eingebunden, wenn diese das wünschen (da wird niemand gegen seinen Willen dazugeholt). Helfen könnte dir das, indem auch deinen Eltern (besonders deiner Mutter) ihre Muster offensichtlich werden. Indem alle Seiten mehr Verständnis für die anderen entwickeln. Meist geht es um Zusammenhänge in der Familie, um Nähe, Distanz, um unausgesprochene Wünsche, um Verständnis, Förderung der Kommunikation.

G-reigxe


Danke für eure Antworten!

@ Soroman

Es würde mich beruhigen zu wissen, dass meine Eltern eine private Pflegeversicherung haben. Leider existiert eine solche nicht und sie jetzt abzuschließen, wäre für meine Eltern nicht zu stemmen. :-(

Ja, du könntest Recht haben damit, dass eine gewisse Erwartungshaltung mitschwingt. Meine Eltern haben ihre Eltern bis zum Tod zu Hause gepflegt. Damals gab es keine andere Möglichkeit. Meine Mutter "scherzt" zwar immer wieder, dass sie ja eh irgendwann ins Heim kommen, denn wir haben ja alle keine Zeit, sich um sie zu kümmern im Alter. Aber ich weiß, dass sie das natürlich nicht so auf die leichte Schulter nimmt, vielleicht hofft, dass es anders kommt. Ich würde es mir ja auch anders wünschen, aber momentan sehe ich keine andere Lösung, wenn es mal soweit ist.

Ich muss mich definitiv von dem Verantwortungsgedanken lösen. Nicht so, dass ich mich der Verantwortung generell entziehe, sondern wie du es beschrieben hast. Dass ich meine Eltern einfach Leben lasse, so wie sie es tun, bis sie wirklich meine Hilfe brauchen. Es stimmt mich nur so traurig, weil ich mir wünschen würde, dass sie mehr aus ihrem Leben machen, das sie noch vor sich haben. Dafür fühle ich mich (noch) mitverantwortlich, weil ich mehr Möglichkeiten sehe, als sie selbst. Es fällt mir schwer dabei zuzusehen, dass sie ein so ganz anderes Leben im Alter führen, als man es sich für sie und sich selbst wünscht.

Das Problem an der systemischen Therapie: es ist undenkbar, meine Familie hier einzubeziehen. Wirklich undenkbar. Deshalb frage ich mich ja, ob es etwas bringen kann.

Zu meinem Bruder: wir haben kein gutes Verhältnis. Er wohnt mit seiner Frau und Kind im Haus meiner Eltern, aber da gibt es seit Jahren viel Streit. Er hat auch aufgegeben, sich um meine Eltern zu kümmern, einfach weil sie so Vieles eh nicht umsetzen wollen. Ich denke teilweise auch, weil sie es nicht verstehen. Krankheiten werden mit Medikamenten behandelt, nicht mit einer Lebensumstellung - das ist Hokuspokus. %-| Meine Schwägerin hat keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern und ich merke immer mehr, wie sie versucht, dass der Kontakt zu meinen Eltern, also ihren Schwiegereltern immer schlechter wird. Auch wenn es deren berufliche Situation schon eher zulassen würde, sich um meine Eltern zu kümmern, gehe ich davon aus, dass das auf beiden Seiten nicht gewollt ist. Und finanziell steht mein Bruder auch nicht gut da, sprich, ich müsste den Großteil der Kosten stemmen. Und dadurch, dass mein Bruder meine Eltern irgendwie aufgegeben hat, fühle ich mich umso mehr dazu verpflichtet. Aber es überfordert mich.

wLhite maIgic


Liebe Greige,

du solltest dich als erstes von dem Gedanken lösen, das ein Heim ein "Abschiebeplatz" ist.

Eine pflegerische Betreuung eines alten Menschen ist eine spezielle, anstrengende Aufgabe. Nicht umsonst gibt es den Beruf des Altenpflegers.

Das kann man nicht einfach so alleine stemmen plus Beruf und eigener Familie.

Eine Alternative zum (bösen) Heim wäre auch ein Art betreutes Wohnen in dem die Eltern ihr egenes Reich haben, aber eben jemand zur Stelle ist, wenn HIlfe von Nöten ist. Selbstverständlich kannst du dich da so einbringen in welchem Aufwand und Kraft das für dich möglich ist.

Meine sehr sehr liebe Nachtbarin hat vor kurzem mental sehr stark abgebaut. Das Ende vom Lied war, dass ihre Tochter JEDEN TAG früh und abends vor der Tür stand und dafür gesorgt hat, wie sie ißt und sich pflegt, zusätzlich kam der Enkel JEDEN NAchmittag und hat sie "bespaßt". Das Essen wurde geliefert, da sie nicht mehr kochen durfte.

Diese Situaiton ging über MOnate und ich konnte fast zusehen, wie die Tochter körperlich immer wneiger wurde.

Die Dame ist jetzt bei unsin einen Pflegestift und wird dort gut betreut.

Die Tochter sieht viel besser aus und ich sehe immernoch jeden zweiten Tag den Enkel dort hinlaufen (Ist bei uns um die Ecke)

Aber die ganze Familie wurde dadurch enorm entlastet.

Vielleicht hilft dir das ein bisschen.

NAtürlich "fühlen" wir Kinde runs in einer gewissen Art für unsere Eltern verantwortlich. In einer guten Eltern-Kind-Beziehung ist das auch völlig normal.

ABER es sollte nicht dazu führen, das man sein eigenes Leben hintenanstellt/aufgibt um gegen Wände zu laufen und sich aufreibt.

Manchmal ist es einfach auch mal gut die Samthandschuhe auszuziehen und mal mit der Faust auf den Tisch zu hausen und Klartext zu reden.

Liebe Mama ich liebe dich sehr und möchte noch viele Jahre mit dir verbringen und möchte, dass du noch deine Enkel siehst und mit ihnen Spaß hast. Das geht aber nur wenn du dich jetzt zusammenreißt und wir zusammen mit Papa uns um diene Schmerzen kümmern und du das auch möchtest

So in der Art vielleicht mal.

Ich denke manchmal, das es falsch ist um Leute die so in ihrerm Eigen-Mitleid versunken sind, noch wie um rohe Eier herumzuschleichen.

Da hilft vielleicht eben eher ein offenes Wort.

So wie du ja auch in deinem Eingangsbeitrag schriebst, dass sie mit der Therapie anfing, als du "zusammengebrochen" bist.

S.oroxman


Es würde mich beruhigen zu wissen, dass meine Eltern eine private Pflegeversicherung haben. Leider existiert eine solche nicht und sie jetzt abzuschließen, wäre für meine Eltern nicht zu stemmen. :-(

Naja, das finanzielle Risiko liegt ja bei dir. Es gibt also auch Versicherungen, die Kinder abschließen, um vor den finanziellen Forderungen der externen Pflege der Eltern abgesichert zu werden. Aber wie immer: sowas rechnet man am besten mal als 2-3 Fallbeispiele mit echten Zahlen durch und schaut sich die Versicherungsbedingungen an. Im Schnitt über alle Versicherten gewinnt nämlich die Versicherung, sind also die Einzahlungen höher als die Auszahlungen.

Ja, du könntest Recht haben damit, dass eine gewisse Erwartungshaltung mitschwingt. Meine Eltern haben ihre Eltern bis zum Tod zu Hause gepflegt. Damals gab es keine andere Möglichkeit.

Na klar, hätte es andere Möglichkeiten gegeben, denn auch kinderlose Menschen wurden doch alt. Ich denke eher, du übernimmst dieses "keine andere Möglichkeit" bis heute. Ein Ansatz könnte also in mehr Information liegen. Da gibt's auch Ratgeber: mal ein Beispiel der Stiftung Warentest:

[[https://www.test.de/shop/altersvorsorge-rente/eltern-unterstuetzen-pflegen-versorgen-sp0319/]]

Sowas gibt's bestimmt auch in der Bibliothek, wenn das Geld ganz knapp sitzt.

Liebe Mama ich liebe dich sehr und möchte noch viele Jahre mit dir verbringen und möchte, dass du noch deine Enkel siehst und mit ihnen Spaß hast. Das geht aber nur wenn du dich jetzt zusammenreißt und wir zusammen mit Papa uns um diene Schmerzen kümmern und du das auch möchtest

- white magic

Naja. Bei wirklich depressiven Menschen (was hier nicht gegeben sein muss) kommt der erste Satz nicht an. Und der zweite wird wahrgenommen als: "Ich falle euch doch nur zur Last." Ich denke, zusammen mit dem "mit der Faust auf den Tisch hauen" wird es eher als Angriff gewertet, und gerade nicht als Angebot der Unterstützung.

G1rei]ge


Danke für eure Antworten @:)

@ Soromann

Möglicherweise bin ich wirklich nicht informiert genug über die Möglichkeiten. Ich habe mir das Buch soeben bestellt.

Es ist wirklich eine Gradwanderung, wie man am besten mit meiner Mutter umgeht. Selbst mein Vater hat keinen wirklichen Zugriff auf sie. Selbst wenn ich auch mal ernste Themen anspreche und mein Vater mich im Gespräch auch unterstützt, merkt man, wie meine Mutter sich eigentlich nur denkt "redet ihr mal" und irgendwann kommt dann der Satz "ist ja gut jetzt, können wir das Thema wechseln?". Meistens verlaufen die Gespräche also ohne Lösung. Man redet und redet, aber nur selten erreicht man einen Erfolg. Es fällt mir schwer das einfach zu akzeptieren und es bei dem Gedanken zu belassen, es versucht zu haben. Aber ich denke, dass ich damit anfangen muss. Mir zu sagen, dass ich Vieles versucht habe, aber meine Eltern nun einmal selbst entscheiden müssen, solange sie es können. Es kann nicht meine Aufgabe sein, für ihr Glück zu sorgen, solange sie es selber könnten - sagt mein Kopf. In meinem Herz ist das noch nicht angekommen.

a+ug2u33


Es kann nicht meine Aufgabe sein, für ihr Glück zu sorgen, solange sie es selber könnten - sagt mein Kopf. In meinem Herz ist das noch nicht angekommen.

Je eher es in deinem Herzen ankommt, umso besser!

Es reicht aus, wenn du in dem Moment zur Verfügung stehst, wenn beide Eltern nicht mehr selbst für sich handeln können. Thema Patientenverfügung. Tritt ein Notfall ein und der Ehepartner ist auch nicht zu Handlungen in der Lage, dann wird nach den Kindern gerufen. Dann ist es gut, wenn etwas schriftlich festgehalten ist.

Aber ansonsten: lass die Eltern ihr Leben leben. Aus eigener Erfahrung: ein ständiges Sorgen muss nicht sein, im Gegenteil, es beschleunigt nur den geistigen Rückgang. Wieso Begleitung bei einer 66jährigen zum Arzt? Die muss für sich selbst reden und fragen; es reicht wenn der Ehemann im Wartezimmer sitzt. Wenn sich Menschen in dem Alter nur noch mit ihren Krankheiten beschäftigen, selbst wenn es viele und schwere sind, dann setzen sie eine Abwärtsspirale in Gang. Dem kann entgegen gewirkt werden. Nur wenige Typen jammern bis zu ihrem 100. Geburtstag über ihre Krankheiten. Das sind Ausnahmen.

Heute wird das Schreckgespenst pflegebedürftige Eltern an jede Wand gemalt. Das ist neu! In der Vergangenheit starben die Menschen meist ganz schnell und oder plötzlich, nix mit jahrelanger Pflege.

Mein Fazit: du bist nicht für die Eltern verantwortlich, zumindest jetzt nicht!

mqond+sItexrne


Mein Fazit: du bist nicht für die Eltern verantwortlich, zumindest jetzt nicht!

:)^

GErbeige


Danke euch *:)

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