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Als Berufstätige in Psychologiestudium einsteigen - Fragen!

S;hmi hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich habe ein paar Fragen zu einem Anliegen.

Ich arbeite in einer psychosomatischen Klinik als Pflegekraft. Ich habe ein Abitur, dass leider keinem NC entspricht (2,6).

Ich habe mich mit einigen Psychologiepraktikanten unterhalten und bin jetzt auf folgendem Stand (ich bitte um Verbessereung bei Fehlinfos):

Ich kann ins Studium Psychologie einsteigen und dann dort meinen Bachelor machen (dauert 3 Jahre = 6 Semester)

Danach muss ich Glück haben und mich anstrengen um den Master zu machen (dauert noch Mal 2 Jahre = 4 Semester)

Um dann aber Einzeltherapie machen zu können und sich auch Psychotherapeut nennen zu dürfen muss ich noch zusätzlich was machen, dass bis zu 5 Jahre dauert. Das besteht hauptsächlich aus Praktika in Vollzeit und keiner bis geringer Vergütung.

Bin ich da denn richtig informiert? Es wäre etwas, was ich gerne machen wollen würde, jedoch bis ich mich dann Psychotherapeut nennen darf vergehen ca. 10 Jahre.

Meine Frage wäre, hab ich da überhaupt Chancen mit meinem Abiturschnitt? Hilft mir meine Berufserfahrung irgendwie weiter? Wie aufwendig ist so ein Studium, also wäre z.B. ein Teilzeitjob neben drin oder weiß jemand wie das ganze im Dualen System aussehen würde? Also sodass ich evtl in der Klinik wo ich jetzt bin weiter arbeite und nebenbei studiere?

Ich nehme mir lieber mehr Zeit, denn ich bin finanziell leider nicht unabhängig. Wäre für mich auch Okay wenn das 10 Jahre dauert.

Würde mich über Anregungen/Verbsserungen/Ideen/Vorschläge/Ratschläge/Erfahrungsberichte wahnsinnig freuen! @:) @:) @:)

Antworten
H5anCnahxWe


Shmi, über das Studium selbst und die Anforderungen kann ich dir leider nichts schreiben, aber soweit ich weiß

Meine Frage wäre, hab ich da überhaupt Chancen mit meinem Abiturschnitt?

ist es so, dass man beim NC entweder über die Note ODER über die Wartesemester aufgenommen wird. Viele denken fälschlicherweise, Wartesemester VERBESSERN die Durchschnittsnote, was meines Wissens nach nicht so ist.

Der NC ist ja auch kein fester Wert, sondern entsteht in jedem Auswahlverfahren neu. Wenn es bei einem Studiengang sehr viele Bewerber, aber nur wenig Plätze gibt, dann wird der NC entsprechend festgelegt:

600 Bewerber auf 100 Studienplätze. Dann werden z.B. 60% der Plätze nach Note vergeben und 40% nach Wartesemestern.

Dann wird eine Liste gemacht, auf der die 600 Bewerber nach Note aufgelistet werden. Der mit der besten Abinote oben, der mit der schlechtesten unten. Nach 60 Leuten wird ein Cut gemacht. Die Note, die der 60. (also der letzte, der noch reinkommt) hat, ist der NC (z.B. 1,6). Alle die eine schlechtere Noten haben als der 60.ste, kommen auf eine Warteliste bzw. bekommen eine Absage.

Dann wird eine zweite Liste gemacht, nach Wartesemestern. Alle 600 Bewerber werden wieder, diesmal nach Wartemestern, auf eine Liste geschrieben. Der mit den meisten Wartesemestern oben, der mit den wenigsten unten. Hier ist die Note völlig unrelevant. Nach 40 Personen wird der Cut gemacht. Alle, die weniger Wartesemester haben als der 40.ste, bekommen keinen Studienplatz bzw. kommen auf die Warteliste.

Demnach heißt es dann oft: Der NC für Psychologie in der Stadt XY lag letztes Jahr bei 1,2 oder 16 Wartesemestern (Werte sind nur Platzhalter, ich weiß nicht, was in deiner Stadt der NC für Psychologie ist).

Wenn du seit Jahren als Pflegekraft arbeitest, hast du sicherlich dein Abi vor ein paar Jahren gemacht? Jedes Halbjahr, dass seit deinem Abi vergangen ist und in dem du NICHT an einer deutschen Uni/FH eingeschrieben warst, zählt automatisch als Wartesemester.

T.iaMDar5ixa


Hallo,

Du könntest Dich an der Fernuni Hagen einschreiben, da ist Psychologie zulassungsfrei. Die Fernuni ist staatlich akkreditiert und hat den Vorteil, dass Du Dir Deine Zeit neben der Arbeit frei einteilen kannst. Allerdings gibt es in Hagen bislang kein Modul "Klinische Psychologie", das müsstest Du extern belegen. Nach dem Bachelor könntest Du an eine Präsenzuni wechseln oder den Master ebenfalls in Hagen machen.

S/unf3lowexr_73


Also:

Der NC liegt i.d.R. bei 1-1,1. Das ist happig, aber ich kenne etliche Leute, die (im Rahmen des bescheuerten Bewerbungs-/Vergabeverfahrens an den einzelnen Unis) kurzfristig reingerutscht sind. Z.T. aber erst in den ersten Wochen eines Semesters. Wie viele Wartesemester hast Du denn? Die könnten ja auch schon weiterhelfen!

Zum anderen: Ja, Du brauchst nach dem Bachelor den Master.

Und JA: Danach kommt die sog. Psychotherapeutenausbldung auf Dich zu. Schau mal unter [[www.unith.de]] nach (universitäte Ausbildungsinstitute, gibt noch mehr). V.a. den Link; da steht alles zu den rechtlichen Grundlagen: [[http://www.unith.de/ausbildung/uebersicht/]]

Und hier: [[www.pia-im-streik.de]] Da findest Du einen aktuellen Überblick über die Problematik der Weiterbildung.

Vorab ist noch zu sagen: Aufgrund dieser Probleme SOLL eine Reform stattfinden. Wie die aussehen kann/soll, ist noch umstritten. Aktueller Trend: Sog. Approbation nicht erst nach der Ausbildung, sondern nach dem Studium, welches dann in einem entsprechenden Schwerpunkt schon Ausbildungsinhalte vermitteln soll. Aber WIE und WANN, ist noch unklar. Bislang hat die Politik es ja nicht mal geschafft, eine Mindestbezahlung sicherzustellen.

Denn:

Die Ausbildung (so wie sie aktuell ist) im Anschluss an Diplom/Master umfasst 4200 Stunden. Kann in 3 Jahren (eigentlich eher 3,5) Vollzeit oder länger in Zeilte gemacht werden. Wobei man auch in Vollzeit länger brauchen kann, aber dann mit der Theorie zumindest durch ist.

Aufbau der 4200 Stunden:

- 1200 Stunden "praktische Tätigkeit I" (als "PIA ("Psychologe in Ausbildung) in einer Klinik. Formell ist man "Praktikant" und soll "unter Anleitung an Therapien mitwirken". Faktisch arbeitet man voll verantwortlich und je nach Klinik sieht es mit der Anleitung schlecht aus. Denn die sehen in einem nur die billige Arbeitskraft. Man mUSS es machen und die Bezahlung ist ein Witz bis nonexistent. Zudem sparen die Kliniken damit regulärer Kräfte ein, was sich hinterher bei der Arbeitssuche durchaus bemerkbar macht.

Leider darf man diese 1200 Stunden in "nicht unter einem Jahr" absolvieren. (man kann rein rechnerisch die Stunden schnell abhaken, aber der Gesetzgeber besteht auf dem einen Jahr). Aber: Je nach Region arbeitet (s.o.) man komplett UMSONST, bekommt 200-40€ für die volle Stelle. Oder sogar fast Tarifgehalt. Das hängt sehr von der Region ab und auch vom Ausbildungsinstitut: Mit welchen Kliniken haben die zu welchen Bedingungen Kooperationsverträge? Man kann sich nämlich nich einfach überall bewerben, sondern es müssen vom Landesprüfungsamt anerkannte Kooperationsverträge sein. Je nach Region kann man sich doch selber eine Klinik suchen, aber nicht überall spielen die LPA's mit und genehmigen Einzelkooperationen. Und nicht jedes Ausbildungsinstitut lässt sich auf den Papierkrieg ein. Also: Wichtiges Kriterium bei der Wahl des Instituts (wobei man sich auch da erneut bewerben muss und keine PLatzgarantie hat).

- 600 Stunden praktische Tätigkeit II: In nicht unter 6 Monaten zu erbringen. Ebenfalls in einer Klinik oder Koperationspraxis. Div. Aufgaben, normaler Stationstherapeut, Ambulanztätigkeit,...

- 600 Stunden "praktische Ausbildung": D.h. erste eigene Behandlungen von Patienten unter Supervision. In der Ambulanz des Ausbildungsinstitutes oder einer angeschlossenen Lehrpraxis. Hier werden die Stunden anteilig vergütet; auch hier gibt es erhebliche Schwankungen.

- Supervision: Jede 4. Behandlungsstunde muss rein rechnerisch supervidiert werden. Es gibt Einzel- und Gruppensupervision. Wenn das Institut da einen fixen Zeitplan hat (alle 14 Tage oder so) und man anfangs nur wenig Patienten hat, macht man mehr SV als man braucht. D.h. am Ende ist man ggf. mit den Pflichtstunden Supervision durch, aber nicht den Behandlungen. Und zahlt gewaltig drauf (eine Stunde SV kostet so um die 80€...).

- Theoretischer Unterricht: mind. 920 Stunden. I.d.R. ganztätig am Wochenende und z.T. auch noch abends in der Woche.

- Selbsterfahrung: Das gibt es unterschiedliche Modelle, von "Gruppe "und "Einzel in Gruppe" bis hin zu Einzelselbsterfahrung. Wenn die SE-Leiter nicht taugen oder zu dicht mit der Spitze des Instituts zusammenhängen, eine ziemlich witzlose Sache. Wenn die Leiter unabhängig sind, dann reflektiert man seine eigenen Schwachstellen, lernt diese kennen - und auch, wie sie ggf. Therapien gefährden.

- der Rest: "Freie Spitze": Schreibkram, Falldokumentation,...

- der Abschluss: schriftliche und mündliche Prüfung (30 Min. Einzel und 60-120 Minuten Gruppe mit 2-4 Prüflungen). Klausuren 2x im Jahr bundesweit einheitlich an einigen wenigen Standorten. Mündl. Prüfungen über das Ausbildungsinstitut mit internen & externen Prüfern. Bei Bestehen Beantragung der Approbation und damit endlich der Freifahrtsschein, eigenständig Patienten zu behandeln. "Befugnis zur heilkundlichen Tätigkeit", wie es so schön heißt. Infos dazu: [[www.impp.de]]

Der Knackpunkt: Die Kosten (direkt und indirekt):

Ich habe meine eigentlich 3jährige Vollzeit-Ausbildung auf 6 Jahre gestreckt. Theorie nach 3 Jahren durch, aber die Behandlungsstunden zogen sich. Also mehr Supervision (bei der Regelung meines Institutes; bei einer Frundin war es anderes und sie konnte flexibel buchen, so dass es nicht so teuer wurde). Die eigentlichen Kosten bei meinem Institut lagen bei 16.000€; ich habe rd. 23.000€ bezahlt. Davon 15.000€ in den ersten drei Jahren. Hinzu kommt, dass ich in dem Klinikjahr gerade mal mit 500€ brutto nach Hause gegangen bin (für die 32-Stunden-Stelle). Die 600 weiteren Stunden habe ich komplett unbezahlt absolviert. Für die Behandlungsstunden habe ich zwischen 15-20€ bekommen (einige Institute zahlen deutlich mehr).

Kurzum:

Ja, es dauert ca. 10 Jahre. Und kostet viel Geld und man muss überlegen, wie man sich in den schlecht bezahlten Zeiten finanziert. Ausnahme: Es gibt einige wenige Kliniken, die betreiben eigene Institute. Da zahlt man nix, bekommt ca. 1000€ netto im Monat. Aber verflichtet sich i.d.R. zu mind. 5 Jahren (sonst Rückzahlung der Ausbildungskosten).

Hinterher ist der Arbeitsmarkt durchwachsen. Ich habe bislang keine einzige unbefristete Vollzeitstelle gehabt. Und die Chance auf einen eigenen Sitz, um in eigener Praxis arbeiten zu können: Schlecht. Viel Konkurrenz. Und die Abgebenden verlangen je nach Region 30.000-150.000€ dafür, wenn man denn überhaupt die Chance hat, einen zu ergattern.

Habe das Studium mit 27 angefangen; 6 Jahre. Plus 6 Jahre Weiterbildung. War bei der Approbation 40. Was an sich nicht nachteilig ist bei der Jobsuche, aber: Man hat erhebliche Einkommensverluste in der Zeit. Bei mir ist bspw. das Thema "Kind" auf der Strecke geblieben (wie das auch noch finanzieren?). Ich zahle auch 2 1/2 Jahre nach Ausbildungsende noch Schulden ab und werde es noch eine Weile tun.

Vor DEM Hintergrund ist man ziemlich bescheuert, den Weg zu gehen. ABER: Es ist ein toller Beruf, es macht echt Spaß.

Ich liebe ihn - aber würde es SO nicht nochmal machen. Ich habe damals in der Umbruchsphase angefangen zu studieren, als die Ausbildung erst rd. ein Jahr eingeführt war und es noch keine Absolventen gab. Wo man mit dem Diplom regulärer bezahlt noch in Kliniken arbeiten konnte und dachte, man braucht sie nur für eine eigene Praxistätigkeit. In der Zeit seither hat sich in der Kliniklandschaft einiges geändert (Privatisierungen, Kostendruck). Die Kliniken nehmen zu einem Großteil lieber jährlch neue "Praktikanten", statt voll ausgebildete Tarifkräfte. Ob ich jemandem 500€ zahle oder 3500€. das ist ein Unterschied. Mit den Kosten für eine approbierte Kraft kann ich 5-6 Praktikanten einstellen und habe dann direkt 5-6 Stationspsychologen, die denselben Job machen.

Mich hat es sehr frustriert, ich habe mich politisch sehr engagiert (seit einigen Jahren tut sich da, siehe genannter Link). Es macht bitter und zynisch - aber der Job ist klasse.

Dennoch: Wenn ich es nochmals anfangen könnte, würde ich Medizin studieren, Und dann in den Bereich Psychiatrie oder Psychosomatik gehen. Du bekommst vom ersten Tag nach dem Studium an ein volles Tarifgehalt (ab 3.000€ brutto aufwärts, vgl. TV-L 13). Du bekommst die Facharztausbildung gezahlt und vielfach auch die Supervision. Du hast faktisch einen anderen Status und stehst finanziell besser da. Ja, der Facharzt dauert 6 Jahre, aber wenn man viel nebenbei arbeitet, ist man mit der Ausbildung auch nicht schneller. Ja, man lernt viel Kram im Medizinstudium, den man dann nicht braucht, wenn man "nur" therapeutisch tätig sein will. Aber man ist vollwertige und vollbezahlte Arbeitskraft, und das macht gerade in höherem Alter, ohne finanzielle Unterstützung der Eltern, viel aus. Und da, wo ich aktuell knapp 3 Jahre nach Ausbildungsende beruflich & finanziell stehe, ist quasi Ende. Für meine ärztliche Kollegin, die noch in Ausbildung ist und für dasselbe Gehalt 50% weniger Patienten behandeln muss ist das der Einstieg. Ihre Vorgängerin hat danach direkt einen Oberarztposition bekommen für 7500€ brutto im Monat. Das klingt jetzt neidisch und geldgeil (und ist es sicherlich teilweise auch). Aber es zeigt, wie unterschiedlch - bei GLEICHER Tätigkeit - die Lage ist.

Wenn man also eh am Anfang steht, sollte man überlegen, welchen Weg man geht. Der NC tut sich eh nix und bei Medizin ist der WEg einfach weniger steinig. Klar, das Studium ist ganz anders und psychologische Part ist SEHR minimal. Was Gesprächsfürung angeht etc. steht man in der Psychologie besser da. Wobei die Unis das im Bereich Medizin mittlerweile auch ändern und mehr integrieren.

Das erstmal als Rundumschlag. Mein Fazit (nach einer ziemlich bitteren Weiterbildungszeit): Es ist ein toller Beruf. Aber bei den Rahmenbedingungen als Psychologe muss man schon echt bescheuert sein. Was natürlich DIREKT alle Vorurteile bzgl. "Psychologen haben selber einen an der Klatsche" bestätigt. ]:D

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Oops, keine Ahnung, was mit dem Link passiert ist. Sollte heißen:

[[www.unith.de]] und [[www.unith.de/ausbildung/uebersicht]]

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???

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Der Master aus Hagen berechtigt NICHT zur Zulassung zur Psychotherapeutenausbildung. Das wird so direkt nicht gesagt, aber wenn man in das Psychotherapeutengesetz guckt, welches die Ausbildung regelt (und auch in die Aufnahmebedingungen der einzelnen Institute) wird ganz deutlich formuliert: "Studium mit Schwerpunkt klinische Psychologie". Das Modul nicht zu haben ist ein k.o.-Kriterium für die Ausbildung!

Und:

Ja, mit eine Bachelor aus Hagen kann man an eine Präsenzuni wechseln. Da aber i.d.R. zumindest Grundlagen der klin. Psychologiei schon m Bachelor vermittelt werden, kann das Fehlen bzgl. Masterplatz auch zum Problem werden. Da bleibt nur: SEHR genau informieren, bspw. an den Unis, die für einen als Präsenzuni in Frage kommen!

Suunf>lowNer_73


Ein formell duales Studium gibt es nicht. Und mit Teilzeitjob muss man schauen. Das Studium hatte immer schon viel Anwesenheitspflicht; das ist mit Bachelor/Master nicht besser geworden. Allerdings ist es auch nicht sooo viel. Ich habe ab dem 2. Semeter 10-15 Stunden pro Woche gearbeitet, allerdings in HiWi-Jobs an der Uni.

Bzgl. der Frage: Einfach mal die Fachschaft an einer Uni kontaktieren. Das sind Studis, die andere beraten. Die wissen es aktuell am Besten.

M^ongatxa


Mach es, wie viele andere Menschen, die Medizin oder Psychologie studieren wollen: Bewirb dich jedes Semester neu und irgendwann klappt es, weil du genug Wartesemester eingelegt hast oder über das Losverfahren noch reingekommen bist.

Das Psychologiestudium bietet auf jeden Fall Raum für ein Zweitstudium oder einen Nebenjob. Vielleicht hast du sogar schon Anrecht auf "elternunabhängiges Bafög".

Ich hoffe, dass du schon gut weißt, was auf dich zukommt. Für ganz Naive ist es eine ziemliche Überraschung, dass das Psychologiestudium erstmal gar nichts mit Patienten, Psychosen und Therapien zu tun hat. Aber Statistik ist für die späteren Zwecke sicherlich sehr interessant und für das wissenschaftliche Arbeiten absolut notwendig.

Ein Freund von mir ist aus dem Medizinstudium damals zu Psychologie gewechselt. Er ist wirklich kein empathischer Zuhörer, der sich nun brennend für die Leidenswege irgendwelcher Leute interessiert. Er hat etwas gesucht, das Biologie, Soziologie, Mathematik und Geschichte irgendwie enthält, weil das seine starken Fächer in der Schule waren. Jemand wie er war goldrichtig in dem Studium, auch wenn er keine klinische Psychologie angestrebt hat. Mit "goldrichtig" meine ich in diesem Kontext: Er hatte keinerlei Probleme, den angebotenen Stoff und darüber hinaus sofort zu verstehen, zu verknüpfen und umzusetzen. Die Menschen, die Psychologie aus einer sozialen Art heraus studieren, geraten doch öfter mal ins Schwimmen - so höre ich es von besagtem Freund und so erlebe ich die Kommilitonen auch, die ich über ihn dann kennenlerne.

Es bleibt mir, standartmäßig aber ehrlich und wahr, zu sagen:

Wenn du das unbedingt studieren willst, dann pack es an. Welche individuellen Hürden auf dich zukommen, wird dir keiner vorher sagen können. Man wächst mit seinen Aufgaben. Im Zweifelsfall wirst du immer eine Ausbildung haben, auf die du wieder zurückgreifen können wirst.

Du lebst nur einmal.

MEong:atMa


P.s.: Psychologie bei der Fernuni Hagen würde ich NICHT machen! Für gewisse Fächer brauchst du einfach das Angebot der Tutorien und Übungen, weil du alleine Schwierigkeiten haben wirst, dir das so anzueignen, dass es in den Klausuren dann reicht. Abgesehen davon, siebt die Fernuni Hagen in Psychologie extrem.

Ich habe mein Abitur über den zweiten Bildungswegs gemacht und hatte eine Dreierclique von Mädels in meinem Jahrgang. Alle drei wollten Psychologie studieren und sind allein schon deshalb in den LKs Mathematik und Psychologie gewesen. Als eine von ihnen dann mit ihrem Abischnitt nicht ins Studium untergekommen wäre, entschlossen sie sich, gemeinsam Psychologie per Fernuni Hagen zu studieren. Die haben das wirklich nicht blöde gemacht und sie hatten eine gute Portion Selbstdisziplin und vor allem waren sie auch noch als Team unterwegs. Zwei von ihnen sind trotzdem durch die Prüfungen gerasselt - und das nicht zu knapp. Damit war's das dann für die beiden und die Wege trennten sich.

c-rieNcharlxie


....also mir wäre Psychologie als Hauptfach ja zuviel Mathe, aber bitte....

mal eine Frage:

muß man denn für einen Psychotherapeuten unbedingt Psychologie studieren?

Ich meine, wenigstens zwei zu kennen,

die das nicht studiert haben.....

einer kam über Philosophie, Theologie,

die andere über....

?

Aber es kann nicht Psychologie gewesen sein, denn sie hat nur einen Magister und ich glaube, den gibt es für Psychologie gar nicht (?)

c&riechxarlie


....ich finde auch,

dass Psychologie für Hagen ungeeignet ist, habe das bei meinem Bruder gesehen...

ich habe Psycho im Nebenfach studiert, er an der Fernuni den Bachelor Psycho...

aber hing ständig bei mir wegen Fragen... gar nicht so sehr inhaltlich, aber die Psychodenke ist eine ganz eigene, man sollte in Seminaren sitzen und diskutieren, um das zu entwickeln.

Sehe ich auch an meinen eigenen Studenten nun in solchen "Laberfächern", es sind nämlich keine Labereien, sondern knallharte Argumentationsstrukturen und Perspektivenwechsel in bestimmte Richtugnen, Du mußt quasi immer lernen, okay, meine Welt ist blau, aber die von Paradigma X ist rot, also muß ich in rot denken und argumentieren, das lernt man m.A. nach nicht über Bücher.

Abgesehen davon denke ich, der Schnitt ist eh zu schlecht.

Schau doch mal rein in studis-online, da diskutieren das auch Frischabiturienten und wälzen aktuelle Erfahrugnen und Zahlen.

Poe=eKxlee


Ein praktischer Tip: solltest du aus dem Ruhrgebiet, Niederrheingebiet stammen, kannst du ohne Probleme in Brüssel Psychologie im Abendstudium studieren. Die sind auf arbeitende Leute spezialisiert mit sehr wenig Anwesenheidspflicht, viel digital. Es gibt hier einen Haufen Deutscher die das machen. Und ja, es ist ein wissenschaftliches Studium, aber Psychologie ist echt nicht "rocket science". Mit Disziplin ist das gut zu schaffen.

cfriaech7arlixe


Meine Idee wäre auch gewesen:

lieber Medizin studieren.

ich habe einige Ärzte in der Familie, jeder jammert immer über die Assistenzarztzeit, aber hey, man arbeitet gesichert und verdient Geld und hat eben, wie @sun sagt, gleich eine andere Ausgangsposition.

Ich habe einen Facharzt für Psychiatrie in der Familie,

das sehe ich immer ambivalent; auf der einen Seite ist es medizinisch hochinteressant, wenn z.B. katatonische Patienten kommen und man muß sich mit allem Wissen an denjenigen rantasten....

ist jedes Mal neu und am Ende weiß man, was man geschafft hat, wenn derjenige das erste Mal wieder mit seinem Ehepartner spricht oder ihn erkennt.

Auf der anderen Seite ist es unglaublich viel Papierkram, was meinem Arztverwandten echt zu schaffen macht.

Aja, und eine medizinische Dissertation ist auch viel leichter als ein Dr. phil.!

Ich bin schon im zweiten Jahr, werde wohl 3 brauchen,

mein Arztschwager hat letzten Monat angefangen und ist im November fertig.... weil er einfach quantitativ Daten auswertet und fünf Bücher dazu zusammen schreibt....

vielen Dank auch ;-)

Mlong4ata


Richtiger, klassischer Psychotherapeut für Kinder und/oder Erwachsene kann man mit einem Medizin- oder einem Psychologiestudium werden.

Psychotherapeut nur für Kinder kann man noch werden, wenn man Pädagogik studiert hat.

Und dann gibt es da noch die Therapeutenausbildung für "alle anderen", die dann aber eben keine Therapie, sondern nur eine Beratung durchführen dürfen. Eine solche "therapeutische" bzw lebensberatende Betreuung muss der Patient immer privat bezahlen.

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