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Sinn oder Unsinn? Zweitstudium?

t~raumCtänzer+inabc hat die Diskussion gestartet


Zu meiner Lage: Ich habe 3 Jahre Soziale Arbeit studiert und an sich hat mir das Studium Freude bereitet. Dann kam das erste Praktikum und ich stand mitten in der Realität.

Die Mitarbeiter klagten über miese Bezahlungen, alle waren unzufrieden.

Aus Unsicherheit habe ich mich an meiner Hochschule für die Berufsberatung eingeschrieben und die Frau vom Arbeitsamt sagte klipp und klar (ich zitiere): ,, Würden meine Kinder Soziale Arbeit studieren wollen. Ich hätte es verboten."

Sie sprach sich klar gegen Soziale Arbeit aus und meinte das es ein Knochenjob wäre und wenn ich zweifle soll ich noch eine Zweitausbildung machen.

Ich äußerte dann das ich 3 Möglichkeiten nach dem Studium habe: Arbeiten, den Master in Sozialer Arbeit machen oder Lehramt dran hängen. Die Mitarbeiterin der Arbeitsagentur riet zu Lehramt.

Soweit so gut.

Hätte ja alles gut sein können. Wenn die lieben finanziellen Sorgen nicht wären.

Da ich meine Erstausbildung mit Sozialer Arbeit dann abgeschlossen habe, bin ich raus aus der Unterhaltssache. Bedeutet meine Eltern sind nicht mehr verpflichtet Unterhalt zu zahlen.

Ich hätte wirklich Lust auf Lehramt. Aber mich plagen finanzielle Ängste.

Meine Mutter wäre bereit mich trotzdem mit 400 Euro zu bezuschussen (habe eine eigene Wohnung- sie würde Miete und Krankenversicherung übernehmen). Den Rest müsste ich dazu verdienen.

Die Uni liegt anderthalb Stunden von zu Hause. Pluspunkt ist: Ich kann kostenlos Bahn fahren durch das Semesterticket.

Minuspunkt: Ich frage mich ernsthaft wie ich das mit einem Nebenjob vereinbaren kann.

Die Seminare sind lang und nicht ohne und ich muss ja Hin und Rückweg einkalkulieren und nebenher noch leben und dann sind da die lieben Gebühren fürs Zweitstudium.

Elternunabhängiges Bafög kriege ich nicht.

Was also tun? Die Frau vom Amt meinte ich falle weich, wenn es mit dem Zweitstudium nicht klappt und könnte dann immer noch notfalls als Sozialarbeiterin gehen.

Antworten
t8raumt?änze!rinxabc


Also ich würde das Zweitstudium nicht wegen der Frau vom Arbeitsamt machen, sondern weil ich mit Sozialer Arbeit auf lange Sicht keine Perspektive finanziell sehe und sicher bin, dass ich mir wegen der Klienten mehr die Nerven kaputt mache, als mit einer Schulklasse. Außerdem könnte ich endlich Wissen vermitteln, was ich schon immer so genial fand.

spens4ibelxman


sondern weil ich mit Sozialer Arbeit auf lange Sicht keine Perspektive finanziell sehe und sicher bin, dass ich mir wegen der Klienten mehr die Nerven kaputt mache, als mit einer Schulklasse.

Da ich diverse Lehrerinnen aus engstem Bekannten- und Verwandtenkreis kenne möchte ich dich vor Illusionen bewahren: Wenn man keine Nerven "wie Stahlseile" hat oder der Umgang mit auch schwierigen Menschen schwer fällt, können auch manche Schulklassen stark die Nerven beanspruchen- u.U. mehr als deine Klienten. Auch finden Lehramtsanwärter in Abhängigkeit vom Ort und von den Fächern keinesfalls immer leicht eine Stelle.

t"raumtänz5erWin+abxc


Ich weiß das. Ich komme aus einer Lehrerfamilie und habe bereits etliche Praktika an Schhulen hinter mir. ;-)

Dummerweise habe ich mich damals für Soziale Arbeit entschieden. Letztendlich vermittelt man Wissen, macht ansonsten aber fast das gleiche wie bei sozialer Arbeit. Mit einem Unterschied: Man verdient mehr Geld.

Ich war zuletzt als Schulsozialarbeiter im Praktikum eingesetzt. Die Arbeit war toll. Noch toller war es aber Wissen zu vermitteln und vor der Klasse zu stehen. Da habe ich gemerkt: Das ist es. Leider 3 Jahre zu spät.

Bfambxiene


Wenn du mein Kind wärst, würde ich dich auch unterstützen und dir Mut machen, dass du es packst! Da du es auch selber gerne willst, wird dir das Studium sowieso Spaß machen und demzufolge auch etwas "leichter" fallen.

Jetzt das Organisatorische:

Die täglichen Bahnfahrten würden also 3 Stunden dauern? Von Haustür zu Haustür oder kommt da noch was an Zeit dazu? Wäre ein Umzug in ein WG-Zimmer der Unistadt eine Option? Wenn nein, könntest du im Zug lernen? Arbeiten und Referate als Beispiel vorbereiten?

Hast du dir ausgerechnet wieviel du im Monat zwingend brauchen würdest? Für Extras könntest du in den Ferien einen Job finden.

t|rau%mtänz&eri@nabc


Ich glaube ohne regelmäßigen Nebenjob läuft nichts.

Ich habe bisher 400 Euro von meinem Vater bekommen. Das aber auch nur dank dem Gericht.

Das würde dann extra wegfallen. 5 Jahre wird ziemlich lange werden. Ich bin schon 24.

Aber ich denke immer: Wo ein Wille da ein Weg.

Umziehen kommt erstmal nicht in Frage, bis ich Geld für einen Umzug gespart habe.

Wenn ich das zusammen habe könnte ich mir aber auch vorstellen hinzuziehen.

Problem ist, dass ich meine jetzigen Möbel sicher nur schwer unterkriege und momentan ziemlich pleite bin.

Das Studium beginnt im Oktober. Damit hätte ich noch einen Monat zum jobben.

m}nexf


klipp und klar (ich zitiere): ,, Würden meine Kinder Soziale Arbeit studieren wollen. Ich hätte es verboten."

Wie sympathisch ;-D - im Ernst: Berufsberatung schön und gut. Aber auch mit Vorsicht zu genießen. Gerade wenn es um Studienangelegenheiten und Aussichten danach geht sind die Herrschaften dort doch oft sehr unwissend.

Disclaimer für alle, die selbst dort arbeiten: Natürlich nicht alle ;-D

Ob Soziale Arbeit ein Knochenjob ist hängt damit ab, wo man damit denn arbeitet. So pauschal ist die Aussage Schmu.

Wenn du wirklich Lust aufs Lehramtsstudium hast, dann tus. Ich würde aber selbst ganz genau meine Beweggründe hinterfragen, sonst stehst du bald im Klassenzimmer und hast gleich noch eienn Realitätsschock.

Bildungskredite gibts zT auch für Zweitstudien, wenns finanziell gar nicht anders geht.

t`rau2mtä2nze%rinabc


Ich denke ich weiß was auf mich zukommt.

Ich mache mir da keine Illusionen und ich sehe auch wie fertig und ausgebrannt meine Mutter nach 25 Jahren im Lehramt ist.

Aber ich sehe auch die tollen Momente.

Kannst du bezüglich Krediten und Zweitstudium noch ein paar Infos geben? Gern auch per PN.

s>ehnsib8e]lxman


Da habe ich gemerkt: Das ist es.

Dann versuche es. Ich würde aber Bambienes Ratschlägen folgen.

umziehen kommt erstmal nicht in Frage, bis ich Geld für einen Umzug gespart habe.

Umziehen kostet ein paar kräftige Hände (aus Verwandtschaft und Bekanntschaft- die das u.U. schon für ein nettes Essen und eine nette Party erledigen- oder auch einfach aus Hilfsbereitschaft) und einen gemieteten Transporter und Umzugskisten.

B%ambipene


Mir fällt jetzt noch eine Zwischenlösung ein:

Könntest du jetzt zB ein Jahr in irgendeinem sozialen Bereich arbeiten? Die Mama bitten das Geld das sie dir geben wollen würde für dich anzusparen? Dann mit gespartem Geld von Mama und aus eigenen Mitteln den Umzug organisieren und dich dann vor Ort um einen studienbegleitenden Job kümmern?

k}leiner)_dracKhenwstexrn


Wenn du wirklich Lehramt machen willst, dann mach es. Wenn du Hauptschule machst, bekommst du sogar meist was aangerechnet vom Studium der Sozialen Arbeit.

So viel besser ist das allerdings jetzt auch wieder nicht bezahlt...Und Lehramt an Gymnasien/ Realschulen: vergiss es! Ich kenne niemanden, der in den letzten 8 Jahren mehr als eine prekären Job bekommen hat, außer er war bereit sich ins hinterletzte bayrische Kuhkaff versetzen zu lassen.

Generell finde ich das "schelcht verdienen" jammern auf echt hohem Niveau! Vor allem bei den Soz.Päds.! Soooo schelcht verdienen die nämlich auch wieder nicht, verglichen mit Erziehern oder HEP oder Leuten in Pflegeberufen.

Auch im Vergleich zum Handwerk ist die Bezahlung nicht schlecht.

Also auf 2.000 Netto kommt man im ÖD schön, mit Vollzeit und entsprechden Arbeitsjahren.... da würden sich viele Leute die Finger danach schlecken in anderen Berufen!

t2raumtännzerixnabc


Kommt aber drauf an wo man wohnt. Hier bekommen Leute mit Bachelorabschluss für Soziale Arbeit nur knapp 1200 Euro.

Für 2000 müsste man schon den Master haben. So viel hat mein Praxisanleiter nicht mal bekommen, der schon seit 20 Jahren als Sozialarbeiter mit Diplom arbeitet.

Ein Jahr arbeiten ginge. Nur bin ich dann auch wieder ein Jahr älter und wenn man einmal nicht mehr mit ein paar Kröten im Portemonnaie auskam glaube ich, dass es verdammt schwer wird diese Sicherheit wieder aufzugeben und sich wieder zu verschlechtern.

Wer verschlechtert sich schon, wenn er einmal pro Monat 1000 Euro hatte und dann wieder bei Mama am Tropf hängt.

mwnexf


Wobei Bachelor ja auch wirklich nicht das höchste der Gefühle ist, in einigen Unternehmen gilt es nichtmal aus "abgeschlossenes Hochschulstudium" (sondern erst alles ab Master). Das wundert mich daher nicht :-/

Ich meinte KfW-Kredite, Hier gibts die Infos zu dem, der mir gerade vorschwebte:

[[https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Studieren-Qualifizieren/Finanzierungsangebote/KfW-Studienkredit-%28174%29/]] , tw. auch mit anderen Leistungen kombinierbar wie dem "BAföG-Bankdarlehen" (findest du da auch in der Kategorie)

Teilweise kann man auch Stipendien bekommen, aber bei Lehramt konkret weiß ich nicht, ob es da Möglichkeiten gibt. Absolut nicht meine Fachrichtung ;-D

t2raQumStänzerQinaxbc


Bist du dir sicher das das auch für die Zweitausbildung gilt?

Normales bekomme ich nicht.

m0ustgepZluxme


Würde der reguläre Master auch schon als Zweitausbildung zählen?

grade in der sozialen Arbeit gibts es doch so viele Bereiche zum Wissenvermitteln, Prävention z.b.

Und das schlecht verdienen kann ich überhaupt nicht bestätigen, mein Einstiegsgehalt (diplom) waren knapp 1500€ netto bei einer halben Stelle ":/ das finde ich jetzt nicht so wahnsinnig wenig!

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