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Termin beim Amtsarzt

M.issuGuilxty hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich habe eine mündliche Zusage für einen Arbeitsplatz beim ÖD (angestellt in der Verwaltung, Teilzeit). Den Vertrag kann ich erst nach der positiv verlaufenen amtsärztlichen Untersuchung unterschreiben.

Irgendwie habe ich Bedenken, dass es daran scheitern könnte. Sicherlich kommt die Frage nach Medikamenten, die man einnimmt. Ich nehme seit gut 2 Jahren Antidepressiva (erst Cipralex, jetzt Venlafaxin). Wenn er dann noch fragt, warum ich dies einnehme...puh. :-| Muss ich das alles preisgeben?!

Ich hab gelesen, dass ein Hörtest durchgeführt wird. Hier ist dann das nächste Problem. Ich habe eine Otosklerose. Auf dem rechten Ohr höre ich sehr schlecht. Ich telefoniere z. B. auch nur mit links. Ich denke trotzdem nicht, dass man davon was merkt. Mein linkes Ohr funktioniert sehr gut und es ist auch nicht so, dass ich nachfragen muss, weil ich etwas akustisch nicht verstehe. Alles also halbwegs normal. Nur der Hörtest wird die blanke Wahrheit offenlegen, denke ich mal.

Wären das schon Kriterien, mich bei dieser medizinischen Untersuchung "durchfallen" zu lassen? %:|

Erfährt man das Ergebnis direkt?

Danke für alle Antworten, dir hier eintrudeln werden (hoffentlich!). ;-D

Antworten
MmissulsMia


Ich war seinerzeit (allerdings schon vor 15 Jahren) wegen einer Ausbildung im öffentlichen Dienst beim Amtsarzt und kann mich leider kaum noch daran erinnern.

Ich meine, das Ergebnis damals direkt mitgeteilt bekommen zu haben. Bei mir war mein Übergewicht das Problem und ich habe vom Amtsarzt die Auflage bekommen, in den kommenden drei Jahren deutlich abzunehmen und mich dann eben einer entsprechenden Nachuntersuchung zu unterziehen. Somit bin ich also nicht direkt "durchgefallen".

Ist bei Dir denn kurz- bzw. mittelfristig das Ausschleichen der Antidepressiva geplant? In dem Fall kann ich mir nämlich eigentlich nicht vorstellen, dass Du - sollte das tatsächlich ein Problem darstellen - direkt verloren hast.

Wie ist das mit der Otosklerose, ist das operabel oder so?

M<i#ssGuxilty


Hallo und danke für deine Antwort!

Nein, noch ist vom Ausschleichen des AD keine Rede. Ich befinde mich auch noch in mitten einer Therapie. :-/

Und ja, die Otosklerose ist rein theorethisch operabel. Mein HNO rät mir aber davon ab. Und ich vertraue ihm da voll und ganz, weil mich von Anfang an kennt. Wie gesagt, ich fühle mich nicht eingeschränkt, das ich rechts kaum höre. Und eigentlich erwähnt man ja seine Wehwehchen nicht in einer Bewerbung. :-X

Dki7eKruxemi


Wären das schon Kriterien, mich bei dieser medizinischen Untersuchung "durchfallen" zu lassen?

Grundsätzlich nicht. Der Arzt beurteilt deine Einsätzfähigkeit im Hinblick auf die auszuübende Tätigkeit. Bist du z.B. gegen eine Vielzahl von Reinigungsmitteln allergisch, wäre ein Einsatz im Reinigungsdienst kritisch, in der Telefonzentrale wäre es jedoch kein Problem.

Und das selbe gilt bei den Antidepiessiva. Nimmst du sie, weil du Angst vor Menschenansammlungen hast, wäre ein Einsatz im Sozialamt oder Strassenverkehrsamt ggf schwierig, aber insges. sind Depressionen, vor allem, da sie ja behandelt werden, jetzt kein Grund für eine generelle Nicht-Eignung.

Und auch die einseitige Hörminderung ist nur dann ein Problem, wenn der Arbeitsplatz gutes, beidseitiges Hören erfordert. Im Großraumbüro kann es wichtig sein, von beiden Seiten ansprechbar zu sein (Multitasking, am Telefon reden und gleichzeitig Hinweise / Infos von Kollegen verstehen etc). Aber die Schranke ist da sehr hoch, ich kenne einen Chirurgen im ö.D., der auf einem Auge blind ist......

MDissG!uilXty


Hm, also lese ich jetzt zwischen den Zeilen, dass ich schon offen mit meiner Medikamenteneinnahme umgehen sollte?! Würde mein AG was davon erfahren? Oder erfährt dieser nur "ist geeignet" oder "ist nicht geeignet"?

D+ieK1ruexmi


Dein Arbeitgeber erfährt keine medizinischen Details, sondern nur "geeignet", "geeignet mit folgenden Einschränkungen blabla" oder "nicht geeignet". Denn auch der Amtsarzt darf nicht alles ausplaudern ;-)

Lügen würde ich nicht.

PaorLtlaxnd


Hallo Miss Guilty,

ich wusste gar nicht, dass man auch als Angestellter im ÖD zum Amtsarzt muss.

Ich war das letzte Mal dort, wegen meiner Verbeamtung auf Lebenszeit.

Die Untersuchungen sind sehr genau (inklusive Blutbild/Urin/Blutdruck etc. pp).

Auch darf der BMI nicht über 28 oder 30 sein.

Je nach Bundelsand.

Ich nehme seit gut 2 Jahren Antidepressiva (erst Cipralex, jetzt Venlafaxin). Wenn er dann noch fragt, warum ich dies einnehme...puh. :-| Muss ich das alles preisgeben?!

Ja, das musst Du. Auch dass Du in psychiatrischer Behandlung bist, und warum.

Der Amtsarzt wird sich dann Berichte des Psychiaters anfordern (da musst Du dann eine Schweigepflichtsentbindung unterschreiben), und dann entscheiden, ob Du "den besonderen Anforderungen des ÖD gewachsen bist, bzw. tauglich bist").

Sollte die Diagnose Depressionen/Neurose/Bipolare Störung sein, wird der Antsarzt Dir mit Sicherheit kein positives Zeugnis ausstellen. :°_

Ich hab gelesen, dass ein Hörtest durchgeführt wird. Hier ist dann das nächste Problem. Ich habe eine Otosklerose.

Du musst sämtliche Erkrankungen angeben - es werden dann, wie gesagt, Berichte der behandelnden Ärzte angefordert und u.U. amtsärztlich auch noch mal untersucht.

Wären das schon Kriterien, mich bei dieser medizinischen Untersuchung "durchfallen" zu lassen? %:|

Ich weiß nicht wie streng die Kriterien für Angestellte im öffentlichen Dienst sind , aber verbeamtet würdest Du sicherlich nicht werden.

Erfährt man das Ergebnis direkt?

Falls es direkt ein "ja" oder ein "Nein" gibt, schon.

Sollten sie Dich erst noch weiter untersuchen wollen, um zu entscheiden, nicht.

Oder erfährt dieser nur "ist geeignet" oder "ist nicht geeignet"?

Er erfährt nur, ob Du geeignet bist.

[...]vor allem, da sie ja behandelt werden, jetzt kein Grund für eine generelle Nicht-Eignung.

Dem möchte/muss ich leider vehement widersprechen.

Depressionen sind ein absolutes k.o. Kriterium für den ÖD.

Auch wenn sie behandelt werden.

Das mussten zwei Studienkolleginnen von mir bitter erfahren - sie durften ihre Planstellen nicht antreten.

Das Bundesland will da kein Risiko eingehen, da Depressionen hohe Rückfallquoten haben, und auch oft körperliche Folgeerkrankungen ( die ja dann zu Dienstausfall führen können) mit sich bringen... :-/

Hm, also lese ich jetzt zwischen den Zeilen, dass ich schon offen mit meiner Medikamenteneinnahme umgehen sollte?!

Ja, Du musst dort auch schriftlich mit Unterschrift bestätigen, ob Du Vorerkrankungen hast/in Behandlungen bist/Medikamente nimmst.

Solltest du dort lügen, und es sollte später rauskommen kommt Dich das finanziell und auch strafrechtliche teuer zu stehen.

Liebe TE, ich will Dich nicht verletzen, aber Deine Chancen sind nicht gut.

Alles Liebe @:)

DQieKr uemi


Dem möchte/muss ich leider vehement widersprechen.

Depressionen sind ein absolutes k.o. Kriterium für den ÖD.

Auch wenn sie behandelt werden.

mhh, kann es sein, dass es da in den Bundesländern Unterschiede in der "Strenge" gibt?

Ich war extrem erstaunt, als ich seit Jahren meinen ehemaligen Nachbarn traf. Er war ca 20 Jahre seines Lebens Heroin-abhängig, an Armen und Händen sieht man keinerlei Adern mehr ( d.h. auch ein Laie kann sehen, wie er sein Leben geführt hat, ein Arzt erst recht) , weil sie alle "zerschossen" sind, er war in x Entzugskliniken, nun clean und wurde grad als Lehrer an einer Berufsschule verbeamtet--obgleich er mehr als die Hälfte seines Lebens drogenabhängig war und der letzte Konsum grad mal 2 Jahre her war.

Grad beim Lehrer-Beruf, der ja eine hohe burn-out-Quote hat und der Stresslevel enorm ist, dachte ich, dass da der Maßstab höher liegt- was ja dann zu deinem Bericht passen würde, da ich annehme, deine Studienkolleginnen wollten Lehrer werden.

T{hiUs TwwilgighVtt UGarxden


Krass, dann müssten ja theoretisch alle verbeamteten Personen top Gesund sein, körperlich wie psychisch... ":/

PSorctlanxd


Krass, dann müssten ja theoretisch alle verbeamteten Personen top Gesund sein, körperlich wie psychisch... ":/

Zum Zeitpunkt der Verbeamtung auf Lebenszeit muss man das nachweisen können,ja. :)z

Das hat auch einen guten Grund:

Als Beamter steht man in einem lebenslangen Dienst- und Treueverhältnis mit seinem Dienstherren. Und dies beidseitig.

D.h. sollte man aus gesundheitlichen Gründen ausfallen, wird man dennoch weiterhin besoldet, behält sein Amt und erhält auch weiterhin 50 % Beihilfe zur Krankenversicherung (die Kinder und Ehepartner sogar 80%) und seinen Pensionsanspruch.

Da sagt der Diensherr zurecht:

"Drum prüfe wer sich ewig bindet." :)z

Er war ca 20 Jahre seines Lebens Heroin-abhängig, an Armen und Händen sieht man keinerlei Adern mehr ( d.h. auch ein Laie kann sehen, wie er sein Leben geführt hat, ein Arzt erst recht) , weil sie alle "zerschossen" sind, er war in x Entzugskliniken, nun clean und wurde grad als Lehrer an einer Berufsschule verbeamtet--obgleich er mehr als die Hälfte seines Lebens drogenabhängig war und der letzte Konsum grad mal 2 Jahre her war.

Dein ehemaliger Nachbar wurde sicherlich nur im Rahmen seiner Ausbildung "auf Widerruf" verbeamtet.

Dies ist im Referendariat so üblich - dieser Status erlischt jedoch automatisch mit Beendigung dieses Ausbildungsabschnittes.

Da ist der Amtsarzt noch nicht streng.

Ein ehemaliger Drogenabhängiger würde niemals auf Lebenszeit verbeamtet.

Darauf gebe ich dir Brief und Siegel...

Er wird seinen Beruf also auf lange Sicht - wenn überhaupt- lediglich im Angestelltenverhältnis ausüben dürfen.

Egal in welchem Bundesland.

T2hi%s TwiZljight tGarden


Ich kenne jemanden mit einer Sprachbehinderung (Gaumenspalte) der in der Poststelle des Finanzamtes arbeitet und auch verbeamtet ist.

DPieK&ruemi


Ich kenne jemanden mit einer Sprachbehinderung (Gaumenspalte) der in der Poststelle des Finanzamtes arbeitet und auch verbeamtet ist.

Eine Gaumenspalte ist ja keine Erkrankung, die mögliche längere Arbeitsunfähigkeitszeiten nach sich zieht oder zu einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit führen kann.

MwisSsG~uTiltxy


Hallo ihr Lieben,

wollte euch nur sagen, dass ich heute das "Go" vom Amtsarzt bekommen habe. :)= Er war sehr nett zu mir und sah meinen ausgefüllten Fragenbogen an und fragte "...und Sie haben also psychische Probleme?", was ich dann natürlich auch bejahte. Ich hab es kurz erklärt und er meinte, dass sei halb so Wild. Jeder hätte mal ein Tief, wichtig sei, dass man da wieder rauskommt.

Wie lange dauert das jetzt, bis er sein Gutachten an den ÖD sendet?! Geht das schnell oder nimmt das auch wieder Wochen in Anspruch?!

M]isdsG<uilty


Und noch eine Frage:

ich musste den Amtsarzt schriftlich von seiner Schweigepflicht entbinden. Heißt das, dass der ÖD nun doch erfährt, was ich alles so für Problemchen habe?! Ich dachte er teilt nur mit, ob ich gesundheitlich für die vorgesehene Stelle geeignet bin oder nicht?!

MlissGiuixlty


Hab gerade im Netz gestöbert und ich befürchte, dass doch der ÖD entscheiden wird und nicht der Amtsarzt.

Der Amtsarzt wird vom Dienstherrn aufgefordert, eine Untersuchung auf Dienstfähigkeit/Dienstunfähigkeit vorzunehmen und hierzu ggf. einen Facharzt hinzuzuziehen.

Nach dessen Feststellung muss der Dienstherr (nicht der Amtsarzt) über die Dienstunfähigkeit entscheiden und zwar auf der Grundlage des Untersuchungsergebnisses der hinzugezogenen Ärzte. Dazu ist es natürlich erforderlich, die getroffenen Feststellungen der Ärzte zu kennen.

§ 48 BBBG sagt klar, dass der Arzt die tragenden Gründe für das Gutachten der Dienststelle mitteilung, soweit deren Kenntnis für die zu treffende Entscheidung erforderlich ist.

:-( :°(

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