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Warum bezieht ihr Hartz IV?

PdortElanxd


Guten Morgen!

Vielen Dank für Eure Ansichten, geteilten Erfahrungen und Einblicke. :-)

Um es gleich vorauszuschicken:

Niemand wird hier gezwungen zu lesen oder zu schreiben.

Meine Gedanken zum eben Gelesenen:

Dem Leben am allleruntersten Rand der Gesellschaft?

...ich fühle mich auch nicht wie am alleruntersten Rand der Gesellschaft.

Obwohl ich häufig nicht viel Geld hatte, hatte ich nie das Gefühl arm zu sein oder zum alleruntersten Rand der Gesellschaft zu gehören.

Viele scheinen sich an dieser Definition gestört zu haben, deshalb möchte ich erklären, weshalb ich sie gewählt habe.

Den Begriff hätte ich gerne weder moralisch noch abwertend verstanden - sondern schlicht aus Sicht und Perspektive des Sozialstaats bzw. unseres Systems.

Die Menschen, welche sich (und ihre Nachkommen) nicht selbst finanziell versorgen können, bzw. darauf angewiesen sind, von den Abgaben der anderen Mitglieder eines sozialen Systems zu leben um sich zu finanzieren, sehe ich faktisch als untersten Rand oder auch schwächstes Glied einer Gesellschaft.

Oder auch per Definition als "arm" und bedürftig.

Wer hier moralisch gewichtet liest, hat mich missverstanden. *:)

Man kann mit Hartz 4 prima über die Runden kommen, wenn man anspruchslos ist. [...] Kinokarte incl. Popcorn und Cola ist dann gestrichen. [...] Das Auto �� wird abgeschafft, oder man lebt tagelang von Toastbrot und Billigwurst, weil eine Rechnung fällig ist.

[...] Geht alles ohne sich schlecht zu fühlen.

Zumindest wenn das kein Jahrelanger Dauerzustand ist.

Es freut mich für den Einzelnen, wenn er/sie in der Lage ist, solche Verzichte hinzunehmen und dennoch glücklich zu sein. Das meine ich ehrlich.

Ich denke für mich persönlich wäre die finanzielle Einschränkung mit dem Essen ich würde Toastbrot und Billigwurst nicht einmal als einmalige Mahlzeit glücklich runterbekommen wohl die Schlimmste.

Das würde mich definitiv unglücklich machen, da gesundes und hochwertiges Essen für mich ein großes Stück Lebensqualität darstellt, und natürlich auch die gesunde Entwicklung der Kinder ganz maßgeblich bedingt.

Auch die individuelle Förderung der Kinder (Hobbies/Kurse/Vereine/Instrumente/Sportgeräte ...) ist maßgeblich eine finanzielle Frage.

Für mein persönliches Glück sehr wichtig, ist mir auch die Freiheit regelmäßig zu reisen, und mich meinem Geschmack und Stil entsprechend zu kleiden und einzurichten.

"Glücklich Leben" - was die wirtschaftliche Situation betrifft - und "über die Runden kommen" sind zwei ganz verschiedene Situationen.

Letztere Stelle ich mir, vor allem auf Dauer, mehr als belastend vor.

Wie gesagt: schön, wer trotz wirtschaftlicher Armut glücklich sein kann!

Und jeder, aber wirklich jeder kann heute in die Lage kommen zum Hartz 4 Empfänger zu werden!

Dem wage ich mal vorsichtig zu widersprechen, auch wenn ich weiß, dass da wohl die "heilige Forumsinquisition" über mich hereinbrechen wird.

Um diesen Einspruch kurz auszuführen: in meinem beruflichen und privaten Umfeld gibt es z.B. Niemanden, dem dies drohen könnte.

Auch nicht bei "Worst-Case-Szenarien" wie (*klopf auf Holz*) Verlust des Jobs/Partners/der Gesundheit.

Dazu ist bei einer bestimmten sozialen Schicht die getroffene Vorsorge und der "wirtschaftliche Puffer" (Berufsunfähigkeitsversicherungen, Immobilien, Privatvermögen, Vermögen der Familie oder des Partners, Beamtenstatus etc.) zu groß um in Richtung Hartz IV zu rutschen.

Das ist nun - möchte ich betonen auch wenn es vermutlich nichts bringen wird - keine "Schuldzuweisung" an Menschen, die in die Lage kamen auf Hartz IV angewiesen zu sein.

Es ist lediglich ein Relativieren und Differenzieren der Aussage, dass es Jeden treffen könne.

Meine Eltern waren Kriegskinder, wieviel schwieriger muss DAS gewesen sein?

Das ist sicher noch ein ganz anderes Thema.

Und eine kaum vorstellbare Not.

Wie gehen Betroffene mit der Perspektivlosigkeit/den Einschränkungen/dem Leben am alleruntersten Rand der Gesellschaft um? ....(....)..... dass ich mir überhaupt nicht vorstellen kann in Armut zu leben....(....)......Es muss schrecklich sein, nicht für sich - oder gar für seine Kinder - sorgen zu können.

Das sind Vorurteile. Auch wenn sicher von Dir nicht beabsichtig

Das kann man sicher so sehen, dass dies Vorurteile sind.

Meines Wissens ist es jedoch Fakt, dass es für die viele Menschen eine enorme Belastung darstellt auf Sozialhilfe angewiesen zu sein bzw. den Lebensunterhalt für sich (und evtl. seine Familie nicht aus eigener Kraft erbringen zu können.

Ebenso die starke finanzielle Einschränkung.

Zwei interessante Artikel, die ich zum Thema fand:

[[http://www.nachdenkseiten.de/?p=21745 Armut macht krank - Krankheit macht arm]]

In den letzten Jahrzehnten haben internationale Studien immer wieder aufgezeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen und gesundheitlichen Lage von Menschen besteht: Viele Krankheiten, Beschwerden und Risikofaktoren kommen bei Personen mit niedrigem sozioökonomischen Status, gemessen zumeist über Angaben zu Einkommen, Bildung und Beruf, häufiger vor als bei Personen mit höherem sozioökonomischen Status.

Aktuelle Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts im Rahmen der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes zeigen, dass Frauen und Männer, deren Einkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze liegen, ein im Verhältnis zur höchsten Einkommensgruppe um das 2,4- bzw. 2,7-Fache erhöhtes Mortalitätsrisiko haben.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die zunehmenden sozialen Unterschiede in Deutschland machen immer mehr Menschen arm. Die zunehmende Armut und der mit dieser verbundene Stress wiederum machen immer mehr Menschen krank.

[[http://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/a-1002037.html#spRedirectedFrom=www&referrrer= Langzeitarbeislose fühlen sich kränker als Erwerbstätige]]

@:)

Z+imLterellxa


Ich gehe mal davon aus, dass sich diejenigen, auf die diese ganzen in der Gesellschaft kursierenden Vorurteile beziehen, hier garantiert nicht zu Wort melden werden.

Daher möchte ich mal einige Fälle aus meiner Arbeits - und Lebenswelt darstellen, die vermutlich eine große Bandbreite repräsentieren.

Sie, Mutter zweier Kinder, geschieden, kein Schulabschluss, Ausbildung zur Schneiderin, Hartz4: faul, bildungsfern und bildungsungewohnt, verwöhnt. Lebensinhalt: Kettenrauchen, Kaffeetrinken, Esoterik, Internetchats. Will - nach eigene Aussage - gar nicht arbeiten.

Sie, Anfang 20, junge Pflegekraft, nach verpfuschter RückenOP im Rollstuhl, Hartz4. Will unbedingt wieder arbeiten trotz Behinderung, eine neue Ausbildung machen und wieder aktiv ins Leben starten.

Er, Handwerker, Vater zweier Kinder, nach der Lehre nicht übernommen. Hartz4. Braucht - nach eigener Aussage - erstmal Zeit für sich. Zum Arbeiten sei später noch Zeit.

Sie, Anfang 60, ungelernt, nie Sozialversicherungspflichtig gearbeitet, aber Mutter zweier Kinder, Scheidung und Rosenkrieg, Hartz4.

Sie, Ende 50, Ausbildung zur Industriekauffrau im renommierten Unternehmen, nach zwei Jahren Berufserfahrung entlassen, Familienarbeit geleistet, Hartz4.Zig Maßnahmen..Sucht einen Job, der Arbeitsvermittler sieht keine Chancen mehr.

Viele Menschen, verschiedene Schicksale. Gibt alles.

N&ordix84


Ich gehe mal davon aus, dass sich diejenigen, auf die diese ganzen in der Gesellschaft kursierenden Vorurteile beziehen, hier garantiert nicht zu Wort melden werden.

Das hab ich mir auch schon gedacht, hier wird sicher niemand laut schreien "Ich hab kein Bock zu arbeiten, ich leb prima vom Amt !". Das es solche Menschen gibt ist allerdings klar, ich frage mich bloß wie das Verhältnis aussieht. Sprich ob die, die hier schreiben die "vocal minority" sind oder ob es wirklich nur wenig arbeitsscheues Gesindel gibt.

Ich selbst hab auch mal ne Zeit von Hartz 4 leben müssen. Mit 19 nach der schulischen Ausbildung ein Praktikum gemacht und anschließend keinen Job bzw. keine betriebliche Ausbildung gefunden so das ich etwa ein Jahr suchen musste bis ich ne Stelle hatte. War für mich zu der Zeit allerdings finanziell keine Katastrophe, ich hab noch Zuhause gewohnt und es war am Ende mehr ein Taschengeld denn wirklich die Grundsicherung zum überleben.

E[hem~aliger: NuDtzer B(#2'4223x0)


Also, im Grunde ist es einfach erklärt:

Harzt4 bekommt jeder, der seinen angemessenen Bedarf nicht selbst bestreiten kann.

Das kann der ältere Herr sein, der mit 60 aus betriebsbedingten Gründen gekündigt wurde und jetzt Schwierigkeiten hat, bis zur Rente eine neue Arbeitsstelle zu finden und seine Miete irgendwie zahlen muss.

Es kann aber auch eine Familie mit 5 Kindern sein, da kann der Vater 2000€ Netto nach Hause bringen und es reicht trotzdem nicht. Also wird ergänzend Harzt4 gezahlt.

Die zweite Variante ist die häufigste Variante.

Und es ist wirklich so, es kann jeden treffen.

Mein Vater hat 40 Jahre gearbeitet, bei genau 2 Arbeitgeber (mit einer Unterbrechung beim Jobwechsel von 6 Wochen).

Er wurde krank, anfangs wollte die Rentenversicherung nicht zahlen, Krankengeld wäre bald ausgelaufen und dann stand meine Mum schon im Jobcenter und hat die Anträge geholt...... Die Anträge waren dann auch schon ausgefüllt, als dann doch die Nachricht von der DRV kam, dass mein Dad nun Erwerbsunfähigkeitsrente bekommen würde.

Letztendlich ist das Jobcenter die finanzielle Auffangstation für Menschen, die entweder nicht genug Geld erarbeiten, oder für Menschen, deren Gesundheitsstatus geklärt werden muss.

Und bei dem ganzen Text, mal von den Sozialschmarotzern abgesehen, die gibt's überall. Einige ziehen sich Jahre lang so durch den Harzt4-Bezug und ihnen ist es egal, ob sie deswegen 100%-Sanktionen haben, die Lebensmittelgutscheine reichen ja aus. Andere Sozialschamrotzer sind schon soweit erfolgreich gewesen, dass wirklich die DRV, JC und die Städte schon durch gewunken haben, für Sozialhilfe und Rentenbezug wegen Erwerbsunfähigkeit, einfach nicht auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt vermittelbar. Ist zwar die gleiche Menge an Geld, dafür fallen aber die Verpflichtungen wie Termine wahrnehmen, Arbeitsaufnahmen und so weiter weg.

E(hemal%ige*r Nudtzer (M#393910x)


Ich bin durch zwei unverschuldete Verkehrsunfälle ins H4 gerutscht.

Der erste Unfall war eigentlich nicht sooooo schlimm, aber es dauerte 1 1/4 Jahre bis man mich für voll nahm und die tatsächliche Schulterverletzung fand. Dadurch musste ich meinen erlernten Beruf, den ich sehr gern gemacht hatte und den Sport aufgeben.

Ich kämpfte aber für eine Umschulung. Fing eine betriebliche Umschulung an und hatte auch die Zusage zur Übernahme bei bestandener Prüfung.

Dann kam der zweite Unfall. Ein Schulbus nahm mir die Vorfahrt und ich bin frontal mit dem Auto rein.

Hab zwar dann etwas über 1 JAhr später die Umschulung als übertriebliche neu angefangen und durchgezogen, aber hab danach nie einen Job bekommen.

Inzwischen ginge aber auch der Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr.

Bei mir ist es so: Für die Arbeit eigentlich zu kaputt (laut ELF-Testung nur noch Telefonistin- kein Callcenter oder Rezeptionistin) und für die Rente eben zu gesund. Also ärger ich mich halt mit den Launen meines Sachbearbeiters rum.

Verdiene mit durch Zeitungsaustragen (hab dafür nen uralten Ziehwagen mit Plastikbox drauf) ein bischen was dazu. Dann gebe ich kostenlos zwei Jugendlichen aus finanziell schwachen Familien Nachhile und dann bin ich auch viel mit meinen zwei Hunden unterwegs.

Langweilig wird mir zum Glück nicht. Da ich zur Tafel gehe mangelt es mir zum Glück nicht an Gemüse und Salat. Damit ich aber immer Gemüse zu Hause habe, kaufe ich das dann saisonbedingt im Angebot in größeren Mengen ein, putze es zu Hause und friere es ein.

Man kann mit dem Geld schon haushalten wenn man sich ein kleines bischen Mühe gibt.

h[ookui1


@ Zimterella

Gute Beispiele. Alles komplett verschieden gelagerte Fälle.

MMr. XTempxest


• Wie gehen Betroffene mit der Perspektivlosigkeit/den Einschränkungen/dem Leben am alleruntersten Rand der Gesellschaft um?

Indem ich meine Perspektive ein bisschen verschoben habe. Meine Zufriedenheit muss nicht unbedingt von Geld oder beruflichen Chancen abhängen. Denn würde sie das nach den Jahren immer noch, würde ich mein Leben verschwenden, damit zu hadern.

Zumindest versuche ich, mir das einzureden. Das kann auf andere Menschen leider aber auch den Eindruck machen, ich wollte nicht arbeiten und seie faul. Damit muss man dann auch umzugehen lernen. Aber ich kann immer noch besser mit mir und meiner Situation leben, wenn fremde Menschen mich abwerten, als wenn ich ernsthaft an mangelnden Perspektiven erkranken würde.

Das hab ich mir auch schon gedacht, hier wird sicher niemand laut schreien "Ich hab kein Bock zu arbeiten, ich leb prima vom Amt !". Das es solche Menschen gibt ist allerdings klar, ich frage mich bloß wie das Verhältnis aussieht. Sprich ob die, die hier schreiben die "vocal minority" sind oder ob es wirklich nur wenig arbeitsscheues Gesindel gibt.

Vielleicht würdest du einen solchen Ausspruch von mir hören. Es wäre mein Versuch, mir einzureden, dass ich Arbeit, berufliche und finanzielle Anerkennung für meine Tätigkeit nicht brauche, um glücklich zu sein. Andernfalls würde mein Weg mit Leuchtpfeilen ausgeschildert geradewegs in die Depression weisen.

Das wäre es mir nicht wert, einfach, um irgendwelchen Vorurteilen zu entgehen.

A>ltersacwk5\6


In meinem Umfeld gibt es nur 1 Person die nicht arbeiten WILL.

Alle anderen die Alg2 beziehen:

Können aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten,

finden keine Arbeit die sinnvoll bezahlt wird,

sind zu alt für den Arbeitsmarkt.

Ausserhalb meines Dunstkreises gibt es Leute die nicht arbeiten wollen.

In Relation zu denen die arbeiten wollen aber aus irgendwelchen Gründen nicht können, sind es einzelne bzw. wenige.

Das Thema Harz4 wird viel zu hochgepuscht.

Hätten alle die arbeiten wollten und können einen sinnvollen Job, könnte der Staat die wenigen Arbeitsunwilligen aus der Portokasse bezahlen.

Nicht die Harz4 Bezieher sind in unserem Staat das Problem, sondern die Gewinnsucht der Unternehmer, die Maschinelle Revolution wie die die Computer-RoboterTechnik.

Man darf sich eben nicht wundern das wenn man Arbeitsplätze abschafft, es Arbeitslose gibt die früher oder später in die Harz4 Spirale fallen.

Als extremes Beispiel können wir mal den Hafen in Bremerhaven nehmen.

Wir haben hier hunderte von Brücken oder VanCarrierfahrern die mit Minimum 3000 Netto nach Hause gehen.

Mit Nachtschicht und einigen Überstunden geht kaum einer mit weniger als 4000 Netto nach Hause.

Altverträge kommen gerne auf 5000 Netto, jeweils bei Steuerklasse 1.

Der Rest der Mitarbeiter verdient auch nicht schlecht.

In Wilhelmshaven wurde ein komplett neuer Hafen gebaut, der zum Glück noch nicht besonders von den Linien angelaufen wird.

Der Hafen wurde zum Grossteil aus Steuermitteln finanziert und das Personal vom Arbeitsamt finanziert ausgebildet.

Wenn es jetzt KLICK macht und die grossen Reedereien umschwenken auf Wilhelmshaven und noch einige Schiffe mehr nach Hamburg schicken, fällt hier eine grosse Menge an gut verdienenden Mitarbeitern ins finanzielle Loch und nach Ablauf der Alg1 Zeit in die Harz4 Falle.

Pendeln ist nicht drinne da Wilhelmshaven ja junge, frisch ausgebildete eigene Leute hat.

Aus kapitalistischer Sicht hätte das langfristig enorme finanzielle Vorteile.

Die Arbeitslosenquote steigt nur marginal.

1000sende von Bausparverträgen, Lebensversicherungen usw. gehen über den Jordan.

X Häuser, Grundstücke usw. gehen in die Versteigerung.

Und alles schön aus eigenen Steuergeldern und der Arbeitslosenversicherung finanziert.

In wenigen Jahren reiben sich dann alle die Hände.

Die Versicherungen wegen den gekündigten Verträgen,

Die Banken weil sie durch die Versteigerungen günstig Häuser und Villen erwerben,

und die Harz4 Empfänger damit sie im Winter warme Finger bekommen.

MfG ( Ein Hafenarbeiter )

Ncordxi84


Nicht die Harz4 Bezieher sind in unserem Staat das Problem, sondern die Gewinnsucht der Unternehmer, die Maschinelle Revolution wie die die Computer-RoboterTechnik.

Im Umkehrschluss hieße das das man auf moderne Technik und Fortschritt verzichten soll um für die Masse Arbeitsplätze zu schaffen ? Klar, als damals vom Pferd auf das Auto umgestiegen wurde sind sicher auch viele Hufschmiede, Sattler, Kutschen- und Wagenbauer arbeitslos geworden aber wollen wir deswegen dahin zurück ? Die Arbeitswelt verändert sich nunmal permanent und was Heute noch von zehn Menschen gemacht wird kann Morgen ggf. von einer Maschine gemacht werden. Dafür werden dann wieder Leute gebraucht die diese Maschinen bauen, warten und verbessern.

Sicher, wenn sich (laut Amt) ne Weiterbildung oder Umschulung nicht mehr lohnt und der lange Jahre ausgeübte Job weg rationalisiert wird ist das absolut nicht angenehm und für Betroffene ein Schicksalsschlag aber wenn man auf diese Rationalisierung verzichtet wäre es am Ende bloß ne ABM ohne Sinn. Von größeren Spätfolgen (nicht mehr konkurrenzfähiger Standort usw.) ganz zu schweigen.

M&ar>chyx89


Ich bin in Elternzeit, das Kind war ungeplant, ich hatte zuvor eine Teilzeitstelle und mein Freund ist arbeitslos.

Mein Kind möchte ich erst mit zwei Jahren in die Kita geben, weil ich es als wichtig für die Bindung und die Erziehung erachte.

Wenn ich allerdings gewusst hätte, dass sich mein Partner in dieser Zeit beruflich gar nicht etablieren kann, hätte ich ihn auch in Elternzeit geschickt. Ich arbeite gerne in meinem Job.

Ich fühle mich nicht wirklich arm, aber es fehlt mir das Geld zurück legen zu können. Ich habe nämlich immer gespart und ich konnte selbst als Student mir hin und wieder einen Kurzurlaub leisten. Die Sicherheit auf die ich früher keinen Wert gelegt habe, fehlt mir jetzt.

Und mir fehlt der Plan, wie es mit uns weiter gehen kann.

EWheUmalig%er N}utzer (j#242230)


Im Umkehrschluss hieße das das man auf moderne Technik und Fortschritt verzichten soll um für die Masse Arbeitsplätze zu schaffen

Für mich wäre die Folgerung, dass jährlich neue Rekordumsätze nicht sein müssen. Es reicht doch, wenn man 50 Millionen Umsatz macht, wieso müssen es im nächsten Jahr 55 Millionen sein..... Würden nicht schon 10 Millionen reichen?

L,aalDe1x8


Mein Mutter hat damals ein paar Monate Hartz IV erhalten, der Grund ist euch sicherlich nicht fremd.

Sie war eine Schleckerfrau, eine von vielen.

Insolvenz des Arbeitgebers ist leider auch ein Grund.

Mein Vater hingegen hatte vor Jahren Burn-Out, also woeder gesundheitliche Gründe.

Mittlerweile arbeiten beide wieder :)^

NTordix84


Es reicht doch, wenn man 50 Millionen Umsatz macht, wieso müssen es im nächsten Jahr 55 Millionen sein..... Würden nicht schon 10 Millionen reichen?

Ich denke mal du meinst Gewinn. Aber auch da kann man wieder hinterfragen: Wie wird der Gewinn genutzt ? Geht der als Bonus an irgendwelche Manager, wird der an Aktionäre ausgezahlt oder wird der genutzt um zu investieren und zu wachsen oder um Rücklagen für schlechtere Zeiten zu bilden ? Leider geht viel Geld in die ersten beiden Fälle, das stimmt. Aber wenn man in Wachstum (und dadurch in zusätzliche Arbeitsplätze) investiert spricht in meinen Augen nix gegen das Ziel immer mehr Gewinn zu machen.

Ok, ging jetzt etwas am Thema vorbei, aber ich hoffe das macht nix.

CFoftfebrxeak


Dem wage ich mal vorsichtig zu widersprechen, auch wenn ich weiß, dass da wohl die "heilige Forumsinquisition" über mich hereinbrechen wird.

Um diesen Einspruch kurz auszuführen: in meinem beruflichen und privaten Umfeld gibt es z.B. Niemanden, dem dies drohen könnte.

Auch nicht bei "Worst-Case-Szenarien" wie (*klopf auf Holz*) Verlust des Jobs/Partners/der Gesundheit.

Dazu ist bei einer bestimmten sozialen Schicht die getroffene Vorsorge und der "wirtschaftliche Puffer" (Berufsunfähigkeitsversicherungen, Immobilien, Privatvermögen, Vermögen der Familie oder des Partners, Beamtenstatus etc.) zu groß um in Richtung Hartz IV zu rutschen.

Das ist nun - möchte ich betonen auch wenn es vermutlich nichts bringen wird - keine "Schuldzuweisung" an Menschen, die in die Lage kamen auf Hartz IV angewiesen zu sein.

Liebe Portland,

wie du es schon erwähnt hast, ist dir klar, dass du dazu einen Beitrag bekommen wirst ;-)

Irgendwie möchte ich das so nicht stehen lassen. Natürlich kann das nicht jedem in SEINER Situation passieren,

aber jeder schafft diese Voraussetzungen. Wie du ja geschrieben hast, hattest du die Möglichkeit, dir diesen "wirtschaftlichen Puffer" aufzubauen, andere hatten diese Möglichkeit nicht.

Ich habe selber studiert und dementsprechend auch viele andere Studenten kennengelernt. Viele die studierten/studieren, kamen aus "einfachen Familien", d.h. sie mussten ihr Studium durch Bafög, arbeiten und evtl. weiterer Studienkredite finanzieren.

Nach dem Studium dann die tolle Situation: Teilweise nur ein Bachelor, teilweise keinerlei Zeit für Pratkika, also auch keine Berufserfahrung, teilweise geisteswissenschaftliche Fächer.

Einer ist mitten im Studium, arbeitet nun im Schichtdienst bei der Zeitarbeit, hat weniger Geld als ein Hartz4 Empfänger, da sein ganzes Geld nur für Zinsen bei seinen Krediten drauf geht und kann sich die Studiengebühren nicht mehr leisten, da er auch mittlerweile kein Bafög mehr bezieht - ein Teufelskreis.

Ein anderer Absolvent hat nach seinem Studium einfach keinen Job gefunden. Ohne finanzielle Hilfe von der Familie, ist man dann nunmal auf Hartz4 angewiesen. Dort wiederum darf man keine Praktika mehr machen. Dadurch wird die Vermittlung auch umso schwerer.

Ein weiterer Studienkollege von mir ist mit seinem Studium seit 2 Jahren fertig, bezieht seitdem Hartz4 da er keinen Job findet.

Und nun nochmal zurück an Portland: Wie hätten diese 3 Beispiele sich dieses wirtschaftliche Polster aufbauen sollen? Das ist einfach unmöglich. Es ist schön, dass du es geschafft hast

Ich weiß, dass jeder seines Glückes Schmied ist, aber manchmal trifft man falsche Entscheidungen. Als wir unser Abi gemacht haben, hieß es immer, wenn ihr studiert habt - egal was - stehen euch alle Möglichkeiten offen. Leider hat sich die Situation verändert oder sie war noch nie so und man hat uns Flausen in den Kopf gesetzt.

Und jedem der hier liest und bald sein Abi in der Tasche hat, studiert nur, wenn ihr es wirklich wollt. Wenn euch das Thema so sehr interessiert, dass ihr darin aufgehen könnt. Nutzt dann die Möglichkeit, macht ein Praktika nach dem Anderen oder arbeitet nebenbei schon dort, wo ihr später eingesetzt werden könnt. Baut euch ein Netzwerk auf.

Ich weiß, das ging jetzt am Thema vorbei, aber musste einfach raus ;-)

Denkt nicht, dass Hartz4 nicht von Akademikern bezogen wird. Übrigens gibt es genug Studierte, die in der Privatinsolvenz stecken...

AulNtersadcxk56


@ Nordie84

Die Arbeitswelt verändert sich nunmal permanent und was Heute noch von zehn Menschen gemacht wird kann Morgen ggf. von einer Maschine gemacht werden. Dafür werden dann wieder Leute gebraucht die diese Maschinen bauen, warten und verbessern.

Nur leider weniger Leute als ehemals für den Arbeitsprozess notwendig waren UND die Alten Leute werden arbeitslos und einige wenige junge Leute haben einen Job.

Ich wollte mit dem Post auch nur zeigen wie und warum sich die Harz4 Spirale immer weiter dreht.

Eine Lösung habe ich auch nicht.

Hint:

Damals wurde im Hafen noch mit der Sackkarre gearbeitet und jede Palette einzeln mit dem Kran an Bord gehievt.

Heute werden pro Brücke und pro Stunde mehr als 25 Container a 30 Tonnen bewegt.

Mit der Sackkarrentechnik von damals absolut unmöglich.

MfG

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