» »

Berufsleben: Wie viel interne Sabotage ist/findet ihr "normal"?

r]at!sYch hat die Diskussion gestartet


Wie "normal" ist es, in der Firma die Projekte konkurrierender Mitarbeiter oder Teams zu torpedieren? Sei es, um die eigene Karriere zu befördern oder einfach, um das Ego zu stärken.

Ist das u.U. sogar ein erwünschtes Verhalten, das man zeigen muss, um seine eigene Durchsetzungsfähigkeit zu demonstrieren und sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren? Oder disqualifiziert man sich, weil man die eigenen Interessen über die der Firma stellt?

Dabei interessiert mich sowohl, wie viel solches Verhalten in eurem Umfeld vorkommt als auch, was ihr davon haltet. Spielt die Größe der Firma eine Rolle?

Es geht mir nicht um das konkrete Problem, denn das ist a) glücklicherweise unter Kontrolle und b) hier wegen Firmeninterna absolut nicht verhandelbar. Aber die Frage interessiert mich unabhängig davon, sozusagen zum Abgleich meiner moralische Maßstäbe. Und auch wenn ich nicht viele Interna preisgeben kann: Daraus, dass mich die Frage beschäftigt, könnt ihr unschwer erkennen, dass dies Problem in meinem Umfeld recht häufig auftritt. Zumindest nach meinen eigenen Maßstäben, die ich hier gerne kalibrieren möchte.

Antworten
e$xperOte5x6


ich bin froh, dass ich nicht (mehr) in der Bürobranche arbeite. 8-)

Ethe5maliger Nu-tgze r (i#5409T92)


Wie "normal" ist es, in der Firma die Projekte konkurrierender Mitarbeiter oder Teams zu torpedieren? Sei es, um die eigene Karriere zu befördern oder einfach, um das Ego zu stärken.

Das ist überhaupt nicht normal, und ich kenne kein Unternehmen, dass auf so ein Verhalten nicht mit sofortiger Kündigung reagieren würde, ganz egal, was genau die Motive sind.

B/a_debäxr


Also, wenn ich mein Ego stärken würde indem ich anderer Leute Arbeit torpediere würde ich mir starke Gedanken um mein Ego machen. Und danach irgendwen torpedieren, um es wieder zu stärken. 8-)

Was meinst Du mit torpedieren? Aktiv, passiv? Gibt es ein anonymisiertes Beispiel?

Cyranxk1


Das kommt gar nicht so selten vor!

Nur die stärksten, mit viel Durchsetzungsvermögen, Autorität, Scharfsinn und Führungsqualitäten kommen für nicht wenige Firmen in die nähere Auswahl. Kompetenz ist zwar wichtig, aber leider, ist nun mal nicht jeder mit allen nötigen Vorraussetzungen gesegnet, wo dann eben "Kraetivität" zum eigenen Nutzen, aber leider auch zu Unfairniss anderen Konkurrenten gegenüber führt, um eben gut und unverzichtbar dazustehen, koste es ,was es wolle.

Ob das nun normal ist, wage ich jetzt mal stark zu bezweifeln, aber ändert nichts an der Tatsache, dass es das eben leider gibt.

Aus welchem Grund fragst Du denn? Bist Du selber am überlegen, einen Kollegen zu torpedieren, um selbst eine bessere Position zu erhaschen, oder ist es eher, die "Aufmerksamkeit" den Vorgesetzten gegenüber, um auf Dich und Deine "Leistungen" gezielter hinzuweisen?

Gründe gibt es mehrere, allerdings ist dazu ein gewisser Grad an Emphatielosigkeit, Egoismus, Eigennutz, Gleichgültigkeit anderen gegenüber, als auch eine gewisse kriminelle Energie vonnöten, dies dann auch umzusetzen.

Für mich zählt immer und grundsätzlich, mich nicht an anderen zu orientieren, sondern meine Arbeit so gut als möglich zu tun und eben genau damit zu "glänzen", anstatt anderen ihre Arbeit zu manipulieren, nur um mir selber persönliche "Vorteile" auf unfaire Art zu verschaffen.

Selbst wenn meine Arbeit torpediert werden würde und ich dies wahrnehmen und auch erkennen würde, wäre dies für mich kein Grund, es demjenigen gleich zu tun. Aber zur Rede stellen, bzw. diese bösen Spielchen melden, würde ich dann allerdings schon, wenn es mir dadurch nachteilig ausgelegt werden würde, oder ich deswegen, bei einer mögl. Beförderung, das Nachsehen hätte.

Soziopathen sind da nicht selten anzutreffen, da diese es geradezu perfekt können.

Ist das u.U. sogar ein erwünschtes Verhalten, das man zeigen muss, um seine eigene Durchsetzungsfähigkeit zu demonstrieren und sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren? Oder disqualifiziert man sich, weil man die eigenen Interessen über die der Firma stellt?

Das glaube ich nun weniger, auch wenn es da sicher Ausnahmen gibt. Solange derjenige unerkannt bleibt, dürfte es dem Chef relativ egal sein, wenn auch zum Leidwesen des Konkurrenten. Aber grundsätzlich sollte man sich lieber voll und ganz, seiner eigenen Arbeit widmen und dann damit glänzen, als anderen Ihre Arbeit zu manipulieren. So etwas tun doch sowieso meistens nur diejenigen, die für Ihre Karriere über "Leichen" gehen und dazu würde ich nicht zählen wollen.

Bist Du Opfer oder "Täter"? ;-D

Sjil5berm<ondau!gxe


Das ist überhaupt nicht normal, und ich kenne kein Unternehmen, dass auf so ein Verhalten nicht mit sofortiger Kündigung reagieren würde, ganz egal, was genau die Motive sind.

Ich kenne eins. Bei uns ist so ein Verhalten sehr normal und teilweise sogar erwünscht :-(

Persönlich finde ich es trotzdem zum K...

LQianJ-Ji9lxl


Was sind das für Firmen?

Banken? Versicherungen?

E^hemaliHger N>utzer ,(#54x0992)


Ich kenne eins. Bei uns ist so ein Verhalten sehr normal und teilweise sogar erwünscht :-(

Und welches Interesse hat ein Unternehmen, finanzielle Einbußen hinzunehmen?

S:ilxbermo!ndaxuge


Und welches Interesse hat ein Unternehmen, finanzielle Einbußen hinzunehmen?

Es war mir nicht klar, dass es in der Fragestellung darum geht, dass jemand der Firma schaden will. Ich dachte, es geht darum, Kollegen zu schaden.

r8atscxh


Danke für eure tollen und schnellen Beiträge!

Fruchtalarm:

Das ist überhaupt nicht normal, und ich kenne kein Unternehmen, dass auf so ein Verhalten nicht mit sofortiger Kündigung reagieren würde, ganz egal, was genau die Motive sind.

Die betreffenden Mitarbeiter können nicht gekündigt werden, da sie (zur Zeit…) unersetzlich sind. Allerdings laufen anscheinend jetzt Bemühungen an, sie ersetzbar zu machen.

Badebär:

Also, wenn ich mein Ego stärken würde indem ich anderer Leute Arbeit torpediere würde ich mir starke Gedanken um mein Ego machen. Und danach irgendwen torpedieren, um es wieder zu stärken. 8-)

Danke. Zum Glück geht es hier nicht um mein Ego, das ist soweit ganz in Ordnung. :-D

Mein Ego stärkt sich aus meinen (u.a. moralischen) Ansprüchen an mein Handeln und an der Qualität meiner Arbeit. Auch wenn letztere in diesem Zusammenhang gelegentlich in Mitleidenschaft gezogen wird, habe ich bisher noch nicht begonnen, an mir selbst zu zweifeln.

Was meinst Du mit torpedieren? Aktiv, passiv? Gibt es ein anonymisiertes Beispiel?

Gern. Ein Projekt basiert auf Daten, die an anderer Stelle im Unternehmen erhoben werden müssen. Nur passieren seit Jahren immer wieder kleine "Unfälle" oder "Missgeschicke", die dazu führen, dass die Daten entweder nicht erhoben werden oder wieder verloren gehen. Ich verfolge dies natürlich genau, und habe zum Glück sowohl das technische Wissen als auch genug Vertrauen der beteiligten Personen um zu wissen, dass keines dieser Vorkommnisse echt ist. Es geht nur darum, das Projekt zu verzögern.

Zum Glück scheinen wir unserer Konkurrenz so weit voraus zu sein, dass dies bis jetzt noch keine finanziell spürbaren Folgen hatte. Aber ich kann mir eigentlich kein Technologieunternehmen vorstellen, das sich erlauben kann, eine Innovation wegen solchem Firlefanz mal eben zwei Jahre zu verschieben.

Crank1:

Kompetenz ist zwar wichtig, […]

Interessanterweise ist mir genau ein solches Zitat im Kopf herumgeschwirrt, als ich meinen Eröffnungsbeitrag geschrieben habe: "Kompetenz wird generell überschätzt". Ich kann zur Zeit erleben, wie viel da dran ist (leider).

Wobei es sehr wichtig ist anzumerken, dass die betreffenden Mitarbeiter nicht schlecht sind. Sie sind sogar sehr gut. Nur versuchen sie außerdem auch noch, solche Taktiken anzuwenden. Bzw. sind damit zur Zeit sogar recht erfolgreich.

Ob das nun normal ist, wage ich jetzt mal stark zu bezweifeln, aber ändert nichts an der Tatsache, dass es das eben leider gibt.

Danke, das ist genau die Sorte Einschätzungen, die ich gerne sammeln möchte (und deckt sich auch mit dem Ergebnis, das ich zu erhalten hoffe).

Aus welchem Grund fragst Du denn? Bist Du selber am überlegen, einen Kollegen zu torpedieren

Gott (oder wer auch immer) bewahre!
Allerdings wird mir von verschiedener Seite geraten, mit denselben Taktiken zu antworten. Was für mich aber nicht in Frage kommt.

[..]

Auch mit dem Rest deines Beitrags stimme ich absolut überein, habe jetzt aber nicht zu jedem Satz etwas zu sagen.

Bist Du Opfer oder "Täter"?

"Opfer", obwohl ich die Bezeichnung nicht besonders mag. Glücklicherweise habe ich Rückendeckung von der allerobersten Führungsebene, so dass ich mir keine direkten Sorgen machen muss. Allerdings finde ich es frustrierend und mache mir sehr wohl Sorgen um die längerfristigen Auswirkungen auf die Firma insgesamt.

Silbermondauge:

Das ist überhaupt nicht normal, und ich kenne kein Unternehmen, dass auf so ein Verhalten nicht mit sofortiger Kündigung reagieren würde, ganz egal, was genau die Motive sind.

Ich kenne eins. Bei uns ist so ein Verhalten sehr normal und teilweise sogar erwünscht :-(

Das finde ich interessant. Magst du mehr schreiben?

Einer der Mitarbeiter kommt aus einem Unternehmen, dass weltweit für solchen Verhalten bekannt ist. Insofern kenne ich mindestens ein anderes Unternehmen, wo dies der Fall ist.

Nochmal Fruchtalarm:

Und welches Interesse hat ein Unternehmen, finanzielle Einbußen hinzunehmen?

Das Unternehmen als solches hat keines. Für jedes Individuum ist es ein Abwägen, ob es besser ist, einen größeren Anteil an insgesamt kleineren Ertrag zu haben.

Wobei ich generell glaube, dass es hier gar nicht um finanziellen Vorteil geht, sondern das bereits genannte Ego die treibende Kraft ist. Es ist schwer logisch nachzuvollziehen, aber es geht darum, Ideen zu unterminieren, die man nicht selbst gehabt hat, obwohl man eigentlich zuerst mit dieser Aufgabe betraut war.

rWatsxch


Und nochmal Silbermondauge: (habe anscheinend eine Weile an meiner Antwort geschrieben...)

Und welches Interesse hat ein Unternehmen, finanzielle Einbußen hinzunehmen?

Es war mir nicht klar, dass es in der Fragestellung darum geht, dass jemand der Firma schaden will. Ich dachte, es geht darum, Kollegen zu schaden.

Es geht in der Tat primär darum, Kollegen zu schaden. Allerdings unter Inkaufnahme eines Schadens für die Firma insgesamt.

SWilfber?moAnd?auge


Ok dann muss ich meine Antwort etwas abändern. Wenn wirklich ein Schaden für die Firma entsteht, das will wohl wirklich kein (normal denkender) Chef.

Dann gehe ich d'accord mit Fruchtalarm.

Bei uns im Betrieb ist es öfter üblich dass anderer Leute Ideen geklaut werden oder dass Aufträge torpediert werden und keiner macht was dagegen.

rpat.sZch


Nein, nein, bitte nicht die Meinung ändern. Genau das wollte ich doch hören!

Anderer Leute Ideen klauen wird bei uns auch öfters versucht, allerdings bin ich bis jetzt recht erfolgreich mit der Strategie, das erst mal durchgehen zu lassen. Ich stelle das dann erst klar, wenn alle ihre Zustimmung ausgesprochen haben. Das zeigt nämlich gleichzeitig auch sehr deutlich, wie sehr die Zustimmung davon abhängt, wer den Vorschlag macht (und weniger vom Vorschlag selbst).

Gut, Ideenklau kann der Firma als ganzes vielleicht egal sein (abgesehen von den Auswirkungen auf die Motivation der Mitarbeiter). Aber wenn bei euch auch Aufträge torpediert werden, dann entsteht dem Unternehmen doch auch ein Schaden?

L>ewixan


Hallo ratsch! *:)

Ich glaube, dass bei sowas normalerweise versteckt und geleugnet wird, weswegen es schwer ist, von aussen zu wissen, wie haeufig sowas vorkommt. Soweit ich das aus meinem Freundeskreis kenne (ich arbeite ja nicht in dem Sinne in einem "Unternehmen") gibt es viel destruktives Verhalten. Es gibt immer wieder Falle, in denen dahinter Absicht zwecks persoenlicher Profilierung im interbetrieblichen Konkurrenzkampf vermutet wird, aber das ist oft schwer zu beweisen bzw. schwer von allgemeinem Egoismus oder auch Doofheit in Verbindung mit Blindheit fuer die Auswirkungen anderswo im Betrieb zu unterscheiden. Was ich noch nicht gehoert habe, ist, dass solches Verhalten von der Unternehmensspitze ausdruecklich erwuenscht waere. Allenfalls werden manchmal Leute, die solches Verhalten praktizieren, unverstaendlicherweise weiterhin gehalten und unterstuetzt, da liegt der Verdacht manchmal nahe, dass das von "oben" irgendwie gut gefunden wird. Ich persoenlich wuerde allerdings denken, dass da andere Faktoren auch eine Rolle spielen, z.B. dass man alten Weggefaehrten den Ruecken staerkt ohne Ruecksicht auf Verluste, andererseits auch ohne dass man diese "Verluste" wirklich gut faende.

rlatscxh


Hallo Lewian! *:)

Versteckt und geleugnet wird in der Tat - sonst würde die Methode ja nicht funktionieren. Ich kenne es zu genüge, dass dann allgemein "technische Gründe" angeführt werden, ohne diese genauer auszuführen. Das Management ist dann zufrieden, während ich natürlich weiss, dass das das alles nur vorgeschobener Unsinn ist.

In manchen Fällen hast du aber wohl auch recht, das es denjenigen selbst nicht klar ist.

Inzwischen wirkt sich dies zunehmend auf mein allgemeines Wohlbefinden aus.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH