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Berufsleben: Wie viel interne Sabotage ist/findet ihr "normal"?

L%eniKrmuegexr


Habe ich glücklicherweise noch nie erlebt, ich habe auch bisher noch nie gehört, dass es das bei uns gibt. Uns ging es bisher immer darum die Projektanforderungen möglichst gut umzusetzen.

Das oben beschriebene Verhalten finde ich nicht "normal" und kann mir auch nicht vorstellen, dass es bei uns geduldet würde.

Ich kann gut nachvollziehen, dass es dir mit dieser Situation nicht gut geht.

asuchsoxeine


Hallo ratsch,

wir waren nicht zufällig mal Kollegen? ]:D ich habe auch mal in einem solchen Umfeld gearbeitet - auch ein Technologieunternehmen.

Was du da ansprichst, scheint eine Sache zu sein, die völlig normal ist. Allerdings glaube ich, dass die meisten, die sich als "Täter" verhalten, sich dessen gar nicht bewusst sind. Es ist mehr dieses unterschwellige, instinktive Streben nach Macht, nach Positionen, nach "mehr" - was auch immer das heißen mag. Und "Macht" muss nicht unbedingt den Chefposten beinhalten, es reicht durchaus, wenn man - trotz beruflicher Gleichstellung - den Kollegen in der Hand hat, einfach um sich selbst besser zu fühlen.

Leider haben viele Vorgesetzte ein großes Problem damit, soche Strukturen zu erkennen, und ein noch größeres Problem, mit den Mitarbeitern reinen Tisch zu machen.

Ich habe sowas selbst mal erlebt, am anonymisierten Beispiel: Ich arbeite mit Kollegen X an einer Maschine. Diese Maschine hat einen Fehler: Laufen bestimmte Programme darauf ab, überhitzt sie und es besteht die Gefahr, dass sie trotz Abschalten kaputt geht.

Kollege X trifft sich mit dem Hersteller, der daraufhin neue Software zur Verfügung stellt, welche Kollege X einspielen soll.

Nun kommt es, wie es kommen muss, ich arbeite wieder an der Maschine, und diesmal geht sie tatsächlich kaputt, 3000 Euro Schaden. Kollege X hatte die Software nach über einem halben Jahr immer noch nicht eingespielt, und ich hatte den Schaden zu rechtfertigen. Erstmal habe ich versucht, dem Management zu erklären, dass es seit langem neue Software gab, die den Schaden hätte verhindern können, aber ein Kollege hätte sie noch nicht eingespielt. Das war allen egal, ich war die Dumme! Und der X erzählte überall rum, wie blöd ich doch sei und was ich mir "geleistet" hätte.

Die Firma hatte nicht nur den finanziellen Schaden, sondern auch jede Menge zeitliche Verzögerung, da die Maschine erstmal wieder repariert werden musste. Und wen hat es interessiert? Niemanden!!

X war nicht das hellste Licht am Hafen und klar einer der Mitarbeiter, die zu wenig geleistet haben, und er hat mit solchen Aktionen immer schön sein Ego aufpoliert.

Dieses Nicht-Weiterkommen aus "technischen Gründen" in Projekten aller Art, oh je, auch davon kann ich ein Lied singen! :-(

Ich habe irgendwann gekündigt. Dieser Affenzirkus war nichts für mich.

rpat7sxch


Danke für euren Zuspruch!

Es stimmt wohl, dass den Übeltätern wohl zumindest das Ausmaß ihres Handelns nicht bewusst ist.

Ein Wechsel ist für mich finanziell nicht attraktiv. Aber ich muss ihn wohl trotzdem ins Auge fassen.

acu=chsoexine


ratsch, auch wenn ein Wechsel für dich "finanziell unattrativ" ist: ich habe es getan und festgestellt, dass Geld nicht alles ist. Ich habe für 300 Euro netto weniger eine neue Stelle angefangen.

Bei meiner "neuen" Firma" werde ich nie so viel verdienen wie in der alten Firma (bin jetzt im öffentlichen Dienst), dafür habe ich aber soooo viele tolle Vorteile, die sich nicht in Geld aufwiegen lassen. (Arbeitsklima top, Arbeitszeiten ebenfalls, Parkplatz kostenlos direkt vor meinem Raum, sehr viele Freiheiten, wenn es um Persönliches geht, wie z.B. Kind krank - bis hin zu einer Auto-Selbsthilfewerkstatt, die von einem Verein innerhalb der Firma betrieben wird...)

Und "Kollegen" der oben beschriebenen Art gibt es hier nicht. Selbst wenn mal einer rumspackt, habe ich einen wunderbaren Chef, der denjenigen schnell wieder zur Räson ruft! :)^

Ich wünsche dir auch so viel Glück!! @:)

C+ra~nkl1


Solche Psychospielchen, Machtgehabe, mit fremden Federn schmücken, sich auf unfairer Art zu profilieren und nur an die eigenen Vorteile bedacht sein und noch vieles mehr, findet nicht selten in Betrieben statt, die schon eher in den Mittelständischen Bereich oder aber überhaupt eine relativ große Mitarbeiteranzahl haben.

Je mehr MA, je größer ein Betrieb, umso mehr Aufgabenbereiche, mehr Kunden, mehr Einnahmen, größere Herausforderungen, verbunden mit dem Indikator der Wichtigkeit, schnelligkeit, was somit unter anderem ,für den weiteren Erfolg der Firma unablässlich ist.

Und dabei besonders die Möglichkeit, seine eigene Position in dieser Firma zu untermauern, oder gar zu stärken, einen besseren Posten mit besserer Bezahlung zu erhaschen, lässt dabei nicht selten, so manch einem MA sehr einfallsreich werden, wo es dann weniger um Ehrlichkeit und Fairniss geht, sondern ausschliesslich, die eigenen Belange wichtig sind.

Wer sich da nicht wehren kann, ist meistens der wahre Verlierer, trotz vorbildlicher und guter bis korrekter Arbeitsweise.

Dem Chef selber ,ist es allerdings , also relativ "egal", wie die dringend erforderlichen Leistungen erbracht werden, Hauptsache sie werden erbracht. Und genau da, ist es geradezu ein Muss, falls man selber von derartigen Intrigen erfährt oder involviert ist, diese dann auch unbedingt zu melden und damit zu zeigen, dass man nicht bereit ist, sich hinters Licht führen zu lassen.

Wer das nicht kann ,oder möchte, der sollte dann unbedingt auf sein eigenes ich hören und rechtzeitig erkennen, ob diese Situation auf Dauer überhaupt tragbar und gesundheitlich unbedenklich ist, um nicht völlig abzuschmieren.

Wichtig finde ich nur eines, sich niemals auf dieses gleiche Niveau zu begeben, also vom "Opfer" zum Täter werden, da dies dann ein Paradebesispiel dafür wäre, wie man eben nicht mit Menschen umgeht, trotz sämtlicher vorangegangener Vorfälle, nicht in ungewünschte Sphären abzudriften.

Die mögliche Zusammenarbeit mit den verschiedenen MA, sollte auch gut überlegt und auch kritisch hinterfragt werden. Wer solche MA kennt, sollte diese von Haus aus möglichst meiden.

Dir wünsche ich jedenfalls viel Glück dabei, den richtigen Weg für Dich zu finden und darauf zu achten, dass Du das möglichst nicht zu nah an Dich heran lässt und zur Not tatsächlich die Notbremse ziehst.

Alles Gute! *:)

r1at s=ch


Dank für eure lieben Antworten. Ich muss ein bisschen auf mich selbst aufpassen und es fällt mir leider schwer im Moment, auf euch im Detail einzugehen. Es ist mal wieder Wochenende und ich muss (müsste) jetzt eigentlich arbeiten, um die Folgen eines solchen Sabotageaktes abzuwenden (der in diesem Fall schon fast ein Jahr zurückliegt, uns aber leider sehr intensiv und dauerhaft geschadet hat - auch wenn das Management mangels technischen Verständnisses nicht in der Lage ist, das einzusehen). Allerdings ist die Motivation minimal solange das Management die Zusammenhänge nicht versteht und nur vermutet, man wäre damit beschäftigt, heimlich die eigenen Fehler zu vertuschen. Und so bin ich im Moment gerade nur innerlich am kochen - wenig konstruktiv leider.

Wie schon mal gesagt, habe ich die generelle Rückendeckung der obersten Managementebene. Allerdings habe ich nicht oft Gelegenheit zum persönlichen Gespräch. Und zwei Wochen können verdammt lang werden, wenn ein neuer Sabotageakt gestartet wird, alles drunter und drüber geht und die unmittelbar zuständigen wegen blinden Vertrauens zu den falschen Personen einfach nicht in der Lage sind, die Zusammenhänge zu erkennen.

rDaGtsch


Wow. Habe mich heute mit ein paar Kollegen unterhalten. Ohne einen konkreten Bezug zu nennen haben sie mich gebeten, bitte einfach so weiterzumachen wie bisher. Wenn der Punkt komme, an dem ich fremde Hilfe benötige, könne ich mich auf ihren Beistand verlassen.

d$ummsch0m:ar%rer+7=4


interessante fragen... also sowohl wie verbreitet Sabotage ist als auch wie erfolgreich diese Aktionen sind im sinne der karriere der sabotierer.

aktive Sabotage würde ich hier eher selten vermuten. eine positionsaufwertung ist an breite Bekanntheit/"Beliebtheit" gebunden, d.h. eine vermutete oder zu offensichtliche Sabotage ist ziemlich riskant. ein schlechtreden anderer Projekte würde ich allerdings als recht häufig ansetzen. aber auch hier dürfte eine offensive Vorgehensweise eher kontraproduktiv für den sabotierer sein.

rCatpscxh


Es kommt darauf an. Wenn es so speziell wird, dass nur noch der Saboteur und der Sabotierte sich auf dem Gebiet auskennen, ist die Gefahr für den Ruf recht gering.

Wenn ich dann auf die Sabotage hinweise, wird mir das meist selbst als Schlechtreden des anderen ausgelegt.

Aber das Bild ist nicht nur Schwarz-Weiss. Musste heute ansehen, dass selbst mein bester Unterstützer versucht hat, sich sein eigenes Arbeitsfeld zu sichern, indem er mir essentielle Informationen über Wochen vorenthalten hat. Konkurrenzkampf ist eben überall (in unserem Betriebsklima sicherlich mehr), und man muss damit vermutlich leben können.

rjatsdch


auchsoeine:

Es geht hier nicht im 300€ mehr oder weniger sondern eher um 3x / ein Drittel des Gehalts - verlasse ich die Firma, nehme ich nur einen recht kärglichen Grundlohn mit. Der größte Anteil hängt von meinem Verbleib in der Firma ab - ich hab also meine Seele sozusagen schon verkauft (ja, nicht sehr schlau…)

Crank1:

Solche Psychospielchen, Machtgehabe, mit fremden Federn schmücken, sich auf unfairer Art zu profilieren und nur an die eigenen Vorteile bedacht sein und noch vieles mehr, findet nicht selten in Betrieben statt, die schon eher in den Mittelständischen Bereich oder aber überhaupt eine relativ große Mitarbeiteranzahl haben.

Das hatte ich auch vermutet (deshalb auch die Frage in meinem Eingangsbeitrag nach der Abhängigkeit von der Firmengröße). U.a. deshalb bin ich zu einem kleinen jungen, schnell wachsenden Unternehmen gegangen, weil ich dachte, dass diese Dinge dort weniger eine Rolle spielen gegenüber zielorientiertem, möglicherweise "hemdsärmeligen" Anpacken zum Wohle der Firma und damit aller. Dabei habe ich aber vermutlich übersehen, dass weniger die aktuelle Größe ausschlaggebend ist als die in die Zukunft projizierte Größe des Stücks, den sich jeder vom Kuchen sichern will.

Es könnte aber auch einfach sein, dass der von einem Multi-Mega-Konzern kommende Chef die dortige Kultur direkt in unser Unternehmen transplantiert hat - mit "Startup-Kultur" hat er nicht viel am Hut.


Demnächst steht wieder das jährliche Mitarbeitergespräch an. Und nachdem besagter Chef in den letzten Jahren schon erfahren hat, dass ich die annoncierte Bidirektionalität durchaus beim Wort nehme, kann ich jetzt schon erkennen, wie er plötzlich handzahm wird und mir jeden Wunsch erfüllt, damit ich in dem Gespräch (in Anwesenheit seines Vorgesetzten) nicht schlecht über ihn rede.

Kindergarten irgendwie.

Siooro`maxn


Wie "normal" ist es, in der Firma die Projekte konkurrierender Mitarbeiter oder Teams zu torpedieren? Sei es, um die eigene Karriere zu befördern oder einfach, um das Ego zu stärken.

Nicht normal auf persönlicher Ebene. Aber völlig normal auf sachlicher Ebene, wo alle um das gleiche Budget konkurrieren und jeder ausgegebene Euro ja auch die beste Verwendung finden soll. Die Führungsebenen machen dabei Vorverteilungen, aber auch nicht bis auf Micromanagement-Ebene.

Ist das u.U. sogar ein erwünschtes Verhalten, das man zeigen muss, um seine eigene Durchsetzungsfähigkeit zu demonstrieren und sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren? Oder disqualifiziert man sich, weil man die eigenen Interessen über die der Firma stellt?

Je nach Art und Weise. Persönliche Herabwürdigungen sind unprofessionell. Durchsetzungsvermögen in der sachlichen, fachlichen Argumentation kann als Stärke zählen. Die Kunst ist, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Dabei interessiert mich sowohl, wie viel solches Verhalten in eurem Umfeld vorkommt als auch, was ihr davon haltet.

Beides kommt vor. Meine Meinung: siehe oben.

Spielt die Größe der Firma eine Rolle?

Nein. Nur als 1-Mann-Firma machst du alles allein aus. Ab zwei kommt eine persönliche Ebene im Unternehmen dazu. Und als 1-Mann-Firma kommt die persönliche Ebene im Verhältnis zu Kunden und Lieferanten.

Es geht hier nicht im 300€ mehr oder weniger sondern eher um 3x / ein Drittel des Gehalts - verlasse ich die Firma, nehme ich nur einen recht kärglichen Grundlohn mit. Der größte Anteil hängt von meinem Verbleib in der Firma ab - ich hab also meine Seele sozusagen schon verkauft (ja, nicht sehr schlau…)

Wer eine Firma ganz verlässt, nimmt gar nix mit außer ggf. einer Abfindung. Man könnte nur was konstruieren, wenn du von einem Teilhaber (der am Gewinn, aber auch den Verbindlichkeiten/Risiken beteiligt ist) zu einer selbstständigen Tätigkeit (aber mit bleibendender Beauftragung) oder zu einem Angestelltenverhältnis wechseln würdest.

Und nachdem besagter Chef in den letzten Jahren schon erfahren hat, dass ich die annoncierte Bidirektionalität durchaus beim Wort nehme, kann ich jetzt schon erkennen, wie er plötzlich handzahm wird und mir jeden Wunsch erfüllt, damit ich in dem Gespräch (in Anwesenheit seines Vorgesetzten) nicht schlecht über ihn rede.

Startups mit 2 Hierachie-Ebenen (Chef und Chefchef) sind meiner Meinung nach keine mehr. ;-D

BTW: ratsch, wieviel Prozent deines Problems macht denn deine Wahrnehmung aus? Ich habe den Eindruck, deine gefestigte Meinung lässt auch nur wenig Widerspruch zu.

Um aus der ach so beliebten Opferposition rauszukommen, braucht man übrigens kein Täter werden. Es könnte sich für "Gewohnheits-Opfer" nur so anfühlen.

S4orKoxman


Mich wundert ja, wieviele Sabotage-Versuche du da meinst auszumachen. Das finde ich nicht normal. Auch deine Wortwahl nicht.

Es gibt ja auch einfache Unterschiede deiner Erwartungen an das Verhalten anderer zum Ist-Verhalten dieser Menschen. Und unterschiedliche Sichtweisen. Oft hilft Kommunikation, diese Sichtweisen zumindest mal nachzuvollziehen.

Wenn dir Informationen fehlen: hol sie dir. In großen Unternehmen wird das verklausuliert mit Holschuld oder Bringpflicht. Und die Kommunikationswege festgelegt für die versch. Informationen und Vertraulichkeitsstufen.

Wenn dir Informationen unplausibel oder unvollständig vorkommen, kannst du sie prüfen lassen oder mit Beispielen argumentieren. Beides kannst du auch als Risiko melden, dann wird das i.d.R. vom Management mit Maßnahmen, Budget und Termin belegt: z.B. an die Datenerhebung, Datenqualität, Datenverarbeitung (Aggregation), ggf. auch Personalauswahl. Das geht dann in Richtung Management-Theorie. Aber dafür kann man nicht 1 Jahr bis zur Regelbeurteilung warten.

Wenn jemand von deinen Erwartungen abweicht, können auch deine Erwartungen überzogen sein. Erwartungen an den Arbeitseinsatz, an die Qualität, an die Kompetenz, an die Gesundheit, an das Leistungsvermögen, an den Altruismus/die Kollegialität. Hier lohnt sich also eine zweite oder dritte Meinung.

Ich finde also, es gäbe auch von deiner Seite ein sehr konstruktives Verhalten. Und das nützt dir denke ich mehr als das Rumjammern über vermeintliche Sabotage.

Was normal ist in Unternehmen ist eine gewisse Informationsteilung. Es weiß nicht jeder alles (z.B. alle Löhne/Gehälter). Und es quakt auch nicht jeder bei jedem Thema rein. Sonst wird die Geschichte nämlich nicht mehr handhabbar.

rzatscxh


Nicht normal auf persönlicher Ebene. Aber völlig normal auf sachlicher Ebene, wo alle um das gleiche Budget konkurrieren und jeder ausgegebene Euro ja auch die beste Verwendung finden soll.

Ich rede nicht von der persönlichen Ebene.

Wir sind ein Technologieunternehmen, dass allerdings von Managern gegründet worden ist, die keinerlei technologischen Einblick haben - sie haben lediglich die Marktchancen erkannt und konsequent genutzt. In dieser Konstellation liegt vermutlich der Hauptgrund für die Probleme. Hier geht es um eine Art pseudosachliche Ebene - Argumente, die für einen technisch unverständigen Manager vermutlich einleuchtend klingen, in Wirklichkeit aber unzutreffend sind. Und das führt eben dazu, dass ausgegebenes Geld eben gerade nicht die beste Verwendung findet.

Je nach Art und Weise. Persönliche Herabwürdigungen sind unprofessionell. Durchsetzungsvermögen in der sachlichen, fachlichen Argumentation kann als Stärke zählen. Die Kunst ist, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Das ist in der Tat die Kunst. Auch wenn du dich auf mich beziehst, sehe ich das Hauptproblem darin, dass es für einen technologisch unvorbelasteten Manager schwierig bis unmöglich ist, diese Unterscheidung selbst vorzunehmen. Stattdessen basieren Einschätzungen ausschließlich auf Vertrauen - welches selbst wiederum nicht auf technische Fakten zurückgeht. Wenn ich also in meiner Anfangszeit gleich auf entsprechende Vorgänge hingewiesen habe, habe ich damit also nichts anderes getan, das das Vertrauen in mich selbst zu untergraben.

Man könnte nur was konstruieren, wenn du von einem Teilhaber (der am Gewinn, aber auch den Verbindlichkeiten/Risiken beteiligt ist) zu einer selbstständigen Tätigkeit (aber mit bleibendender Beauftragung) oder zu einem Angestelltenverhältnis wechseln würdest.

So ungefähr.

Startups mit 2 Hierachie-Ebenen (Chef und Chefchef) sind meiner Meinung nach keine mehr.

Als ich angefangen habe, waren wir ein Startup-Unternehmen.

BTW: ratsch, wieviel Prozent deines Problems macht denn deine Wahrnehmung aus? Ich habe den Eindruck, deine gefestigte Meinung lässt auch nur wenig Widerspruch zu.

Damit kommen wir genau zu der Frage, die ich hier gerne verhandeln möchte.

Ich würde meine eigene Meinung ja gerne anpassen (und frage deshalb nach den Maßstäben anderer). Bisher ist mir allerdings nichts untergekommen, was meine Meinung signifikant ändern würde.

rKatsAcxh


Mich wundert ja, wieviele Sabotage-Versuche du da meinst auszumachen. Das finde ich nicht normal. Auch deine Wortwahl nicht.

Ich finde das auch nicht normal. Deshalb frage ich ja. ]:D

Mit der Wortwahl tue ich mich in der Tat etwas schwer.

Es gibt ja auch einfache Unterschiede deiner Erwartungen an das Verhalten anderer zum Ist-Verhalten dieser Menschen.

Ja. Meine Erwartung ist: Je größer jemandes Anteil am zukünftigen Ertrag, desto mehr erwarte ich von demjenigen, sich am Wohl der Firma zu orientieren - aus rein egoistischen Gründen. Allerdings scheint mancher lieber ein großes Stück vom kleinen Kuchen zu wollen (Ego spielt hier eine starke Rolle, da sind sich sogar alle Beteiligten einig!).

Und unterschiedliche Sichtweisen. Oft hilft Kommunikation, diese Sichtweisen zumindest mal nachzuvollziehen.

Kommunizieren würde ich gerne, allerdings passiert das zur Zeit nur, wenn Zwang von oben ausgeübt wird.

Ich finde also, es gäbe auch von deiner Seite ein sehr konstruktives Verhalten. Und das nützt dir denke ich mehr als das Rumjammern über vermeintliche Sabotage.

Ich empfinde das Benennen vom Missständen nicht als destruktiv - die Ansichten variieren hier aber natürlicherweise je nach Rollenverteilung. Zumal ich durchaus Lösungsvorschläge anbiete. Da sich diese Lösungen aber auf reale Probleme beziehen sind sie meist komplizierter als die ursprünglichen pseudosachlichen Darstellungen, die sich zunächst so überzeugend angehört haben.

rKatjsch


Und Danke für deine Antworten, auch bzw. gerade weil sie nicht meine Standpunkt vertreten. Nur so kann ich ja Verständnis für die andere Sichtweise gewinnen.

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