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Nichts erreicht- andere aber schon

tpraumtänSzerPiDnaxbc hat die Diskussion gestartet


Vorgestern war ich mit meiner Mutter bei einem Fest, das gut von Leuten besucht ist. Da wir in einer Kleinstadt wohnen, bleibt nicht aus, dass man Leute sieht, die man kennt.

Gerade meine Mutter kennen viele, da sie viel Kontakt zu jungen Menschen hat durch ihre Arbeit.

Was soll ich sagen? Für mich wurde der Abend Horror. Zunächst trafen wir ihre Kollegen, wo dann die Dauerfrage war: Und was machst deine Tochter jetzt weiter? Ich hab ja Soziale Arbeit studiert und wurde von allen belächelt, da ich in meinem fortgeschrittenen Alter immer noch nur diesen einen Bachelorabschluss vorweisen kann und ihre Töchter bereits den Master in besser verdienenden Positionen haben. Da wurde ich dann auch prompt wieder von meiner Mutter mit Leuten verglichen, die ich gar nicht kenne.

Dann kam die zweite Kollegin. Die lachte auch nur, als meine Mutter erzählte, wie es mit mir weiter geht. ||

Ich fühlte mich wie der komplette Loser des Abends.

Dann traf meine Mutter die ersten Jugendlichen, die erzählten wie viel sie bei ihrem Ausbildungsplatz verdienen und wie toll doch alles sei. 900 Euro und mehr. So viel werde ich vielleicht knapp verdienen, wenn ich als Sozialarbeiter direkt nach dem Studium einsteige. Alle erzählten wie toll es wäre.

Ich hatte danach das Gefühl mit meinem witzhaften Bachelorabschluss total gescheitert zu sein und nichts im Leben erreicht zu haben, während andere bereits eine super Stelle haben und Familie gründen und sich finanziell über Wasser halten können.

Das Tüpfelchen auf dem i war dann noch eine Jugendliche, die vorbei kam und stolz erzählte wie viel sie als Physiotherapeutin bekommt (das Mädel hat nicht einmal einen Schulabschluss- nicht das ich ihr das nicht gönnen würde, aber ich hatte das Gefühl gescheitert zu sein.

Irgendwie hat das in mir eine Krise ausgelöst. Ich bin Mitte 20 und muss immer noch meine Mutter fragen, weil es während des Studiums vorne und hinten nicht reicht. Selbst mit dem Nebenjob nicht. Das ich mit meinem Abschluss nicht zufrieden bin hatte ich ja irgendwo geschrieben. Da hat man ewig studiert und bekommt dann so viel wie eine Verkäuferin. Nichts gegen Verkäuferinnen. Die sind toll. Aber ich denke ihr wisst was ich meine.

Mein Abend war jedenfalls gelaufen.

Antworten
wHeihnacahts0sternqchexn3


Ich versteh dich gut, ich denke auch oft so. Aber du mal ehrlich: Es gibt einfach auch genauso viele andere Studenten, die eben noch erfolgloser sind als du oder noch länger fürs Studium brauchen. Da findet man doch so viele Gleichgesinnte - warum misst du dich dann an den Teenies im Dorf? ;-)

D<elph!ine


Hast du dich vor Studiumbeginn denn nicht informiert, dass die Verdienstmöglichkeiten in dem Bereich nicht so rosig sind?

nKulQli&pxr'ieseymuxt


Nun, sagen wir so... wäre dir finanzieller Erfolg oder ein gesellschaftlich anerkannter Beruf so wichtig gewesen, hättest du das wohl studiert. Du hattest aber wahrscheinlich andere Motivationen für deine Studienwahl. Und darauf solltest du dich konzentrieren. Wen juckt denn, was andere machen?

t8raumtänAzemriGnabc


Nein, mir war nicht bewusst, dass die Verdienstmöglichkeiten so mau sind. Dafür können mich jetzt gerne alle fertig machen.

Und da ich mich mit dem Job ebenfalls nicht identifizieren kann, wollte ich eigentlich auch noch ein Studium dran hängen.

Nur leider hänge ich da in der gleichen Mühle drinnen und bin wieder abhängig von meiner Mutter.

Und ja. Ich habe auch einen Nebenjob.

t8raum`tänzXerinabxc


Wenn man mathematisch nichts drauf hat und anderes noch viel aussichtsloser ist, sind die Aussichten eben begrenzt.

Wenn ich der super Mathe Crack wäre, hätte ich wohl BWL studiert.

Leider sind einem manchmal auch von den Voraussetzungen Grenzen gegeben.

S!usoi_>198x6


Mir geht das Thema auch schon eine Zeitlang im Kopf um. Ich habe auch das Gefühl, dass ich im Vergleich zu meinen gleichaltrigen Kollegen/ Freunden viel weniger erreicht habe als ich...

ich kann nichts besonderes und mache auch nichts besonderes

j<ust_lozokinxg?


Etwas "besonderes" beruflich muss ja auch nicht sein wie ich finde. Dann hätten wir Millionen von Menschen die etwas "Besonderes" machen... aber niemand der all das macht was das Leben am Laufen hält.

SFusi_x1986


Da hast du schon recht just looking.

Aber ich kann auch im Privatleben nichts besonderes oder so. Ich bin kompletter Durchschnitt.

Echemali3gFer Nuetzer (x#540992)


So viel werde ich vielleicht knapp verdienen, wenn ich als Sozialarbeiter direkt nach dem Studium einsteige.

Aber ganz sicher nicht bei einer Vollzeitstelle, das wäre ja noch weit unter Mindestlohn und in einigen Städten müsstest Du wohl sogar mit Hartz IV aufstocken, derart mies sind die Aussichten für Sozialarbeiter nun wirklich nicht.

Wenn man mathematisch nichts drauf hat und anderes noch viel aussichtsloser ist, sind die Aussichten eben begrenzt.

Es gibt sogar Leute, die an Dyskalkulie leiden, und trotzdem ein BWL-Studium geschafft haben.

Nur leider hänge ich da in der gleichen Mühle drinnen und bin wieder abhängig von meiner Mutter.

Und ja. Ich habe auch einen Nebenjob.

Dann such' dir einen anderen/zusätzlichen Job, schraube einige Jahre deine Ansprüche an deinen Lebensstandard runter, und reiß' dir mal wirklich den Hintern auf. So viele Leute müssen sich ihr Studium komplett selbst finanzieren und schaffen das auch.

Aber ich kann auch im Privatleben nichts besonderes oder so. Ich bin kompletter Durchschnitt.

Ich finde so ein Gejammer wirklich fürchterlich. Aus dir spricht einfach nur die Bequemlichkeit und der fehlende Mut, etwas zu riskieren. Als ob die Leute mit den besonderen Jobs oder den beeindruckenden Viten immer nur über besondere intellektuelle Fähigkeiten verfügen würden. Viele Menschen erreichen auch einfach deshalb etwas, weil sie Ehrgeiz haben, Frustrationstoleranz, Diszipin, auch mal verzichten können und leidensfähig sind.

n7ulli:&p>rAiesemxut


Jeder kann irgendwas. Es hat nur absolut keinen Sinn, sich mit anderen zu vergleichen, denn die sind nicht du. Wenn du glaubst, für deine persönlichen Maßstäbe nicht genug erreicht zu haben, dann arbeite dran und verbessere dich. Ansonsten wirst du immer einen finden, der besser ist oder irgendwas kann. Übrigens, wenn man gut zuhört, merkt man, dass so ziemlich jeder auch etwas hat, das er gerne könnte.

Sgusi_x1986


Ich kann wirklich nichts. Das hat auch nichts mit Bequemlichkeit zu tun oder so. Ich hab kein sprachtalent, bin nicht sportlich, bin weder musikalisch noch künstlerisch begabt.

E6heWmaliger7 Nutze4r (#540x992)


Ich kann wirklich nichts. Das hat auch nichts mit Bequemlichkeit zu tun oder so. Ich hab kein sprachtalent, bin nicht sportlich, bin weder musikalisch noch künstlerisch begabt.

Du bist gut darin, Ausreden zu finden. Sprachen, Sport, Musik, Kunst - Begabungen in diesen Bereichen sind sicherlich hilfreich, um "besondere Berufe" zu bekommen, aber wenn ich mir den Startbeitrag so anschaue, scheint es ja vor allem um Verdienst, gesellschaftliche Anerkennung des Berufs und Planbarkeit zu kennen, und zumindest bei letzterem Kriterium kommt man alleine mit Begabungen in diesem Bereich nicht weit.

nDullia&priesxemut


Na ja, wenn man nicht mal rausfinden will, was man überhaupt können könnte, ist es leichter sich zu sagen, dass man nichts kann. Bloß bringt einen das im Leben nicht weiter, es führt nur noch mehr in den Frust. Hilft jetzt aber der TE auch nicht weiter, wir wissen ja nicht ob und was sie eigentlich kann, nur dass sie mit ihrer Studienwahl selbst nicht (mehr) zufrieden ist und aus dem Grund sich den Bekannten der Mutter unterlegen fühlt.

t7raumNtänzer{ina@bc


Im Alltag sind mir meine Probleme nicht wirklich bewusst.

Wirklich krass merke ich meine Unzufriedenheit nur, wenn ich mit Leuten zusammen komme die jünger oder gleich alt sind und erreicht haben, was ich in 10 Jahren nicht schaffe.

- Ich gehe auf die 30 zu und habe momentan weder einen Mann noch Kinder. Ich liebe Kinder und hätte liebend gern eigene.

Meine Uhr tickt, denn ewig kann ich nicht warten. Ich freue mich seit 3 Wochen wie ein kleines Kind, wenn ich nächste Woche für eine Woche 2 Kinder betreuen darf

-Ich gehe auf die 30 zu und hänge momentan wieder stark von meiner Mutter ab. Über das Gefühl selbst wenn man zum Bäcker gehen und sich Brötchen kaufen will und dann Mama anbetteln muss, schreibe ich jetzt lieber nichts.

Es ist eine schei* Situation.

-Momentan bin ich wieder bei meinen Eltern eingezogen, weil ich ja nach dem Studium in der Luft hänge. Ich hatte mal eine eigene Wohnung, die ich da ich noch nicht weiß ob ich Arbeit bekomme oder weiter studiere abgegeben habe

-Mein Freundeskreis bewegt sich auf eine Person, die aber selbst mit ihrem Partner beschäftigt ist

Wenn ich mir mein Leben und das der anderen ansehe scheine ich auf ganzer Linie versagt zu haben.

Ich bin die Einzige, die immer noch nicht selbst Geld verdient, Mama und Stiefpapa anbetteln muss wie eine 5 jährige, während ca. 98 Prozent meiner ehemaligen Mitschüler Kinder und eine Arbeit plus Partner haben samt sicherem Einkommen.

Ich kann genau 2 Sachen vorweisen und das sind ein Bachelorabschluss und ein Abitur während andere sich fortgepflanzt haben und unabhängig sind.

Irgendwas ist bei mir falsch gelaufen.

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