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Tipps für ein frisch gebackenes Au Pair von 2 Kindern unter 2

PSiaZSe9x3


Das ist ja auch nicht mein Arbeitgeber, sondern meine Host Family. Und ich denke, bei circa 12h mit einer Zweijährigen spielen und nebenbei ein Baby hüten, sollte 20min auf einer Decke sitzen, mal drin sein.

Mehr würde mein Körper ehrlich gesagt gar nicht mitmachen.

Ich falle jeden Abend todmüde ins Bett...

Was mich im Moment nur stört, ist, dass all die Regeln, die ich mit den Kindern unter der Woche "zu befolgen" habe, am Wochenende von den Eltern selbst überhaupt nicht eingehalten werden, obwohl sie zu zweit sind.

Zum Beispiel ist Fernsehen, ein Allheilmittel für beide Kinder. Wir dürfen morgens eine halbe Stunde und abends eine halbe Stunde schauen. Und am Wochenende läuft der Fernseher dann den ganzen Tag um die Kinder ruhig zu stellen %-|

N'ailoYugxa


Naja, habe mich dazu entschlossen, mit der Gastfamilie zu reden. Wie fange ich denn so ein Gespräch am besten an? Immerhin bin ich doch schon sieben Wochen hier und dann komm ich nach so langer Zeit auf einmal daher und beschwer mich...

Halte dir vor Augen, wie lange du noch da bist, da dürfte sich das schon lohnen.

Als ich damals ^^ meine "Chefs" vom Freiwilligendienst zum Gespräch gebeten habe, hab ich sie zu Kaffe und Kuchen bei mir zuhause eingeladen und um ein Anfangs/Zwischengespräch gebeten (auch so nach 2Monaten, scheint so eine Zeit zu sein). Und dann eben zusammenfassen, was einem gefällt und wo man noch Möglichkeiten zur Verbesserung sieht und was gar nicht geht und ganz wichtig: Erwartungen nochmal abklären (und jeweils beide Seiten).

Ich möchte nur was zu der Situation im Garten sagen: ich finde schon, dass es deine Aufgabe ist, die 2jährige zu bespassen.

Das gehört auch zum Gespräch. Du kannst auch ein paar Situationen einfach nacherzählen und konkret fragen, was du dann tun sollst. Ob du auch einen Erziehungsauftrag hast oder einfach nur passiver Aufpasser bist, ob das Baby im Kinderwagen hinterhergeschoben werden soll oder auf der Decke spielen soll usw.

Das ganze Gespräch sollte natürlich ruhig und ohne Vorwürfe ablaufen (weder von deiner noch von der anderen Seite), ihr müsst euch ja aneinander gewöhnen und da sind Absprachen eben wichtig.

glato


Und ich denke, bei circa 12h mit einer Zweijährigen spielen und nebenbei ein Baby hüten, sollte 20min auf einer Decke sitzen, mal drin sein.

Du kannst ja auf der Decke sitzen, aber dann sollte die 2jährige beschäftigt sein. Und du kannst dich ja drinnen "ausruhen", aber wenn sie draussen Lust und Platz zum rumrennen hat, dann kannst du eben in dem Moment nicht auf der Decke rumsitzen.

Ukomoo 3


Ich weiß nicht, welchen Vertrag du mit den Eltern geschlossen hast. Aber bei einem regelrechten Au-pair-Verhältnis ist das Au-pair keine (billige) Arbeitskraft, sondern die Stellung gleicht dem Leben eines Familienmitglieds, d. h. mit im Haushalt wohnen, helfen, Freizeit haben. Deshalb bekommen Au-pairs auch ein erhöhtes Taschengeld und keinen Arbeitslohn. Auch wenn das sehr oft anders gehandhabt wird, ist es nicht richtig.

[[https://www.aupairworld.com/de/security/rights_of_au_pairs]]

PYia-Zex93


gato, ich sitze ja auch nicht nur auf der Decke rum und schaue den Kindern zu sondern lasse die Zweijährige meist erst aussuchen was sie mit nach draußen nehmen will. Meist nehmen wir ihr Küchenset, ihr "Telefon" und Seifenblasen mit, sodass sie mit mir auf der Decke spielen kann, was ich auch tue. Leider verliert sie immer viel zu schnell das Interesse und will dann genau das, was sie gerade nicht haben kann...

Und du musst bedenken, dass dem "Auf der Decke sitzen" oft schon zwei bis vier Stunden um das Haus spazieren bzw. rennen mit Baby auf dem Arm vorausgegangen ist. Und das ist bei 40 Grad im Schatten (bzw ohne Schatten weil wir nicht viele Bäume ums Haus haben) kein Spaziergang. Dann strampelt noch das Baby auf dem Arm und ich muss einen Sonnenschirm halten weil das Baby extrem empfindlich ggü der starken Sonne ist.

Es ist einfach so ermüdend, vor allem da das Baby in der Sekunde losschreit, in der du es irgendwo hinlegen willst, sei es in die Wippe, Kinderwagen, Tragetuch... Da muss ich einfach irgendwann mal konsequent sein und sagen, wir bleiben jetzt mal für 20min hier und spielen Tea Party oder Seifen blasen oder was weiß ich...

Ich weiß ja nicht, wie viele Kinder du hast, aber ab und zu muss ich mich einfach mal 20min irgendwo hinsetzen weil ich das Baby nicht mehr länger tragen kann bzw. ich nicht ständig der Zweijährigen hinterherspurten kann.

PaiaVZ6e93


Vielen Dank für eure Tipps.

Morgen rede ich mit der Familie... Hoffe, es findet sich ein Zeitpunkt.

Werde dann auch ein paar Situationen ansprechen, in denen ich mir unsicher war, was ich machen sollte und fragen, was am besten ist..

mal sehen was rauskommt. Ich halte euch auf dem Laufenden...

N@ailo ugxa


Morgen rede ich mit der Familie... Hoffe, es findet sich ein Zeitpunkt.

Das solltest du schon am Tag vorher ankündigen, dass die Eltern sich auch Gedanken machen können und ihr vorallem ein ruhiges Gespräch planen könnt und nichts dazwischen kommt

P$iaZQe93


Hmm, daran habe ich jetzt gar nicht gedacht... Bin leider schon im Bett.

Vielleicht machen wir morgen einfach mal ein "Vorgespräch" und dann können sie mal drüber nachdenken und dann reden wir einfach in ein paar Tagen nochmal darüber..

Sntellax80


Naja, sie fängt an zu brüllen, schreien, weinen. Mutter kommt heraus gestürmt, fragt, was los ist. Ich erkläre ihr, dass ich mit dem Baby hierbleiben wollte, weil ich sonst alles wieder umräumen muss, sprich Decke, Babyspielzeuge, Spucktuch usw. Das hat die Mutter zwar verstanden, hat sich dann aber erweichlichen lassen und ist mit der Zweijährigen nach vorn gegangen

Tja, es funktioniert natürlich nur, wenn die Mutter auch konsequent ist. So spielt euch die Kleine nur gegeneinander aus.

Du musst nicht das tun, was die Zweijährige will. Sie muss lernen, dass sie das tun muss, was du ihr sagst und dass es nichts bringt, wenn sie wegen sowas rumtobt.

Zur konsequenten Erziehung finde ich persönlich das Buch des Kinderpsychiaters Michael Winterhoff "Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden" sehr gut.

Ich würd im Gespräch mit den Eltern v.a. diese Dinge ansprechen:

Was mich im Moment nur stört, ist, dass all die Regeln, die ich mit den Kindern unter der Woche "zu befolgen" habe, am Wochenende von den Eltern selbst überhaupt nicht eingehalten werden, obwohl sie zu zweit sind.

Das geht nicht. Genausowenig, dass die Mutter rauskommt, wenn DU für die Kinder verantwortlich bist und deine "Erziehungsversuche" untergräbt, indem sie mit der Tochter das tust, was du ihr grade verboten hast.

Das würd ich im Gespräch dann damit verbinden, dass das so, wie es bisher läuft, für dich kein Zustand ist, den du lange aushalten kannst. Die Eltern sind bestimmt daran interessiert, dass du ihnen als Au pair erhalten bleibst...dann müssen sie an ihrem Verhalten halt auch ein bisschen arbeiten.

Dann sollte es möglich sein, dass du - wenn die Mutter zu Hause ist - regelmäßige Pausen ohne die Kinder hast. Sie muss sich ihre Arbeit halt so einteilen, dass das möglich wird.

Du wirst sehen, wenn ihr alle drei konsequent bleibt, wird sich die Situation für dich sehr entspannen, v.a. mit der Zweijährigen. Dann kannst du ja versuchen, den kleinen langsam an den Buggy oder das Liegen auf der Decke zu gewöhnen (mit bei ihm bleiben, streicheln etc., damit er sich nicht alleingelassen fühlt).

Cdleo EdKwards8 v. DuavoYnpooxrt


Ich halte dich ein bisschen für ziemlich zimperlich. Oder ungeeignet. Ich kann aber auch verstehen, dass dich das total stresst, es sind nicht deine Kinder und es kann verdammt anstrengend sein zwei fremde, nicht eigene Kinder zu babysitten.

Die einen könnens, die anderen nicht. Deine Gastfamilie scheint mir aber nicht schlimm zu sein, im Gegenteil.

P2i_aZe93


Ja, vielleicht liegt es auch einfach an mir...

Ich bin normal eigentlich nicht zimperlich und scheue mich nicht vor Arbeit. Habe daheim schon drei Monate lang, sechs Tage die Woche und 10 Stunden am Tag auf einer Baustelle gearbeitet. Und das ist vom "Stresslevel" ungefähr vergleichbar wie im Moment zwölf Stunden am Tag auf zwei Kinder aufzupassen.

Und ich habe auch schon früher babygesittet. Hatte oft für ein paar Stunden einen kleinen zweijährigen Jungen. Das war auch manchmal anstrengend, aber hatte eigentlich nie Probleme das allein zu bewältigen.

Wie ich hier angefangen habe, wurde mir gesagt, Samstag und Sonntag frei, unter der Woche 8h am Tag und ich hätte mich nur um die Zweijährige zu kümmern...

Mittlerweile kümmere ich mich am Tag circa 12-13h um die Zweijährige (die Mutter verbringt vielleicht 20min am Tag mit ihr) und habe zusätzlich noch circa 8-10h das Baby (bringe das Baby eigentlich nur noch zum Stillen zur Mutter; ich glaube, wenn sie das abgeben könnte, würde ich das auch noch machen :=o )

Mir würde die Arbeit ja an sich nichts ausmachen, aber es fängt an, an die Substanz zu gehen. Und meine Reiselust ist mittlerweile fast komplett verloren gegangen, weil ich mich einfach nur noch ins Bett legen und lange lange schlafen will...

Heute ist Sonntag und ich hätte eigentlich frei. Aber das Baby liegt gerade bei mir im Zimmer, weil die Mutter halbtot auf der Couch liegt und nichts mehr gebacken bekommt. Bin heute mittag aus dem Haus gegangen, da war das Baby gerade aufgewacht und angefangen zu schreien. Dann komm ich eine Stunde später zurück und das Baby schreit immer noch %-|

Da die Mutter nicht reagiert hat, hab ich erstmal kurz das Chaos aufgeräumt, das die Zweijährige angerichtet hat (Milchpfützen überall auf dem Boden bzw. Legosteine mit Milch befüllt und sie hatte gerade angefangen ihre Spielzeuge in die Mülltonne zu schmeißen) und mir dann das Baby geschnappt.

Der Vater musste heute vormittag in die Arbeit und schläft jetzt seit Mittag auf der Couch...

Ich weiß ja, dass das Baby echt hart ist nachts, aber die beiden ignorieren die Kinder heute und gestern schon den ganzen Tag... Es kommt mir immer so vor, als warten sie nur darauf, dass das Wochenende endlich rumgeht, damit sie ihre Kinder wieder abgeben können...

Es ist komisch, weil beide eigentlich echt lieb sind und auch immer darum besorgt, dass es mir gut geht... Ich glaube, es ist einfach der Schlafmangel...

Naja, ich glaube aus dem Gespräch wird heute nichts... Vielleicht ist es morgen besser, wenn ich die Kinder habe und beide wieder "lebendiger" sind...

MWr1s_DDarxcy


Nein, es liegt NICHT an dir. Lass dir das bitte nicht einreden.

Ich habe zwei Freundinnen, die als Au-Pair gearbeitet haben und beide haben nicht annähernd so viel gearbeitet wie du, obwohl sie 3 bzw. 5 kleine Kinder zu hüten hatten. Und so musst du es im Endeffekt sehen - es ist deine Arbeit und nicht dein Privatvergnügen. Du sollst lediglich 8 Stunden täglich an 5 Tagen die Woche die Große bespaßen, nun hast du noch einen Säugling zusätzlich und eine Arbeitszeit von 10-12 Stunden täglich, teilweise auch am Wochenende. Das ist definitiv nicht in Ordnung.

Dass man in Notsituationen - Krankheit der Eltern, wichtige Termine... - natürlich mal einspringt, sollte selbstverständlich sein. Aber darüber hinaus nicht.

Rede mit deinen Gasteltern, sage ihnen, dass auch DU auf dem Zahnfleisch gehst und völlig überforderst bist. Alles was du zusätzlich arbeitest, sollte mit dir abgestimmt und natürlich auch extra bezahlt werden. Hast du ansonsten auch eine Agentur, die du ansprechen kannst, wenn du überhaupt kein Land mehr siehst?

C!leo TEdwards v.V Davjonpoorxt


Also das eigentliche Problem sind doch die zwei Teufelsbraten.

Wären das zwei andere Kinder, sehe das -bestimmt- anders aus. WE frei sagst du anfangs, kannst früher gehen wenn du willst und auch frei tagsüber.

Du bist der Sklave der Kinder, das schlaucht. Denke ich.

MVrs_eDarxcy


Wie ich hier angefangen habe, wurde mir gesagt, Samstag und Sonntag frei, unter der Woche 8h am Tag und ich hätte mich nur um die Zweijährige zu kümmern...

Und genau das solltest du im Gespräch ansprechen. Ich würde versuchen feste Arbeitszeiten "auszuhandeln", an die sich bitte alle Beteiligten zu halten haben. Alternativ, da die Mutter ja Termine hat, eine Art Schichtplan, der 40h/Woche umfasst und eben wöchentlich angepasst wird. Und alles, was mit den Kindern zu tun hat, ist Arbeitszeit. Du kannst anbieten, dass du auch gelegentlich das Baby mitbetreust, obwohl es so anfänglich nicht abgestimmt war.

Ich bin übrigens recht sicher, dass dadurch allein schon ein Großteil deiner Probleme mit der Großen wegfällt, denn so bist du ausgeruhter, besser drauf und geduldiger. Und dann kannst du es auch eher mit dem ausgeprägten Temperament der Großen aufnehmen.

SJola^mie


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