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Berufseinstieg- sind alle Pädagogen so (Mobbing)?

T$anjalijebZtWxinter hat die Diskussion gestartet


Ich habe im sozialen Bereich studiert und meine Abschlussarbeit gilt als so gut wie bestanden (leider).

Mittlerweile habe ich meine Zweifel ob mein Berufszweig der richtige war.

Das Praktikum hat mir damals super viel Spaß gemacht. Allerdings habe ich auch über 1 Jahr dafür suchen müssen.

Ich habe extra ein Urlaubssemester genommen, weil ich keine gescheite Stelle im sozialen Bereich gefunden habe.

Sämtliche Vorstellungsgespräche waren in dieser Zeit katastrophal (und ich war eine kostenlose Hilfskraft- da keine Bezahlung). Mein erstes Praktikum, das dann endlich ein Treffer war habe ich damals sogar abgebrochen, da ich aufs heftigste gemobbt wurde. Schon beim Bewerbungsgespräch war mir das Team mehr als unsympathisch. Das Bewerbungsgespräch wurde mit 3! Mitarbeitern geführt, die super unangenehm waren, unfreundlich und auf mich einen gefühlskalten Eindruck erweckten. Dementsprechend war es dann auch so und ich habe mehr Hilfsarbeiten verrichten müssen, als in 3 Jahren Nebenjob als Kellnerin.Hinzu kamen andere Details, weswegen sich meine Gesundheit massiv verschlechtert hat. Nach 8 Wochen habe ich es nicht mehr ausgehalten. Danach folgte ein Marathon an Bewerbungen, da ich sonst ein Semester verloren hätte (was ich letztendlich habe). Obwohl ich kostenlos gearbeitet hätte fand ich einfach keine Stelle. :=o

Ein halbes Jahr später kam ich dann durch Beziehungen endlich an einen tollen Praktikumsplatz und hatte einen super tollen Praxisbetreuer für den ich heute noch schwärme.

Nach diesen Pleiten habe ich oft daran gedacht das Studium zu schmeißen. Da ich aber fast fertig war, dachte ich ich ziehe es durch und jetzt sitze ich hier und habe unendliche Angst.

Ich lese und höre von beschissener Bezahlung und von Mobbing unter Sozialpädagogen, von Wochenendienst, Ausbeute und Burn-out. Die Stellenausschreibungen im Internet tun das Übrige. Das meiste ist Heimerziehung

Schon vom Bewerbungsgespräch her verschafften mir die Stellen ein flaues Gefühl. Der Zweig, der mir im Praktikum so viel Spaß machte wird nicht gesucht.

Und dann denke ich mir wieder: Wenn ich für ein solides Praktikum, bei dem man mich nicht mal entlohnen musste über ein Jahr suchen musste: Was soll das jetzt erst werden?

Ich habe unendliche Angst, dass ich das Mobbing von damals jeden Tag erleben werde.Ich habe es im bisherigen Leben nicht leicht gehabt. Wenn jetzt noch sowas kommen würde, würde mir das den Rest geben. Nochmal verkrafte ich das nicht.

Klar, das Gegenteil hat mir mein Praxisanleiter bewiesen und am liebsten wäre ich da geblieben, was leider nicht ging, da die Stellen ja bereits besetzt waren.

Ich habe unendliche Angst davor dass sich meine schlechten Erfahrungen wiederholen. Die meisten Bewerbungsgespräche für ein Praktikum waren der Horror.

Kann hier mal ein Sozialpädagoge oder Sozialarbeiter berichten oder jemand der im ähnlichen Berufsfeld arbeitet?

Antworten
hieutee_hier


Kontaktiere doch nochmal den Praktikumsbetreuer von damals und frage ihn, ob er wusste wo es Bedarf geben könnte. Oft sind informelle Kontakte bei der Stellensuche vielversprechender als öffentliche Ausschreibungen.

Viel Glück @:)

SSunflaowe%rx_73


1. Suchen suchen suchen. Kreativ werden.

2. Dickes Fell zulegen.

3. Willkommen in der Realität.

Klingt jetzt hart, aber ich habe in meinem Bereich MIT Diplom 6 Monate unbezahlt und weitere 12 Monate für ein Taschengeld gearbeitet.

Du warst bislang nun mal "nur" Praktikantin. Im sozialen Bereich herrscht Geldmangel, vieles ist hart an dem Job und da ist es klar, dass man unliebsame Tätigkeiten an den Praktikanten abgibt, um endlich mal (auch selten) Zeit für die qualifizierteren Dinge zu haben. Die oft auf der Strecke bleiben. Die Du noch nicht beherrschst und wo einfach auch Zeit fehlt, Dich anzulernen. Das ist oft so, aber so extrem auch nicht überall. Zickereienin Teams gären aber gerne unter solchen Bedingungen (Arbeitsdrucke, hohe Verantwortung, wenig Zeit & Geld und dem ständigen Gefühl, das wichtige Dinge auf der Strecke bleiben). Stelle Dich drauf ein, dass DU da selber DEINE Haltung finden musst. Verhindert auch den BurnOut unter miesen Bedingungen, wenn man selber den Balanceakt zwischen seinen Idealen und der Realität findet. Ich knabbere da auch immer mal wieder dran (im Speziellen und auch am System im Allgemeinen). Du kannst nur machen, was möglich ist. Punkt. Wochenenddienst: Tja, das ist halt so. Freie Tage IN der Woche sind aber auch was Feines.

Ich habe in meinem Berufsfeld häufig mit Sozialarbeitern/Pädagogen zu tun gehabt(psychiatrische Kliniken). Die haben sehr eigenständig und engagiert ihren Job gemacht; ordentliche Arbeitszeiten. Integration in nette Teams. Wertschätzung in ihrer Rolle (weil's sonst keiner konnte). Die haben sich z.T. am System aufgerieben, weil sie engagiert waren und auch an Grenzen stießen. Hatten aber alle eine gesunde Abgrenzung. Und machten den Job schon 10-25 Jahre.

TCanjaliebetWixnter


Das habe ich bereits.

Leider hat er bisher vieles versprochen und immer wenn es dann konkret wurde, konnte er mir auch keine Arbeitsstellen nennen.

Das fand ich etwas schade. Auch wenn das Praktikum bei ihm toll war.

Sein Nachteil war, dass er oftmals Versprechungen machte, die er dann nicht halten konnte.

Aber nobody is perfect. Dafür war die Zeit in besagtem Verein der Horror. Ich habe echt Angst, dass alle Mitarbeiter aus dem sozialen Bereich so ticken. Denn die überwiegende Masse war Katastrophe dort.

h}atsc,h+ixpu


Das wundert mich ehrlich gesagt. Ich hatte nie Probleme bei der Suche, eigentlich waren immer alle froh, zusätzliche Hilfe zu bekommen. Ich hatte Praktika in Kindergärten, Schulen und im Heim. Alle fand ich toll und bin auch immer gut mit den Kollegen ausgekommen. Dass die Arbeitszeiten im Heim doof sind liegt ja in der Natur der Sache. Vormittags sind die Kinder und Jugendlichen ja schließlich in der Schule. Ich musste dort bis 21.30 Uhr arbeiten, obwohl ich selbst 2 kleine Kinder zu Hause hatte.

Als Praktikantin wird einem nichts hinterher geschmissen, man muss sich durchbeißen, engagieren und selbstständig handeln. Warum sollte dich sonst jemand haben wollen. Die haben schon genug Stress, da will man sich nicht noch so einen jammernden Praktikanten aufbürden, der noch mehr Arbeit macht.

In welchen Bereich würdest du denn gern gehen wollen? Und aus welcher Gegend kommst du? Der Bedarf ist doch sehr regionsabhängig.

T8aknjalYiebXtWintxer


Also ich muss ehrlich sagen: Kostenlos Praktikum machen würde ich in diesem Bereich nicht nochmal. Ich mache jetzt seit ich 16 bin kostenlos Praktikum (in diesem Bereich erst Kita, dann an Schulen, dann jetzt im Bereich der Sozialpäda), bin mittlerweile weit über 20 und irgendwie auch satt davon keine Entlohnung für meine Arbeit zu bekommen.

Ich arbeite gern mit engagierten Leuten zusammen. An sich hätte ich mit den Dienstbotengängen kein Problem gehabt (obwohl ich da null gelernt hätte). Aber bei diesem Mobbing und in diesem Team hätte ich es keine Woche länger ausgehalten. Ich habe danach auch einige Monate gebraucht um mich zu erholen und neuen Mut zu schaffen.

Dass kostenlose Hilfen doch gefragt sind dachte ich auch. Nach der 10. Ablehnung sah ich das anders. In Kita oder Schule durften wir Studenten nicht, da das Praktikantenamt der Meinung war, das wäre zu weit weg vom eigentlichen Job (warum habe ich nicht wirklich kapiert).

TIanjaUlioebtWinxter


Es war wirklich schwer überhaupt an eine Praktikumsstelle zu kommen. Damals als Integrationshelfer.

:)z

T_anjWa1livebtWinxter


Meine Erfahrungen haben mich mittlerweile übrigens soweit gebracht, dass ich obwohl ich am Ende des Studiums bin sogar Lust hätte noch eine Ausbildung in der Arbeitsförderung beim Arbeitsamt dran zu hängen und aus dem Beruf auszusteigen (obwohl es ja noch nicht mal los ging) :-X

Vielleicht sehe ich das zu dominant. Aber nach den meisten negativen Praktikumserfahrungen war mir die Lust schon erheblich vergangen. Das tolle Praktikum an sich hat zwar ein bisschen Hoffnung gemacht.

Ich hatte aber eher das Gefühl Leute wie mein Anleiter sind eher selten.

Ich glaube, mit Männern lässt es sich leichter arbeiten als mit Frauen in diesem Bereich.

hdatscrhxipu


Ich hatte im Heim auch einen männlichen Anleiter, der war wirklich toll. Aber ich hatte auch in den Kitas zwei mal richtig Glück und habe tolle Anleiterinnen gehabt, bei denen ich viel gelernt habe und die mich auch selbstständig haben arbeiten lassen.

Allerdings hab ich "nur" eine Erzieher Ausbildung, allerdings auch 5 Jahre nur Praktika. Am Ende war ich auch schon 27. Ich würde aber schon behaupten, dass jedes Praktikum mir viel gebracht hat und mir die Erfahrungen dort in meinem jetzigen Job helfen. Pädagogen gibt's ja in unterschiedlichsten Bereichen, vielleicht hast du bisher in den falschen geguckt? Wie flexibel warst du denn bei den Bewerbungen?

T%anjalKikebtSWinxter


Also in den Kitabereich wäre ich echt gerne gegangen. Aber da hieß es ich muss erst noch 5 Jahre Erzieherausbildung machen :-o

Obwohl ich schon Sozialpädagoge bin.

Das meiste ist Heimerziehung.

Ich habe ja erst den Bachelor.

hSatschixpu


Das ist aber echt Quatsch. Drei Freundinnen haben auch studiert und arbeiten in der Kita. Darf ich mal fragen wo du her kommst? Bundesland?

k)lein,er_AdraMchen[sxtern


Ich habe sehr viele Jahre als Sozialpädagogin gearbeitet (Familienhilfe, Streetwork, Heimerziehung, Offene Jugendarbeit) und hatte in all den Zeiten eher Schwierigkeiten Prakikanten zu finden, von daher wundert mich das schon etwas, ehrlich gesagt.

Ich lese und höre von beschissener Bezahlung und von Mobbing unter Sozialpädagogen, von Wochenendienst, Ausbeute und Burn-out. Die Stellenausschreibungen im Internet tun das Übrige. Das meiste ist Heimerziehung

Naja, die Bezahlung ist jetzt nicht irre gut, aber im Vergleich zu anderen Berufen jetzt auch nicht irre schlecht. Weiß man ja vorher, wie hoch der Tarif ist. Leben kann man davon auf jeden Fall ohne Probleme und das auch nicht schlecht.

Unter Sozialpädagogen ist esa uch nicht besser oder schlechter arbeiten, wie in anderen Branchen auch, wieso auch? Nur weil man im sozialen Bereich arbeitet, ist man ja nicht automatisch "sozialer" als andere Personen.

Und Wochenenddienst? Klar, in all meinen Bereichen immer, wo ist da bitte das Problem? Das weiß man doch vorher!

Burn-Out gib te überall anders auch.

Ich habe immer sehr gerne als Soz Päd gearbeitet und wenn ich icht diesen Wahnsinnsjob bekommen hätte, den ich jetzt mache (mit 16-Stunden-Tage, Nacht- und Wochenendarbeit nebenbei bemerkt), würde ich das auch immer noch tun.

Botengänge etc. mussten meine Praktis auch immer machen, klar, soll die deiner Meinung nach der Chef machen?

Das gehört dazu, genau wie auch blöde Arbeiten verichten.

Ewhemal?iger NutzSer (#4=79013)


@ TanjaliebtWinter

Hast du dich schon mal im öffentlichen Bereich (Jugendamt) beworben? Wenn du dich über deine fachlichen Qualifikationen als Sozialpädagogin hinaus mit den "hohen Künsten" des Rechnens, der Rechtschreibung und der Subsumption von Gesetzestexten auseinandersetzt, wärest du 90 % der dort beschäftigten Sozialarbeit gnadenlos überlegen. Die sind nämlich so ignorant und hochgradig dämlich, was anknüpfende Prozesse (insbesondere unter dem Aspekt der Kosten!) angeht, dass sich dort leicht positive Akzente setzen ließen.

E@hemTaljige_r Nutkzerm (#4x79013)


*Sozialarbeiter

Tbanjali0ebtWixnter


Nein, das mit der Wochenendarbeit ist mir erst jetzt wirklich bewusst geworden. Wobei ich als Integrationshelfer am WE frei hatte.

Bei den Jugendamtstellen hieß es meist ich bräuchte Diplom oder Master.

Ich habe ja bisher nur den Bachelor und der würde nicht reichen.

Das was ich von Kommilitonen gehört und selbst erlebt habe war eher, dass bei Frauen oftmals extremer Zickenterror besteht. Das konnte ich vom ersten Praktikum bestätigen. Beim zweiten waren nur mein Chef und ich und das war eine sehr ausgeglichene Arbeitsatmosphäre und ich habe viel gelernt.

Ich hatte bei den Frauen das Gefühl je größer das Team, umso größer der Zickenterror. Ich würde wenn am liebsten mit Männern zusammen arbeiten. Ich hatte einfach den Eindruck die sind unkomplizierter :-X

In der Region sagte man mir ich wäre mit 1300 Euro am Anfang dabei.

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