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Unglücklich in der Ausbildung

S.epehrat<e18 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe im August eine Ausbildung als Industriekaufmann angefangen, allerdings bin ich nicht all zu glücklich.

Ich bin recht introvertiert, also kann nicht so leicht auf Kollegen zu gehen und mit ihnen über Gott und die Welt plaudern. Ich brauche ich erstmal meine Zeit um aus mir raus zu kommen.

Die Kollegen + Chef sind zwar nett, haben aber keinerlei Verständnis für diese Charaktereigenschaft. Heute haben sie mir sogar empfohlen, ich solle doch mal einen Kurs/Seminar belegen um mehr zu reden.

In arbeitsbezogenen Angelegenheiten kommuniziere ich auch mit allen und frage, wenn ich Hilfe brauche. Jedoch ist der Smalltalk nicht meine Stärke.

Mich macht das ganze sehr unglücklich, weil dies nunmal mein Charakter ist und ich arbeiten gehe, um den Beruf zu erlernen und nicht um ein komplett neuer Mensch zu werden.

Ein weiterer Punkt ist, dass mein Chef mit mir unzufrieden ist, weil "ich nach 5 Wochen immer noch Fehler mache." Wenn ich zB. Rechnungen schreibe und mal bei einer etwas falsch mache, werde ich direkt blöd angemacht. Wenn ein Azubi nach 5 Wochen fehlerfrei arbeiten soll, sollte man vielleicht noch mal seine Erwartungen überdenken.

Sollte ich in der nächsten Zeit weiterhin Fehler machen, werde ich die Probezeit wohl auch nicht überstehen.

Jedenfalls bin ich nicht wirklich zufrieden. Ich fände es hilfreich, mal eure Meinung dazu zu hören, habt ihr evtl. Tipps oder Ratschläge für mich?

Danke :-)

Antworten
n-ul"li&prie'semuxt


Du bist offenbar damit zufrieden, dass du introvertiert bist? Dann sag das doch den Kollegen: Ich brauche immer ein bisschen, bis ich auftaue, und Small Talk ist nicht so meins. - Die Kollegen werden wohl irgendwann akzeptieren, dass du einer bist, der nicht viel redet. Aber sie sollten dich halt nicht für maulfaul und unhöflich halten ;-) Wegen den Fehlern würde ich dir empfehlen, möglichst Notizen zu machen. Auch wenn das vielleicht komisch aussieht. Für Aufgaben, die dir momentan noch nicht so leicht von der Hand gehen, kannst du dir dann eine Art Ablaufplan machen. Du arbeitest das dann so ab und machst weniger falsch.

efxpRerAte56


Bewirb dich in der Sicherheitsbranche. Verdienst ist zwar nicht überdurchschnittlich aber überleg dir das mal.

Cileo EdwDard5sa v. DavoRnpxoort


Was die Fehler angeht: das kommt häufiger vor, dass Azubis deswegen blöd angemotzt werden, aber das (Fehler) wird auch einkalkuliert und hat jetzt nicht Aussagekraft darüber ob du die Probezeit bestehst.

Fehler in Rechnungen müssen zumindest deutlich kritisiert werden, aber das heißt auch nicht gleich Kündigung. Dir wird damit sozusagen deutlich gemacht, dass du was falsch gemacht hast in Sachen, die nicht falsch sein sollen.

NVeuISacxh


Viele azubis sind zu Anfang Stil und introvertiert, kam ich aus Jahre langer Ausbilder Erfahrung sagen.

Wir, die Kollegen, sehen Es aber auch alsunsere an, die jungen Leute nicht nur auszubilden, sondern auch persönlich weiter zu bringen.

Mit der Zeit werden alle älter und offener.

Fehler in Rechnungen sind übel, und müssen deutlich angesprochen werden. Mach dir da keine Sorgen drum, is normal aber nicht schlimm, und wird nichts mir der probezeit zu tun haben.

Mavh deine Ausbildung und hör bloß nicht auf den quatsch mit der Sicherheitsbranche, so ein Schwachsinn. :|N

A2uro;ra9x0


Hi!

Ich kann dich voll verstehe. Auch ich war anfangs eine ruhige (um nicht zu sagen nahezu stumme) Azubine. Es ist nun mal so, dass ich einfach meine Zeit brauche, um mich an die Kollegen "zu gewöhnen". Je nach Abteilung sind die Leute anders damit umgegangen. Manche Menschen fassen Introvertiertheit als Arroganz oder Desinteresse auf.

Mit der Zeit hat es sich bei mir gebessert. Es mir leichter gefallen den Mund aufzubekommen, wenn ich mich für das spezielle Thema / die Aufgabe interessiert habe. Und je länger du dabei bist, desto einfacher wird's. Heute auf den Tag genau vor fünf Jahren hab ich meine Ausbildung angefangen und von der schüchternen Azubine von damals ist nicht mehr viel übrig ]:D

Du musst doch sicher auch ein Berichtsheft führen, oder? Ich bin auch Industriekauffrau und bei uns war es so, dass wir immer eine Art "Arbeitsanweisung" über die verschiedenen Aufgaben, also z. B. Rechnung schreiben, Angebot erstellen etc., schreiben mussten. Erstell doch mal sowas für dich und lass den Ausbilder bzw. Betreuer in der Abteilung darüberschauen. Dann hast du eine Anleitung, wenn du bei irgendwas unsicher bist. Außerdem sieht man dann, dass du dich für die Arbeit interessierst und alles gut machen willst.

Je nach Ausbilder / Betreuer in der Abteilung werden Fehler konstruktiver bzw. weniger konstruktiv angesprochen -> Stichwort (mangelnde) Sozialkompetenz :=o

Ich hatte während meiner Azubi-Zeit alles dabei von sachlich "Hör mal, eher blöd, wenn das so zum Kunden geht... Bitte drauf achten, nächstes Mal wird's besser!" oder humorig "Montags die Brille noch nicht ganz scharf gestellt, was?" bis hin zu völlig unverhältnismäßig "Was soll der Mist? Warum haben sie ausgerechnet dich eingestellt? Bist du völlig bescheuert?!" Erste innerliche Reaktion bei letzterer Aussage: Jupp, ich bin dann mal raus hier -> Abbrechen.

Nach dem sich der Rauch verzogen hat, hab ich das dann zwar nicht gemacht, aber öfters als einmal in Erwägung gezogen. Mit zwei Jahren Abstand zur Ausbildung kann ich sagen, der alte Spruch stimmt: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Aber bitte hör nicht auf den Entschuldigung - völlig bescheuerten Rat mit der Sicherheitsbranche. Durch manche Abteilungen / Themen muss man sich einfach durchbeißen, weil sie einem nicht liegen oder weil's persönlich nicht passt oder oder oder... Bei mir war's die Fibu. Miese Stimmung im Team, unsympathische Kollegen, ich hab wenig bis kein Interesse an Zahlen. Konsequenz: Erster handfester Krach nach zwei Stunden Anwesenheit. %-|

Um Druck aufzubauen, wird auch gern mal das Nichtbestehen der Probezeit angedroht. Seh ich mittlerweile ebenfalls wie oben -> gibt halt Ausbilder, die haben's nicht so mit der Sozialkompetenz...

Aber Kopf hoch, du packst das schon. :)^

H]ansilqeincyhexn


Optimal wäre es wenn es in Deiner Firma einen Personalrat/Betriebsrat gibt. Also Leute mit denen Du offen reden kannst und die gleichzeitig zumindest allgemein die Situation in der Firma kennen.

Ich habe keine Ahnung ob Deine Firma gut oder schlecht für Dich ist. Oder der Beruf. Eins ist doch klar: Nie wurden Azubis so dringend gesucht wie heute. Du wirst also immer Deinen Platz finden das erleichtert die Situation doch für Dich.

BLenitBaxB.


Ich bin recht introvertiert, also kann nicht so leicht auf Kollegen zu gehen und mit ihnen über Gott und die Welt plaudern. Ich brauche ich erstmal meine Zeit um aus mir raus zu kommen.

Das ist doch aber völlig unabhängig vom Beruf. ":/

Und man lernt eigentlich nur über Fehler. Und wenn sie von keinem angesprochen würden, würdest Du sie ja städnig wieder machen. Völlig normal, Dich drauf hinzuweisen.

Mimosenhaftigkeit würde ich mal schleunigst ablegen und zwischen persönlich empfundenen Angriffen und sachdienlichen Hinweisen unterscheiden. Andere sind nicht widerlich, weil sie auf Fehler hinweisen, Wortkargheit hin oder her.

Korrektur ist wichtig. Immer bei der Sache bleiben. Der HInweis mit Notizen zum Ablauf und Kontrolle, bis man es im SChlaf kann, ist gut.

LKichtAmH/oriBzont


Wenn Du wieder auf einen Fehler hingewiesen wirst, nimm das als Gelegenheit zu fragen, was Du tun kannst, um das zukünftig zu vermeiden. Frag nach praktischen Tipps. "Wie machen Sie denn das?"

Und ein Azubi, der schon in der Probezeit fehlerfrei ist, wäre ja perfekt und bräuchte demnach gar nichts mehr zu lernen. Insofern sehe ich da auch keinen Grund, zu fürchten, dass man Dich deswegen nicht im Betrieb lässt.

Nach vermuteten eineinhalb Monaten finde ich es zudem völlig normal, dass man sich aufgrund der Unsicherheit noch unwohl fühlt. Gib Dir etwas mehr Zeit.

Raatloss23


Überdenke doch mal deine eigene Unzulänglichkeit.

Bei den Azubis heutzutage wundert es mich echt nicht mehr das immer weniger Unternehmen ausbilden oder Stellen schlichtweg unbesetzt lassen. Wenn bei jedem kleinsten Konflikt gleich an den Ausbildungsabbruch gedacht wird... :|N

Mein Gott, dein Chef bietet dir sogar an dich auf ein Seminar zu schicken. Du sollst dabei an deinen Soft Skills arbeiten, die sind nämlich neben dem Fachwissen auf sehr wichtig. Wenn du im Job den Mund nicht aufkriegst kann das für viele Abteilungen ein Problem darstellen. Grad im Vertrieb, Marketing, Einkauf... muss man eben auch mal Small Talk machen können, Kundenkontakt, Teamfähigkeit ist eben IMMER ein wichtiges Thema in einem Unternehmen.

Du sollst dich nicht umkrempeln und der Entertainer schlechthin werden, aber ab und an mal mit anderen zu reden, etwas offener zu werden, was ist daran verkehrt?

und wenn man dich bei der Rechnungsschreibung auf Fehler aufmerksam macht: richtig so. Aus Fehlern lernt man. Bei immer gleichen Prozessen sollte man aber nach einiger Zeit in der Lage sein, hier fehlerfrei zu arbeiten. Wenn etwas unklar ist: frag nach! Was denkst du was bei falschen Rechnungen passiert? Der Kunde zahlt nicht /zu wenig, das Unternehmen bekommt seine Kohle nicht, es muss wieder alles storniert /umgebucht werden... das ist ein Rattenschwanz an Arbeit.

Arbeite an dir und vor allem: bitte sei nicht so ein Weichei. Ich beobachte das bei uns auch... Kritikfähigkeit steht bei neuen Azubis nicht grad hoch im Kurs. Dabei macht man die Ausbildung doch grad um neues zu lernen von erfahrenen Ausbildern /Kollegen.

Vor allem: wieso immer gleich direkt abbrechen wollen? Du wirst in quasi jedem Unternehmen in jedem Ausbildungsberuf auf andere Menschen treffen und mit denen arbeiten müssen, 8 Stunden täglich.

CGor+nel0ia5x9


Mich macht das ganze sehr unglücklich, weil dies nunmal mein Charakter ist und ich arbeiten gehe, um den Beruf zu erlernen und nicht um ein komplett neuer Mensch zu werden.

Die Umstellung von der Schule ins Berufsleben ist immer ein "Kulturschock", wenn man so will. Denn auf einmal sind die Kriterien ganz andere. In einer Klassenarbeit oder Klausur gibt's halt ne schlechte Note, wenn man Fehler macht, aber je nach Anzahl der Fehler ist das kein großes Ding, da kriegst du immer noch ne 3 oder so.

Aber im Beruf schreibst du etwas, was rausgeht an den Kunden, und der bekommt dadurch einen Eindruck von deinem Arbeitgeber. Also sind Fehler in Briefen oder Rechnungen ein absolutes No-Go. Wenn der Fehler noch vor dem Versand entdeckt wird, gut. Wird er erst vom Kunden entdeckt und moniert, ist das Sch**** und fällt dir prompt auf die Füße. Als Azubi hast du zwar noch mehr "lange Leine" als ein langjähriger Profi, aber das entbindet dich nicht davon, deine Werke zu kontrollieren. Notfalls druck dir alles erstmal aus und geh nochmal drüber. Rechne Zahlen nach, mit der Rechenmaschine. Achte auf eventuelle Zahlendreher und kontrolliere die Logik dessen, was du geschrieben hast. Achte auf Fehler im Satzbau und auf Grammatik- und Rechtschreibfehler und nicht zuletzt auf Tippfehler! Das wird dir keiner abnehmen, oder willst du, daß dein Chef jeden zweiten Tag neben dir steht und dir wieder etwas unter die Nase hält, wo du Mist geschrieben hast?

Was sowas wie Smalltalk angeht: wenn man gar nicht redet oder nur beruflich, dann ist man unter den Kollegen schnell als arrogant abgestempelt. Denn die können dir nicht an der Stirn ablesen, warum du nicht reden willst und warum du allen die kalte Schulter zeigst. Sieh es mal so: sie wollen dich "in die Reihen aufnehmen", und du blockierst. Es gibt ein gewisses Maß an kollegialem Smalltalk, das man mitmachen sollte, sei es morgens an der Kaffeemaschine ein paar Worte übers Wetter oder Hilfe anbieten (oder noch besser einfach mit anpacken) z. B. beim Ausräumen der Spülmaschine. Du sitzt doch sicher mit einem oder mehreren Kollegen in einem Raum, oder? Da redet man doch untereinander schon mal das eine oder andere Wort. Denk bitte daran, daß du nicht nur für ein paar Wochen, sondern für den Rest deines Arbeitslebens, also ca. 40-45 Jahre, in solchen Büros sitzen wirst, mit anderen Kollegen, und zwar mindestens 8 Stunden pro Tag. Es liegt auch an dir, wie sich das Verhältnis zu ihnen gestaltet. Viele, die an der Bürokommunikation nicht so gerne teilnehmen, können zu Opfern von Mobbing werden. Im Moment sehe ich das nicht in den Reaktionen der Kollegen und des Chefs. Die Kollegen wollen dich möglichst aus der Deckung locken, damit sie dich integrieren können. Der Chef seinerseits hat dir ein Donnerwetter verpaßt. Willkommen im Berufsleben, kann ich dazu nur sagen. Es war das erste, es wird mit 100 %iger Sicherheit nicht das letzte gewesen sein. Damit wirst du leben müssen, solange du Chefs und Kunden hast. :-/ Kann dir jeder Arbeitnehmer ein Lied von singen! Und das ist in anderen Jobs auch nicht anders!

CvornelIi6a59


Ich bin recht introvertiert, also kann nicht so leicht auf Kollegen zu gehen und mit ihnen über Gott und die Welt plaudern. Ich brauche ich erstmal meine Zeit um aus mir raus zu kommen.

Ich bin übrigens auch ein introvertierter Mensch, der nicht so gern aus sich rausgeht. Zu Beginn meiner Ausbildung war ich unendlich schüchtern, um nicht zu sagen verschüchtert. Und? Ich mußte lernen, mit Kunden zu telefonieren und dabei professionell zu sein, nicht piepsig und ängstlich. Und ja, ich habe es gelernt. In meinem Beruf kommt dazu, daß die Kundenbindung sehr, sehr wichtig ist und wir durch die lange Verbindung mit ihnen irgendwann auch ein persönliches Verhältnis zu ihnen aufbauen, zumindest oberflächlich. Wenn der Kunde mir also erzählt, daß er nächste Woche in Urlaub fährt, kommt von mir automatisch die Frage "Wohin geht's denn?", und schon entspinnt sich eine Unterhaltung über das Urlaubsziel oder von mir kommt ein scherzhaftes "Haben Sie noch Platz im Koffer, ich will mit!" Das ist jetzt nur ein Beispiel, ähnliches läuft ab, wenn ich von Krankheiten erfahre oder mir andere persönliche Sachen erzählt werden. Um diese Form des Smalltalks wirst du im Beruf nicht herumkommen, auch gegenüber Fremden oder fast Fremden. Daran mußt du auf jeden Fall arbeiten.

Heute ist es so, daß ich zwei Gesichter habe. Eins für den Beruf, und eins privat. Die professionelle Oberfläche beinhaltet die Freundlichkeit und die persönliche Ansprache für Mandanten. Das geht soweit, daß ich bei Anrufen von Familienmitgliedern im Büro immer mal gerne faule Sprüche bekomme, weil ich mich da ganz anders melde als privat, nämlich mit diesem typischen freundlich geflöteten Ton, der gleich dem Anrufer ein lächelndes Gegenüber signalisiert. Verstehst du jetzt vielleicht besser, warum das so wichtig ist?

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