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Jobwechsel und die Folgen

P.eteMrp~anxSAS hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

vorab ein paar Infos zu mir mit der Hoffnung auf eure hilfreichen Antworten

männlich, 33 Jahre. verheiratet 2 Kinder

-Aussendienstmitarbeiter-

ich habe vor 6 Monaten meinen alten, gut bezahlten Job gekündigt, da ich kurz vor dem Burnout stand.

ich habe extrem viel gearbeitet und war dadurch in einem sehr jungen Unternehmen sehr erfolgreich.

die firma ist rapide gewachsen, wir haben mehr und mehr leute einstellen können und das wird sicher auch so weiter gehen.

in dieser Zeit habe ich sehr selten Zeit gefunden für meine familie, war ab 6 Uhr am arbeiten und nach dem abendessen habe ich mich wieder an den PC gesetzt. bis 23 Uhr.

aber der erfolg war einfach wahnsinn (was im vertrieb natürlich der umsatz ist, das befriedigt einen persönlich sehr)

wenn ich Zeit gehabt hätte, war ich gestresst und leicht reizbar

habe mir eingeredet, dass es eben so ist in kleinen unternehmen (15Mio Umsatz)

dann bin ich nach extrem langem überlegen gewechselt, zu einem konzern.

seither tue ich mich unglaublich schwer.

ich bin lustlos, gelangweilt, habe nichts zu tun.

seit 6 monaten warte ich auf ein richtiges vertriebsgebiet. mein chef ist relativ neu, hat viele andere dinge zu tun und schiebt es monat für monat zur seite.

ich sitze im homeoffice und hänge nur im internet rum.

versuche kunden zu akquirieren, scheitere oft, da wir einfach zu teuer für den mittelstand sind.

die großen unternehmen / kunden betreuen bereits andere kollege, sodass ich wirklich extrem an langer weile leide.

man muss sich vorstellen,wenn man 4-5 jahre 150% gas gegeben hat und nun bei 30-40 % liegt und selbst ein erfolgshungriger mensch ist.

ich weiss nicht weiter und bin ehrlich gesagt auch schon bei einer heilpraktikerin für psychotherapie vorstellig geworden. hatte aber erst 1 sitzung.

habe schon überlegt ob ich wieder wechseln soll, aber die finanzielle belastung als alleinverdienender familienvater hindert mich aktuell noch. ich hoffe ja, dass es sich irgendwann mal bessert und ich mich daran gewöhne.

man fühlt sich wirklich nutzlos, nicht gebraucht und bereut den jobwechsel täglich :(

Antworten
PLet}eOrpanxSAS


Hi,

leider hab ich noch kein Feedback von euch hierzu erhalten.

die letzte Nacht war wieder sehr übel. habe kaum geschlafen, das blöde ätzende Gefühl lässt mich nicht los.

"hätte ich doch einfach nicht...."

es ist, als würde ich denken, dass dort alles super gepasst hat und ich mich hab verleiten lassen. ich hatte eine wichtige Position die ich für -im endeffekt- nichts aufgegeben habe.

kann mich kaum aufraffen

NXordgi8x4


ich hatte eine wichtige Position die ich für -im endeffekt- nichts aufgegeben habe.

Ich sag es jetzt mal ganz direkt: Deine Perspektive ist völlig verzerrt und kaputt. Du ziehst dein Selbstwertgefühl offenbar nur aus beruflichem und wirtschaftlichem Erfolg. Wenn das für dich so wichtig ist hättest du, ehrlich gesagt, nie ne Familie gründen sollen.

Dabei bist du verheiratet und hast zwei Kinder. Die frei gewordene Energie und Zeit solltest du dort investieren, da hast du am Ende viel mehr von als von irgend nem Erfolg in der Firma. Du solltest meiner Meinung nach dahin kommen den Job bloß als Weg zum Geld verdienen zu sehen und Glück, Selbstwert usw. wo anders zu finden. Kann gut sein das du da therapeutische Hilfe für benötigst, das wäre absolut keine Schande.

M5ilk'y_`e77


Ich gebe Nordi vollkommen recht.

Du hast in der vorigen Firma viel zu viel gearbeitet.

Sei froh dass du es jetzt ruhiger angehen kannst. Jetzt sollte genug Zeit und Energie übrig bleiben, dass du dich mehr deiner Familie widmen kannst.

Deine Frau und deine Kinder würden sich bestimmt freuen, wenn du mehr Zeit mit ihnen verbringst und ihnen mehr Aufmerksamkeit widmest :)*

Job und Geldverdienen sollten nicht Platz 1 deiner Priorität sein, wenn du Familie hast, sondern eher Mittel zum Zweck.

P4et>erpa%nSAxS


ich danke euch für die Antworten und schätze die Ehrlichkeit sehr.

Natürlich verbringe ich seither viel viel mehr Zeit mit der Familie, nur es fehlt der Erfolg, beruflich.

Das Wohlfühlen einfach, für etwas, das man tag für tag macht.

Ihr habt recht, für mich war das einfach Mittelpunkt, hatte absolute Prio der Job, was sicher nicht gut ist.

aber die Umstellung fällt extrem schwer

ps. ich gehe seit 4-5 Wochen zu einer therapeutischen Behandlung, sehe das auch nicht als Schande.

E&hemaliger :Nutz'er (#467x193)


Das Wohlfühlen einfach, für etwas, das man tag für tag macht.

Nordi hat es dir ja auch schon geschrieben, aber nachdem du ja jetzt mehr Zeit zur Verfügung hast, unter anderem auch für deine Familie, würde ich die dementsprechend konstruktiv nützen.

Mach Dinge (abgesehen von Familie), die dir persönlich ein Erfolgserlebnis vermitteln können. Such dir zB ein neues Hobby oder nutze einen Teil der Zeit dich eigenständig fortzubilden.

MLilkyJ_e7x7


Es ist anscheinend bei dir noch eine große Umstellung, von dem extremen Leistungsdenken wegzukommen.

P?ete_rpanHSAxS


@ Milky:

ja definitiv. ich kann mir schon vorstellen, dass es sehr komisch ist nach zu vollziehen.

aber der Erfolg und das Wachstum was man da hatte und noch immer haben könnte geht mir permament durch den kopf. ich hätte weiterhin teil des erfolgs sein können und wäre weiterhin eine schlüsselperson gewesen. weisst was ich mein?

es ist, als hätte man das worin man gut ist freiwillig aufgegeben und ist nun einfach nur ne nummer.

so ungefähr.

M]il|kyx_e77


Da sind die Menschen eben verschieden. Ich bin gerne eine möglichst kleine Nummer, mir ist das Privatleben viiiiiiel wichtiger und der Job notwendiges Übel um Geld zu verdienen.

Am besten ist wohl der Mittelweg.

Also nicht total karrierefixiert, aber nicht so desinteressiert wie ich.

Ich würde dir wünschen den goldenen Mittelweg zu erreichen.

Denk dran, dass Familie und Freunde das sind, was einem bleibt und was wirklich zählt. Im Beruf ist man doch immer nur eine Nummer und immer ersetzbar. ;-)

PZete/rpa<nSAxS


@ Milky_e77

vielen Dank.

"Denk dran, dass Familie und Freunde das sind, was einem bleibt und was wirklich zählt. Im Beruf ist man doch immer nur eine Nummer und immer ersetzbar. ;-)"

wahre Worte, die man sich wohl immer vor Augen halten sollte. Danke

M2il9ky_e7x7


Freut mich dass dir mein Denkanstoß ein bisschen weiterhilft! :-D

TXhiFs Twuilig9ht GZarden


und wäre weiterhin eine schlüsselperson gewesen. weisst was ich mein?

Und was ist mit deiner Schlüsselperson als Vater? Wie alt sind deine 2 Kinder? Du bist zuhause (Homeoffice), was sagt deine Frau dazu? Findet sie es nicht toll? Und eure Kinder auch? Oder interessiert dich Familie nicht sonderlich?

N3ordniH84


"Wir hätten nie gedacht das wir ohne Sie leben können, ab Montag werden wir es versuchen..."

Sowas wie "Schlüsselpersonen" gibt es nicht, jeder ist ersetzbar. Spätestens wenn einem das zum ersten Mal durch ne Kündigung gezeigt wird bricht für viele Menschen die Welt zusammen. Und am Krankenbett oder am Sarg steht auch niemand wenn es dir mal die Hufe hoch reißt.

Andererseits gibt es ja nunmal auch Firmen die genau mit dieser Illusion arbeiten, da werden die "Leistungsträger" durch gutes zureden und schulterklopfer weiter angetrieben, es wird von persönlichen Zielen und Provisionen geredet und am Ende bücken sich die Leute echt hoch und machen da 12-16 Stunden Unsinn für die Firma.

Aber stell dir mal die Frage: Wenn du so wichtig gewesen wärst, wie kann die Firma denn jetzt ohne dich weiter existieren ? Denn der alte Laden ist ja mit Sicherheit nicht zusammengebrochen als du weg gegangen bist. Wie groß war dein Rädchen dort also am Ende wirklich ?

PLeterPpaMnSgAS


@ This Twilight Garden

ich arbeite seit ca 5-6 jahren im homeoffice.

klar interessiert mich meine familie, nur muss man auch sehen, dass in der regel der vater (oder auch die mutter) erst um 17-18 uhr zu hause sind. daher nutze ich die zeit im homeoffice auch absolut nur für die arbeit, ohne wenn und aber.

familie ist mir sehr wichtig, nur auch der berufliche Erfolg natürlich

POetecrpanSSAxS


@ Nordi84 :

danke für die antwort.

das ist absolut richtig!

es geht nicht darum, dass man selbst so wichtig war und es dort jetzt nicht weiter geht.

es geht ja auch darum, dass man (also ich) hier etwas verloren habe, andem ich wohl sehr hänge.

ich denke dass ihr alle sehr recht habt, indem das einfach nur als job sehen sollte.

nicht mehr und nicht weniger.

aber ernsthaft, siehst du das wirklich so? also was bedeutet der job für dich/euch wirklich?

ich kenne natürlich nur den einen -meinen- weg, und dort ist es schon eine sehr wichtige rolle

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