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Während der Ausbildung Geld an Eltern zahlen?

Skeperaxte18 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich befinde mich seit August in einer Ausbildung. Mit meinen Eltern habe ich mich darauf geeinigt, dass ich 10% von meinem Nettolohn abgebe, also 50€ pro Monat. Außerdem zahle ich jeden Monat Autoversicherung, Sprit, Fitnessstudio, Kleidung, Handy etc..

Mich würde einfach mal interessieren, wie es bei euch aussieht / aussah? Musst ihr auch etwas abgeben? :-)

Antworten
mCiNstymounstains


Ja, ich musste während meiner Ausbildung auch Geld abgeben , das lag immer so zwischen 100 und 250€, also 1/7 - 1/3 meines damaligen Gehalts. Alles andere musste ich ebenfalls selber bezahlen. Ich war immer neidisch auf die, die ihr Gehalt komplett behalten konnten. Aber ich kann auch absolut nachvollziehen, dass Eltern einen Teil ihrer Ausgaben für Strom, Wasser, Essen etc. erstattet bekommen wollen, wenn das Kind schon Geld verdient.

So ist das halt, wenn man erwachsen wird... Und es wird auch nicht besser ;-D

Kommst du gut zurecht mit dem was dir bleibt?

s8türSmchexn


Ich finde das schon in Ordnung mit den 10% bzw 50 Euro. Es ist ja nicht nur so, dass du die Haushaltskasse deiner Eltern damit erleichterst (wobei das Geld lange nicht deine Kosten im Haushalt abdecken dürften), sondern, dass du dich daran gewöhnst, das Leben Geld kostet. Immerhin hast du ziemlich viel zu deiner eigenen Verfügung und Vergnügen. Auch Handykosten und Fitnessstudio gehören für mich dazu (zum Vergnügen). Ebenso wie Kleidung. Dass du Auto fährst ist auch ein Luxus. Wahrscheinlich musstest du die Anschaffungskosten des Autos nicht tragen.

Wenn man Geld verdient, muss man sein Leben davon bestreiten, das ist nur fair. Deine Eltern unterstützen dich noch, jetzt wo du noch nicht so viel verdienst.

Da ich sehr früh zuhause ausgezogen bin, musste ich von Anfang an komplett auf eigenen Beinen stehen. Insofern kann man das nicht genau vergleichen.

Es ist ein ungewohntes Gefühl, dass man nun kein Taschengeld mehr bekommt, sondern den Eltern auch noch Geld gibt, aber das ist das Erwachsenenleben. Herzlich willkommen! @:) Sei stolz darauf, dass du deinen Eltern etwas geben kannst.

N*oMrd-i84


Es ist ein ungewohntes Gefühl, dass man nun kein Taschengeld mehr bekommt, sondern den Eltern auch noch Geld gibt, aber das ist das Erwachsenenleben

Und das ist ja nicht mal ein schlechtes Gefühl. Ich hab in der Ausbildung auch 100€ im Monat abgegeben. Ich würde das einfach als Beitrag zu Wasser, Strom, Heizung und Instandhaltung sehen, fertig. Wenn man auszieht hat man noch viel mehr Kosten am Bein.

Und 10% des Nettogehaltes sind da echt ok, es gab hier auch schon Beiträge wo Leute erheblich mehr abgeben mussten.

lgercghenz ung[e


rein rechtlich betrachtet gilt folgendes aus der Düsseldorfer Tabelle:

7. Der angemessene Gesamtunterhaltsbedarf eines Studierenden, der nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, beträgt in der Regel monatlich 670 EUR. Hierin sind bis 280 EUR für Unterkunft einschließ-lich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten. Dieser Bedarfssatz kann auch für ein Kind mit eigenem Haushalt angesetzt werden.

8. Die Ausbildungsvergütung eines in der Berufsausbildung stehenden Kindes, das im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnt, ist vor ihrer Anrechnung in der Regel um einen ausbildungsbedingten Mehrbe-darf von monatlich 90 EUR zu kürzen.

Würdest Du einen eigenen Haushalt haben und keinen Lohn erhalten, müssten Dir also Deine Eltern pro Monat 670 EUR Unterhalt zahlen (natürlich nur bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit, sonst müsstest Du Bafög beantragen)

Da Du im Haushalt der Eltern wohnst, fällt der Anteil für Miete, Nebenkosten, Heizung weg, blieben 390 EUR.

Du verdienst 500 EUR, davon sind 90 EUR anrechnungsfrei, anzurechnen sind also 410 EUR.

Daraus folgt, dass Deine Eltern Dir keinen Unterhalt schulden (auf 390 EUR Unterhaltsschuld werden 410 EUR Einkommen angerechnet, also keine Unterhaltsschuld)

Nun stellen Dir Deine Eltern offenbar nicht nur den Wohnraum zur Verfügung, sondern auch Essen und zB. eine Waschmaschine. Ob dafür 50 EUR pro Monat angemessen sind oder nicht, können wir nicht beurteilen.

Aber Du stehst jedenfalls vermutlich finanziell besser da, als jemand, der Unterhalt nach Gesetz bekommt und davon alles selbst zahlen muss.

Du hast 500 EUR Einkommen minus 50 EUR "Kostgeld", also 450 EUR.

Mit eigenem Haushalt hättest Du 500 EUR Einkommen plus 260 EUR Unterhalt von Deinen Eltern (670 Unterhaltsanspruch minus 410 anrechenbares Einkommen), also 760 EUR Summe. Also erstmal 310 EUR mehr. Von 310 EUR aber nun eine Miete mit allen Nebenkosten, einen Haushalt mit allen Gerätekosten und weiter die täglichen Kosten wie Verpflegung zu bestreiten, das scheint mir sehr knapp... Finanziell dürftest Du jetzt besser und sorgenfreier dastehen.

Soweit die rechtliche Seite, jetzt noch die moralische: ja, ein "symbolisches" Kostgeld bei eigenem Einkommen halte ich auch in der Ausbildung für angemessen. 10% hat ja mehr symbolischen Charakter, das finde ich in Ordnung. Nicht in Ordnung finde ich einige Fälle, wo die Kinder das gesamte Einkommen abliefern müssen und dann nur ein Taschengeld von den Eltern zugeteilt bekommen...

CeoOmrxan


Ich finde 10% vom Nettolohn fair. Es hilft dir auf dem Weg, eigene Verantwortung für dein Leben auch im finanziellen Bereich schrittweise zu übernehmen. Dass du also nicht nur von deinem Geld deinen Fun bezahlst, sondern merkst, dass auch noch Lebenshaltungskosten zu tragen sind (die durch 50 Euro natürlich längst nicht gedeckt sind).

Meine Eltern wollten von mir nichts haben, meine Frau hat zuhause einen ähnlichen Satz abgegeben, soweit ich mich erinnere. Aber falsch finde ich's nicht. Rechne mal, dass du anteilig 150-250 Euro im Monat kostest (Lebensmittel, Strom, Wasser, TV, Internet, Verbrauchsgegenstände, Kommunalgebühren, eventuell Miete). Je nach Einkommen deiner Eltern ist es auch eine spürbare Entlastung für sie, wenn du einen kleinen Teil dazusteuern kannst.

War die Einigung für dich OK? Oder wurmt es dich ein wenig?

MEaggxie2


Ich musste nix an meine Eltern abgeben. Sogar das Kindergeld haben sie mir ausgezahlt. Genauso werde ich es mit meinem Kind handhaben.

Sqtef^an-Fl/oriaxn


Hallo,

vielen Dank für eure interessanten Antworten.

Einerseits kann ich verstehen, dass ich etwas von meinem Lohn abgeben soll. Andererseits sollte man aber auch mal berücksichtigen, dass sie jeden Monat ca. 190€ Kindergeld erhalten und außerdem genügend Dinge für mich nicht mehr zahlen brauchen (Kleidung, Taschengeld, Friseur usw.)

hSagE-tyxsja


Naja, diese 190 Euro im Monat decken aber weder deinen Anteil der Miete noch die Nebenkosten oder Essen.

Deine Eltern haben bis jetzt dein gesamtes Leben finanziert. Von Spielzeug, Kleidung, Taschengeld, Ausflügen bis zu Klassenfahrten und Schulmaterial.

Klar soll das so sein und sicher haben sie das gerne gemacht. Aber nun stehst du kurz davor, dein eigenes Leben zu leben und selbst für dich aufzukommen.

Und da ist es eine gute Übung im geschützten Kreis Geld abzugeben und mit dem verdienten Geld umgehen zu lernen.

Hast du denn für dich gar nicht mehr den Wunsch, deinen Eltern was zurück zu geben?

MMoha@80


@ Seperate18

Warum sollte man Geld an die Eltern zahlen?

Die Eltern bekommen doch das Kindergeld.. das reicht vollkommen.

Außerdem zahle ich jeden Monat Autoversicherung

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H>atstchepsxut_


Ich 50 Euro als symbolischen Betrag für in Ordnung. Zumal du ja auch den Komfort genießt, zu Hause wohnen bleiben zu können. Oder warum möchtest du nicht ausziehen? Wäre ja eine Option, wenn du den Deal unfair findest. Allerdings hättest du bei einem Auszug deutlich weniger Geld zur Verfügung. Und wie stehen deine Eltern finanziell da? Ist es Tatsächlich nur symbolisch oder sind sie froh über die Unterstützung?

Ich bin damals ausgezogen nach dem Abitur, aber wenn ich meine Eltern jetzt brauche, zahle ich gerne den Einkauf, einfach, um mich auch zu revanchieren.

6Z4Him,beercxhen


Warum sollte man Geld an die Eltern zahlen?

Muss man doch gar nicht. Man kann auch ausziehen und seine Lebensunterhalt selber bestreiten.

Was ist so verkehrt daran, einen kleinen Anteil zum Familienleben beizutragen? Ich musste früher auch "Kostgeld" abgeben. Bei meiner Tochter war es auch so. Allerdings habe ich dieses Geld für sie gespart, ohne dass sie es wusste. Als sie auszog konnte sie es für die erste Wohnung gut gebrauchen.

L\ieseqlottxe40


Also ich hatte mit meinem Buben den Deal dass er nichts abgeben muss solange er seinen Lohn sinnvoll verwendet, also nichts "verblödelt"....

Jetzt nachdem er im zweite Lehrjahr mehr verdient wird allerdings wieder neu "verhandelt"... ;-D

lsovea2ble<x3


Ich habe während der Ausbildung die Hälfte meines verfügbaren Geldes daheim meiner Mutter abgegeben. Dies tat ich aber auch gerne, weil es sonst vorn und hinten nicht gereicht hätte. Zusätzlich hat sie das KiGeld bekommen.

Von der anderen Hälfte habe ich bis auf Lebensmittel alles selbst gezahlt.

Ich kenne aber auch Leute in meinem Bekanntenkreis, die während ihre guten Ausbildungsvergütung zusätzlich KiGeld und noch Taschengeld bekommen.

Ist halt bei jedem so wie es halt geht.

Ich bin froh, dass es bei mir so war wie es war. Ich habe den Eindruck, dass ich dadurch gelernt habe mit meinem Geld gut umzugehen. :)z

h}u,mmPelx65


:)D

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