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Herzprobleme- Will aber nicht zum Arzt

FnrauE-Inxa hat die Diskussion gestartet


Zuerst: Ich bin der Familienmensch, der bei uns in der Familie alles zusammen hält.

Meine Geschwister und ich sind mit einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen, die ihrer Erziehung ohne unsere Großeltern gar nicht gerecht geworden wäre.

Soweit so gut.

Wir Kinder sind bei unseren Großeltern aufgewachsen. Demzufolge war die Bindung sehr groß.

Mittlerweile ist unsere Oma verstorben. Unser Opa ist bereits 87 und in letzter Zeit mache ich mir verstärkt Sorgen.

Viele von euch denken jetzt>: Ja, der ist schon 87. Hat sein Leben gelebt.

Aber ich bin diejenige gewesen, die am Nichtvorhandensein unseres Vaters am meisten gelitten hat und in unserem Großvater immer einen Vaterersatz sah.

Obwohl er mental und körperlich auch noch rüstig ist und seinen Garten bewirtschaftet mache ich mir in letzter Zeit starke Sorgen.

Wenn ich mit ihm unterwegs bin oder einkaufe, bleibt er alle paar Meter stehen und bekommt keine Luft. Er gibt das nicht richtig zu, aber wir alle tippen auf die Schaufensterkrankheit, besser gesagt das Herz.

Mittlerweile ist es auch so, dass er zwei Überweisungen zum Herzarzt hat, aber partout nicht hingehen will, weil er immer Angst hat, er würde nicht wieder kommen.

Nun ist dieses Jahr auch noch sein Nachbar gestorben, bei dem ein Kuraufenthalt alles verschlimmerte (an Herzversagen).

Seitdem geht er gar nicht mehr zum Arzt.

Ich bin hin und her gerissen zwischen "Nachher gibt ihm das Krankenhaus den Rest" und "Vielleicht könnte man doch noch etwas machen und wir sind dann Schuld weil wir ihn nicht zum Arzttermin gedrängt haben."

Er ist mein Lieblingsopa und derjenige, der aus mir das gemacht hat, was ich bin, weil unser leiblicher Vater nie Interesse an uns hatte.

Ich habe Angst ihn zu verlieren und habe das Gefühl mir rennt die Zeit weg.

Was kann ich tun? Wie kann ich mich verhalten?

Antworten
m{usi(cusM_65


Wenn ich mit ihm unterwegs bin oder einkaufe, bleibt er alle paar Meter stehen und bekommt keine Luft. Er gibt das nicht richtig zu, aber wir alle tippen auf die Schaufensterkrankheit, besser gesagt das Herz.

Mit "Schaufensterkrankheit" sind arterielle Durchblutungsstörungen (PAVK) der Beine gemeint, die sich durch Schmerzen beim Gehen äußern. (Die Blutgefäße sind verengt, so daß die Muskeln nicht mehr gut mit Sauerstoff versorgt werden und deshalb schon bei leichter Belastung weh tun.) Mit dem Herzen hat PAVK nicht direkt was zu tun.

Die beschriebene Atemnot (Luftknappheit) kann verschiedene Ursachen haben, neben einer Herzinsuffizienz z.B. auch Lungenkrankheiten oder Blutarmut.

Mittlerweile ist es auch so, dass er zwei Überweisungen zum Herzarzt hat, aber partout nicht hingehen will, weil er immer Angst hat, er würde nicht wieder kommen.

Aber das ist doch unbegründet. Vieles von dem, was der Kardiologe bei seiner Untersuchung tut, ist völlig ungefährlich. Zuerst wird der Patient befragt, dann gibt es u.a. eine Ultraschalluntersuchung und ein EKG. Evtl. wird Blut abgenommen für Laborwerte.

Sicherlich kann es mal vorkommen, dass einer während des Arztbesuchs plötzlich tot umfällt. Aber das kann genau so beim Einkaufen, während einer Autofahrt, in der Kirche oder zuhause passieren....

P lüsnchb{iexst


Kann es sein, dass dein Großvater Raucher ist?

Dann könnte dass der Grund sein, warum er nicht zum Arzt will.

Bei Arteriosklerose und einer Herzkrankheit sollte man nicht mehr rauchen.

Das würde der Arzt ihm schon sagen.

BWell?a1980


Hallo,

Nein Vater hatte 95 einen Herzinfarkt. Als das behoben war und er wieder arbeiten könnte hat ihn nie wieder ein Kardiologe gesehen. Medikamente gab es immer brav ohne Untersuchung von der Haus Ärztin die ich dann geholt habe. Ende vom Lied, gestorben im Alter von 49 Jahren.

Was zu hoher Wahrscheinlichkeit hätte verhindert werden können.

Alle paar Meter wegen Luft stehen bleiben fällt mir als erstes Herzinsuffienz ein, hat meine Oma auch. Sie ist 86. Sie hat einen Herzschrittmacher, der regelmäßig kontrolliert wird.

Vielleicht kannst du dem Opa klar machen dass er im schlimmsten Falle nirgendwo mehr hin kommt, wenn er sich nicht untersuchen lässt und ihm dadurch evtl geholfen werden kann.

Drücke die Daumen dass du es schaffst dass er Sich gründlich untersuchen lässt.

F;rau-0Ina


Nein, mein Opa hat nie geraucht.

Das selbst wenn der Kardiologe etwas findet nicht operiert werden muss, will er sicher nicht wahr haben.

Ich bin nur irgendwie im Zwiespalt. Denn indirekt ist das ja blanker Selbstmord und so als würde man mit verbundenen Augen Auto fahren wenn er nicht zum Arzt geht. Geht er dann aber zum Arzt und stirbt, werde ich immer denken vielleicht hätte er ohne Arztbesuch noch länger gelebt.

Bei seinem Nachbarn war es wirklich so. Die neue Umgebung hat ihm während der Kur noch den Rest gegeben.

Ich bin so hin und her gerissen wie ich mich verhalte.

Ich habe meinen Opa sehr lieb. :°(

mcusicus>_6x5


Geht er dann aber zum Arzt und stirbt, werde ich immer denken vielleicht hätte er ohne Arztbesuch noch länger gelebt.

Du hast aber eine sehr lebhafte Fantasie. ":/ Von einem gewöhnlichen Arztbesuch stirbt man doch nicht... :|N

Dass, selbst wenn der Kardiologe etwas findet, nicht operiert werden muss, will er sicher nicht wahr haben.

a) Viele Probleme werden ohne Operation behandelt (z.B. mit Medikamenten, Reha-Maßnahmen). Das ist eine Tatsache.

b) Selbst wenn ein chirurgischer Eingriff aus medizinischer Sicht angezeigt ist, hat der Patient die Freiheit, diesen abzulehnen. Da wird niemand zu irgendwas gezwungen.

Hean9sile/incxhen


Mittlerweile ist es auch so, dass er zwei Überweisungen zum Herzarzt hat

Von zwei verschiedenen Ärzten? Und was haben die draufgeschrieben bzw. dem Opa dazu gesagt?

Obwohl er mental und körperlich auch noch rüstig ist und seinen Garten bewirtschaftet mache ich mir in letzter Zeit starke Sorgen. Wenn ich mit ihm unterwegs bin oder einkaufe, bleibt er alle paar Meter stehen und bekommt keine Luft.

Paßt irgendwie nicht zusammen.

Keiner weiß wie es mit oder ohne Krankenhaus weitergeht. Jeder macht andere Erfahrungen. Die Entscheidung kann Dir/Euch Niemand abnehmen. Ihr müßt es nüchtern abschätzen. Mit deiner ganzen Melancholie und Pipapo /sorry, verstellst Du Dir nur den Blick.

SHunfXlrowe~r_7x3


Rede doch so offen mit ihm. Dass Du Dir Sorgen machst. Dass ein Arztbesuch nicht den Tod bedeutet. Dass Du es Dir nicht verzeihen könntest, wenn ihm was passiert und man hätte handeln können.

Entweder es traut sich dann doch... oder Du hast zumindest die "Absolution", nicht weiter handeln zu müssen. So hart es auch ist, manchmal kann es besser sein, so einen alten Dickschädel (liebevoll gemeint) in Ruhe zu lassen bzw. seine Entscheidung zu respektieren. Wenn die wirklich OFFEN und UMFASSEND diskutiert wurde. Man sich auch seine ÄNGSTE angehört hat, statt sie mit "das ist Blödsinn" vom Tishc zu wischen. Geschickte liebevolle Gegenargumente ja, aber ERNST NEHMEN.

F)r3au-IAnxa


Ich habe mir bereits den Mund fusselig geredet.

Er ist beratungsresistent.

Ja, das finde ich auch. Einerseits bewirtschaftet er den Garten, andererseits bleibt er alle paar Meter stehen.

Wie kann das sein?

IIceLIady_g5x0


Naja, der Mensch adaptiert (= gewöhnt) sich an gewisse Zustände. Wenn jemand zum Beispiel immer schlechter hört, merkt er das deshalb nicht, weil es schleichend geht. Er hört ja nicht von heute auf morgen schlecht. Er kann also weiter im Garten arbeiten, weil er es gewohnt ist, muss aber ggf. zwischendurch pausieren.

Es ist wirklich sehr schade, vielleicht hat er nur eine ganz eine Insuffizienz (Schwäche) des Herzens, welche man relativ einfach mit wenigen Medikamenten lindern könnte. Wäre wirklich nicht schwierig und würde ihm mehr Lebensqualität geben.

Problem ist, wenn er nicht will, dann will er nicht. Man kann ihm klar machen, dass es ihm vielleicht mit wirklich geringfügigen Mitteln wieder gut gehen kann und vielleicht noch einige Jahre sogar. Wenn er das nicht will, kann man ihn nur lassen. Das Schlimme ist, dass viele Leute später sagen, dass wenn sie gewusst hätten, wie einfach das war, sie das schon viel früher gemacht hätten.

Es wäre ratsam für Dich, zu versuchen, Dich da etwas abzugrenzen und vor allen Dingen - ganz wichtig - die Verantwortung dafür bei ihm zu lassen. Es liegt nicht in Deiner Entscheidung und somit auch nicht in Deiner Verantwortung.

F"rau-Ixna


Ich weiß, aber das ist sehr schwer wenn man jemanden lieb hat.

Ausgerechnet heute kam dann auch noch die Nachbarin.

"Ihr Großvater sieht ja so schlecht aus. Ist der schwer krank?"

Und dann hat sie mir extra nochmal ausdrücklich gesagt, wir sollen unbedingt zum Herzarzt gehen.

Mich macht das wahnsinnig.

Das ist als würde man jemandem beim sterben zusehen :|N

Das er zum Arzt soll weiß ich auch. Aber ich kann ihn doch nicht hin zwingen oder?

Habe schon überlegt, ob ich nächste Woche nach einer neuen Überweisung frage. Die alte ist abgelaufen.

Nur ich kann ihn doch nicht zum Arzt zwiungen.

I'ceLasdy_&50


Nein, das kannst Du nicht.

Es kann durchaus auch eine Altersdepression dahinter stecken.

Du kannst ihm nur sagen, was Du hier auch schreibst. Dass Du Dich sorgst und es Dir weh tut, so zuzuschauen. Mal sehen, wie er reagiert.

Allerdings sollte sein gesamtes Umfeld ihm nicht auch noch suggerieren, dass ein Arztbesuch gleich heißt, dass er sowieso dem Tode geweiht ist.

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