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Dahinsiechender Alki und keiner fühlt sich zuständig

Ainwtigoxne


@ Vagabundin

So hart es klingt:

Dort dann ein paar Wochen im Trockendock, ab nach Hause und das Drama geht weiter. Das hatten wir nun schon mehrfach so.

Solange sie selbst daran nicht ernsthaft etwas ändern will, kann niemand etwas machen.

A>ntigxone


Vermutlich können wir nicht mehr machen, als ständig den RTW zu rufen

Genau. :)z

clla_ixret


@ Sapient

wie auch immer, der herr wurde - nachdem er ja irgendwann wieder auftauchte - direkt in die psychiatrie gesteckt und lebt nun in einer wohnanlage für alkoholkranke menschen.

Der Betreffende in deinem Fall war dann wohl vermutlich damit einverstanden in die Wohnanlage zu ziehen. Aber ohne diese Einsicht wird es schwierig. Wenn die Nachbarin zurück in ihr Haus will kann man sie nicht daran hindern.

P]lüsch7biesxt


Woher weißt du denn so genau, dass die Dame Halluzinationen hat?

H_eyxm


Allerdings wird dann durch verschiedene Instanzen (bis hin zum Richter selber) geprüft, ob das notwendig, sinnvoll und vom BETROFFENEN gewünscht ist. Wenn nicht wird es ausgesprochen schwierig, da dann gutachterlich festgestellt werden muss, dass die betroffene Person nicht zurechnungsfähig ist. Das ist in D sehr hoch aufgehängt und habe ich in meiner Berufspraxis nur bei schwerst Demenzkranken und bei Menschen in der akuten Psychose erlebt - bei letzteren nur tageweise, bis die Medikamente wirkten.

Da habe ich schon anderes erlebt. :-X

Entmündigungen am laufendem Band ohne Zustimmung des Betroffenen - und das bei Personen, die wirklich noch klar im Kopf waren.

Gutachter war dann der Antragsteller, sodass das Gutachten auch entsprechend ausfiel.

"Das ist in DE alles nicht so einfach" - > Doch, ist es. :-X


Ansonsten kann das Gericht auch theoretisch eine dauerhafte Unterbringung gegen den Willen der Frau erzwingen, sollte sie wirklich stark selbstgefährdend sein. (Auch wenn ich sowas normal nicht gutheiße). Dann wäre sie wenigstens versorgt.

Nicht alles braucht eine Zustimmung oder Einsicht des Betroffenen - es geht auch sehr viel ohne diese.

PKjschb9iest


@ hwym

wegen was wurden die Leute denn entmündigt?

und wieso ist das erlaubt, dass ein Antragsteller gleichzeitig der Gutachter ist?

PGYschb(iesWt


Sorry, Heym

wollte deinen Namen nicht verhunzen.

vWivixda


der sozialpsychiatrische dienst (idR beim gesundheitsamt zu finden, haben auch auch notnummern) wäre der richtige ansprechpartner. die machen auch hausbesuche und entscheiden ggf. ob sie eine einweisung einleiten (gegen den willen ja nur mit richterlichen beschluss) oder regen ggf. auch eine rechtliche betreuung beim betreuungsgericht an. ansonsten können sie beraten, ggf. weitere hilfe initiieren und auch du als nachbarin kannst dich hinsichtlich des umgangs mit solchen situationen beraten lassen.

Tnaps


Entmündigungen am laufendem Band ohne Zustimmung des Betroffenen - und das bei Personen, die wirklich noch klar im Kopf waren.

Gutachter war dann der Antragsteller, sodass das Gutachten auch entsprechend ausfiel.

"Das ist in DE alles nicht so einfach" - > Doch, ist es. :-X

Da muss ich dir widersprechen. Bei deiner Geschichte frage ich mich wirklich, wer denn der Antragsteller gewesen sein soll. Entmündigung gibt es in Deutschland seit Jahren nicht mehr. Heutzutage schafft man es nicht einmal mehr, die Genehmigung für Bettgitter (da freiheizentziehende Maßnahme und zudem zusätzlich Gurte nötig wären) zu bekommen- aber das ist ein anderes Thema.

Meine Mutter (schwer demenzkrank) wurde - auf meine Anregung- vom Gericht unter Betreuung gestellt.

der sozialpsychiatrische dienst (idR beim gesundheitsamt zu finden, haben auch auch notnummern) wäre der richtige ansprechpartner. die machen auch hausbesuche und entscheiden ggf. ob sie eine einweisung einleiten (gegen den willen ja nur mit richterlichen beschluss) oder regen ggf. auch eine rechtliche betreuung beim betreuungsgericht an.

Das ist richtig, nur muss die Person die Leute an sich ranlassen.

Ich hatte also (nachdem ich bereits den sozialpsychiatrischen Dienst, dann die Betreuungsbehörde eingeschaltet hatte) den Antrag auf Betreuung gestellt. Daraufhin hat der Richter ein Gutachten angeordnet. Gutachter war- wie sollte es auch anders sein- eine psychiatrische Praxis. Da meine Mutter dort zum Termin natürlich nicht aufgetaucht ist (was ich ihnen vorher prophezeit hatte), kam der Arzt (in meinem Beisein natürlich) in die Wohnung. Wochen später hatte meine Mutter einen Termin beim Betreuungsgericht. Natürlich hätte meine Mutter den niemals wahrgenommen, so dass der Richter dann in der Wohnung erschien und eine Betreuung anordnete. Es ist aber nun so, dass Betreuung mitnichten bedeutet, sich um die täglichen Belange zu kümmern.

Wenn der Betreuer gar nicht erst in die Wohnung gelassen wird, hat er erst mal schlechte Karten.

Man kann eine betreute Peron nicht zu ihrem Glück zwingen.

Erst als ich dem Betreuer wegen Selbstgefährdung (die nachweislich gegeben war) quasi Feuer unter dem Hintern gemacht habe, ging es ganz schnell und der Richter hat unter Hinzuziehung von Amtsarzt und Polizei die sofortige Unterbringung angeordnet. Sprich sie wurde unter Gewaltanwendung aus der Wohnung geholt. Meine Mutter kam dann in die Psychiatrie und nach einigen Wochen in ein ganz normales Pflegeheim. Das ganze Prozedere zog sich über ein halbes Jahr hin. Könnt ihr alles hier im Pflegeforum nachlesen.

Aber hätte ich mir nicht die Finger wund telefoniert, den Mund fusselig geredet und wäre ich nicht bei jedem Termin anwesend gewesen und hätte die Personen in die Wohnung gelassen, wäre überhaupt nichts passiert. Ich habe heute noch Albträume, in denen ich versuche, meine Mutter irgendwie aus der Wohnung zu kriegen.

Beim geschilderten Fall der Nachbarin der TE kann es nur ähnlich ablaufen.

I4ceTLadTy_50


Aber hätte ich mir nicht die Finger wund telefoniert, den Mund fusselig geredet und wäre ich nicht bei jedem Termin anwesend gewesen und hätte die Personen in die Wohnung gelassen, wäre überhaupt nichts passiert.

Genau das meinte ich - dranbleiben, zur Nervensäge mutieren, immer und immer wieder präsent sein. Sonst wird das nichts. Und immer wieder auf die selben Dinge hinweisen. Ein bisschen so, wie mit dem Betroffenen selber also ;-)

Du hast tolle Tipps hier bekommen, damit wird sich mit Sicherheit etwas bewegen.

F9ino9x3


wegen was wurden die Leute denn entmündigt?

Ich antworte einfach mal, weil ich auch so einen Fall kenne.

Meine Schwester hatte über zwei Jahre eine unentdeckte Entzündung im Gehirn.

Aus Folge dessen war sie über ein halbes Jahr im Krankenhaus und eine Epilepsie

ist geblieben.

Da meine Schwester deswegen sehr beunruhigt war und Angst hatte, wirkte das sehr

seltsam auf das Krankenhauspersonal und der Stationsarzt hat das Betreuungsverfahren in die Wege geleitet, OHNE vorher mit meiner Schwester zu sprechen.

Das ganze wurde zunächst ohne Gutachten "einfach so" beschlossen. Erst nachdem meine Schwester Wiederspruch eingelegt hatte, wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Da wurde dann geklärt, dass sie alles wunderbar allein regeln kann, ihr nichts mehr weiter fehlt außer der Epilepsie und so wurde das Betreuungsverfahren beendet.

Heutzutage kann jeder eine Betreuung anstoßen. Dokumentationen darüber gibt es genug.

Und zum eigentlichen Thema: Ich denke, ihr könnt der Frau nur dann helfen, wenn sie selbst ihre Probleme erkennt und Hilfe annehmen möchte. Solange sie keine Gefahr für sich oder andere darstellt, sehe ich da eher schwarz. Leider.

M`inna{lxy


Sorry, ich habe nicht alles gelesen, aber ich denke der Weg ist ziemlich klar:

Am besten wendet man sich an die hiesige Betreuungsstelle. Dazu muss man weder Angehöriger noch Betroffener sein. Von dort wird jemand rausgeschickt, die Dame zu treffen und eine erste Einschätzung vorzunehmen, ob sie noch in der Lage ist, ihre Angelegenheiten zu regeln. Falls die Antwort "nein" lautet, wird der zuständige Familienrichter informiert. Ab da wird es ein Selbstläufer, je nach Umständen des Falles gibt es einen Gerichts- oder Vorort-Termin. Der Richter wird die Dame befragen, ggf. auch ein Gutachten über sie einholen.

Erst der amtlich bestellte Betreuer, soweit er eben auch für Gesundheitsangelegenheiten bestellt ist kann dann mit einer besonderen gerichtlichen Erlaubnis für eine Langzeit-Therapie sorgen.

So einen Fall habe ich auch schon mal mitbekommen. Allerdings klebte ich mehr oder minder im Rahmen meiner Ausbildung an der Betreuerin. Damals hat es geholfen, und dort hatten sich auch Nachbarn eingeschaltet.

VHagabunxdin


Guten Morgen,

hier mal ein kurzes update.

Danke für den Hinweis, dass der sozialpsychiatrische Dienst zuständig ist. Das war ein Volltreffer und hat mir viel Telefoniererei erspart :-)

Die andere Nachbarin, die schon seit Wochen herumtelefoniert, hatte wohl auch schon den zuständigen Sachbearbeiter am Telefon. Trotzdem war es gut, dass ich nochmal angerufen habe.

Für heute Vormittag ist ein Besuch bei der Betroffenen geplant. Hoffentlich öffnet sie auch die Tür. Ich habe an die Nachbarin verwiesen, die einen Schlüssel hat.

Zum Glück sieht es im Haus momentan absolut chaotisch aus, so dass der richtige Eindruck entsteht.

Eine gesetzliche Betreuerin gibt es jetzt wohl auch seit allerneustem. Der Sachbearbeiter vom SPD sagte aber auch, dass das aber noch keine glückliche Endlösung sei aber immerhin ein Anfang gemacht wird.

Der Betreuer kann sie dann immer wieder (vorübergehend) in die Psychiatrie einweisen lassen. Irgendwann gibt es dann aber auch richterlicherseits die Möglichkeit, die Frau auch gegen ihren Willen dauerhaft geschlossen unterbringen zu lassen.

Ich wäre ja dafür, dass man z. B. Jugendliche, die bereits auf dem Weg in die Sucht sind, mal mit solchen Zuständen konfrontiert. Lehrfilme darüber, wie man sich mit Alkohol die Rübe weich saufen kann sind wohl nicht schockierend genug.

Aber der Anblick meiner nackten Nachbarin, mit dick blutverkrusteten Platzwunden, in einem vollgeschissenen Bett, wirres Zeug stammelnd von Wesen und Stimmen, das könnte evtl. bei dem einen oder anderem etwas bewirken...

Vielen Dank für eure Anteilnahme und die guten Ratschläge.

Echemali@ger NButz7er (#4>67193)


Aber der Anblick meiner nackten Nachbarin, mit dick blutverkrusteten Platzwunden, in einem vollgeschissenen Bett, wirres Zeug stammelnd von Wesen und Stimmen, das könnte evtl. bei dem einen oder anderem etwas bewirken...

Auch wenn das jetzt nur bedingt zum Thema passt, aber für manche Menschen ist das auch eine Entscheidung, die sie irgendwann mal in ihrem Leben getroffen haben (natürlich mit Suchtfaktor). Aber trotzdem, das findet man nicht nur bei Alkohol sondern auch bei Nikotinkonsum oder schlicht Adipositas.

Kannte da auch einen Fall aus der Familie, wo ganz klar war, entweder der Typ nimmt nun ab und hat realistische Chancen darauf, dass er nochmal auf die Transplantliste für ein Organ kommt - oder geht in einem vorhersehbaren Zeitraum ex. bei ihm war Adipositas/Essverhalten das Problem. Tja, er hat sich bewusst für das Essen entschieden.

Auch bei Berufsalkoholikern ist irgendwann mal der Punkt erreicht, an dem sich die eigene Wahrnehmung der Problematik ändert - oder eine eben solche nicht mehr möglich ist.

Da gäbe es zB das Krankheitsbild der Wernicke Enzephalopathie.

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Wernicke-Enzephalopathie]]

d~annhafltsoallexsklar


Was soll ich tun? Was kann ich überhaupt tun?

Vielen Dank.

Vagabundin

Diese Frau in Ruhe lassen!!

Kümmere dich um dich, warum du so drauf bist, dass du dich zwanghaft in anderer Leute Leben einmischen mußt, die dich gar nicht um Hilfe gebeten haben und sie womöglich auch nicht wollen.

Jetzt willst du dich sogar schon mit Gewalt wie ein Terrier durchbeißen, um dich bei diesem Falle durchzusetzen.

Also ich würde ehr gegen dich etwas unternehmen wollen. :(v

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