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Dahinsiechender Alki und keiner fühlt sich zuständig

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In dieser Welt ist es jedem freigestellt, Kinder zu bekommen. Da braucht man keine Lizenz, keinen Führerschein. Und so geht die Erziehung der sensiblen kleinen Wesen viel zu oft schief. Gewalt, Drogen, Alkohol, Missbrauch zerstören die kleine Kinderseele, bis ein Wrack übrig bleibt, das sich dann mit 18 in die Welt entlassen wird und dort nicht zurecht kommt. Psychische Störungen und Sucht sind sehr oft die Folge.

Die Gesellschaft hat keine Antwort darauf. In Grossfamilien früher wurden die Lasten auf die Familie verteilt, heute gibt es zwei Eltern, wenn die weg sind, fällt das Kind ins Leere. Die Bürger dieses Landes haben eine Eigenverantwortung, kein Staat, keine Hilfsorganisation übernimmt da, wenn die Eigenverantwortung nicht gelebt wird. Die organisierten staatlichen Strukturen wie Kindergarten, Schule sind zeitlich begrenzt. In die privaten Haushalte guckt niemand hinein.

Und das setzt sich im Alter fort. Wer Hilfe braucht, muß sie sich selber holen. Was im Falle psychisch kranker süchtiger nicht funktioniert.

Schön, wenn sich wenigstens die Nachbarn kümmern, solange das funktioniert, ist in diesem Land noch nicht alles verloren. :)^ :)=

dwannhaaltsyoalClAesklaxr


Was soll ich tun?

darauf achten, dass sich ihr Elend nicht in Deines vewandelt.

Was kann ich überhaupt tun?

Nichts. Wenn Du einen erkennbaren Notstand (lebensbedrohliche Situation erkennst)

Neulich auf dem Weg zur Arbeit um 5.45 Uhr stand sie bei 5 Grad in T-Shirt und dünner Leggins vor dem Haus mit zwei Riesen-Platzwunden und sagte zur mir,

das tun, was Du getan hast, die Rettung holen.. Mehr kannst Du nicht tun.

Allerdings können und wollen wir Nachbarn nicht mehr die Verantwortung übernehmen.

Hat vermutlich auch niemand verlangt.. sondern habt ihr aus eigenem Antrieb getan, weil sich die Hausgemeinschaft Sorgen macht.

Die Dame ist erwachsen, und solange sie nicht per Beschluss entmündigt ist, auch für ihr Tun und Handeln selber verantwortlich.

Und so traurig diese Geschichte ist.. jeder erwachsene mündige Bürger hat auch das Recht, sich selbst durch Alkohol zu Grunde zu richten.

Rübensüßchen

:)^ :)^ :)^

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Solange sie keine Haustiere hat, die sie verwahrlosen lässt und das Haus nicht zum Himmel stinkt könnt ihr gar nichts tun.

C\lonWdykxe


@ Vagabundin

:)^ Respekt, find ich klasse, dass Du da nicht einfach wegschaust, sondern mit Hartnäckigkeit so hilfsbereit bist und nach Wegen suchst.

Ja, ich meine auch, über das Ordnungsamt kann ein gesetzlicher Betreuer an Land gezogen werden, der dann das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, d.h. der gesetzliche Betreuer hat die Verantwortung, wo die Alk.-Patientin untergebracht wird.

TZapxs


Der Betreuer kann sie dann immer wieder (vorübergehend) in die Psychiatrie einweisen lassen.

Ganz so einfach ist das dann doch nicht. Wenn sie einverstanden ist, ist es ok. Gegen den Willen der Betroffenen geht es aber nur mit richterlichem Beschluss.

Ich bin Betreuer und darf jegliche freiheitsentziehende Maßnahme - und eine Einweisung in die (geschlossene) Psychiatrie gehört dazu- nicht entscheiden. Dazu muss ich immer die Genehmigung vom Betreuungsgericht einzuholen. Und um die Rechte der Betreuten zu wahren, wird außerdem noch ein Verfahrenspfleger bestellt, der die Notwendigkeit überprüft.

VyaCga|buNndxin


Taps

So hat es mir der Sachbearbeiter vom SPD heute erklärt. Sie ist ja in den letzten Jahren nach fast jedem Krankenhausaufenthalt (nach ihren häufigen Stürzen) für einige Wochen direkt in die Psychiatrie eingeliefert worden.

Als es ist nicht mehr nötig, dass sie vorher stürzt, bzw. anderweitig ein akutes medizinisches Problem hat. Wenn sie z. B. wieder tagelang im vollgekackten Bett liegt und herumfantasiert, dann kann die Betreuerin eine Einweisung veranlassen.

Man kann nur hoffen, dass sie entweder irgendwann aufwacht oder doch mal zeitnah stirbt. Die Vorstellung, dass sich das Ganze noch Jahre hinziehen könnte, ist schrecklich.

Die Frau ist in ihren seltenen, halbklaren Momenten sehr depressiv.

So, noch einmal vielen, lieben Dank an euch. Wir können den Faden durchrutschen lassen, sonst artet das wieder in überflüssigen Grundsatzdiskussionen aus, die von Leuten angezettelt werden, die vom Elend der Hardcore-Alkis überhaupt keinen Plan haben aber trotzdem ihren Senf dazugeben müssen ;-D

kZoltraxst


So, noch einmal vielen, lieben Dank an euch. Wir können den Faden durchrutschen lassen, sonst artet das wieder in überflüssigen Grundsatzdiskussionen aus, die von Leuten angezettelt werden, die vom Elend der Hardcore-Alkis überhaupt keinen Plan haben aber trotzdem ihren Senf dazugeben müssen ;-D

...bevor Du den Faden schliessen lässt, möchte ich Dir unbekannterweise danken, dass Du ein bisschen Wärme in die Welt bringst, indem Du Dich kümmerst. Danke auch denjenigen, die Vagabundin geraten und unterstützt haben.

Auch in unserer Familie haben wir leidvolle Erlebnisse/Erfahrungen mit "Hardcore-Alkis" - und mit diesem Wissen KANN man nicht mehr wegschauen. Zu unterstellen, man mache fremde Probleme zu seinen eigenen - wenn man sich im Rahmen kümmert - finde ich etwas... seltsam.

Vtagasbuncdin


Und noch etwas Neues:

Meine Nachbarin hat mich gestern Abend noch informiert:

Tatsächlich kamen wohl Mittags Leute (SB vom SPD, Ärztin) vorbei. Erwartungsgemäß hat sie aber nicht die Tür geöffnet. Da aber eine Nachbarin einen Schlüssel hat, konnte man doch noch das Haus betreten.

Sie lag nackt auf ihrer wohl nonstop seit Tagen laufenden Heizdecke und geht wohl gar nicht mehr auf's Klo :-( Heizdecken sind ja ohne permanente Flüssigkeitszufuhr (in diesem Fall Urin) schon nicht ganz ungefährlich aber so...?

Man konnte sie davon überzeugen, mitzukommen. Der Krankenwagen hat sie abgeholt und nun bleibt abzuwarten, wann sie wieder nach Hause kommt und wie es weitergeht.

Auf jeden Fall waren sich Ärztin und SB einig, dass hier ganz eindeutig Handlungsbedarf besteht.

*:)

Vkagab+undixn


koltrast

Danke für Deine lieben Worte. Zuletzt hat sich meine Cousine totgesoffen. Das war Ende April, mit Mitte 40 :°( Wir hatten ein ganz enges Verhältnis, fast so wie Schwestern. Sie ist zweimal dem Tod (Krebs) von der Schippe gesprungen und hat sich die letzten Monate nur noch von Bier und Kräuterschnaps ernährt. Koma, Organversagen, der Klassiker eben.

Meine Cousine war allerdings geistig noch richtig fit. Klar, wenn sie im Suff war, dann hat sie Blödsinn erzählt, so wie alle aber in ihren nüchternen und halbtrunkenen Zuständen konnte man sich wirklich gut mit ihr über alles Mögliche austauschen, bis zuletzt.

30 Jahre hat sie gesoffen. Erstaunlich, wie zäh der menschliche Körper ist und wie lange er so eine Behandlung aushalten kann. Und wie traurig, wie haltlos diese Extrem-Säufer sind.

*:)

T=aps


Man konnte sie davon überzeugen, mitzukommen.

Und das ist das Entscheidende! Nur wenn sie sich weigert, wird es schwierig. Aber das habe ich ja schon ausführlich geschrieben.

Auf jeden Fall waren sich Ärztin und SB einig, dass hier ganz eindeutig Handlungsbedarf besteht.

Wäre schlimm, wenn dem nicht so wäre. Die vorgefundenen Zustände sind eindeutig selbst gefährdend.

möchte ich Dir unbekannterweise danken, dass Du ein bisschen Wärme in die Welt bringst, indem Du Dich kümmerst.

Dem stimme ich voll zu! Bei meiner Mutter hat damals keiner (selbst meine Geschwister nicht) wahrhaben wollen, wie es um sie steht und mir lange niemand geglaubt.

k6o,lt]rasxt


@ vagabundin und taps

... auch ich habe ähnliche Erfahrungen wie Ihr und weiss um die Gefühle zwischen Abscheu und Mitleid, die man aushalten muss im Wissen darum, dass man nichts ändern kann. Man kann sich nur abgrenzen.

Meine Patin war zuerst Alki und dann kam die Tablettensucht dazu. Ihre Ehe zerbrach an der Sucht. Sie war meine Tante und deshalb sah ich auch die Grossmutter (=ihre Mutter) und meinen Pappa (=Sohn/Bruder) oft niedergeschlagen und weinen. Als sich die Patin nach x Entzügen und Aufenthalten in der Psychiatrie totgesoffen hatte, war ich 9 Jahre jung.

Meine besten Freundin aus Schultagen säuft seit nunmehr 40 Jahren und kann gar nicht mehr nüchtern sein; sie braucht einen "Level". Sie wird ein ähnliches Schicksal haben wie die Cousine von Vagabundin. Nie weiss ich, ob ein gutes Telefongespräch möglich ist, oder ob sie rumlallt.

Die Leiden der Angehörigen/Freunde von Alkis gäben Stoff für einen eigenen Faden...

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