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Mein Job macht mich kaputt

KKors;um hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich hab ne ziemlich schwere Vergangenheit hinter mir und war schon oft Situationen bzw. hatte oft Momente in denen ich mir dachte das ich einfach nicht mehr kann und keine Kraft mehr habe, jetzt bin ich 19 und hab mein Leben einigermaßen in den Griff bekommen. Ich arbeite seit fast 2 Jahren in einem callcenter. Ich arbeite dort 35 Stunden die Woche und nebenbei mache ich mein Abi nach. Ich halte es nicht mehr aus dauernd Überstunden zu machen, dauernd wochenenddienste zu machen und immer freundlich zu sein, mich von den Kunden beleidigen zu lassen mir jeden Tag unendlich viele sexistische Sprüche anhören zu müssen von den Kunden und neben alle dem noch immer kontrolliert zu werden, keinen call verpassen, die Minuten einhalten die Gesprächszeit mindern oder verlängern, immer aufpassen nur kein falsches Wort zu sagen. Die Leute rufen bei mir an weil ich der erste Ansprechpartner bin und bei mir laden die ihren ganzen Frust ab aber im Grunde kann ich nichts machen . Und dazu das der Druck der Chefs wegen der Statistik schon enorm ist wird einem dann immer wieder mit "Personalabbau" gedroht wenn die Statistik nicht passt und die Firma deshalb zahlen muss. Wenn ich aus der Arbeit raus gehe will ich abschalten aber es geht nicht weil sich den ganzen Tag über so viel Wut gegen die ganze Menschheit anstaut das ich es nicht unterdrücken kann. Jede freie Sekunde die ich nicht in der Arbeit verbringe lerne ich fürs Abi, es gibt sozusagen keine Freizeit und keinen Ausgleich mehr .

Es wäre aber schwer mir etwas anderes zu suchen weil ich mir in dieser Firma die Stunden so einteilen kann das ich noch rechtzeitig in den Unterricht komme und ich bin extrem auf das Geld angewiesen.

Das heißt ich mus das wohl noch länger durchziehen aber es macht mich so kaputt auch nach der Arbeit darüber nachdenken zu müssen und einfach nie abschalten zu können und ich hab das Gefühl ich drehe durch wenn ich immer nur freundlich sein muss während Kunden mit mir umgehen wie sie wollen. Diesen Frust lasse ich jetzt auch schon in meinem Privatleben aus an meinem Freund ect.

Weiß jemand irgendeinen Tipp dieses ganze Zeug und den ganzen Stress hinter mir lassen zu können wenn ich aus der Arbeit gehe?

Danke

Liebe Grüße

Antworten
MGeiste.r_Gilanxz


Vor einem Jahr hätte ich gesagt, du solltest dir ein Hobby suchen, das dich ablenkt, damit du nicht mehr an die Arbeit denkst. Ich hätte geraten, dich mit Freunden zu treffen, die dich auf andere Gedanken bringen.

Nachdem ich aber eine ähnliche Erfahrung gemacht habe (weit weg vom Stress eines Callcenters, aber dennoch genug belastend, dass ich befürchtet hab, in eine Depression zu verfallen und/oder im Alkohol zu landen über kurz oder lang), würde ich dir das Offensichtliche raten. Kündige.

Du brauchst das Geld, du schätzt die Flexibilität, aber das nützt dir alles nichts, wenn du daran zugrunde gehst.

Ich hätte nie gekündigt. Wie soll ich denn meine Miete bezahlen, wie leb ich ohne Job? Es ging. Gut, ich hatte kein Studium daneben zu bewältigen. Aber die Wand voller Sorgen, die ich mir gemacht hab, war schnell weg. Es ging mir danach einfach gut. Und alles hat sich zum Guten gewendet.

Hast du schonmal rumgeschaut, obs Alternativen gibt, die vielleicht nicht gleichwertig sind, was die Flexibilität angeht? Villeicht hättest du bei einem anderen Job mehr Stress, weil du von Termin zu Termin hetzen musst, dafür könntest du den psychischen Stress abbauen. Was am Ende sehr viel wert ist.

KYorpsum


Danke für deine Antwort!

Ja ich hab schon nach Alternativen gesucht aber nichts vergleichbares gefunden bis jetzt was die Flexibilität angeht, und ich habe auch Angst dass wenn ich mir einen anderen Job nehme ich dann mein Abi vernachlässige weil ich mich da ja dann auch wieder einarbeiten muss was viel Zeit in Anspruch nimmt

w'intesrsonnxe 01


wie lange dauert es den noch zum Abschluss des Abis?

ECh7emaQliger KNutzWer (^#509x407)


Ich kann deine Situation sehr gut nachempfinden. Ich habe vor 5 Jahren ebenfalls mein Abi (per Fernstudium) nachgemacht und nebenher in einem anstrengenden Job gearbeitet. Zwar nicht im Call-Center und auch nicht 35 Stunden, aber dennoch hab ich die Arbeit "mit nach Hause genommen". Ich kann dir nur sagen: Es wird irgendwann besser. Du wirst für die harte Zeit belohnt werden und du wirst dadurch stark werden.

Ich würde dir allerdings raten, die Arbeit ein bisschen runterzuschrauben. Ich weiß nicht, ob du damit etwas anfangen kannst, aber mir hat Achtsamkeitsmeditation sehr geholfen, um runterzukommen und abzuschalten. Falls du interessiert bist, kann ich dir gerne Infos zukommen lassen. Kopf hoch, du bist stark! @:)

w;intecrsonine 01


denn

und was hast du danach vor?

m+nexf


Besser wäre kündigen lassen. Dürfte ja ein leichtes sein, wenn ohnehin mit Personalabbau gedroht wird :=o

Und bis dahin ein dickeres Fell zulegen. Es gibt keinen guten Grund, sich von Fremden ernsthaft beleidigt zu fühlen. Lass die Leute am anderen Ende der Strippe doch einfach unfreundlich und sexistisch sein, wie sie wollen...

cWriechLarlie


Wenn Du Abi nachmachst, hast du vor, danach zu studieren. Das muß finanziert werden. Wenn Du nicht vorhast, das Callcenter noch 5 Jahre neben Deinem Studium zu machen, kannst Du genauso gut jetzt kündigen.

AWnt;igxone


Weiß jemand irgendeinen Tipp dieses ganze Zeug und den ganzen Stress hinter mir lassen zu können wenn ich aus der Arbeit gehe?

Ich würde mir jedesmal beim Verlassen des Gebäudes denken: Danke für das Geld, welches ich heute verdient habe und welches mir ermöglicht, eine Wohnung, Essen und das Abi zu bezahlen.

Dann auf dem Heimweg abschalten und mich auf's Lernen für's Abi konzentrieren.

Es ist ja nur eine begrenzte Zeit. :)^

Ich habe auch keinen so tollen Job von den Arbeitsbedingungen her, aber sehr viel freie Zeit und es wird auf meine Wünsche eingegangen, was freie Tage und Urlaub betrifft. So kann ich prima nebenbei studieren. :)z

Kforsuxm


Es dauert noch ca 1-2 Jahre bis ich fertig bin weil ich nur teilweise in den Unterricht gehe und sonst zuhause lerne. Und mit 35 Stunden Arbeit in der Woche ist das nicht so leicht.

Danach will ich studieren.

Ich würde nur kündigen wenn ich wirklich etwas fixes hätte wo ich wüsste das ich zeitlich mindestens genauso flexibel sei kann und mit dem gleichen Gehalt außerdem wie gesagt will ich mein abi nicht vernachlässigen wenn ich mich erst in einem neuen Beruf einlernen muss. Und unter diesen Kriterien einen Job zu finden ist nicht so einfach

Kwor&suxm


Und klar kann ich nicht alles persönlich nehmen was die Kunden mir an den Kopf werfen aber wenn man sich dauernd anschreien und beleidigen lassen muss und sich solche Sprüche anhören muss und trotzdem freundlich bleiben und das alles unter dem Druck ist auf die Dauer eine enorme Belastung für mich

AVntixgone


Doofe Kunden sind natürlich blöd. :|N

Wenn ich wegen eines Problems beim Callcenter lande, bemühe ich mich, freundlich zu sein und sage auch: "Ich weiß, Sie können nichts dafür."

Hmmmm....kannst du dir nicht irgendeinen Spruch von wegen "doofe Kunden - trotzdem lächeln" an eine Wand pinnen, so dass du es immer vor Augen hast bei der Arbeit?

A}nti3gone


Oder:

Kunden: Denn sie wissen, nicht was sie tun

Ayn0ti|goBne


Oops |-o

Denn sie wissen nicht, was sie tun

****

S=chmCidtUi70


Das Problem ist, dass es sich am Telefon eben leichter pöbelt als wenn man Demjenigen dabei in die Augen blicken muss. Das glaube ich absolut, dass man da ein richtig dickes Fell braucht...

Gibt aber leider wohl nur 2 Möglichkeiten: Augen zu und durch oder eine Alternative suchen.... :)*

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