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Zins und Zinseszins - Monopoly am Ende

EirniunGdbert hat die Diskussion gestartet


Wer kein Kapital besitzt, ist im Kapitalismus der Gelackmeierte. Die Einkommensbasis verlagert sich zunehmend von Arbeit hin zu Kapitalzins.

Nach manchen Quellen ist die Zinsquote am Arbeitseinkommen eines deutschen Arbeitnehmers leicht 40% und mehr. Wie kommt das? - Steuern, die die Kupons der Staatsanleihen bedienen, Miete, Autorate mit Zins, Verschuldung der Unternehmen, deren Produkte man kauft, Dividenden ...

In den 1950er Jahren war diese Zinsquote mal bei unter 10% - da hat auch ein Einkommen gereicht, eine mehrköpfige Familie zu ernähren.

Profiteure dieses Systems sind Besitzer von Großkapital und deren Erben. Diese streichen im Grunde einen leistungslosen Gewinn ein, der ihre Kapitalbasis immer weiter vergrößert. Da sie mit ihrem Geld kaum noch wissen, wohin, treiben sie Immobilienpreise, so dass der Erwerb von Grundstücken und Häusern für die Mittelschicht unerschwinglich wird - bzw. wieder mit Schulden und Zinszahlungen verbunden ist.

Die Ausweitung der Geldmenge durch die EZB fließt nun wieder der reichen Klientel zu, die Investitionsobjekte weiter verteuern. Die Inflationsrate bleibt aber gleichzeitig gering, da die breite Masse statt mehr, eher real immer weniger Geld zur Verfügung hat und somit Preissteigerungen nicht durchsetzbar sind.

Wenn man Monopoly spielt, dann kommt der Zeitpunkt, dass ein Spieler alle Straßen besitzt und mit Hotels bepflastert hat. Dann endet das Spiel. Wenn man aber nun den Anderer Spielern Schuldscheine geben würde, damit sie weiterhin ihre Rechnungen an den reichsten Spieler bezahlen können, dann werden deren Schulden immer größer, während das Guthaben des anderen wächst. Man kann das ewig weiter treiben, nur sind dann alle von einem abhängig und müssen ihr gesamtes Einkommen sofort abgeben - Zins halt.

Meines Erachtens endet das reale Wirtschaftssystem letztlich genau so. ":/

Antworten
MDonsgexr


Das wird irgendwann auch genauso enden, darauf ist das System ausgelegt. Es muss aufgrund von Zins und Zinseszins regelmäßig zu einem Einschnitt kommen, es geht gar nicht anders. Das kann dann in Form eines Schuldenschnitts und Kriegen oder einer Umverteilung passieren (gibt mehrere Möglichkeiten/Kombinationen). Trotzdem erzählt man uns, dieses System sei alternativlos (ist es natürlich nicht), um uns bei der Stange zu halten und einige Wenige kassieren dabei ordentlich ab.

Wenn ich mal dein Beispiel der 50 (und 60er) Jahre aufgreifen darf, diese Zeit wird ja ständig als Wirtschaftswachstum bezeichnet. Der Grund ist nicht, weil wir Deutschen die fleissigsten Menschen der Welt wären, sondern weil es nach dem Krieg zu einer großen Entschuldung/Neuverteilung kam. Dadurch war der Zins, der in allem drinsteckt (z.B. wenn wir einkaufen gehen, Miete, einfach alles) noch relativ niedrig. Das System ist jedoch so ausgelegt, dass dieser Zins mit der Zeit weitersteigt, irgendwann explosionsartig, und das erleben wir aktuell wieder.

Hinzu kommt ein perverses Bankensystem, bei welchem die Banken den größten Teil des Geldes einfach aus dem Nichts erschaffen. Dass dieses System weder nachhaltig ist oder den meisten Menschen hilft, dürfte dabei klar sein.

Was kann man dagegen tun? Schwierig, in meinen Augen bedarf es einer kritischen Masse, die das aktuelle System überhaupt erst einmal verstehen muss, bevor sich etwas ändern kann. Das Betrifft auch Themen wie z.B. in unserem System eine Bank funktioniert, oder was Geld (Bargeld, Giralgeld) überhaupt ist. Dann wird es ganz von selbst zu einem Wechsel kommen. Man kann selbst das Thema immer nur wieder adressieren und das Interesse der Leute auf entsprechende Seiten und Videos lenken, z.B.:

[[http://www.wissensmanufaktur.net/media/pdf/plan-b.pdf]]

[[https://www.youtube.com/watch?v=1rvPPxnITzU]]

[[https://www.youtube.com/watch?v=fh_i_pwl43s]]

[[https://www.youtube.com/watch?v=PifwKp5ES94]]

Irgendwie spühren die meisten Menschen schon, dass etwas schief läuft, ohne dass man mit dem Finger darauf deuten kann, Aufklärung tut Not. Das Problem ist, viele wollen oder können sich nicht beschäftigen und dafür tun die Drahtzieher im Hintergrund auch eine ganze Menge. Das Interent konnte in der Form allerdings niemand voraussehen und das ist jetzt aktuell auch die Chance sich Informationen abseites der Mainstream Medien zu holen.

Cuomraxn


Das ist alles ganz schön wirr, ich weiß gar nicht, wo ich ansetzen soll. %:|

Ausgerechnet jetzt zu sagen, Kapital gewinnt? Angesichts niedriger Zinsen, eines fulminanten Börsencrashs und heißgelaufener Immo-Preise (ohne, dass Mieteinnahmen nachgezogen wären)?

Ich geb auf. :)z

RVajMe#rc\hanxt


Comran

Ausgerechnet jetzt zu sagen, Kapital gewinnt?

Ohne mir jetzt jeden Satz des EP zu eigen zu machen: Die Quintessenz würde ich teilen.

Angesichts niedriger Zinsen, eines fulminanten Börsencrashs und heißgelaufener Immo-Preise (ohne, dass Mieteinnahmen nachgezogen wären)?

Vielleicht liegt das Mißverständnis in der Bewertung von "Kapital". Ein paar Sparbücher, ein Aktiendepot mit zwei, drei Monatsgehältern drin und vielleicht noch eine ETW sind kein Kapital. Das ist ein nettes Guthaben, mehr als viele andere haben, aber um zu gewinnen, braucht es noch ein paar Nullen mehr. Ab einer gewissen Größenordnung fließt Geld einfach aufwärts. Das gewiss nicht sozialrevolutionäre Handelsblatt [[http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/altersvorsorge-sparen/global-wealth-report-finanzmaerkte-lassen-chinas-vermoegen-steigen/12442790-2.html resümiert]]:

So macht die Gruppe der Millionäre nur 0,7 Prozent der Weltbevölkerung aus, doch die besitzen rund 45,2 Prozent des weltweiten Vermögens. Bislang konzentriert sich dieses vor allem auf Europa und die USA, wo sich 67 Prozent des Vermögens befinden.

Ob sich dieses Verhältnis künftig signifikant ändern wird, bleibt zu bezweifeln. Zwar steigen wegen höherer Einkommen auch die Vermögen der Menschen in den Schwellenländern. Doch weiterhin entwickeln sich die Kapitalerträge von Menschen aus den mittleren Vermögensklassen schwächer, als die der Reichen, die meist stärker in Finanzanlagen investiert sind.

EYrsniundWberxt


Ausgerechnet jetzt zu sagen, Kapital gewinnt? Angesichts niedriger Zinsen, eines fulminanten Börsencrashs und heißgelaufener Immo-Preise (ohne, dass Mieteinnahmen nachgezogen wären)?

Das Großkapital hat einen entscheidenden Renditevorteil. Während Lieschen Meyer auf ihrem Sparbuch bei weitem die Inflationsrate nicht mehr erwirtschaftet, können Millionäre mit Immobilienbesitz und Firmenbeteiligungen noch viel verdienen. Kauft man ein ganzes Mietshaus, ist das auch entschieden günstiger, als eine einzelne Wohnung. Interessante Anleihen mit höherer Rendite haben nicht selten Stückelungen von 50k oder gar 500k.

Zudem hat jemand, der von Kapitaleinkünften leben kann, mehr Zeit, sich damit zu beschäftigen, als jemand, der 45h als Arbeitnehmer arbeitet und für seinen Lohn dann 40% Steuern zahlt. :)z

C1omrxan


Das Großkapital hat einen entscheidenden Renditevorteil.

Das liegt in der Natur der Sache.

Aber warum hast du deinen Beitrag nicht zu Zeiten gebracht, als eine Hochzinsphase war? Schließlich war das die Zeit, wo Normalverdiener einen Immobilienkredit kaum stemmen konnten, während das Kapital die Immobilien aus der Kasse bezahlt hat und die hohen Wertsteigerungen durch Verzinsung und Miete eingestrichen hat?

Da galt deine Feststellung noch viel mehr als heute. Ich finde, durch die Finanzkrise haben sich Kapital und Arbeitnehmer in punkto Rendite relativ angenähert. Sowohl Anleihen-, Fonds- als auch Immobilienmarkt sind mir durchaus vertraut und glaub mir: selbst mit viel Kapital muss man heute suchen gehen, wo man ernsthafte Zugewinne erwirtschaften kann. Die goldenen Jahre sind erst mal rum. :)z

SRtuhlb~ein


Wenn man aber nun den Anderer Spielern Schuldscheine geben würde, damit sie weiterhin ihre Rechnungen an den reichsten Spieler bezahlen können, dann werden deren Schulden immer größer, während das Guthaben des anderen wächst. Man kann das ewig weiter treiben, nur sind dann alle von einem abhängig und müssen ihr gesamtes Einkommen sofort abgeben - Zins halt.

Das erleben wir ja gerade z.B. im Verhältnis zwischen Nord- uns Südeuropa.


Ich finde, durch die Finanzkrise haben sich Kapital und Arbeitnehmer in punkto Rendite relativ angenähert.

In Punkto Rendite vielleicht. Trotzdem wird dir bekannt sein, dass die Vermögenskonzentration steigt und steigt und steigt...

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