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Muss ich meinen AG bezahlen?

KVerstnimo hat die Diskussion gestartet


Hallo,

in meinem (Sozial-)Beruf werde ich nach geleisteten Therapieeinheiten bezahlt bzw. bekomme ich ein Festgehalt, welches sich nach einer festgelegten Anzahl an tatsächlich geleisteten Therapien am Patienten richtet. Erreicht man die Sollstunden in dem einen Monat nicht, ergibt die Differenz Minusstunden. Diese können in den Folgemonaten aufgearbeitet werden (Wenn es durch Patientenanzahl etc. möglich ist). Durch Ferienzeiten und Patientenmangel kommt man recht schnell auf ein hohes Minusstundenkonto, ohne etwas dafür zu können. Andere Arbeiten für den Betrieb können nicht in der Abrechnung aufgelistet werden, werden nicht bezahlt. Laut Arbeitsvertrag müsste ich im Falle einer Kündigung alle Minusstunden wieder an meinen AG zurückzahlen. In diesem Betrieb fühle ich mich nun auch nicht mehr wohl, da so einiges nicht so läuft, wie es sein sollte (unser Chef begeht auch Betrug z.B. durch "Deals" mit anderen "Chefs" und wir werden miteingespannt ohne dies zu wollen). Ich traue mich aber auch nicht zu kündigen, da ich viele Minusstunden habe und das gar nicht wieder zurückzahlen könnte.

Desweiteren hieß es ursprünglich, dass kurzfristige Absagen seitens der Patienten nicht zu Minusstunden für uns führen, da in diesem Fall eine Rechnung an den Patienten gestellt wird (die Patienten unterschreiben einen Behandlungsvertrag, in welchem sie auf diesen möglichen Fall hingewiesen werden), so dass wir eine Ausfallstunde mit der Vergütung wie für eine geleistete Therapie in unserer Abrechnung auflisten dürfen. Sollte es dabei Probleme geben, müssten wir uns darum nicht kümmern sondern unser AG kümmere sich darum. (Leider müssen wir das aber doch selbst mit unseren Patienten klären, verzichten sowieso schon häufig auf das Ausstellen einer Rechnung, wenn wir z.B. wissen, dass die Familie wenig Geld hat oder weil wir die jeweilige Situation ja auch nachvollziehen können...). Nun ist es so, dass uns diese Stunden von Stundenkonto wieder abgezogen werden, wenn die Patienten ihre Rechnung nicht bezahlen. Es lohne sich laut AG nicht, für diese Beträge vor Gericht zu gehen, daher müssen wir AN dafür haften. Darf unser AG das so handhaben? Ich bin echt verzweifelt und hoffe, dass das so nicht rechtsgültig ist, wie es unser AG handhabt.

Danke für das durchlesen und die hoffentlich kommenden Antworten

Antworten
MIilail`a


Ich hab das Gefühl, dass wir in einem ähnlichen Bereich arbeiten und es wird leider häufig so gehandhabt. Wahrscheinlich ein Kleinbetrieb? Ich hab mich damals beim Berufsverband erkundigt. Die meinten, dass das so nicht zulässig ist (also theoretisch) und die Absagen (es sei denn, du kommst früher oder gehst später) Arbeitgeberrisikio sind. Das nützt dir in der Praxis nur leider nichts, solange du dort noch arbeiten willst. Ich finde es auch superfrustrierend.

Ich glaube allerdings nicht, dass dein AG eine gute Chance vor Gericht hätte das Geld nach der Kündigung einzuklagen. Bist du in einem Berufsverband? Die haben doch meistens eine Rechtsberatung und haben mir damals sehr geholfen.

LG, Milaia

Swtuh8lbexin


Das ist ja ein sauberer Chef! :-D

Ich halte da verschiedene Regelungen für rechtswidrig.

Wenn es keinen Betriebsrat gibt und du auch nicht Mitglied einer Gewerkschaft bist (Rechtsschutz), dann geh mit deinem Arbeitsvertrag mal zu einem Anwalt für Arbeitsrecht.

NhorAdi8x4


Nein, du musst nichts zurück zahlen, sowas fällt unter "Betriebsrisiko" und damit muss der Chef leben. Natürlich versucht der das auf die Angestellten abzuwälzen und solange jeder den Bückling macht und sich einschüchtern lässt klappt das, vor Gericht sähe das allerdings komplett anders aus. Wichtig ist aber das du dich nochmal konkret von nem Anwalt beraten lässt.

Hast du ne Rechtschutz ? Wenn nein dann leg dir sofort eine zu. Es gibt ne gewisse Frist zwischen Abschluss und dem Zeitpunkt an dem ein Anwalt bezahlt wird und ohne Anwalt wirst du aus der Sache nicht so einfach raus kommen, sich vor Gericht selbst verteten ist fast unmöglich und die Kosten vorlegen ist auch nicht für jeden machbar.

MpeJhno


Das klingt auf ersten Blick recht dubios. Es gibt genug Arbeitgeber, die unwissend sind und genug , die dreist sind. Und es gibt genug Arbeitnehmer, dies sich vieles von ihrem Arbeitgeber gefallen lassen. Ich rate Dir, lass den Arbeitsvertrag von einem Fachmann (Anwalt, etc.) prüfen.

dmespeentxes


Liebe Kerstimo,

lass dich von dem AG nicht Bange machen.

[[https://www.thieme.de/de/ergotherapie/immer-aerger-mit-den-minusstunden-56986.htm Hier]] sind deine Fragen eigentlich gut beantwortet.

Das unternehmerische Risiko trägt immer noch der AG und nicht der AN!

Du solltest nun einfach konsequent dokumentieren, welche Stunde wann und wo ausfällt und wie der AG das auf deinem Arbeitszeitkonto vermerkt (also ob er Minusstunden einträgt). Mehr nicht.

Suche dir gemütlich einen neuen Job und um den Rest dürfte sich - wenn dein AG tatsächlich meint irgendetwas fordern zu dürfen oder dir sogar die Minusstunden vom letzten Lohn abzieht - das Arbeitsgericht kümmern.

Mach dir nicht so viele Sorgen!

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