» »

Verweigerung der Fahrerlaubnis wg. psychischer Erkrankungen?

zuip{o>rxa hat die Diskussion gestartet


Hallo meine Lieben,

ich komme grad von der Führerscheinbehörde und bin am Boden zerstört. :°(

Aber mal ganz von vorn:

Ich bin schon lange psychisch krank, meine Diagnosen lauten:

- Rezidivierende Depressionen mit mittelgradigen Episoden

- emotional - instabile Persönlichkeitsstörung mit psychotischem Erleben (Dies tritt aber nur zeitweise auf, wird von mir selbst bemerkt und ist nicht von Dauer)

- Posttraumatische Belastungsstörung, infolgedessen Dissoziation

- Dysthymie

- Angst- und Panikstörung

Meine Medikamente:

- morgens Venlafaxin retard 225 mg

(davon werd ich aber nicht müde oder benommen)

- Valdoxan 50 mg nachts vorm schlafengehen

- bei Bedarf Quetiapin 25 - 100 mg

- bei Bedarf Dominal 40 mg

Es besteht Krankheitseinsicht, sowie genug Verantwortungsbewusstsein meinerseits. Damit meine ich, dass ich mich niemals sediert hinters Steuer setzen würde oder während eines akuten Schubes. Die sedierenden Medikamente nehme ich nur vorm schlafengehen und/oder während eines akuten Schubes. Ich bin mir vollkommen im Klaren darüber, wenn ich ein Auto steuer, dass ich vollkommen konzentriert und aufmerksam sein muss.

Ich bin ich auch schon oft gefahren (legal am Verkehrsübungsplatz ;-) ) und das hat auch wunderbar funktioniert, ich trau mir das Fahren zu und halte mich diesbezüglich für fähig.

Nun wurde es mir endlich finanziell ermöglicht den Schein zu machen (erster Führerschein, Klasse B), ich hab mich so gefreut, mir macht autofahren unglaublich Spaß, außerdem brauch ich den Schein auch und nun das...

Mir wurde mitgeteilt in der Behörde, dass in meinem Fall die Befähigung überprüft werden muss, was ich ja eigentlich auch verstehen kann, trotzdem hab ich so furchtbar Angst, dass ich keine Erlaubnis bekomme :°(

Ich hab eh schon null Freude am Leben, wenn ich noch nicht mal den Führerschein machen darf, dann nimmt man mir den Rest :°(

Meine Frage an euch wäre, ob jemand in einer vergleichbaren Situation war und wie es für euch ausgegangen ist, vllt. hab ich ja doch noch eine kleine Chance :-/

Bitte nicht noch auf mich einprügeln mit bösen Posts, ich bin eh schon am Boden zerstört. :°(

(Nicht das ich es jedem User hier schon vorneweg unterstellen würde, ich wollte es nur mal erwähnen).

Lieben Dank im Voraus @:)

Antworten
N|or\dVi84


Na noch wird ja erstmal überprüft ob du zum Autofahren fähig bist, das heißt es ist nichts verloren. Wenn die Sachlage so ist wie von dir beschrieben dann stehen deine Chancen doch gut das die Untersuchung ergibt das du den Lappen machen darfst.

Du musst hier halt auch den Gesetzgeber verstehen, bei dieser ganzen Reihe von Problemen bzw. Diagnosen wäre es völlig unverantwortlich dich einfach hinter ein Steuer zu lassen. Das Risiko das die Medikamente deine Fahrtüchtigkeit einschränken oder das du bei nem akuten Schub im Auto sitzt und was Dummes anstellst ist mit Sicherheit gegeben daher muss zum Schutz der Mitmenschen geschaut werden ob du deine Probleme im Griff hast oder nicht.

Wie gesagt, wenn die Sachlage wirklich so ist wie du sie hier beschreibst dann sieht die Situation doch garnicht so schwarz aus wie du sie dir jetzt malst. Lass die Sache erstmal auf dich zukommen.

EZlafR6emicjh0815


Das man in dem Fall auf Nummer sicher gehen will ist verständlich. Risiko für andere Verkehrsteilnehmer und dich selber natürlich auch usw.

Da du aber trotz all deiner Probleme diese scheinbar ganz gut im Griff hast und überblicken kannst denke ich auch das da noch gar nichts verloren ist.

Wie sieht denn diese Begutachtung aus? Wird da ein psychologisches Gutachten erstellt?

spch:nec2ke1x985


Soweit ich weiß ist keiner der Faktoren per se ein Ausschluss vom Straßenverkehr.

Ich nehme ja selber verschiedene Medikamente wegen der Psyche und in jedem Beipackzettel wird darauf hingewiesen, dass man nur dann aufs Fahren verzichten muss / soll, wenn man die Wirkung eines Präparats noch nicht kennt (was ja auch logisch ist). Nirgendwo steht, dass man unter dem Präparat prinzipiell nicht fahren darf.

Ich habe zwar den Führerschein schon, aber nach psychischen Diagnosen wurde bei mir noch nie gefragt. In meinem Land muss man nämlich alle paar Jahre den Führerschein verlängern, d.h. eine amtsärztliche Untersuchung zur Überprüfung der Fahrtauglichkeit machen. Hatte ich erst dieses Frühjahr und meine psychischen Diagnosen kamen gar nicht zur Sprache. :-)

LpichFtAmHori3zonxt


Mich würde, rein neugierdehalber, interessieren, woher "die Behörde" weiß, dass Du psychische Erkrankungen hast und Medikamente nimmst.

Als ich meinen Führerschein gemacht habe, hat mich (soweit ich mich erinnere) niemals jemand danach gefragt. (Oder weiß ich es nur nicht mehr? ":/)

cwr3iefchaOrl7i(e


Ich glaube, der Knackpunkt sind die Medikamente. War mal in einer Verkehrskontrolle, auf dem Weg zum Orthopäden und hatte eine Schiene an. Wenn mein Auto nicht Automatik gewesen wäre, hätte ich nicht mehr weiterfahren dürfen, bis die Schien weg gewesen wäre.

Außerdem weiß ich, dass der Führerschein kassiert wird, wenn ein Selbstmordversuch amtlich geworden ist.

L1ichtAzmHor}izo-nt


Aber wenn man noch gar keinen Führerschein hat, kann man doch noch gar nicht in eine Verkehrskontrolle geraten sein. Woher also weiß die Behörde von den Medikamenten?

Z9uc;keRrexule


Außerdem weiß ich, dass der Führerschein kassiert wird, wenn ein Selbstmordversuch amtlich geworden ist.

Wo hast du das denn her? :-o Meinst du Selbstmordversuch generell oder Selbstmordversuch im Straßenverkehr?

Ich frage, weil ich meinen Führerschein noch habe, trotz Versuchs - jedoch außerhalb des Straßenverkehrs...

Eine Bekannte von mir hingegen hat sich alkoholisiert (in Kombination mit ihren Medikamenten) ans Steuer gesetzt und wollte gegen einen Baum fahren. Eine Straßenlaterne in ihrem Wohngebiet hat sie dann gestoppt bevor sie auf einer Landstraße richtig Geschwindigkeit aufnehmen konnte. Sie hat überlebt, ihr wurde der Führerschein entzogen und sie musste zur MPU. Inzwischen hat sie den Schein wieder, obwohl sie nach wie vor teilweise stark depressiv war/ist und Medikamente nehmen musste. - Ich kann es dir nicht 100%ig versichern, dass es mit deinem Führerschein klappen wird, aber ich persönlich denke du wirst ihn schon machen dürfen. Wieviele Menschen mit Depressionen, Angstzuständen, Persönlichkeitsstörungen etc. und den dazugehörigen Medis nehmen als Fahrer teil am Straßenverkehr, und bauen zumeist keine Unfälle!? Mach dich nicht über ungelegte Eier verrückt, liebe TE! @:) :)*

c0riectha{rllie


Das war eine Analogie. Bestimmte Hilfsmittel, Medis, oder eben Schiene, können die Sicherheit im Straßenverkehr beeinträchtigen.

cCriecha:rlxie


Ich kenne das von zwei Leuten aus der Familie; die waren nach einem Selbstmordversuch (Tabletten) im Krankenhaus, da kam die Polizei noch an 's Krankenbett und hat den Lappen kassiert. Hängt vielleicht vom BL ab?

sSchnQeckex1985


Ich habe einen Suizidversuch hinter mir und weder war die Polizei involviert noch hatte das irgendwie mit dem Führerschein zu tun.

Zumal ärztliche Behandlungen unter die Schweigepflicht fallen und auch die Polizei nicht ohne weiteres - d.h. Gerichtsbeschluss - auf medizinische Unterlagen zugreifen kann. Ich glaube die Geschichte also so nicht. Entweder fehlen da zusätzliche Informationen (bei Suizidversuchen ist seltenst die Polizei involviert) oder du hast etwas falsch verstanden.

Außerdem: Eine physische Schiene (am Arm, Bein usw.) ist mit Sicherheit immer eine Beeinträchtigung für die Fahrsicherheit. Medikamente hingegen nur in seltenen Fällen.

sschnecXke19E8x5


Und ja, ich bin auch Borderlinerin.

Davon wissen meine Ärzte / Behandler, aber nach außen dürfen auch in diesem Falle niemalsnicht - egal an wen - Informationen weitergegeben werden. Ein Therapeut darf also in keinem Fall ohne die Zustimmung des Patienten nach außen geben, sonst ist er schneller seinen Job los, als er gucken kann. Polizei kann gerufen werden bei akuter Fremd- bzw. Selbstgefährdung zur Durchsetzung einer Zwangseinweisung, aber auch hier dürfen keine Diagnosen oder Details weitergegeben werden.

Außerdem sind psychische Erkrankungen Erkrankungen wie alle anderen auch, d.h. das Vorliegen einer Erkrankung kann in keinem Fallen irgendwie ungesetzlich sein oder per se mit dem Gesetz kollidieren. Ohne Vorfall bzw. Unfall keine (Straf)Maßnahmen. Alles andere wäre ziemlich dumm.

F+r8avu Erd~män?nchen


ich komme grad von der Führerscheinbehörde und bin am Boden zerstört. :°(

Muss man da hin, wenn man den Führerschein machen möchte? Und woher erfahren die die Diagnosen und Medikamente?

Geht man nicht einfach zur Fahrschule, macht dann die Prüfungen und die Unterlagen kommen dann von der Führerscheinbehörde? Ich meine, dass das früher bei mir so war, kann mich garnicht mehr so genau dran erinnern. Ich hab auch einige psychiatrische Diagnosen, nehme Medikamente und fahre Auto. Und kenne viele andere, bei denen das auch so ist. Natürlich fahre ich nur, wenn ich mich dazu in der Lage fühle. Das ist aber fast immer der Fall. In Kliniken wurde immer gesagt, man darf während der Einstellung der Medikamente nicht fahren. Später dann schon.

E+lafRPemkich08x15


Normalerweise regelt das alles die Fahrschule.

Nachdem man einen Sehtest gemacht und einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hat meldet die Fahrschule den Fahrschüler bei der örtlichen Führerscheinstelle zur theoretischen und praktischen Fahrprüfung an.

Ich wüsste nicht an welcher Stelle medizinische Informationen wie verschriebene Medikamente oder die psychologische Verfassung weitergegeben werden sollten. (Ausnahme wäre natürlich die Pflicht zur Tragung einer Brille, sofern sich dieses beim Sehtest ergibt.)

eWcki!gesSalz)lakxritz


Guten Abend,

ich habe meinen Führerschein gemacht, nachdem ich an MS erkrankt war und nachdem ich einen Schwerbeschädigtenausweis (GdB 80, G, aG und B) beantragt habe.

Somit waren dem Landratsamt meine Erkrankung und die daraus resultierende Einschränkungen bekannt.

Bei Beantragung des Führerscheins durch die Fahrschule wurde vom Landratsamt eien verkehrsmedizinische Begutachtung angeordnet, die zudem auch regelmäßig wiederholt werden muss. Kosten hierfür habe ich selbst zu tragen.

Ich bekam die Auflage, nur Automatikgetriebe fahren zu dürfen.

Sollte mein Zustand sich weiter verschlechtern, kann angeordnet werden, dass ich mein Auto auf Handgas umrüsten und hierzu eine weitere Prüfung ablegen muss.

Hätte ich meinen Führerschein vor der Erkrankung gemacht, hätten meine Einschränkungen niemanden interessiert.

Grüße ~ Lakritz

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH