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Luxusproblem: Zwei Jobs

Mveist$er_Glxanz hat die Diskussion gestartet


Ich habe ein Problem, das sicher viele gerne hätten. Es plagt mich aber, weil ich nicht sicher bin, ob ich mich richtig entschiede.

Mein Job ist wunderbar. Das Team ist sensationell, das Arbeitsumfeld spannend. Noch nie hab ich mit so viel Freude gearbeitet. Mehrheitlich.

Zur Vorgeschichte.

Nach 12 Jahren bei meinem alten Arbeitgeber wollte ich etwas Neues sehen, etwas anderes machen. Habe dann tatsächlich einen neuen Job gefunden, dieses Abenteuer war aber ein Desaster. Hat mich psychisch fertig gemacht, ich habe meine beruflichen Perspektiven hinterfragt, nach drei Monaten wurde es dann zum Glück seitens AG beendet, mit mir gings bergauf. Meine alte Firma ermöglichte mir, als Ferienvertretung einen Zwischenverdienst zu haben. Und nach einem Monat hab ich meine jetzige Stelle gefunden.

Ein völlig anderes Umfeld, eine kleine Firma, die für eine grössere Firma arbeitet. Ich bin meine eigene Abteilung, habe viele Freiheiten, es macht Spass. Die Leute sind super, der Lohn stimmt.

Aufs nächste Jahr gibts nun Veränderungen. Keine grossen, wir werden lediglich in die hauptauftraggebende Firma integriert. Ändert also nur der Vorgesetzte, die Arbeit bleibt dieselbe. Es gibt vielleicht etwas mehr Struktur, was nicht schlecht ist. Wir als Team werden übernommen, erhalten mehr Freiheiten und Möglichkeiten, den Neuanfang mitzugestalten. Traumhaft, würd ich sagen. Ausserdem werde ich mehr verdienen. Das einzige Manko ist, dass der Job zu einfach ist. Ich hab nie Stress. Ich werde nicht gefordert. Es sind eigentlich bezahlte Ferien. Aufstiegschancen gibts nicht, ich bin ja schon zuoberst, da ich der einzige bin, der den Job macht. Und wirklich weiterentwickeln kann ich mich nicht. Das wusste ich, mir war klar, dass das kein Job auf Jahre hinaus ist. Aber für eine gewisse Zeit sicher spannend.

Nun hab ich am Dienstag ein Angebot meiner ehemaligen Firma, bei der ich 12 Jahre war, bekommen. Es wird die Stelle frei, die ich schon damals immer gern gehabt hätte. Nah an meinem ursprünglichen Job, aber mehr Verantwortung, ein eigener Aufgabenbereich. Dazu deutlich mehr Geld als jetzt und auch mehr als ich hier bekommen werde. Ich hätte eine Woche mehr Ferien. Dazu ein ebenfalls tolles Team, das ich seit Jahren kenne und mit dem ich privat auch viel Kontakt habe. Gute Sozialleistungen. Und ich sehe für mich ein Potential zur Weiterentwicklung. Auch in Sachen Weiterbildung stehen mir da mehr Türen offen. Negativ ist, dass ein Umzug der Firma im Raume steht. Nichts Dramatisches. Aber durchaus auch ausserhalb der Stadt in einer ländlicheren Gegend. Die dann mit dem Zug nicht so schnell erreichbar ist. Ist aber noch nichts spruchreif.

Ich habe mir eine Pro-Contra-Liste gemacht. An sich ists klar. Die Vernunft sagt eindeutig, ich soll wechseln. Aber für mich ists halt doch nicht klar. Hier ists wirklich toll. Alle freuen sich auf den Neuanfang und gerade gestern hatte ich ein Gespräch mit dem neuen Chef, der gesagt hat, dass er sich wirklich freuen würde, wenn alle mitmachen.

Tja. Was mach ich? Ausser der Liste mit den positiven und negativen Aspekten? Ich bin 33, an sich sollte man schon langsam einen Karriereschritt ins Auge fassen. Ich seh mich nicht als Cheftyp, aber so eine kleine Treppenstufe weiter oben wär ich schon gern. Dies wäre mit dem neuen Job erfüllt. Dafür hätt ich auch mehr Arbeit, mehr Stress. Aber alles machbar, ich kenns ja schon teilweise.

Am liebsten wärs mir gewesen, dieses Angebot wäre in einem Jahr oder zwei gekommen. Dann hätte ich wohl die Zeit hier verbracht, die vertretbar ist, mein Wunsch nach etwas Anspruchsvollerem wäre grösser. Aber sowas kann man sich halt seltenst aussuchen.

Schlage ich den neuen Job aus, wird die Stelle in dieser Form aufgehoben, die Aufgaben im Team verteilt und einfach jemand "Normales" dazugeholt.

Antworten
Dyiabna4j89


Schwierig. Hatte das gleiche Drama mit Studienplätzen durch.

Letztendlich entscheidet man sich eh immer falsch.

Ich hoffe, ich mache es dir nicht noch schwerer wenn ich sage, dass man manchmal auch auf den Bauch hören muss.

Wenn aber so viele Argumente dafür sprechen: Was hast du zu verlieren?

N&eudSaxch


Wechseln, dein jetziger Job macht zwar Spaß, is aber ja nix für immer.

Der neue in der alten Firma macht auch Spaß und fordert dich.

Also Wechsel.

MIeiste]r_G/lanz


Zu verlieren hab ich nichts. Ausser, dass ich halt wirklich gerne in diesem Team hier arbeite und sich in mir eine Art Schuldgefühl breit macht, wenn ich sie jetzt verlasse. Gibt schon genug zu tun mit all dem Neuen ... und dann muss auch noch ein Ersatz für mich her. Wobei ich das auch als Chance sehe, es zu machen. Wäre der Wechsel hier nicht gekommen, hätt ichs wohl nicht in Betracht gezogen, den Job aufzugeben. So find ichs aber eher ok, weil sich sowieso alles verändert.

Die Arbeit hier ist thematisch halt viel interessanter. Am anderen Ort wars zeitweise so, dass ich mich ziemlich genervt hab ob der Belanglosigkeit der Arbeit, weils mich weniger interessiert. In meinem Bereich ist aber eher der technische Aspekt wichtig, resp. wärs im neuen Job zentral. Also an sich irrelevant, ob ich mich gross mit dem Inhalt identifizere.

n]imuex88


Ich denke, du willst dich nicht dein Leben lang im jetzigen Job langweilen. Langeweile ist auch furchtbar anstrengend... Vielleicht tut dir frischer Wind gut. Natürlich kann's auch danebengehn, aber so wie du über den aktuellen Job schreibst ist das nix für immer.

MAeistern_Glanz


Es ist ja nicht direkt Langeweile. Ich kann nebenher ab und an noch Sachen erledigen, also beschäftigt bin ich. Aber s bringt mich halt nicht weiter, wenn ich langsam alle Dokus auf Netflix gesehen hab.

gLattLo


Aufstiegschancen gibts nicht, ich bin ja schon zuoberst, da ich der einzige bin, der den Job macht. Und wirklich weiterentwickeln kann ich mich nicht.

Gäbe es denn die Möglichkeit einen neuen, weiteren Aufgabenbereich dazu zu bekommen? So wäre zumindest eine Weiterentwicklung möglich, sofern du dir das vorstellen kannst.

Welche Zukunftspläne hast du denn sonst? Würde sich da der jetzige oder neue Job positiv/negativ auswirken?

Wie viel Bedenkzeit hast du noch? Wenn gar nichts hilft, kannst du immer noch eine Münze werfen. ;-)

MxeihsKter_Glalnz


Ich mach schon alles in dem Bereich, das ich kann, mehr gibts da eigentlich nicht. Höchstens gewisse Sachen von den anderen, die ich vielleicht machen könnte, aber in ihren Bereich fallen. So als wirkliche Möglichkeit seh ich das nicht.

Grosse Pläne hab ich nicht. Aber mehr Geld wär sicher allen Ideen förderlich. ;-) Sicher möcht ich mich aber punktuell weiterentwickeln, man muss ja fit bleiben für die Zukunft. Und da wär der eine oder andere Kurs sicher nicht schlecht. Das würde für den neuen Job sprechen, da Weiterbildung in einer Grossfirma einfacher zu bewerkstelligen ist, resp. durchaus auch gefördert wird. Wenn ich hier abwesend bin, muss ich eine (bis heute nicht vorhandene) Stellvertretung organisieren. Resp. mein Chef.

Zum Glück eilts nicht. Nächste Woche hab ich das nächste Gespräch mit meinem Ex-Chef, dann hoff ich auch mal auf konkrete Zahlen, die mir die Entscheidung vielleicht ganz einfach fallen lassen.

gKatxo


Ich mach schon alles in dem Bereich, das ich kann, mehr gibts da eigentlich nicht.

Ok, ich versuche es nochmal: gibt es Aufgaben/Themen, die bisher im Unternehmen gar kein Thema sind? Also z.B. Risikocontrolling, Öffentlichkeitsarbeit, neue Geschäftsfelder erschliessen oder ein schnöder Newsletter. Kein Unternehmen ist so gut, dass es nichts zu verbessern oder erweitern gibt. ;-) Wie gesagt, ist sicher nicht alles für dich interessant, aber vielleicht gibt es doch ein Thema, das für dich und das Unternehmen spannend ist, aber sich noch keiner damit befasst hat.

Grosse Pläne hab ich nicht.

Und wie sieht es privat aus? Je nach Zukunftsplanung kann es von Vorteil sein, wenn man in einem Job diese oder jene Möglichkeiten hat (z.B. Home Office, Standortwechsel möglich, Position mit Verhandlungsspielraum, spezielles Fachwissen einen Jobwechsel zu erleichtern, Gehaltsentwicklung, usw.). Oder nehmen sich die Jobs in dieser Hinsicht nicht viel?

MweisterX_Glaxnz


Ich seh schon, was du meinst. Aber von dem, was ich bieten kann, mach ich eben wirklich schon alles. Und alle anderen Bereiche, die das Unternehmen abdecken kann, resp. will, sind abseits dessen, was ich kann/will. ;-)

Der Bereich Homeoffice wäre hier tatsächlich realistischer. Weil ich meine Arbeit ja allein mach. Klar am Ende mit dem Team, aber ich bin nur der Weiterverarbeiter von Daten. Das kann ich hier, daheim oder am Ostseestrand machen, ich brauch einfach Internet. ;-)

Ansonsten ists ziemlich ähnlich. Mit dem Unterschied, dass ich im anderen Unternehmen eher was anderes machen kann, wenn ich mal genug hab. Weils halt viel mehr Abteilungen hat. Und mehr Leute, die ggf. ersetzt werden müssten. Und dass ich Neues dazulerne. Das andere Unternehmen kenn ich natürlich auch besser und bin noch immer gut vernetzt. Hier ist sowas wie Endstation. Wenn auch eine schöne, an der mans gut aushalten kann. Aber halt nicht auf viele Jahre hinaus.

dLetomXaFso


Diana489

Letztendlich entscheidet man sich eh immer falsch.

Das ist Ansichtssache. Eine Entscheidung halte ich für richtig, wenn ich sie nach Abwägen aller Umstände und Auswertung der zur Verfügung stehenden Informationen als richtig empfinde. Wenn sich die Sache dann negativ entwickelt, ohne dass ich es selbst beeinflussen oder vorhersehen konnte, macht das für mich im Nachhinein aus einer richtigen Entscheidung keine falsche.

Meister_Glanz

Wenn du dich unterfordert und zu höherem berufen fühlst (so klingt es am Anfang), dann mach den Schritt. Wenn du Angst hast, dich zu überschätzen oder die Bequemlichkeit aufzugeben (so klingt es später), dann lass es.

Wenn du dich nicht entscheiden kannst oder willst, würde ich auch dazu raten, es zu lassen oder eine Münze zu werfen.

Aber eine Münze kann natürlich auf die falsche Seite fallen. Oder wenn es ganz dumm läuft, eine Zeit lang rumeiern und dann auf dem Rand stehen bleiben. Dann hast du weiterhin ein Problem. Aber es gibt Schlimmeres als Luxusprobleme zu haben.

T-ued0eluxe


Mein erster Gedanke war, dass du trotz der vielen positiven Nebeneffekte, die der neue Job in der alten Firma hätte, nicht sofort "hurra" geschrien hast. Zeigt das nicht schon eine leichte Tendenz zum Nein? Hinzu kommt, dass es ja sicherlich vielfältige Gründe gab, warum du deiner alten Firma überhaupt den Rücken gekehrt hast ...

Ich bin jemand, der bei so etwas ausschließlich auf sein Bauchgefühl hört, damit bin ich bisher gut gefahren und nur diesen Rat würde ich auch dir geben wollen. Allerdings muss man dafür ganz ehrlich zu sich selbst sein. Du scheinst mir aber schon aufgrund der Tatsache, dass du so genau abwägst, damit kein größeres Problem zu haben.

Noch zu deiner Pro und Contra-Liste. Du schreibst:

Die Vernunft sagt eindeutig, ich soll wechseln. Aber für mich ists halt doch nicht klar.

Es kommt ja immer darauf an, nach welchen Kriterien man solch eine Liste ausfüllt. Nach Vernunft oder nach (Bauch-)Gefühl etc.!? Dein zweiter Satz gibt mir zu denken ... meiner Erfahrung nach ist der Weg der Vernunft meistens nicht der richtige, weil man ihn aus den falschen Gründen heraus wählt.

Ich wünsch dir alles Gute und dass du die für dich richtige Entscheidung triffst :)*

MNeistteri_Glqanz


Danke schon mal für die vielen Beiträge @:)

Wie geschrieben, diesen Job hier kann ich nicht jahrzehntelang machen. Weil ich irgendwann wieder etwas Forderndes machen möchte. Ausserdem möchte ich finanziell etwas vorwärts kommen. Das hätt ich hier auch. Aber eben, der Job fordert nicht. Macht sich gut im Lebenslauf, aber der andere Job klingt nach was.

Ein Grund, warum ich damals weg bin von der Firma, war, dass ich den Job nach 12 Jahren satt hatte. Plus einige damit verbundene Aufgaben und Umstände. Würde ich jetzt zurückkehren, wären viele Dinge anders, weils nicht derselbe Job ist, weil sich Dinge geändert haben. Natürlich enthält auch die neue Position weniger tolle Momente, aber das gehört zum Angestelltenleben dazu. Und dafür wird man ja auch bezahlt.

Ich werd mir mal übers Wochenende Gedanken machen und bin gespannt auf nächste Woche, wenns dann hoffentlich mal konkrete Angaben zum Lohn gibt und ich mal meine Wünsche anbringen kann.

g+ato


Aber eine Münze kann natürlich auf die falsche Seite fallen.

Ich habe mal gelesen, dass es dennoch bei der Entscheidung helfen kann. Wenn man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, ist das nämlich auch aussagekräftig.

Ich werd mir mal übers Wochenende Gedanken machen und bin gespannt auf nächste Woche, wenns dann hoffentlich mal konkrete Angaben zum Lohn gibt und ich mal meine Wünsche anbringen kann.

Wäre schön, wenn du weiter berichtest. :-)

M%eister_[Gclanxz


Ich habe mal gelesen, dass es dennoch bei der Entscheidung helfen kann. Wenn man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, ist das nämlich auch aussagekräftig.

Das stimmt. Wenn man die Münze immer und immer wieder werfen muss, bis sie auf der richtigen Seite landet ... ;-)

Ich denke, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das neue Angebot annehme, wenn die Zahlen stimmen. Die Resultate meiner jetzigen Arbeit sehe ich täglich auf dem Arbeitsweg, es macht mich stolz. Aber zeigt mir auch, dass es nicht das ist, was ich Jahre machen kann.

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