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Großes berufliches Problem - war dieses Vorgehen richtig?

fKragrend~ex123 hat die Diskussion gestartet


ich habe ein unbezahltes Pflicht- Praktikum gemacht und in meinem Vertrag standen viele Inhalte, unter anderem sollte ich selbstständig arbeiten mit einem Programm und zu einem anderen Thema intensive Betreuung und Schulungen erhalten (sehr wichtig für mich, deshalb habe ich dort das Praktikum geleistet) und viele Projekte kennenlernen und unterstützen. Letztendlich wurde ich nur in einem Projekt eingesetzt, und habe dort nur eine einzige (!) Aufgabe erhalten, obwohl ich immer wieder nachgehakt habe und ich laut Vertrag wirklich viele Projekte kennenlernen sollte.

Mein Betreuer hat innerhalb der Arbeitsgruppe gesessen, aber ich in einem Büro in einem anderen Gebäude, er war für Rückfragen kaum erreichbar, hat immer um äußerste Rücksichtnahme gebeten, da er an Deadlines arbeitet... etc.

Ich habe dann mehrmals mit meinem Betreuer das Gespräch gesucht, weshalb ich das Programm nicht lernen kann, und wurde vertröstet- abgewiesen - mir wurden Dinge versprochen die nicht umgesetzt wurden, ehrlich es hat nichts gebracht.

Dummerweise habe ich immer noch Überstunden geschoben und mich extra bemüht, fehlerfreie Arbeit zu leisten, da dieser Betreuer mich auch in einem anderen Inhalt schulen sollte (es geht hier um eine Technik für meine Bachelorarbeit, die ich üben sollte).

Dann als er wieder erreichbar war, habe ich den obersten Chef gefragt, was geplant ist und ob das Praktikum gegebenenfalls verlängert werden kann, da keine der vertraglichen Zustimmungen der Firma bisher umgesetzt wurden. Der Chef hat gesagt, er kann Leute abstellen, die mir das beibringen, aber ich müsste PRIVAT kommen in die Firma, und wäre dann auch nicht versichert. (?!?!)

daraufhin bin ich zum Betriebsrat gegangen, der hat mir geraten eine Email an den Chef, die Personalabteilung und den Betriebsrat selbst zu schreiben und den Sachverhalt zu schildern und um eine Verlängerung zu bitten, damit die vertraglichen Zustimmungen seitens der Firma eingehalten werden.

so und jetzt wurde ich von einer Kollegin aus dem Team für dieses Vorgehen stark kritisiert, aber was hätte ich denn machen sollen? was ist Usus in dem Bereich? es geht hier um eine Forschungseinrichtung die privat geführt wird, aber zu einer Universität gehört

Antworten
w2in}terso;nne 0x1


naja, dass dir jetzt ein kalter Wind entgegenweht, damit hättest du realistischer Weise rechnen müssen. Auch Chefs sind nie begeistert, wenn man seine Rechte mit Hilfe des Betriebsrates versucht durchzusetzen.

Schön ist es nicht, dass sie dich nicht ordentlich ausgebildet haben, aber passiert im Arbeitsalltag, wo jeder seinen Stress hat leider oft.

Du wirst sehen, ob du etwas erreichst oder ob nun gar nichts mehr möglich ist.

Die Gefahr besteht leider und vielleicht ärgerst du dich dann und denkst: ach hätte ich mal das erste Angebot angenommen (privat zu kommen)

Weist du im Recht zu sein bringt manchmal im Berufsleben nicht (leider und ja es ist nicht in Ordnung Praktikanten auszunutzen und vertraglich zugesagte Dinge nicht einzuhalten) und manchmal ist der Spatz in der Hand besser als die Taube auf dem Dach. ":/

fcrag~ewn%d+e123


danke für deine Antwort...

ich frage mich, ob ich die Einzige bin, die es so sieht, dass man sich unter bestimmten Vorraussetzungen und mit einer klaren Zielgebung für etwas bewirbt und dass Vertragsinhalte beiderseitig eingehalten werden sollten. Ich habe immerhin 3 Monate umsonst gearbeitet und das Projekt sehr unterstützt, dadurch hat die Firma auch Geld gespart, und zudem habe ICH nebenbei in anderen Jobs meinen Lebensunterhalt bestritten, was wirklich eine sehr stressige Zeit für mich war.

und ich finde auch, dass die Firma lernen sollte, dass man keine Zusagen für ein Pflichtpraktikum geben kann, wenn die Betreuung gar nicht gewährleistet werden kann oder dass der Vertrag dann realistisch aufgesetzt wird. Letztendlich wurden hier falsche Versprechen gemacht und dass diejenigen, die am längeren organisatorischen Hebel sich jetzt kein bißchen verpflichtet und verantwortlich fühlen, ist einfach nicht ok in meinen Augen.

Ryotswch-opf2


Letztendlich wurden hier falsche Versprechen gemacht und dass diejenigen, die am längeren organisatorischen Hebel sich jetzt kein bißchen verpflichtet und verantwortlich fühlen, ist einfach nicht ok in meinen Augen.

fragende123

Natürlich ist es nicht okay, aber leider wird es dir noch öfters im Berufsleben passieren.

Im Büro habe ich schon viele Studenten kennenlernt, die mir teilweise auch erzählt haben, dass nicht jeder Praktikumseinsatz zielführend für das Studium war. Manche haben dann die Praktikumsstelle gewechselt (-> Weggang in eine andere Firma).

N1ord6i8x4


Ganz ohne Frage ist das nicht ok aber es ist eben Alltag. Praktikanten sind in vielen Firmen kostenlose Arbeitskräfte, nicht mehr und nicht weniger. (und wir bezahlen denen hier auch noch 450€ im Monat)

Gut, und das der Chef jetzt angepisst ist weil du den Betriebsrat eingeschaltet hast (was rein sachlich richtig und in Ordnung war) ist auch normal und nachvollziehbar. Chefs mögen das nicht, Chefs mögen garnichts was Arbeitnehmerrechte stärkt und Geld kostet. Die Sache ist halt das du relativ wenig in der Hand hast, ich glaube kaum das man einfordern kann das die Firma die vertraglich vereinbarten Pflichten erfüllt und wenn der Chef jetzt sauer ist dann verlängert er dein Praktikum eben nicht und du kannst gehen.

M7ebhno


Wenn Du dich ausgenutzt fühlst solltest Du vielleicht per Rechtsanwalt nachträglich Lohn einfordern. Deine Schilderung klingt danach, als würde das Unternehmen mit unlauteren Mitteln arbeiten.

n3ull i&eprie0semut


daraufhin bin ich zum Betriebsrat gegangen, der hat mir geraten eine Email an den Chef, die Personalabteilung und den Betriebsrat selbst zu schreiben und den Sachverhalt zu schildern und um eine Verlängerung zu bitten, damit die vertraglichen Zustimmungen seitens der Firma eingehalten werden.

so und jetzt wurde ich von einer Kollegin aus dem Team für dieses Vorgehen stark kritisiert, aber was hätte ich denn machen sollen? was ist Usus in dem Bereich? es geht hier um eine Forschungseinrichtung die privat geführt wird, aber zu einer Universität gehört

"Usus" ist da natürlich zu buckeln. Mich würde interessieren, WAS genau die Kollegin kritisiert? Bei einem unbezahlten Praktikum wäre ich auch nicht zum Betriebsrat gegangen, aber grundsätzlich finde ich es richtig, dass du dir nicht alles gefallen lässt. Ich sehe es auch überhaupt nicht so, dass das eben "alles einfach so ist im Berufsleben".

E,hemaligerF NZutzer$ (j#467193x)


Letztendlich wurden hier falsche Versprechen gemacht und dass diejenigen, die am längeren organisatorischen Hebel sich jetzt kein bißchen verpflichtet und verantwortlich fühlen, ist einfach nicht ok in meinen Augen.

Willkommen in der Generation Praktikum... :-/

Such dir eine andere Firma/Praktikumsstelle. Mir wäre das allein aus Praktikanten/Arbeitnehmersicht schon zu dämlich, mich mit sowas dann noch ewig deswegen rumschlagen zu müssen. Das ist nicht zielführend und ich glaube nicht, dass du dann jemanden findest, der dich dann begeistert in die Materie einführt.

B8a~mbiehnxe


@ Fragende @:)

ich kann deinen Unmut sehr gut verstehen und denke dass Verträge für beide Seiten einzuhalten sind. Deine Praktikums-Firma hat nach deinen Schilderungen ihren Anteil der Abmachung so gut wie nicht erfüllt. Deshalb finde ich es richtig, dass du endlich den Mund aufgemacht hast. :)^

Denn die kleinen, fleißigen (Arbeits)Bienchen in den Betrieben werden ausgenutzt und übergangen. Ich selber bin ein Mensch der alles immer erst mit Freundlichkeit, mit Bitte und Danke und im Gute versucht. Aber manchmal muss man Zähne zeigen und sich nicht veräppeln lassen!

Lass dich von keinem Kommentar deiner Kollegen einschüchtern. Die Idee im Nachhinein einen Obulus (zB 450,- € wie bei Nordi) von der Firma einzufordern, wenn dir nicht gewisse im Vertrag zugesicherte Arbeitsabläufe und Programme gezeigt werden, finde ich nicht schlecht. Zur Not per Anwalt. sie werden dir vermutlich doch nichts zahlen, denn im Vertrag steht das ja so drinn. :-( Du wirst bei dieser Firma auch keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen, aber zumindest lernst du zu kämpfen und dich im Leben in der nächsten vergleichbaren Situation durchzusetzen.

uEnabhän(gige_nVariable


danke für eure Antworten!! @:) @:)

das Problem an der Sache war vor allem, dass mein Betreuer mich eigenmächtig auf sein Projekt gesetzt hat und deshalb auch mit den anderen Projektleitern einen Konflikt hatte. Von einem habe ich nämlich noch erfahren, dass ich dort schon relativ am Anfang des Praktikums hätte hinwechseln sollen und nach mir angefragt wurde. dort hätte ich auch viel inhaltliche Betreuung bekommen.

mein Betreuer hat vieles eigenmächtig entschieden ohne es mit allen Beteiligten abzusprechen, und hat selbst mich in seinem Projekt und dieser einen für ihn sehr wichtigen Tätigkeit arbeiten lassen, damit er den Rücken frei hatte für seine Arbeit...

Da schon angefragt wurde, ob ich bei denen im Projekt verlängern möchte, glaube ich deshalb auf keinen Fall dass ich keinen Fuß mehr auf den Boden bekomme...

B^agdexbär


Das meiste wurde hier schon gesagt, vielleicht noch dazu:

und ich finde auch, dass die Firma lernen sollte, dass man keine Zusagen für ein Pflichtpraktikum geben kann, wenn die Betreuung gar nicht gewährleistet werden kann oder dass der Vertrag dann realistisch aufgesetzt wird.

Du sparst Dir viel Zeit und Nerven wenn du gar nicht erst versuchst, andere Menschen - und vor allem Organisationen - zu erziehen.

Jegliche moves wie etwas einzuklagen würde ich mir an Deiner Stelle sparen. Ja, Praktika im Wissenschaftsbereich sind oft unbezahlt und sicherlich ist man mal angepisst von den Umständen. Gleichzeitig hast Du ja noch nichtmal einen Abschluss und die Möglichkeit dort Erfahrung zu sammeln und bei Deiner nächsten Bewerbung hast Du schon eine Referenz vorzuweisen.

Kann man alles berechtigterweise kritisieren, aber so läuft der Hase..

B[amgbiexne


mein Betreuer hat vieles eigenmächtig entschieden ohne es mit allen Beteiligten abzusprechen, und hat selbst mich in seinem Projekt und dieser einen für ihn sehr wichtigen Tätigkeit arbeiten lassen,

aus seiner Sicht verständlich. ]:D

Von einem habe ich nämlich noch erfahren, dass ich dort schon relativ am Anfang des Praktikums hätte hinwechseln sollen und nach mir angefragt wurde. dort hätte ich auch viel inhaltliche Betreuung bekommen.

Dann war deine Entscheidung an übergeorneter Stelle, auch mit Hilfe des Personalrates deine Situation zu schildern genau richtig!

Ich hoffe du bist damit erfolgreich und kannst doch noch was für deinen beruflichen Weg aus diesem Praktikum mitnehmen. @:)

BUaAmbixene


Du sparst Dir viel Zeit und Nerven wenn du gar nicht erst versuchst, andere Menschen - und vor allem Organisationen - zu erziehen.

Was bitte hat das mit erziehen zu tun, wenn man vertraglich zugesicherte Leistungen auch konkret einfordert?

Ja, Praktika im Wissenschaftsbereich sind oft unbezahlt und sicherlich ist man mal angepisst von den Umständen.

Das ist bei Praktika im allgemeinen so üblich. Hier geht es doch darum, dass die TE immer das gleiche für eine bestimmten Betreuer macht.

in meinem Vertrag standen viele Inhalte, unter anderem sollte ich selbstständig arbeiten mit einem Programm und zu einem anderen Thema intensive Betreuung und Schulungen erhalten (sehr wichtig für mich, deshalb habe ich dort das Praktikum geleistet)

Also? So wie es bisher gelaufen ist, war's mehr oder minder für die Katz!

w3inte*r)sonnex 01


Da schon angefragt wurde, ob ich bei denen im Projekt verlängern möchte, glaube ich deshalb auf keinen Fall dass ich keinen Fuß mehr auf den Boden bekomme...

das ist doch gut.

Ich kann dir nur raten , eben vorher darauf zu achten, dass man nicht ausgenutzt wird und eben im laufenden Praktikum immer wieder kontinuierlich auf die Einhaltung der versprochenen Dinge zu achten und dies einzufordern.

Schau mal, wenn du mit deinem jetztigen Chef immer wieder (notfalls monatlich) einen Gesprächstermin vereinbart hättest und da immer wieder gefragt: wann konkret, wer ich jetzt in das und das einegarbeite...? oder ihm eben einen Zeitplan vorschlag zugearbeitet hättest..

du hättest dich nicht abwimmeln lassen dürfen . Kalr hat er viel zu tun und ist froh, wenn er von dir nicht "belästigt" wird und noch noch brav seine Aufgaben abarbeitest. ;-)

Hätest du das nicht hingenommen, dann hätte er dich nicht so ausnutzten und abblitzen lassen können.

Aber auch dafür sind Praktikas ja da: zum Erfahrng sammeln, das passiert dir gewiss nicht ein zweites mal ;-)

Das was jetzt schiefgelaufen ist: mach einen Hacken dran, auch für dich und deinen Seelenfrieden. Denn schau mal klagen (auch rechtlich) und lammentieren bindet zu viel negative Energie. Das kannst du gar nicht gebrauchen. Stürze dich mit positiver Energie in eine neue Aufgabe.

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