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Diesen Job als Chance sehen oder irgendwie abwimmeln?

B"rigOhterda'y hat die Diskussion gestartet


Hallo,

letzten Freitag hatte ich einen Termin zu einer Informationsveranstaltung beim Jobcenter.

Vorgestellt wurden diverse geförderte Tätigkeiten, und zwar Jobs in einer Wäscherei, im Garten-und Landschaftsbau, in Küchen von Alten-und Pflegeheimen und in der Seniorenbetreuung bei einem Wohlfahrtsverband. Also alles Jobs auf dem zweiten Arbeitsmarkt.

Natürlich sollte sich jeder Teilnehmer dieser Informationsveranstaltung verbindlich für einen der Tätigkeiten entscheiden. Ich wählte die Seniorenbetreuung, da ich im Frühjahr diesen Jahres eine Weiterbildung zur Betreuungsassistentin gemacht habe.

Die Tätigkeit sieht so aus, dass man jeden Tag von dem Wohlfahrtsverband betreute Haushalte anfährt und dort die älteren Menschen betreut, sie zum Arzt begleitet, etc. So wurde es zumindest dargestellt.

Die Sachbearbeiterin vereinbarte dann auch sofort einen Vorstellungstermin für mich am kommenden Dienstag.

Ich habe jetzt schon gewisse Zweifel, ob es richtig war.

Klar, der Verdienst ist gering, liegt bei 8,60 € pro Stunde. Das ist für mich aber nicht das entscheidende.

Das Problem, das ich eher sehe, ist die nicht korrekte Stellenbeschreibung.

Denn ich habe im Sommer mal zwei Tage bei einem mobilen Hilfsdienst zur Probe gearbeitet. Dort hieß es auch, dass man die Kunden überwiegend betreut, doch im Grunde fungierten die Mitarbeiter überwiegend als Reinigungskräfte in teilweise sehr verwahrslosten Haushalten.

Ich vermute, dass es bei der mir angebotenen Stelle genauso sein wird.

Auch stört mich, dass jetzt alles so überstürzt passieren muss.

Einstellungstermin soll der 15.12. sein, und vorher soll man noch ein Praktikum von einer Woche absolvieren.

Ich fragte die Mitarbeiterin des Jobcenters, ob nicht der 01.01. 2016 als Eintrittsdatum infrage komme, was sie verneinte.

Das wird jetzt für mich nämlich schwierig, da ich vor Weihnachten noch diverse Arzttermine habe, zwei davon habe ich bereits vor einigen Monaten vereinbart. Außerdem wurde bei mir vorletzte Woche eine weitere Erkrankung festgestellt und auch bei diesem Arzt habe ich noch einen Termin kurz vor Weihnachten. Sie lassen sich also nicht mal eben so verschieben, ohne dass ich wieder ewig warten muss.

Eigentlich möchte ich höchst ungern putzen gehen, habe aber bisher keine Stelle in einem Alten-oder Pflegeheim gefunden.

Was meint ihr?

Sollte ich diesen Job als Chance sehen oder ist das nur Ausnutzerei von Seiten des Wohlfahrtsverbandes?

Liebe Grüße,

Brighterday

Antworten
PWlüscOhbixest


Ich würde es als Chance nutzen.

B]righte!rday


Wirklich?

Ich bin etwas abgeschreckt, weil man mich bei dem mobilen Hilfsdienst, wo ich im Sommer probegearbeitet habe, nicht haben wollte. Mir wurde gesagt, dass meine hauswirtschaftlichen Kenntnisse nicht ausreichen. Dabei hatte ich schon im Vorfeld gesagt, dass ich keine tolle Köchin bin. Auch war ich nicht in der Lage, einen Slip zu flicken, denn nähen habe ich nie gelernt.

Ich habe Angst, dass ich zu diversen Haushalten geschickt werde, wo Anforderungen an mich gestellt werden, die ich nicht erfüllen kann. :-/

BxrighutNerxday


Im Moment ist mir nur zum Weinen zumute!

Ich war heute zum Vorstellungsgespräch und die Mitarbeiterin sagte mir, sie könne mir nicht mal zusagen, ob ich überhaupt verschiedene Haushalte zur Betreuung der Kunden und Säubern ihrer Wohnungen anfahren würde.

Genauso könne es sein, dass ich in Einrichtungen des Wohlfahrtsverbandes wie Seniorenbegegnungsstätten und Kindergärten putzen müsse. Ich müsse somit zeitlich flexibel sein bis 19 Uhr, da die Gebäude ja entsprechend erst gereinigt werden können, wenn dort am späten Nachmittag niemand mehr ist.

Dabei wurde bei der Informationsveranstaltung gesagt, die Arbeitszeit liege zwischen 8 und 17 Uhr.

Die Mitarbeiterin war übrigens erstaunt, dass jemand wie ich mit einem Schulabschluss und einer abgeschlossenen Ausbildung an diesem Förderprogramm teilenehmen soll. Die meisten Klienten könnten gar nichts vorweisen und haben häufig Drogen-oder Alkoholprobleme.

Es ist auch Bestandteil dieses Förderprogramms, dass man einen Sozialarbeiter als Unterstützung bekommt.

Ich möchte aber gar nicht, dass eine fremden Person in meinen Angelegenheiten herumschnüffelt, denn auch er wird mir keinen Job besorgen können.

Wir sind jetzt so verblieben, dass ich mich am Freitag bei einer anderen Stelle der Verwaltung melden soll und man mir dort mitteilen wird, wo ich eingesetzt werde. Dann sollen drei Probearbeitstage folgen.

Ich überlege, mich von meiner Psychologin krankschreiben zu lassen und diesen Mist erst gar nicht anzutreten!

DN.or|i6s L.


Ich wählte die Seniorenbetreuung, da ich im Frühjahr diesen Jahres eine Weiterbildung zur Betreuungsassistentin gemacht habe.

Kannst du denen nicht mitteilen das du in Richtung dieser Weiterbildung etwas machen willst ?

Was das nähen betrifft , ehrlich , unmöglich . Ich nähe Berufs wegen und Hobbymäßig , aber Schlüppis würde ich bestimmt nicht flicken . Wenn die durch sind , sind sie durch . Dann soll man sich was neues kaufen . Da flickt man eine Stelle und dann gehts neben der Naht kaputt . Was anderes wäre ein neues Gummi einziehen . Dann bittet man um eine spitze Schere , neues Gummi , Sicherheitsnadel und Nadel und Garn . Danach hat sich das flicken erledigt ;-) . Alles zusammen haben die wenigsten Menschen Zuhause ;-)

G'amroxu78


Klar ist es bestimmt kein Traumjob. Aber das Du zu dieser Informationsveranstaltung hingehen musstest, muss ja eine Ursache gehabt haben. Nämlich, dass Du trotz guten Schulabschluss und Ausbildung keinen Job findest oder gefunden hast.

Der Job ist bestimmt nicht das Beste. Aber es wäre eine Möglichkeit für Dich wieder Fuß im Erwerbsleben zu fassen. Und es ist einfacher aus einem Beschäftigungsverhältnis einen anderen Job zu finden, als ohne. Außerdem könntest Du anderen Arbeitgebern auch so zeigen, dass Du extrem flexibel bist und wirklich alles machst, nur um wieder arbeiten gehen zu können.

Also versuchen würde ich es auf jedenfall. Viel Glück

E_hemaliUger Nutz<erq (#46948x5)


Es geht hier sicherlich um das Zahlenbeschönigungsprogramm des Bundesarbeitsministeriums oder?

Also original die gleichen Firmen und Tätigkeiten wie bei den 1,- €-Jobs.

Arbeitszeit BIS zu 30 Std/Woche für 8,50 € brutto/Std.

Fahrtkosten KÖNNEN bis zu einem bestimmten Betrag ersetzt werden. Förderung ist BIS zu 3 Jahre möglich und danach hockst wieder im Hartz IV.

Der Haken an der Sache ist nämlich, der Arbeitgeber muss gemeinnützig sein und die Tätigkeit darf keinen Arbeitsplatz des ersten Arbeitsmarktes ersetzen.

Also bekommen Caritas und Co billge Putzkräfte und mehr nicht.

M#r. *Forexskin


Ich überlege, mich von meiner Psychologin krankschreiben zu lassen und diesen Mist erst gar nicht anzutreten!

Was spricht denn dagegen, sich den Job einfach mal anzusehen und in ihm zu arbeiten auch wenn es keinen Spaß macht und nicht Deiner Qualifikation entspricht?

Das ist ja nix Schlimmes, vielen arbeitenden Menschen geht es genau so.

B=rZigghter_dxay


Danke für eure Antworten.

Joker91 hat völlig Recht. Es handelt sich um ein reines Zahlenbeschönigungsprogramm bei dieser Maßnahme!

Meine Sachbearbeiterin war wohl so naiv und ist bei der Stellenbeschreibung auf den Begriff "Seniorenbetreuung" reingefallen. Sie dachte vielleicht, dass sie mir damit etwas gutes tun würde, weil ich als Betreuungskraft in einem Alten-oder Pflegeheim arbeiten möchte.

Doch da es sich wirklich um eine reine Putzstelle handelt, habe ich mich entschlossen, diesen Job erst gar nicht anzutreten. Denn ich kann auch aus gesundheitlichen Gründen - ich habe Arthrose in der Wirbelsäule - nicht jeden Tag stundenlang putzen gehen. Dieses Problem steht noch über meinem Gefühl, mir für so einen Mist zu schade zu sein.

Vor allem bringt es ja überhaupt nichts.

Ich erwerbe doch keine zusätzliche Qualifikation und damit bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn ich in Kindergärten und anderen Einrichtungen Reinigungsarbeiten durchführe. Damit könnte ich anschließend weiterhin als Putzfrau arbeiten, was ganz sicher nicht mein Ziel ist.

Nur dieser Wohlfahrtsverband profitiert und reibt sich die Hände!

Ich bin gestern zu meiner Psychologin gegangen und habe ihr die Situation geschildert.

Sie war entsetzt von diesem "tollen" Stellenangebot und hat mich sofort bis Ende Dezember krankgeschrieben.

Somit ist "leider" der letzte Termin in diesem Jahr, wann man in dieses Förderprogramm einsteigen könnte, verstrichen. Leid tut es mir wahrlich nicht! :=o

Rlio G.ranxde


Schade das du nicht schreibst, was du anderes als unverdientes Geldeinstreichen mit dem Leben vor hast.

Da.or~is xL.


Brighterday

Weil ich nicht wußte was eine Betreuungsassistentin macht habe ich mich ein wenig umgesehen . Da wird durchaus reinigen oder putzen als Hilfe angeboten . Das müßtes du aber wissen .

C*haDncex007


Vorweg. Ich kann verstehen, dass Du diesen konkreten Job zu diesen Bedingungen abgelehnt hast. Denn da bin ich ganz bei 'Joker91'. Keine dieser Stellen bietet auch nur irgendeine Chance auf den 1. Arbeitsmarkt. Im Gegenteil. Diese Stellen verhindern, dass endlich mal Arbeitsplätze geschaffen werden. Wer sich mal näher mit den Mechanismen auseinandergesetzt hat, weiß dies.

Allerdings:

Denn ich kann auch aus gesundheitlichen Gründen - ich habe Arthrose in der Wirbelsäule - nicht jeden Tag stundenlang putzen gehen.

Akzeptiert. Aber wie passt das dazu?:

Ich wählte die Seniorenbetreuung, da ich im Frühjahr diesen Jahres eine Weiterbildung zur Betreuungsassistentin gemacht habe.

habe aber bisher keine Stelle in einem Alten-oder Pflegeheim gefunden.

Eine solche Tätigkeit wäre somit auch völlig unmöglich. Das ist ganz sicher auch körperlich anstrengende Arbeit.

Darüber hinaus: Psychische Belastbarkeit halte ich für ebenso unabdingbar wie physische.

Du solltest noch mal Deine persönlichen Möglichkeiten und dazu passende Stellen überdenken. Es bringt Dir nichts, Ewigkeiten aufs falsche Pferd zu setzen. Dass es damit nichts werden kann, ist doch offensichtlich.

Y7tonxg11


Sie war entsetzt von diesem "tollen" Stellenangebot und hat mich sofort bis Ende Dezember krankgeschrieben.

Wenn man sowas liest, muss sich niemand wundern, das Krankschreibungen wegen psychischen Problemen von vielen als Drückebergerei angesehen werden. Die, die wirklich Probleme haben, sind die Dummen :-| !

Tqhis4 T2wiHlight pGardexn


Ich erwerbe doch keine zusätzliche Qualifikation und damit bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn ich in Kindergärten und anderen Einrichtungen Reinigungsarbeiten durchführe. Damit könnte ich anschließend weiterhin als Putzfrau arbeiten, was ganz sicher nicht mein Ziel ist.

Auch wenn das teilweise "arrogant" rüber kommen könnte, liegst du schon ganz richtig mit deiner Vermutung. Wenn du jetzt einen reinen Putzjob machst und dann nach einigen Monaten wieder im vollen H4 bezug landest weil die Förderung zu Ende ist, bekommst du danach nur noch Putzjob Angebote. So wurdest du runterdegradiert und bist schnell vermittelbar. Alles Taktik. Und Joker hat es komplett erfasst, reine verarsche ist das :(v


Ich vermute mal, dass du als Sozialassistentin eher dachtes, dass du dich um die Bewohner eines Altenheim eher in menschlicher Richtung kümmerst? Etwas spielen, reden, zuhören, auch mal aufräumen, bei Papierkram helfen etc? Und eben nicht nur putzen und das wars?


Ich habe sowas mal als Nebenjob als Studentin gemacht: Nachbarschaftshilfe. Guck dich da mal um. Da gab es auch schwaze Schafe, also Renter, die ne billige Putzkraft wollten. Aber da konnte man beimVerein bescheid geben, denn DAS fällt nicht unter Nachbarschaftshilfe. Das man auch mal einen Besenschwingt, okay... aber nicht hinter die Küchenzeile schieben und den Dreck der letzten 30 Jahren wegkratzen :|N

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