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Ewige(r) Stuberhocker(in) - Chancen nicht nutzen?

V.iGctonriaIbluex21 hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle,

würde gerne mal wieder die Meinungen und Erfahrungen zu einem Thema von euch wissen, freue mich über alle Beiträge.

Vorab will ich noch sagen, dass jeder Mensch natürlich selbst entscheidet, wie er sein Leben lebt und wie ihm das gefällt und ich möchte auch niemanden iwie angreifen.

Ich habe eine gute Freundin, mit der ich 12 Jahre auf die selben Schulen(Grundschule und Gymnasium) gegangen bin. Nach dem Abi bin ich ausgezogen und mache jetzt in einer anderen Stadt eine Ausbildung. Sie ist in unserer Heimatstadt(Kleinstadt) geblieben, hat dort eine Ausbildung gemacht und ist jetzt im Praktikum, kann nächstes Jahr anfangen zu arbeiten.

Sie hat seit längerem einen Freund dort und wohnt bisher aber noch Zuhause.

Nun muss ich sagen, dass unsere Heimatstadt wirklich nicht viele Möglichkeiten für junge Leute bietet, sowohl im Bezug auf berufliche Chancen, als auch im Bezug auf Lebensstil. Deshalb gehen die meisten jungen Leute nach der Schule ins Ausland oder in eine andere Stadt zum Studieren oder zum Arbeiten.

Ich kenne meine gute Freundin jetzt schon wirklich lange und ich muss sagen ich sehe in ihr viele Talente und weiß, dass sie gerade in der künstlerischen Richtung sehr begabt ist. Auch ist sie weltoffen und interessiert. Ihr erlernter Beruf hat gar nichts mit Kreativität zutun und mit diesem Beruf wird sie auch nicht viele Möglichkeiten in Zukunft haben. Ihr wurde deshalb schon während der Ausbildung geraten, danach noch zu studieren, da sie sehr gute Noten und durch das Abi eben die Möglichkeiten dazu hätte. Aber das hat sie abgelehnt.

Ich muss eben sagen, ich finde, dass sie echt viele Möglichkeiten hat, aber diese einfach nicht nutzt. Ihr einziger Plan ist, mit ihrem Freund zusammen zu ziehen und zu arbeiten in dem Laden, wo sie jetzt das Praktikum macht.

Ich will damit nicht sagen, dass dieser Weg falsch wäre, weil das kann man ja gar nicht so einordnen, für jeden ist was anderes gut und richtig. Aber ich und auch die meisten anderen Freunde von ihr haben den Eindruck, dass sie ihre Möglichkeiten nicht nutzt.

Daher würde mich interessieren: versteht das jemand wie ich es meine? Was sind eure Erfahrungen und Meinungen dazu?

Grüße

Antworten
YjElecxtra


Ich verstehe dich gut, ich habe selbst eine gute Freundin verloren die ihr Leben einfach weggeschmissen hat.

Schlussendlich kannst du aber nichts dagegen tun und es steht dir auch gar nicht zu. Es ist ihr Leben.

Iyngedfaexra


Ich finde, es ist die Frage, ob die Gefahr besteht, dass sie selbst irgendwann das Gefühl haben wird, etwas verpasst zu haben. Das kann man jetzt leider noch nicht wissen. Liegt es denn daran, dass sie sich nichts zutrauen würde?

Was man auch bedenken muss: Mit einem Studium im künstlerischen Bereich kann man meist beruflich auch nicht so viel anfangen.

O_rangeACa+nyxon


Ich muss eben sagen, ich finde, dass sie echt viele Möglichkeiten hat, aber diese einfach nicht nutzt. Ihr einziger Plan ist, mit ihrem Freund zusammen zu ziehen und zu arbeiten in dem Laden, wo sie jetzt das Praktikum macht.

Viele Menschen erkennen Ihr Potential nicht....teilweise können sie es nicht erkennen, teilweise wollen sie es nicht erkennen. Potential zu nutzen ist nicht immer etwas Positives, sondern auch oft mit Druck verbunden, den man sich vielleicht nicht auferlegen möchte. Wenn sie ihr jetziges Leben bevorzugt, dann ist das eben so....das hat man zu akzeptieren. Und ein Studium ist kein Garant für irgendetwas....

NEorxdi84


Thema Potential nutzen: Wieso sollte ich mein Hobby mit Gewalt zum Beruf machen ? Gerade wenn es was ist von dem ich nur beschränkt gut leben kann. Ist es dann nicht besser das Hobby Hobby sein zu lassen und meinen Lebensunterhalt z.B. in nem langweiligen Bürojob zu verdienen ? Dann verliere ich ganz sicher auch nicht den Spaß an meinem Hobby.

Ansonsten: Naja, sie hat halt andere Pläne als "ins Ausland gehen" und "Erfahrungen machen". Ist es so schwer zu verstehen das einem trotzdem nichts fehlen kann und man sein Leben trotzdem nicht weggeworfen hat ?

V7ictoBria{blxue21


@ YElectra

Klar darum geht es ja nicht, dass ich ihr da iwie reinrede oder sowas, sie trifft selbst ihre Entscheidungen.

Und die Freundin von ihr hat sich da mit der Zeit nochmal was geändert, also ist sozusagen nochmal der Wunsch in ihr aufgekommen etwas anderes zu machen?

@ Ingefaera

Also ich denke schon das hat viel mit damit zutun, dass ihre Mutter schon fast über-

behütend ist. Sie hat glaube ich etwas von diesem extrem vorsichtigem Charakter mitbekommen und hat daher vor manchen Sachen eher scheu.

Und ich muss sagen ich denke schon, dass sie es später mal bereuen könnte. Man muss halt auch ehrlich sagen, dass sie größtenteils wegen ihrem Freund dageblieben ist...

@ OrangeCanyon

Mmmmh klar muss das Studium keine Absicherung für ein zufriedenes und ausgefülltes Leben sein, aber ich meinte eher, dass es einen doch mit der Zeit unzufrieden macht, wenn man seine Talente nicht lebt, weißt du was ich meine?

VrictIorpiabluxe21


@ Nordi84

Sie kann ihr Leben so leben wie es ihr gefällt und sie zufrieden macht und ich habe ja auch nicht behauptet, dass das gut oder schlecht ist.

Aber kennst du niemanden der aus bestimmten Gründen sein Potenzial eben nicht genutzt hat und viele Jahre später unzufrieden war?

Weil ich kenne nämlich einige Leute, denen es so geht, die so im Alter meiner Eltern sind. Ich finde eben heutzutage hat man so viele Möglichkeiten sich auszuprobieren...aber klar muss jeder selber wissen.

N-ordxi84


Ehrlich ? Nein, kenne ich nicht. Und mal ehrlich, man hat ja mehr als eine Chance glücklich zu werden. Wenn ihr das jetzt geplante Leben in fünf Jahren zu langweilig ist dann kann sie immer noch was anderes machen oder eben neben der Arbeit Kunst studieren oder was weiß ich. Das jemand lieber auf Sicherheit und Stabilität setzt ist selbst in jungen Jahren nicht weniger Wert als ein aufregendes "sich ausleben".

OnrangreCanyxon


Mmmmh klar muss das Studium keine Absicherung für ein zufriedenes und ausgefülltes Leben sein, aber ich meinte eher, dass es einen doch mit der Zeit unzufrieden macht, wenn man seine Talente nicht lebt, weißt du was ich meine?

Ich weiss was du meinst oder damit sagen willst, schliesse mich dem aber so nicht an.

Talente leben und Job müssen rein garnichts miteinander zu tun haben.

Ich habe auch nichts ausgelassen, eine Ausbildung zum Thema Produkt- bzw. Objektdesign gemacht, mein Hobby früher zum Beruf gemacht, als Tauchlehrer lange im Ausland gelebt, usw.

Also ganz nach dem Motto - hinter mir die Sintflut.

Aber....weder mit dem Einen, noch mit dem Anderen wird man alt oder reich. Also ist Hobby jetzt Hobby und Job jetzt Job :) Die Hobbies machen mich glücklich und der Job ermöglicht mir ein sehr gutes Leben inklusive beruflichem Reisen und finanziert mir meine nicht ganz billigen Hobbies. Guter Kompromiss finde ich.

Im Endeffekt muss da jeder selbst den richtigen Weg finden.

Und bei mir hat auch jeder geschrien.....die nutzt ihr Potential nicht.....tja...ich hab es genutzt, aber auf meine Art und Weise und nicht so, wie andere sich das vorgestellt haben. Es gibt nicht immer nur einen Weg.

VfictorLiabluve2x1


@ OrangeCanyon

Es gibt nicht nur den einen Weg das ist klar.

Die Sache ist bloß, dass der Job den sie mit ihrer Ausbildung ausüben kann, nicht mal finanziell iwas ermöglicht. Also der deckt gerade mal das nötigste ab...

Es ist ja auch nicht böse gemeint, im Gegenteil, ich weiß sie trifft ihre Entscheidungen selber, aber Gedanken machen darum kann man sich ja.

Ich kenne halt im meinem Umfeld, gerade in meiner Verwandtschaft viele Leute, die sich jetzt zwar ihr Leben jetzt schön eingerichtet haben, die aber trotzdem sagen, dass sie früher jemanden gebraucht hätten, der sie ein bisschen mehr dazu ermutigt, sich noch mehr auszuprobieren und vlt mal etwas zu wagen. Später mit Familie war das dann eben nicht mehr wirklich möglich.

Naja dann stelle ich die Frage mal so:

Kennt jemand Personen, die zuerst eher abgesichert gelebt und dann nochmal später etwas verändert haben? Wie war das bei denen so?

YQElUectYra


Und die Freundin von ihr hat sich da mit der Zeit nochmal was geändert, also ist sozusagen nochmal der Wunsch in ihr aufgekommen etwas anderes zu machen?

Nein, soviel ich weiss leider nicht. Sie wollte eigentlich immer Medizin studieren aber hat es komplett aus den Augen verloren. Was sie jetzt genau macht weiss ich nicht, da es mir zu schwer war den Kontakt zu bewahren.

YeEl]ectrxa


Es kann schon sein, dass deine Freundin ihr Leben später bereut und sich wünscht, sie hätte es anders gemacht. Aber daran kannst du leider nichts ändern. Vielleicht gefällt es ihr aber auch mit einfachem Job und Familie auf dem Land zu leben.

V:icto?ria&blue21


@ YElectra

Ja die Sache ist halt, heutzutage muss in Deutschland eigentlich kaum jemand etwas bereuen nicht gemacht zu haben, weil es eben so viele Möglichkeiten gibt eben wie gesagt auch mal was auszuprobieren, selbst wenn man mal scheitert.

Ich finde es halt schade, wenn man es nicht mal probiert hat und wie gesagt, sie ist ein interessierter und weltoffener Mensch.

M%ilwky_Yex77


Man kann definitiv auch später noch was ändern oder erleben, wenn man es will und den Mut dazu hat.

Eine Freundin von mir hat studiert und dann 10 Jahre lang in höherer Position gearbeitet.

Mittlerweile ist sie so extrem angeödet vom Alltag im Job, dass sie jetzt ein Jahr Sabbitical machen wird und ein Jahr reisen wird.

Das war aber auch nur möglich, weil sie eben 10 Jahre gearbeitet und Geld gespart hat.

Dsisced2exre


Ihr wurde deshalb schon während der Ausbildung geraten, danach noch zu studieren, da sie sehr gute Noten und durch das Abi eben die Möglichkeiten dazu hätte. Aber das hat sie abgelehnt.

Ich muss eben sagen, ich finde, dass sie echt viele Möglichkeiten hat, aber diese einfach nicht nutzt. Ihr einziger Plan ist, mit ihrem Freund zusammen zu ziehen und zu arbeiten in dem Laden, wo sie jetzt das Praktikum macht.

Victoriablue21

Ist man denn neuerdings gesetzlich dazu verpflichtet, "sein Potential" ausschöpfen zu müssen? Vielleicht möchte sie ihre Kreativität als Hobby betreiben, wenn überhaupt? Vielleicht setzt sie ihre Prioritäten einfach auf ganz andere Punkte in ihrem Leben, als du? Warum bist du der Meinung, daß du ihr Ratschläge geben mußt, wie sie ihr Leben besser gestaltet bekommt?

Es kommt alleine darauf an, was sie möchte. Punkt.

Bei mir war es auch so - ich sollte studieren und Karriere machen, blablabla... Und soll ich dir mal sagen - ich wollte das nicht. Ich hatte und habe null Ehrgeiz hingehend. Ich wollte eine intakte Familie haben. Daß ich dann doch "Karriere gemacht" habe liegt einfach ur daran, daß ich den passenden Mann für die Familie erst sehr spät gefunden habe. Und ehrlich? Meine Karriere bedeutet mir nichts. Ausser, daß es eben praktisch ist, genug Geld zu bekommen. Für mich zumindest genug. Auch, daß wir uns in meiner Elternzeit nicht großartig einschränken müssen.

Ich verstehe dich gut, ich habe selbst eine gute Freundin verloren die ihr Leben einfach weggeschmissen hat.

YElectra

Warum schmeißt sie ihr Leben weg, wenn sie es lebt, wie es ihr schickt? Weil es nicht den Ansprüchen des Umfeldes genügt? %-|

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