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Unzählige Arbeitslose und trotzdem nur alles untertags geöffnet?

Pio}cketxMouse


Schrieb er doch gerade. Prestigegründe.

Goreen:keepperx78


Ich arbeite im Einzelhandel und kann nur den Kopf über solche Forderungen bzw. Wünsche schütteln !

Der Reihe nach. Wir haben täglich 10 Stunden offen, 10 bis 20 Uhr. Aller par Wochen auch mal Freitags bis 22 Uhr. Dazu muß man fast jeden (!) Samstag arbeiten. In den kalten Monaten sind auch noch Sonntage dabei. Das Personal geht schon oftmals auf dem Zahnfleisch, ein Familienleben lässt sich nur schwer gestalten ( Partnerberuf kann ebenfalls schwierig sein ). Man findet so schon kaum noch fähiges Personal, welche solche Arbeitszeiten bereit ist mitzugehen. Dann kann ich sagen, das sich ab ca. 18 Uhr abzeichnet, das die Kunden nach Hause wollen, gerade wenn es dunkel wird und kalt ist. Im Sommer ist mindestens 3 Monate lang totale Flaute, da kommt kein Mensch, wenn er nicht wirklich dringend was braucht. Dann ist es auch so, das Frauen Kinder haben und nach Hause müssen. Im großen und ganzen gehen viel mehr Frauen shoppen als Männer, nun muß mir mal einer weiß machen.....das Frauen sich nachts beim einkaufen rumtreiben würden. Die haben schon oft Angst in der Dunkelheit unterwegs zu sein. Man müsste das 3- fache an Personal haben, denn was ist denn wenn jemand krank wird ? Soll dann die Tag-Schicht auch gleich noch die Nacht mitarbeiten ? Neues Personal wird niemals eingestellt, nur weil rund um die Uhr offen wäre. Völliger Käse solch eine Theorie. Das ist für jede Firma blanke Geldverschwendung. Dann muß man auch wissen, das man für einen Beruf gewisse Qualifikationen braucht, da hilft der Spruch von unzähligen Arbeitslosen nun mal gar nicht weiter. Ich kann auch kein Fliesenleger werden, nur weil die gerade gesucht werden. Der Einzelhandel kämpft immer gegen das Online-Geschäft, der Einzelhandel besteht diesen Kampf unter anderem deshalb, weil die Menschen gerne in heller und gut beleuchteter Atmosphäre einkaufen gehen. Wer Nachts etwas möchte, kann jederzeit im Internet bestellen oder zur Not auch an Tankstellen oder Bahnhöfen etwas bekommen.

Wenn ich abends kurz vor 20 Uhr auf den Kundenparkplatz schaue, sieht man fast nur noch Mitarbeiterautos. Die Menschen sitzen gemütlich zuhause vorm TV und schauen Fußball oder widmen sich der Familie. Das ist die Realität und NICHTS anderes ! Und aus vielen Kundengesprächen weiß ich, das die sehr große Zahl dieser Leute kein weiter aufgeblähtes Öffnungszeitenchaos wollen und brauchen. Und ich habe tagtäglich mit hunderten Menschen zu tun.

f6ooxty


Ok, ich wusste ja, dass ich nur Quatsch schreibe und unsere Konzerninternen Analysen alle Kaffeesatzleserei waren, ohne Hand und Fuß. Aber der Stammtischler, der von seinem Metzger und Bäcker erzählt, hat natürlich recht, ja ne is klar :)= ;-D

Wie die nette Dame schon sagte, es sind Prestigegründe, manche Menschen müssen Texte 2 mal lesen um sie zu verstehen, kannte in der Schule schon Klassenkameraden bei denen das auch der Fall war.

Ich setze noch einen drauf und gehe in die Details unserer damaligen Analysarbeit (die jedes Geschäftsjahr aufs neue erfolgte).

Die Umsatzstärksten Stunden waren 16:00-18:15, da wurde das meiste Geld verdient. Sowohl was den Gesamtumsatz betrifft, als auch den Durchschnittsbon (Kennzahl für den Durschnittsumsatz pro Kunde) und auch an Kalkulation (also Warengruppen mit Gewinnmarge).

Danach sank dies rapide ab. Die Halbe Stunde zwischen 18:30 und 19:00 lohnte schon nur noch an Freitagen und Samstagen, der Rest der Woche war Draufzahlgeschäft.

Ab 19:00 lohnte gar kein Wochentag mehr. Dies sah sogar immer unsere Geschäftsführung ein,

jedoch aus den genannten Prestigegründen wollte sich niemand die Blöße geben und zurückrudern.

Und um diesen Punkt auch noch einmal klar zu verdeutlichen, manche können auch garnicht, wie z.B. mein Metzger und Bäcker, die in einem Einkaufszentrum als Mieter ansässig sind, denn da gibt der Betreiber des Einkaufszentrums die Ladenöffnungszeiten vor und die Mieter haben das zu akzeptieren, oder sie können gehen.

Das sind dort zwar demokartische Abstimmungen gewesen, aber was meinst Du wie viel Stimmrecht die kleinen Mieter gegen die riesigen Ketten, die man auch als Ankermieter bezeichnet, ausrichten können?

Die von Dir angesprochen Öffnungszeiten 21-22 oder 24 Uhr betreffen sowiso nur den Lebensmitteleinzelhandel und auch da weiß ich von einem befreundeten Marktleiter, dass es sich nicht lohnt und der Kunde letztendlich die Bequemlichkeit dieser Öffnungszeiten seit Jahren mit steigenden Preisen an der Kasse bezahlt.

Das wird demnächst sogar noch geschickter gemacht, indem der Handel elektronische Preisleisten an den Regalen (per WiFI angebunden) an den Regalen hängen haben wird (in manchen Märkten schon vorhanden).

Da werden in den umsatzschwachen Stunden vor Ladenschließung die Preise erhöht werden (ja ihr habt richtig gelesen, nicht gesenkt!), weil man sich den Effekt zu Nutze macht, dass die Leute um die Zeit "einkaufen müssen", "nicht mehr die Wahl haben woanders hinzufahren", oder schlichtweg nicht zu einer anderen Uhrzeit "einkaufen können". An den Tankstellen, zahlen Kunden ja Abends auch bis zu 300% Aufschlag gegenüber Supermärkten. Da fallen 10% Preiserhöhung ja Abends nicht auf.

Und was Tankstellen können (mehrmals am Tag die Benzinpreise ändern), können demnächst auch die Supermärkte.

Also wie schon gesagt, die Bequemlichkeit dieser Öffnungszeiten, zahlt immer der Kunde zum Schluss, versteckt über die Verkaufspreise. Aber das will ja auch die Mehrheit der Deutschen wohl so, also sollen sie über steigende Preise im Handel auch nicht klagen ]:D

Yoto4ngx11


Ich glaube, das die zwei Profis hier recht haben :)z :)^

PzocketLMouxse


Ich setze noch einen drauf und gehe in die Details unserer damaligen Analysarbeit (die jedes Geschäftsjahr aufs neue erfolgte).

Die Umsatzstärksten Stunden waren 16:00-18:15, da wurde das meiste Geld verdient. Sowohl was den Gesamtumsatz betrifft, als auch den Durchschnittsbon (Kennzahl für den Durschnittsumsatz pro Kunde) und auch an Kalkulation (also Warengruppen mit Gewinnmarge).

Ja, natürlich. Da haben die Menschen Feierabend und holen auf dem Nachhauseweg noch schnell das Abendessen. Da die meisten Menschen wohl irgendwann zwischen 18-21h zu Abend essen, empfiehlt es sich wohl auch vorher geöffnet zu haben. ;-)

Danach sank dies rapide ab. Die Halbe Stunde zwischen 18:30 und 19:00 lohnte schon nur noch an Freitagen und Samstagen, der Rest der Woche war Draufzahlgeschäft.

Jo, Samstags ist eh alles eher später. Man macht vll tagsüber einen Ausflug und danach erst den Einkauf. Oft muss man zu irgendeiner Feier noch Getränke mitbringen...

Ab 19:00 lohnte gar kein Wochentag mehr. Dies sah sogar immer unsere Geschäftsführung ein,

Wenn ich um 20-22h einkaufen gehe, dann weil ich Lust auf Süßigkeiten habe oder beim Kochen merke, dass die Sahne fehlt. Es lohnt sich natürlich überhaupt nicht, wenn ich für 79 Cent einkaufen gehe.

jedoch aus den genannten Prestigegründen wollte sich niemand die Blöße geben und zurückrudern.

Das funktioniert ja auch. Ich gehe am späten Abend öfter mal zu Supermarkt A, der bis 22h geöffnet hat. Ich kaufe dort nichts lohnendes aber der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier. Ich gehe also auch für den normalen Einkauf zu Markt A, obwohl B vielleicht besser ist.

Aber das ist doch total beschuert. Es leiden die Mitarbeiter in Markt A, außerdem die Gewinnzahlen in Markt A. Der freut sich zwar, dass ich auch meinen Tagesbedarf dort decke aber dadurch, dass er entsprechend größere Flächen vorhalten muss, werden die Abendstunden noch unrentabler.

Markt B verliert Kunden.

Ich als Kunde komme nicht zur Ruhe, bin angehalten jederzeit und immer was zu erledigen und werde fett von dem Süßkram den ich mir dort immer spontan besorge. ;-D

Und um diesen Punkt auch noch einmal klar zu verdeutlichen, manche können auch garnicht, wie z.B. mein Metzger und Bäcker, die in einem Einkaufszentrum als Mieter ansässig sind, denn da gibt der Betreiber des Einkaufszentrums die Ladenöffnungszeiten vor und die Mieter haben das zu akzeptieren, oder sie können gehen.

Das gilt leider auch anders herum. Unser Edeka macht um 8h auf und hat natürlich Sonntags geschlossen. Der darin befindliche Bäcker hat die selben Öffnungszeiten. Das finde ich tatsächlich ungünstig, denn mein Brötchen kaufe ich eigentlich immer vor 8h oder Sonntags.

Die von Dir angesprochen Öffnungszeiten 21-22 oder 24 Uhr betreffen sowiso nur den Lebensmitteleinzelhandel und auch da weiß ich von einem befreundeten Marktleiter, dass es sich nicht lohnt und der Kunde letztendlich die Bequemlichkeit dieser Öffnungszeiten seit Jahren mit steigenden Preisen an der Kasse bezahlt.

Natürlich ist es teuer. Aber es ist auch furchtbar unsinnig. Unsere Gesellschaft sollte mal nen bisschen entschleunigen und nicht nach dauerhafter Verfügbarkeit von allem schreien.

Da werden in den umsatzschwachen Stunden vor Ladenschließung die Preise erhöht werden (ja ihr habt richtig gelesen, nicht gesenkt!), weil man sich den Effekt zu Nutze macht, dass die Leute um die Zeit "einkaufen müssen", "nicht mehr die Wahl haben woanders hinzufahren", oder schlichtweg nicht zu einer anderen Uhrzeit "einkaufen können". An den Tankstellen, zahlen Kunden ja Abends auch bis zu 300% Aufschlag gegenüber Supermärkten. Da fallen 10% Preiserhöhung ja Abends nicht auf.

Klar. Das wird auch kaum jemand merken. Der geübte Hausmann, der die Preise im Köpft hat, geht nicht um 22h einkaufen. Und wenn ich mir nachts eine Tüte Chips besorge ist der Preis auch nicht so wichtig.

Und was Tankstellen können (mehrmals am Tag die Benzinpreise ändern), können demnächst auch die Supermärkte.

Also wie schon gesagt, die Bequemlichkeit dieser Öffnungszeiten, zahlt immer der Kunde zum Schluss, versteckt über die Verkaufspreise. Aber das will ja auch die Mehrheit der Deutschen wohl so, also sollen sie über steigende Preise im Handel auch nicht klagen ]:D

Wie ich schon sagte - der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Der beschwert sich immer, wenn es irgendwas nicht mehr gibt. Ich hab irgendwo einen Test gesehen, da haben sie an einer Dorf-Bäckerei aufgehängt, dass es leider ab heute keine Rumkugeln mehr geben wird. Das Geschrei war groß. Fast jeder empörte sich. In dem Dorf gab es auch keine zweite Bäckerei. Viele sagten, dass sie die doch immer mal probieren wollten und nun das.

Der Witz daran war, dass die Bäckerei noch nie Rumkugeln verkauft hat. :-p

K-anar\ien>exnte


Ich habe echt überlegt ob ich hier noch was schreibe oder doch besser lasse.

Eigentlich habe ich mich für Letzteres entschieden aber diese ** Bemerkung ging mir dann doch zu sehr gegen den Strich als das ich sie unkommentiert stehen lassen wollte

Ich finde die Argumentation überheblich bis intolerant formuliert.

Drin stecken viele Vorurteile gegenüber "Arbeitslosen". Ich frage mal zurück wie deine Definition für arbeitslos ist?

Das ist schön, dass du das so siehst.

Ich sehe es aus meiner Warte und zwar ist diese so, dass ich selbst schon mal vor 4 Jahren durch einen Umzug arbeitslos wurde und dann in der neuen Gegend dann wirklich über ein halbes Jahr ohne Arbeit dagestanden bin obwohl ich mich von-bis beworben habe und ich weiß wie verzweifelt ich da war, nicht nur einmal Rotz und Wasser geheult habe und Angst hat keinen Anschluss mehr zu finden obwohl ich eine fertige und gute Ausbildung sowie Praxis auf meinem Gebiet habe.

War keine schöne Zeit.

Eine Bekannte ist beim Arbeitsamt angestellt und hat mir erst letztens erzählt, dass am Arbeitsmarkt derzeit wirklich flaute ist - viele die keine höheren Abschlüsse haben eben keinen Anschluss mehr finden, viele schon jahrelang daheim sind, die wirklich guten Umschulungen die wirklich was bringen nicht mehr vom Arbeitsamt finanziert werden weil gespart werden muss und es neben den Leuten die es nicht schlecht finden auf der faulen Haut zu liegen es einen Haufen Langzeitarbeitslose gibt die wirklich gerne wieder arbeiten gehen würden, die vielen, vielen Leihfirmen die wie die Schwammerl aus dem Boden geschossen sind ein wirkliches Problem darstellen weil sich viele Betriebe lieber von dort Arbeitskräfte ausborgen/besorgen bevor sie selbst im "offenen Markt" nach Arbeitskräften suchen.

Einzelhandel - Ja, die sind ja jetzt schon bekannt für ihre super Arbeitsbedingungen. Die würden sich freuen, wenn du da 24/7 draus machst.

Ich glaube, dass Leute die wirklich Arbeit suchen und arbeiten gehen wollen selbst für so eine "undankbare" Anstellung dankbar wären denn für viele ist die andauernde Arbeitslosigkeit schlimmer als im EH zu arbeiten.

M{onsDtxi


Ich habe längere Zeit im Einzelhandel (Fleisch- und Wursttheke) gearbeitet und halte flexiblere Öffnungszeiten, z.B. auch am Wochenenden für sehr sinnvoll. Es gibt viele, die nur Teilzeit arbeiten können oder wollen. Dass es funktionieren kann, zeigen z.B. Supermärkte in den U.S.A. oder auch in Ost- und Südostasien. Die würden nicht offen halten, wenn es sich nicht lohnen würde. Auch bei uns gibt es z.B. Tankstellen, an denen man rund um die Uhr einkaufen kann. Dort arbeiten die meisten Angestellten natürlich in Teilzeit. Auf jeden Fall fände ich es besser als die anstrengenden 10-12-Stunden-Tage, die mir in übler Erinnerung sind. Gerade vor Weihnachten war ich abends regelmäßig streichfähig. Bei flexibleren Arbeitszeiten, z.B. mit längeren Pausen tagsüber, wäre mir diese Tätigkeit sicher wesentlich besser bekommen. Nichts gegen den Einzelhandel, ich habe dort wirklich gerne gearbeitet. Die Tätigkeit an sich ist vollkommen okay, nur nicht 10-12 Stunden am Stück.

Natürlich funktioniert das nicht in kleinen Familienbetrieben, die es aber eh (fast) nur noch bei Spezialgeschäften gibt. Aber auch hier könnten die erlaubten Öffnungszeiten kundenorientierter gestaltet werden.

Zur Zeit kenne ich in unserem 1.500-Seelen-Dorf und dessen unmittelbarer Umgebung exakt 10 Arbeitslose. Zwei von diesen sind schwerbehindert und über 55 Jahre alt (doch nicht berentet). Zwei weitere verloren ihre Arbeit wegen Konkurs einer Firma in Wörgl - ebenfalls über 55. Diese vier sind Langzeitarbeitslose und haben tatsächlich kaum eine Chance, irgendwo noch etwas zu finden. Der Rest sind gesunde junge Leute, die aufgrund ihrer Lebensumstände sehr wohl einer offiziellen Arbeit nachgehen könnten, aber die Grundsicherung (Österreich) plus "Pfusch" (= Schwarzarbeit) wesentlich lukrativer finden. In der Statistik laufen alle unter Arbeitslosen. Es handelt sich aber um 6 Leute (mehr als die Hälfte der 10, die ich kenne), die offiziell arbeiten könnten, wenn sie nur wollten, denn bei uns werden ständig Arbeitskräfte gesucht. Das interessiert jene 6 Leute aber nicht.

In Berlin, wo ich bis vor 16 Jahren für einige Jahre gelebt hatte, war die Situation noch viel extremer. Ich kannte dort unzählige Arbeitslose, von denen aber fast alle wirklich nicht arbeitswillig waren und sehr oft einen auf "psychisch krank" mimten, um vom Arbeitsamt nicht vermittelt zu werden. Eine Freundin von mir war eine von diesen: 28 Jahre alt und alleinerziehende Mutter mit wechselnden Freunden. Wurde sie zu einem Bewerbungsgespräch geladen, wusch sie sich absichtlich nicht, schminkte sich nicht (machte sie sonst immer) und spielte die Unansprechbare, die angeblich von Nichts eine Ahnung hat. Sie selbst erzählte später stolz davon ("Hihi, natürlich haben die mich so nicht genommen!"). Wir hatten deshalb oft wilde Diskussionen, weil ich ihre Einstellung nicht verstand bzw. echt bedenklich fand.

GVreeOnkee|per78


Erschreckend und absolut unklar, was man hier zu lesen bekommt.

Ytong11....

vielen Dank für deinen kurzen Kommentar. *:) :)= :)^

T}axps


Klar erzählst du nur Quatsch, wie sonst erklärst du dir, dass absolut übliche Öffnungszeiten mindesten 21:00-22:00 Uhr sind?

Und wie erklärst Du dir, dass deine Stadt nicht unbedingt das Maß aller Dinge ist? Meine Großstadt allerdings auch nicht.

Bei uns hat inzwischen bis auf Kaufland kein Geschäft länger als bis 20 Uhr geöffnet - die meisten sogar nur noch bis 19 Uhr. Was sich wohl als völlig ausreichend erwiesen hat. Oder wie kann man sonst die nahezu menschenleeren Geschäfte ab 19 Uhr erklären?

TOapts


Früher war nur bis 18:30 offen und Samstags bis 12:00 und die Bevölkerung Deutschlands gibt's immer noch und ist damals nicht verhungert. ...Wie haben die das nur gemacht?

Ich kann dir sagen, wie wir das "früher" gemacht haben. Alles wichtige wurde auf einen Einkaufzettel geschrieben und auch mal vorher darüber nachgedacht, was man kochen möchte. Da muss man dann auch nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit losrennen und vergessene Dinge holen.

ToimbDatukxu


lerchenzunge

Es gibt eine Menge Menschen, die sehr wohl ohne jeden äusseren Zwang und im Zustand völliger Gesundheit "Nachttiere" sind.

Naja, ich kenne auch einige Leute im Alter von 45 bis 60 Jahren, die Zeit ihres Lebens nachts gearbeitet haben. Alle durch die Bank sehen ziemlich ausgemergelt und mindestens 10 Jahre älter aus als sie tatsächlich sind. Selbstverständlich kann man sich daran gewöhnen, aber ständige Nachtarbeit zehrt sehr wohl am Körper, auch wenn du das "völlige Gesundheit" nennst. Mag ja sein, dass denen organisch nichts fehlt, aber gut ist ständige Nachtarbeit trotzdem nicht.

T}im{batukxu


Taps

Da muss man dann auch nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit losrennen und vergessene Dinge holen.

Natürlich muss man das nicht, aber es wäre doch trotzdem schön, wenn man es könnte. Ich habe mir den Faden durchgelesen und will jetzt nicht zu jedem einzelnen Punkt Stellung beziehen, aber mir fiel auf, dass die Rentabilität schon bei vielen im Vordergrund steht. Das sehe ich ebenso. Wobei ich mir um Stromkosten etc. keine großen Gedanken mache. Wohl aber fallen Personalkosten ins Gewicht, die wohl in erster Linie der Grund sind, warum die meisten Einzelhändler bis heute eine 24/7-Öffnung ablehnen. Das wird sich meiner Meinung nach ändern, wenn wir in einigen Jahren den vollautomatischen Supermarkt haben: Alle Waren mit RFID-Chip, Kasse mit Lesesystem und bargeldloser Bezahlung. Null Personal, außer vielleicht fürs Regalauffüllen und fürs Saubermachen. Aber auch das wird in absehbarer Zeit von Robotern erledigt. Bis dahin bleibt es sicher so wie es zurzeit ist.

Tgimba[tuku


Noch ein Punkt:

Es wurde angesprochen, dass eine Ausweitung der Öffnungszeiten keinen Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben würde, weil zu den fraglichen Zeiten nur günstige 450-Euro-Kräfte beschäftigt würden. Die werden im Lebensmitteleinzelhandel auch in den Kernzeiten überwiegend beschäftigt. Es wird höchste Zeit, dass Minijobs von den Kosten her mit normaler Beschäftigung gleichgestellt werden und für Arbeitgeber kein finanzieller Anreiz mehr besteht, statt regulärer Arbeitskräfte hauptsächlich Minijobber einzustellen. Das gilt für alle Branchen, nicht nur für den Einzelhandel.

TPapxs


Natürlich muss man das nicht, aber es wäre doch trotzdem schön, wenn man es könnte.

Aber das kann man doch an der Tankstelle zumindest was Lebensmittel betrifft. Für mich ist der Wunsch eher ein Symptom, der heutigen Gesellschaft, dass man alles haben will und unbedingt sofort.

Yptonxg11


Es wird höchste Zeit, dass Minijobs von den Kosten her mit normaler Beschäftigung gleichgestellt werden und für Arbeitgeber kein finanzieller Anreiz mehr besteht, statt regulärer Arbeitskräfte hauptsächlich Minijobber einzustellen.

Es besteht jetzt schon kein Anreiz für 450 EUR - Kräfte ;-D Warum?

Weil pauschal 30% Sozialabgaben NUR beim AG abgezogen werden. Ein AN bekommt 450 EUR. Der AG bezahlt immer 585 EUR. Auch ist der Minijober in Sachen Lohnausgleich bei Krankheit, Kündigungsfristen und Urlaub dem "normalen" AG absolut gleichgestellt.

Es gibt im Übrigen mehr Bewerber auf Minijobs als Minijobs ;-)

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