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Eure Meinungen zu Langzeit Arbeitslose, Hartz 4 empfänger

EDhemaliger NuttzerK (#5286x11)


Ich glaube im Übrigen auch, dass die meisten Leute die nicht arbeiten wollen einfach gebrochene Menschen sind.

Die, die im ersten Moment noch ne dicke Lippe haben und auf den Staat scheißen und das JC verfluchen, von denen habe ich, nach dem ersten Kennenlernen plötzlich ganz andere Töne gehört. Die sind teilweise einfach verzweifelt und haben sich aufgegeben, weil sie sich selbst nichts mehr zutrauen. Dass nennt man dann wohl Depression.

PDockJedtMoxuse


dass diese dem Staat und somit der Allgemeinheit auf der Tasche liegen

Das ist immer dieses Top-Argument. Denn schließlich zahlt man ja Steuern und das tut einem weh.

Harzer sind wirklich ein absolut minimales Problem. Die paar Kröten, die alle Herzer zusammen bekommen, wären wieder drin, wenn man den ein oder anderen Steuerflüchtling mal zur Rechenschaft ziehen könnte.

Mit meinem Steuergeld werden auch Banken gerettet, obwohl ich mit deren Arbeit nicht zufrieden bin. es werden Dinge davon subventioniert die ich verkehrt finde.

Gleichzeitig werden Dinge erkauft, wie sozialer Frieden und Sicherheit. Es gibt immer Leute, die aufgrund vollkommen unterschiedlicher Faktoren durchs Raster fallen. Wir erkaufen uns unsere Sicherheit und unseren Frieden. In anderen Ländern kann man seine tolle Immobilie it 3m hohen Zäunen begrenzen.

So ein fröhlicher, zufriedener Harz4 Empfänger

- ist total umweltfreundlich (kein Auto, keine Flugreisen, wenig Konsum, kein EFH...)

- wird vermutlich deutlich weniger krank, als er unter Arbeitsbelastung werden würde. Er kostet also vermutlich deutlich weniger Krankenkassen-Kosten

- übernimmt häufig soziale Aufgaben wie die Kinderbetreuung oder die Betreuung älterer Angehöriger.

- Führt nahezu 100% des Geldes wieder dem Kreislauf zu und zahlt Mehrwertsteuer.

Es gibt wirklich einige Jobs deren Ausübung ich moralisch fragwürdig finde. Nur weil jemand einer Tätigkeit nachgeht, ist er in keiner Weise sozialverträglicher.

Ich koste den Steuerzahler mehr Geld als ein Harz-4 Empfänger. Ich bin im öffentlichen Dienst. Ich zahle Steuern und leiste gute Arbeit.

Ich habe den Staat aber bis dahin bereits viel Geld gekostet (Abi und Studium) und bekomme nun Geld für die Erhaltung von Straßen. Die Straßen gehen aber in erster Linie dadurch kaputt, dass da ständig so viele Leute drüber fahren. Die meisten fahren beruflich...

DsieLexnny


Es gibt faule Säcke, die nebenbei fleißig schwarz arbeiten und die mich wütend machen.

Wie kann jemand faul sein, der fleißig arbeitet?

Es geht doch hier um Langzeitarbeitslose die ohne Probleme arbeiten könnten.

In der Theorie ja. Aber wer stellt in der Praxis einen Langzeitarbeitslosen ein?

Ich glaube im Übrigen auch, dass die meisten Leute die nicht arbeiten wollen einfach gebrochene Menschen sind.

Ich glaube nicht mal, dass die meisten wirklich nicht arbeiten gehen wollen, aber ich denke, dass sie einfach im normalen Berufsleben nicht zurecht kommen oder dass man nach der 1000. Absage irgendwann aufgibt.

E-hemalPige|r Nutzier (#52S8611)


Genau das meine ich ja mit "gebrochen". Die haben aufgegeben.

PtockCetMxouse


Es gibt faule Säcke, die nebenbei fleißig schwarz arbeiten und die mich wütend machen.

Wie kann jemand faul sein, der fleißig arbeitet?

Und mancheiner hat es dann doch ganz gern, wenn der Handwerker ein bisschen günstiger ist und verzichtet dafür gerne auf eine Rechnung, nicht wahr?

Es geht doch hier um Langzeitarbeitslose die ohne Probleme arbeiten könnten.

In der Theorie ja. Aber wer stellt in der Praxis einen Langzeitarbeitslosen ein?

Na und was heißt "ohne Probleme"?

Ich glaube im Übrigen auch, dass die meisten Leute die nicht arbeiten wollen einfach gebrochene Menschen sind.

Ich glaube nicht mal, dass die meisten wirklich nicht arbeiten gehen wollen, aber ich denke, dass sie einfach im normalen Berufsleben nicht zurecht kommen oder dass man nach der 1000. Absage irgendwann aufgibt.

Viele Jobs sind auch einfach scheiße. Muss man doch nur auf dieser Seite mal ein bisschen lesen. Ich möchte weder in der Spülküche arbeiten und als dumm bezeichnet werden, noch möchte ich im Kiosk vom Chef getreten werden.

Ich habe einen guten Lebenslauf. Abitur, Studium, zum Ende des Studiums war ich bereits in einer unbefristeten Festanstellung. Ich bin Bauingenieur, also durchaus etwas "brauchbares" mit ganz vernünftigen Berufsaussichten.

Nun war ich mit meinem Job nicht mehr zufrieden und mein Chef kriegte auch hektische Pusteln, immerhin bin ich im gebärfähigen Alter und dann wollte ich auch noch eine faire Bezahlung nach dem Studium.

Ich wurde also recht bald arbeitslos. Nun war das früher als erwartet und ich hatte eigentlich vor etwas Neues zu suchen und dann zu kündigen.

Nun gut, ich komme aus "guten Verhältnissen" und mein mittlerweile Ehemann verdient auch gut. Ich konnte außerdem sofort einen 400 Euro Job beginnen in einer Firma in der ich während des Studiums war, hatte außerdem Geld durch eine Honorartätigkeit und Zeit für mein Kleingewerbe. Ich befand mich also in keinerlei Not und überlegte genau, welchen Job ich mir nun suche. Den erstbesten Job zu nehmen hatte sich ja als unglücklich heraus gestellt.

Da die Familienplanung bei uns bereits ein Thema war, wollte ich keine befristete Stelle. Außerdem kam nur eine Firma in Frage, die Teilzeitmodelle anbietet und groß genug ist.

Ich war außerdem nicht mehr bereit ständig unbezahlte Überstunden zu leisten und auf Urlaub zu verzichten.

Die Tätigkeit sollte außerdem möglichst abwechslungsreich sein und meinen Neigungen entsprechen.

Ich entschied mich für den öffentlichen Dienst. Entdecke einige Stellenausschreibungen, die wirklich gut passten und hörte, dass dringend junge Leute gesucht werden.

Natürlich ist das keine Garantie, dass man auch eine Stelle bekommt aber für mich schien der öffentliche Dienst optimal und wenn die nun auch noch Suchen, wäre ich ja doof, es nicht zu versuchen.

Beim Arbeitsamt hatte ich mich frühzeitig gemeldet. Anspruch auf ALG I hatte ich aufgrund der kurzen Beschäftigungszeit nach dem Studium, noch nicht. ALG II / Hartz4 kam nicht in Frage. Ich habe also keinerlei Leistungen bekommen.

Nachdem sich erstmal keiner meldete, bekam ich plötzlich Maßnahmen. Bewerbungstraining, Englischkurs...

Ich schrieb freundlich, dass ich kein Interesse daran habe. Mir wurde daraufhin erklärt, dass das nicht freiwillig sei und ich ein Attest vorlegen müsse. Ich wollte mich dann nicht mehr arbeitssuchend melden aber davon wurde mir dringend abgeraten.

Dann bekam ich total absurde Jobvorschläge für die ich überhaupt nicht qualifiziert bin(z.B. als Mauer - ich wiege 50 Kilo und habe Mini-Hände, keine Ahnung vom Mauern und auch keine Ausbildung... oder als Elektroingenieur. Davon habe ich gar kein Schimmer. Ich lass mir ja auch nicht vom Zahnarzt eine neue Hüfte einbauen).

Dann wurde mir vorgeworfen ich wäre nicht spezialisiert genug (ich kam ja nunmal gerade von der Uni) oder zu spezialisiert (man muss nunmal irgendeine Vertiefungsrichtung wählen).

Vom Amt kamen nur unbrauchbare Vorschläge. Die Sachen die thematisch passten waren fast immer befristet.

Man wollte mich "zwingen" mich auf super schlecht bezahlte und befristete Stellen zu bewerben. Als ich sagte, dass ich das nicht tue, hieß es man würde mir das Geld kürzen, als ich sagte dass ich keins bekäme, wollte man mir erzählen man könnte mich für zukünftige Leistungen sperren wenn ich mal welche bräuchte. Ich wusste dass das nicht geht.

Ich bin zum Dezember hin arbeitslos geworden und habe sofort angefangen mich aus eigener Initiative zu bewerben. Bereits im Januar wollte man mir das Geld sperren. Bewerbungsverfahren beim öffentlichen Dienst dauern lange. Ich hatte im März die ersten Gespräche auf die Schreiben vom Dezember. Im April kamen die Zusagen.

Ich habe also ohne Probleme die Wunschstelle bekommen die zu meinen Fähigkeiten passt, mir Spaß bringt und sehr sicher ist.

Wäre ich aber finanziell nicht so vollkommen unabhängig gewesen, sondern hätte ALGII beantragt, wäre ich von den Sanktionen-Drohungen so verunsichert gewesen, dass ich einen der bescheuerten Jobs angenommen hätte. Dann wäre ich vermutlich Tippse in einer Baufirma für ein Jahr. Und dann fragt man mich, warum ich nur so kurz beschäftigt war, warum nur Schreibkraft trotz Studium...

Und mit Pech ist man dann drin in der Mühle... Befristung, Zeitarbeitsfirma, schlechter Lebenslauf weil zu viele kurze Beschäftigungen.

T4his QTwi!ligh=tg GaOrdexn


Das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht... es ist wirklich so: bist du erstmal in deren System gefangen,wirst du immer weiter runterdegradiert... du hattest das große Glück kein Geld vom Jobcenter beziehen zu müssen :)z

E8hePmaligxer eNuOtzer (/#5x28611)


Und mit jeder "Maßnahme zur Integration in den 1. Arbeitsmarkt" wirst du schwerer vermittelbar.

Was denkt wohl ein Personaler, wenn er meinen Lebenslauf sieht, mit 8 Jahren Arbeitslosigkeit, zwischendrin nur Maßnahmen zwischen 6 Wochen und 12 Monaten und unbezahlten Praktika in diversen Berufsfeldern?

Richtig: Die kann nichts, kann sich nicht entscheiden, was sie machen will und vertreibt sich die Zeit mit Sinnlosmaßnahmen vom JC um keine Sperre zu bekommen...

DWinxa90


Und mit jeder "Maßnahme zur Integration in den 1. Arbeitsmarkt" wirst du schwerer vermittelbar.

Was denkt wohl ein Personaler, wenn er meinen Lebenslauf sieht, mit 8 Jahren Arbeitslosigkeit, zwischendrin nur Maßnahmen zwischen 6 Wochen und 12 Monaten und unbezahlten Praktika in diversen Berufsfeldern?

Das ist leider wirklich schwierig. Leider schon alles ab einem Jahr Arbeitslosigkeit.

Trotzdem finde ich ein Praktikum besser als gar keine Station im Lebenslauf.

Doiana4*89


Ich verstehe wirklich, dass es beschissen ist, wenn man einmal in diesem Hamsterrad steckt.

Andererseits sollten sich hier alle überlegen, wie es wäre, wenn die Ämter nur 6 Monate zahlen würden und dann wäre Schicht im Schacht und das wäre es mit Arbeitslosengeld und man bekäme nur Lebensmittelkarten/Stempel. Dann würden hier wohl deutlich mehr Menschen auf der Straße leben.

Wohl dem der dann Mann und Familie hat, die ihn nicht verhungern lassen. Nur, dass kann man auch nicht von allen Menschen sagen.

Ansonsten hätten wir hier amerikanische Verhältnisse.

Nicht erst davon zu sprechen, wie es dann wäre wenn man vom Amt nicht die Versicherung bezahlt bekäme und krank wäre und von nichts Behandlungskosten zahlen muss. ":/

TXhis Tmwiligh?t G1arxden


Ansonsten hätten wir hier amerikanische Verhältnisse.

Genau darauf läuft es ja hinaus. Deswegen glaube ich auch nicht daran, dass der deutsche Staat jemals einem bedingungslosen Grundeinkommen zustimmen wird.

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