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Kann man nicht selbstverschuldet fettleibig werden?

erlektyrobxoi hat die Diskussion gestartet


Hallo,

die Frage kam im Rahmen einer medial verbreiteten Diskussion auf, bei der die Kündigung eines fettleibigen Mitarbeiters durch ein Gericht aufgehoben wurde. Er bekam zwar den Job zurück, aber keine Entschädigung wegen Diskriminierung Behinderter.

Ich halte die Argumentation vor allem des EuGh (sinngemäß und in einem anderen Fall), fettleibige Menschen wären Behinderte und hätten deshalb einen besonderen Kündigungsschutz, für sehr fragwürdig.

Überspitzt könnte man ja nun sagen: "Ok, ich muss mich nur "fettfressen", und kann dann meinen Job nicht mehr ausüben, aber gekündigt werden kann ich auch nicht mehr, da ich nun den Quasi-Status eines Behinderten habe. Pech für den Arbeitgeber und die Kollegen."

Jetzt stell sich mir als Unwissendem die Frage: Gibt es tatsächlich Krankheiten, welche einen, ohne das man etwas dagegen tun kann, fett werden lassen?

Oder muss man am Ende doch immer durch eigenes Zutun ((ungesund)Essen) oder Unterlassen (von Arztbesuchen, Medis, ...) zur Fettleibigkeit beitragen?

Antworten
EBsche7lbacxher


Denke schon das es da fehlfunktionen geben kann die sowas Produzieren. Aber ich denke das das meißte doch an der Ernährung liegt,was wird gegeßen,in welcher Menge und was wird zum Verbrauch der Nahrung unternommen!

E2hemaliger ]Nut?zer (k#P469x485)


Leute mit einem Lipödem zum Beispiel werden gerne als fettleibig bezeichnet obwohl es kein Fett sondern Lymphe ist.

Cushing Syndrom

Hypothalamustumore

D/imp#le


Gibt es tatsächlich Krankheiten, welche einen, ohne das man etwas dagegen tun kann, fett werden lassen?

Ja, gibt es, ich kenne einen solchen Fall, da war es ein Tumor, welcher in den Hormonhaushalt eingegriffen hat. 30 Jahre blöde Kommentare von Ärzten, welche dann auf einmal ganz kleinlaut wurden.

Aber 95% (jetzt mal grob geschätzt) sind wohl wegen der Ernährung fettleibig.

DWimBpxle


@ Joker:

Da warst du schneller!

c}hi


Es gibt auch schwer behandelbare Stoffwechselkrankheiten, die eine Gewichtszunahme auslösen. Wobei die Krankheiten im Regelfall schon gut behandelbar sind, in Ausnahmefällen aber eben nicht, und daher schwer zu sagen ist, wer sich nicht genug anstrengt und wer ein Ausnahmefall ist.

ejl,ektrRoboxi


Hi, das gibt ja schon einige schnelle Antworten hier.

Wie muss ich mir als Laie das bei den beschriebenen Krankheiten vorstellen, man nimmt zu, auch wenn man wenig(er) isst?

Mal ganz Naiv gesprochen: Was dem Körper nicht zugeführt wird, kann er ja auch nicht verarbeiten. Krankheit hin oder her. Oder?

Und andersherum: Was ich körperlich leiste, muss der Körper doch zwangsläufig auch an Energie aufbringen. Krankheit hin oder her. Oder?

S{chm|idtix70


Psychische Erkrankungen, Medikamente, Stoffwechselstörungen...Doch, ich glaube schon, dass nicht Jeder "schuld" ist, wobei die meisten Übergewichtigen sich sicher eher einfach falsch ernähren, sich zu wenig bewegen etc. Und ich darf das schreiben, ich sitze im Glashaus diesbezüglich. ;-)

Ist die Frage, ob dann die Fettleibigkeit die Behinderung ist oder eher die Krankheit, die dazu geführt hat. Ich kann mir immer nicht so vorstellen, dass sich ein sonst gesunder Mensch soviel Übergewicht zulegen kann...Wenn wir jetzt mal von extremer Fettleibigkeit reden und nicht "nur" von 20 Kilo zuviel...

EFhemalliger VNQutzIerD ('#4694.8x5)


[[https://de.wikipedia.org/wiki/Cushing-Syndrom]]

e8lekt%roxboi


Hi Joker,

leider ist unter dem Link nicht erklärt, wie es genau zur Fettleibigkeit kommt. Dort ist nur von "Stammfettsucht" als Symptom die Rede.

Der Stammfettsucht-Link wiederum liefert ebenfalls keine Antworten.

Sorry wenn ich so doof frage, aber mit meiner geringen Vorbildung im pathologischen Bereich, dafür aber etwas Vorwissen im Sporttheorie-Bereich, fällt es mir schwer, die genauen Ursachen zu verstehen.

Ich habe gelernt, dass der Körper für eine Bewegung eine bestimmte Energie aufbringen muss. Diese kann auch nicht verändert werden, ähnlich wie bei einem Fahrrad. Wenn ich will, dass sich das Rad einmal dreht, muss ich auch einmal die Pedal treten.

Nach der Logik könnte doch jeder die Energiebilanz des Körpers positiv beeinflussen, oder nicht?

Und andersherum muss ich dem Körper doch auch die Nahrung zur Verfügung stellen, die er dann einlagert. Wobei dieser Punkt sicherlich sehr variabel ist.

CxhoupetQte_Fimnniaxn


Mal ganz Naiv gesprochen: Was dem Körper nicht zugeführt wird, kann er ja auch nicht verarbeiten. Krankheit hin oder her. Oder?

Und andersherum: Was ich körperlich leiste, muss der Körper doch zwangsläufig auch an Energie aufbringen. Krankheit hin oder her. Oder?

Das ist tatsächlich naiv gesprochen. Eine Minimalmenge an Nahrung und Flüssigkeit benötigt jeder Körper um zu funktionieren. Wenn der Körper dann aber diese Minimalmenge falsch bearbeitet, dann wirst du dick, obwohl du nur das nötigste zu dir nimmst. Ist jetzt auch laienhaft gesprochen, aber a) bin ich kein Arzt und b) möchte ich mir jetzt keine spezielle Krankheit rauspicken. Ich habe den Eindruck du würdest dich dann drauf festfahren.

Dass Übergewicht grundsätzlich als Behinderung gesehen wird und man dadurch besonderen Kündigungsschutz bekommen soll, halte ich allerdings für fragwürdig, wenn das Urteil denn tatsächlich so auslegbar ist.

N!alax85


fettleibige Menschen wären Behinderte und hätten deshalb einen besonderen Kündigungsschutz

Ich würde nicht behaupten dass Fettleibige Behinderte sind und einen BESONDEREN Kündigungsschutz brauchen. ABER wenn rauskommt dass die Fettleibigkeit der einzige Grund für die Entlassung war, ist das natürlich nicht rechtens.

Daher vermutlich auch diese Entscheidung: "Er bekam zwar den Job zurück, aber keine Entschädigung wegen Diskriminierung Behinderter." Er wird also nicht als behindert angesehen, aber ihn wegen dem Gewicht zu kündigen ist nicht legitim.

Für einen besonderen Kündigungsschutz benötigt man soweit ich weiß auch einen anerkannten Grad an Behinderung. Nur dick sein erfüllt das nicht, und dass derjenige seine Arbeit nichtmehr richtig ausgeführt hat, ist auch frei interpretiert oder? Steht das wo zum nachlesen welchen Fall du genau meinst?

Ich finde den Urteilsspruch jedenfalls so wie du es erzählst völlig ok. Denn wo kommen wir denn hin wenn Optisches den Arbeitsplatz entscheidet? Kann der Chef die brünette Sekretärin dann kündigen weil er lieber ne Blonde hat, oder die mit A Körbchen weil er gern was üppigeres vorne sitzen haben will? :=o

E:hemal2ige*r Nutzer (x#438245)


Jetzt stell sich mir als Unwissendem die Frage: Gibt es tatsächlich Krankheiten, welche einen, ohne das man etwas dagegen tun kann, fett werden lassen?

Ja, die gibt es. Hunger und Verdauung werden vom Körper (Gehirn) gesteuert und geregelt. Da kann eine Menge schief gehen.

Lesen ist übrigens ein gutes Mittel gegen Unwissenheit. Bibliotheken gibt es seit der Antike. ;-D

IHsabxell


Gibt es tatsächlich Krankheiten, welche einen, ohne das man etwas dagegen tun kann, fett werden lassen?

Ja. Einige.

Insgesamt ist es in vielen (den meisten?) Fällen wohl auch ein Zusammenspiel der unterschiedlichsten Faktoren.

Aber selbst wenn keine Krankheit vorliegt: Manche Menschen können essen was sie wollen (auch durchaus ungesund) und nehmen nicht bis kaum zu - andere ernähren sich recht gesund und sind dennoch nicht die Schlanksten (wobei hier wenn keine Krankheit vorliegt eine richtig heftige Fettleibigkeit nicht auftreten dürfte).

Also jedem dicken (fettleibigen) Menschen zu unterstellen, er wäre "selber schuld".... :|N

S6imolnKe1t986


Ja. Gibt es.

Wir ja schon beschrieben das Lipödem da sammelt sich das Fett krankhaft an (was nix mit Ungesundem essen zu tun hat), so dass man es nicht mehr weg bekommt. Wenn man dann Sport macht gesunde Ernährung. Das einzige was dann passiert ist dass der Körper obenrum schlank ist und unten her rum ab Taille auseinander geht wie ein Hefekuchen. Leider hilft dagegen nur eine Operative Fettabsaugung (Zahlt nur in sehr sehr starken Ausnahmefällen die Krankenkassen) mit anschließender Kompression und zwar dauerhaft damit sich das Fett nicht wieder so ablagert. Das Lymphödem ist wenn die Lymphbahnen wie Korkenzieher sind und das Lymphwasser nicht mehr abgetragen werden kann und es sich somit staut. Am meisten in der Unteren Region wegen der Schwerkraft. Liegt man dann im Bett merkt man das die Finger dick werden oder das Gesicht.

Ich kann sagen das ich diesem wunderschönen Lip.-Lymphödem über 30kg mehr auf der Waage zu verdanken habe. Habe 4 Kinder, esse kaum was und nehme trotzdem zu.

Es ist leider für dich Gesellschaft immer sehr leicht zu sagen "die frisst zu viel deshalb ist sie Dick. Man macht sich nicht die mühe das auch mal zu hinterfragen.

Es gibt so viele Medikamente die Dick machen Cortison z.B.

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