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26 Jahre, 4 abgebrochene Ausbildungen/Studiengänge

DgeS2ixHa hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Community,

mein letzter Thread hier ist schon eine Weile her und hatte ein ganz anderes Thema als Inhalt. Nun steckte ich gerade wieder in einer Krise und suche Rat von Aussenstehenden. Kurz zur Vorgeschichte:

2011 habe ich Abi mit einem Schnitt von 2,4 gemacht. Nicht das beste, aber besser als ich erwartet hatte. Habe mir vorher keine wirklichen Gedanken über die Zeit nach der Schule gemacht. Nur behielt ich im Unterbewusstsein, dass ich nicht studieren und eher in den Staatsdienst wollte.

Aus diesem Grunde bewarb ich mich im Frühjahr 2011 bei der Bundeswehr für die LAufbahn der Offiziere. Und überraschender Weise wurde ich für Juli zum AUswahlverfahren nach Köln eingeladen, was ich noch überraschender Weise betehen konnte.

Voller Freude und Tatendrang unterschrieb ich den Vertrag und begann drauf hin meinen Dienst in Uniform im Oktober 2011 in Bayern in der Offiziersschule der Luftwaffe. Im Grunde gefiel mir die Tätigkeit, nur wegen meinem Mangel an körperlicher Belastbarkeit und Angst als späterer Offizier zu versagen, kündigte ich in den Probezeit im März 2012.

Danach wusste ich erstmal nichts mit mir anzufangen und jobbte erstmal über den Sommer bis ich schliesslich doch ein Studium der BWL in Kiel aufnahm. In der Schule war ich bereits eine komplette Matheniete und kam nur mit Hängen und Würgen durch. An der Uni kam ich vom ersten Tag nicht mit. Deshalb gab ich das Studium offiziel nach zwei Semestern auf.

Um nicht ohne ABschluss oder gar ohne etwas dazustehen, wechselte ich an der gleichen Uni das Fach. Geschichte und Politikwissenschaft. Letzendlich ein sehr interessantes Fach, was mir generell Spass gemacht hat zu studieren. ABer auch hier hörte ich nach zwei, offiziell drei Semestern auf zu studieren, da meine Schulden weiter stiegen und mir die beruflichen Perspiktiven nach dem Studium gefehlt haben.

Nun war es Sommer 2014 und ich war fast 25 und hatte keine Ausbildung. Mist! Ich zog bei meiner Oma ein, um Hartz 4 zu vermieden und jobbte vorerst auf 450 Basis um meine Krankenkasse zumindestens bezahlen zu können.

Natürlich habe ich mich angefangen für Ausbildungen zu bewerben in den verschiedensten BEreichen, aber habe es nie weiter als ins Finalgespräch, sprich den ABschluss eines Vertrages, geschafft.

Ich möchte anmerken, dass ich nicht unschuldig daran bin, d.h., dass nicht nur mein hohes Alter und mein schräger Lebenslauf dafür verantwortlich waren. Ich denke, die Personaler haben teils gemerkt, dass mir der letzte Biss für die jewalige Ausbildung fehlte.

Im Mai 2015 schaffte ich es dann endlich eine zu bekommen. Da ich im kaufmännischen, staatlichen Bereich usw. nichts bekommen habe, kam die Idee meiner Mutter mich als Krankenpfleger zu bewerben. Dieses tat ich auch und schwups da ist die Ausbildung.

Nun habe ich diese im Oktober angefangen. Ich muss sagen, dass mich der medizinische Anteil sehr interessiert und ich in der Schule wohl der Aktivste bin. Nur die Praxis nicht. Ich finde es generell nicht eklig andere, besonders alte Menschen anzufassen, nur verspüre ich eine tiefe Abneigung dafür. Ich kann es irgendwie nicht Menschen so nahe zu kommen. Ich bin totunglücklich auf Station und weiss nicht weiter. Natürlich hätte man vorher ein Praktikum machen sollen, aber aus der Not heraus habe ich dort angefangen. Nun weiss ich nicht weiter, die körpernahe Arbeit, der Schichtdienst usw. macht micht jetzt schon krank. Nicht umsonst sagt man, dass man für die Pflege geboren sein muss.

Nun werde ich wohl bei meiner Schulleitung nach dem Urlaub die Kündigung einreichen. Es sei an dieser Stelle zu erwähnen, dass ich Privat auch schwere Probleme habe. Meine noch Freundin ist psychisch sehr krank und mein kleiner Sohn braucht aufgrund des seinen Vater.

Ich wollte mir jetzt erstmal auf Zeitarbeit in Wohnortnähe was suchen und mich wieder bewerben. Während meiner Ausbildung kam ich in Kontakt mit Krankenkassen. Und ich muss sagen, dass mich das Thema Sozialversicherungen, ins. Krankenversicherung, interessiert. Ich habe vor mich bei den noch freien Stellen für nächstes Jahr zu bewerben. Natürlich muss ich breiter streuen, aber KK haben glaube ich, meine beruflichen Wunschvorstellungen erfüllt.

Nun meine Fragen:

-> Wie seht ihr das? Habe ich irgendwie noch eine Chance eine derartige oder ähnliche Ausbildung zu bekommen?

-> Gibt es hier jemanden mit Erfahrungen? Sprich, hat jemand so eine ähnliche Situation erlebt?

-> Gibt es Anlaufstellen, ausser das Jobcenter (wo ich mich übrigends bald wieder melden, was mir große Magenschmerzen bereitet, da ich wirklich kein Schmarotzer sein will), wo ich Hilfe erhalte? IHK? Verdi?

-> Und...kann mir jemand allgemein einen Rat geben? Ich weiss nicht warum es so ist wie es ist. Ich wollte immer ein geordnetes Leben und nun stehe ich mit fast Ende 20 ohne AUsbildung und mit einem Baby da. Perfekt für diese RTL Sendungen.

Bitte bitte um viel Rat :-(

Antworten
EXhemBalPigSer NutKzer (*#46719x3)


Auf mich macht es beim ersten Überfliegen einfach den Eindruck, wie du bereits erwähnt hast, dass dir der letzte Biss fehlt. Weiß nicht wie das andere StudentInnen sehen, aber es gibt zum Teil ziemliche Etappen im (Wunsch)-Studium, wo die Themengebiete uninteressant sind.

Das ist eben so - und dieser Faktor wird dir in jeder Ausbildung etc begegnen. Es ist eben nicht immer alles 100% totale Wonne.

NUumber !Of 4The xBeast


Erstmal: Ob jemand ein Schmarotzer ist oder nicht hat NICHTS damit zu tun, ob er Hartz4 bezieht oder nicht.

Habe ich irgendwie noch eine Chance eine derartige oder ähnliche Ausbildung zu bekommen?

Schwierig... Viele Arbeitgeber werden sich bestimmt fragen, ob du die Stelle die du evtl. von ihnen bekommst, nicht auch wieder abbrichst. Ich denke aber, wenn du ein richtig gutes Anschreiben hinbekommst, könnte es evtl. klappen. Aber möchtest du nicht erstmal ein Praktikum in diesem Bereich machen? Hast ja selber erkannt, dass du auch nicht jünger wirst, und zwei Wochen Praktikum bei dem man feststellt dass es doch nix ist, ist nicht so schlimm wie noch eine Ausbildung abzubrechen.

Und...kann mir jemand allgemein einen Rat geben? Ich weiss nicht warum es so ist wie es ist. Ich wollte immer ein geordnetes Leben und nun stehe ich mit fast Ende 20 ohne AUsbildung und mit einem Baby da. Perfekt für diese RTL Sendungen.

Geh doch mal zu einer Berufsberatung. Finde heraus, was dich wirklich dauerhaft interessiert. Vielleicht kannst du deine Stärken und Schwächen auch nicht richtig einschätzen. Und dass es nichts bringt, "aus der Not heraus" irgendwo anzufangen, ist ja auch klar.

R%HhW


Hallo DeSiHa,

es ist nicht einfach einen Ausbildungsplatz bei einer Krankenkasse zu bekommen. Meistens gibt es viel mehr Bewerber als offene Stellen. Die verschiedenen Abbrüche im Lebenslauf sind auf jeden Fall deutlich negativ (und entscheidender als das Alter).

Am besten zunächst ein Praktikum bei einer Krankenkasse. Nachfragen nach Praktikum oder Ausbildungsplatz am besten immer zuerst telefonisch machen (vorher über den Beruf und das Unternehmen sehr gut informieren!).

Liste aller Krankenkassen:

[[https://www.gkv-spitzenverband.de/service/versicherten_service/krankenkassenliste/krankenkassen.jsp]]

Hier gibt es in vielen Regionen kostenlose Hilfe bei der Berufswahl und Stellensuche:

[[http://www.patenmodell.de/]]

Gruß

RHW

E7hemalige{r Nutzevr (#46948x5)


Und ich muss sagen, dass mich das Thema Sozialversicherungen, ins. Krankenversicherung, interessiert

Was genau interessiert dich dadran? Es ist wohl doch eher wieder viel Mathematik und trockene Büroarbeit dabei.

Wenn dich der med. Aspekt so interessiert hat, warum nicht MTLA und damit in die Forschung?

DresYpexro


Oder zur Abwechslung mal was zu Ende bringen und danach in einer Privatpraxis als OP-Pfleger arbeiten. Ich fand die Ausbildung jetzt auch nicht gerade Super und bin danach in den OP und danach in die klinische Pharmakologie.

N>ordix84


Ich würde auch vorschlagen die Sache mal zu Ende zu bringen. Man findet immer und überall Gründe wieso ne Ausbildung oder ein Studium doof ist und manchmal sind das echt Gründe damit man die Sache aufgibt. Man muss allerdings auch in der Position sein sich das erlauben zu können, mit Mitte 20, Kind und chaotischem Lebenslauf ist man das allerdings nicht.

Du magst es also nicht wirklich andere Menschen anzufassen, ok kann ich verstehen. Aber ist das der einzige Grund warum du jetzt kündigen willst ? Meinst du nicht du schaffst es über deinen Schatten zu springen und die Ausbildung durchzuziehen ? Denn was ist wenn du in nen Bürojob kommst und dir da auch was nicht passt ? Doofe Kollegen, zu trockene Arbeit und zuviel Theorie / Bürokratie. Willst du dann auch wieder hinwerfen ?

Fakt ist: Bei dem Lebenslauf stellt dich irgendwann kein Arbeitgeber mehr ein einfach weil du nichts durchzuhalten scheinst. Eine Zeitarbeitsfirma wäre in dem Fall ne Mindestlohn-Sackgasse aus der du irgendwann nicht mehr raus kommst.

Fxe.


Dein Lebenslauf ist schlimm genug, nun ruinier ihn nicht noch weiter!

Du musst endlich mal was durchziehen, also diese Ausbildung nicht wieder abbrechen!

Wenn du nun wieder abbrichst, für den irrealen Traum einer Sozialversicherungs-Ausbildung, dann ist dir echt nicht mehr zu helfen.

Bpudd?harfSania


Alles in allem scheint dir das Studium der Geschichte/Politikwissenschaft noch am meisten Spass gemacht zu haben. Wie wäre es, wenn du dort wieder anknüpfst? Viele Studierende jobben nebenbei (das geht auch am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft) und vielleicht gibt es ja gerade noch so Bafög. Dann wäre ja auch noch mehr Zeit für das Baby. Wohnst du jetzt mit der Freundin zusammen?

So eine Interessenanalyse klingt wirklich gut. Im Internet gibt es auch spezielle Online-Fragebögen, wo man das genau analysieren lassen kann. Wenn du nicht wirklich weißt, wo du hinmöchtest, wirst du immer wie ein baufälliges Schiff vom Wind irgendwo hingetragen :-)

W~alTkiRngGh*ost


@ DeSiHa

Danach wusste ich erstmal nichts mit mir anzufangen und jobbte erstmal über den Sommer bis ich schliesslich doch ein Studium der BWL in Kiel aufnahm. In der Schule war ich bereits eine komplette Matheniete und kam nur mit Hängen und Würgen durch. An der Uni kam ich vom ersten Tag nicht mit. Deshalb gab ich das Studium offiziel nach zwei Semestern auf.

An dieser Sorte "Mathe" kann man überhaupt nicht scheitern, wenn man ein Abi geschafft hat. Meines Erachtens achtest du viel zu sehr darauf, wofür du dich geeignet oder ungeeignet siehst. Einfach irgendwas durchziehen. Eine Art Interesse an dem, was du tust, stellt sich mit der Zeit auch mit den Fähigkeiten, die du entwickelst, ein.

E;hemali!ger Nutze/r (p#C52x8611)


Vor allem frage ich mich, wie du jedes mal kündigen kannst?

Man kriegt doch jedes mal eine Sperre vom Jobcenter.

Und ich würde eher Hartz 4 beantragen, als meiner Oma noch auf der Tasche zu liegen.

Nicht, dass die einen beim JC großartig fördern. Meist bekommt man eh nur Müll zugeschustert, aber ne Chance wäre es docj.

Wenn du beim JC bist, kannst du mit denen zB abkakeln, dass du dir einen Praktikumsplatz suchen kannst, für mindestens 2 Wochen. Die Zahlen dann sogar das Fahrtticket bzw Fahrtkosten. So kannst du Proben und dich davon distanzieren, wenn dir das nix is...

Und die fördern ja auch deine Festanstellung finanziell. Also falls ein Betrieb zögert, können die finanziell beistehen, und somit einen Anreiz schaffen, doch trotz deines verkorksten Lebenslaufes noch einzustellen.

Fxe.


Danach wusste ich erstmal nichts mit mir anzufangen und jobbte erstmal über den Sommer bis ich schliesslich doch ein Studium der BWL in Kiel aufnahm. In der Schule war ich bereits eine komplette Matheniete und kam nur mit Hängen und Würgen durch. An der Uni kam ich vom ersten Tag nicht mit. Deshalb gab ich das Studium offiziel nach zwei Semestern auf.

An dieser Sorte "Mathe" kann man überhaupt nicht scheitern, wenn man ein Abi geschafft hat.

Was ich an Mathematik für BWLer gesehen habe, ging wesentlich über den Schulstoff hinaus und war für viele BWL-Studenten der Tod. Aus meiner Sicht ist das daher nur natürlich, dass man, wenn man schon Mathematik an der Schule nicht vernünftig geregelt bekommt, einen großen Bogen um BWL (und erst recht VWL) machen sollte.

Ich weiß nur nicht, ob die Anforderungen an die BWL-Studenten in den letzten 20 Jahren möglicherweise massiv zurückgeschraubt wurden (habe da mal sowas läuten hören) oder vielleicht an anderen Universitäten eh nie so hoch waren.

W?alki/ngGNhost


@ Fe.

Was ich an Mathematik für BWLer gesehen habe, ging wesentlich über den Schulstoff hinaus und war für viele BWL-Studenten der Tod. Aus meiner Sicht ist das daher nur natürlich, dass man, wenn man schon Mathematik an der Schule nicht vernünftig geregelt bekommt, einen großen Bogen um BWL (und erst recht VWL) machen sollte.

Ich weiß nur nicht, ob die Anforderungen an die BWL-Studenten in den letzten 20 Jahren möglicherweise massiv zurückgeschraubt wurden (habe da mal sowas läuten hören) oder vielleicht an anderen Universitäten eh nie so hoch waren.

Möglich. Ich habe eine Mischung aus BWL und Verwaltungswissenschaften studiert und mein Eindruck war, dass es sich ausschließlich um Anwendungsgebiete des Gymnasialstoffs handelte.

vOividxa


ich wollte mal nach dem abi eine ausbildung bei der krankenkasse machen. ich habe ein vergleichbares abi wie du und mich bei vielen krankenkassen beworben...idR war der ablauf so: schriftlicher einstellungstest, wo man mit hunderten in einem saal sitzt und alle möglichen fragen beantworten muss (allerdings gab es meist mehrere termine mit diesen massentests)...hauptsächlich geht es wohl darum wie man unter extremen zeitdruck so viel aufgaben erledigt. kommt man durch durchläuft man noch ein assessmentcenter. ich war damals fast fertig mit dem abi und gehörte immer zu den ältesten. meistens jüngere realschüler. selbst im assessmentcenter warens ingsesamt meist noch ca. 100 bewerber...es ist also nicht unbedingt leicht dort einen ausbildungsplatz zu kriegen und ich würde mich nicht zu sehr darauf versteifen.

und bevor du wieder was neues anfängst: mach praktika! sonst stehst du ggf. wieder mit völlig falschen vorstellungen da und ziehst es nicht durch. dir machen die medizinischen aspekte in der schule spaß...die ausbildung zum sozialversicherungskaufmann ist aber ganz klar eine kaufmännische ausbildung mit entsprechenden inhalten.

F:e.


Ich habe eine Mischung aus BWL und Verwaltungswissenschaften studiert und mein Eindruck war, dass es sich ausschließlich um Anwendungsgebiete des Gymnasialstoffs handelte.

Das halte ich sehr gut für möglich. Meinem Eindruck nach wird bei diesen Mischungen mathematisch oft eher wenig gefordert. Wirtschaftsingenieur viellleicht mal ausgenommen, weiß ich aber nicht

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