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Mit dem Job zufrieden - aber dennoch ausgelaugt?!

EruleunKi,nPd2x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich bin neu in diesem Forum und würde gerne etwas Hilfe von Außenstehenden erhalten.

Ich arbeite seit ca. 5 Jahren im Rettungsdienst! Der Beruf als RA füllt mich komplett aus - es erfreut mich immer wieder, Menschen in Notfallsituationen zu helfen und für sie da zu sein!

An die Schichtarbeit (24 Stunden im Dienst) habe ich mich sehr schnell gewöhnen können.

Derzeit ist es aber leider so, dass ich permanent krank bin. Sei es ein grippaler Infekt / Migräne / ein einfaches Unwohlsein etc. In dem Beruf kann ich es mir nicht leisten, keine 100% zu geben. Immerhin geht es in dem Beruf um das retten von Menschenleben!

Wenn ich nach einem 24 Stunden-Dienst nach Hause komme, hole ich den Schlaf welchen ich in der Dienstnacht nicht erhalten habe einfach nach. Aufgestanden - fühle ich mich als wenn ich nicht ich wäre.

Ich habe keine Motivation auch nur irgendetwas anderes zu machen, außer direkt aus dem Bett wieder auf das Sofa zu gehen.

Habe ich diesen Tag rumbekommen, heißt es am nächsten Tag schon wieder "24 Stunden Dienst".

Das geht jetzt schon seit 14 Tagen so, dass ich permanent im kurzen Wechsel arbeite!

Mit dem Tarifvertrag und dem Gesetz dazu - braucht man meinen Chef nicht ankommen. Es wäre eine Selbstverständlichkeit und jeder von uns müsste mal in den sauren Apfel beissen!!

Nachts träume ich nur noch von der Arbeit, von den Patienten und von den Notfallmaßnahmen!

Ich kann einfach nicht mehr :-(

Ich habe mich schon in anderen Kreisen beworben - dort ist aber derzeit leider alles gefüllt und kein Personalmangel vorhanden.

Antworten
NAor1di84


Natürlich kann man ausgelaugt und fertig sein, selbst wenn einem der Job gefällt. Stress ist Stress, bei "positivem" Stress dauert es bloß länger bis der Akku leer ist. Bei dir ist dieser Moment jetzt halt gekommen, dein Immunsystem und deine Psyche sind am Boden.

Was du jetzt machen kannst ? Krank schreiben lassen und sich erholen, das ist keine Schande und geht vielen Menschen so, selbst ohne extreme Arbeitszeiten und Schichtdienst.

EculenKHindx27


Vielen Dank für Deine Antwort!

Derzeit bin ich auch krankgeschrieben, aber selbst dort bekommt man einfach keine klaren Gedanken mehr.

Alles dreht sich um die Arbeit und das "schlechte Gewissen" plagt einen, wenn man einfach mal aus dem Haus geht und einkaufen mag (Ja ich weiß, es schädigt nicht meine Gesundheit und ich darf dieses)!

Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Entspannungsübungen bringen rein gar nichts, denn wie gesagt ich komme einfach nicht zur Ruhe! :-(

EWhemalNiguer Nutz3er (#4c6719x3)


Mit dem Tarifvertrag und dem Gesetz dazu - braucht man meinen Chef nicht ankommen. Es wäre eine Selbstverständlichkeit und jeder von uns müsste mal in den sauren Apfel beissen!!

Arbeitest du im öffentlichen Dienst, oder bist du bei einem privaten Anbieter / Hilfsorganisation?

NTordix84


Hast du da mal mit deinem Arzt drüber geredet ? Möglicherweise wäre es gut wenn du einfach mal wegfahren würdest, raus aus der gewohnten Umgebung und dem gewohnten Trott. Denn einfach nur so Zuhause "ablenken" funktioniert doch eh nicht. Ich selbst kann am besten "runter kommen" wenn ich weg bin. Und je nach Ort würde das deiner Gesundheit am Ende auch noch gut tun (z.B. an die Nord- oder Ostsee, wenn du da nicht direkt her kommst).

Alternativ gäbe es natürlich immer die Wege Therapie und / oder Medikamente. Sind aber beides Dinge über die ich persönlich erst nachdenken würde wenn es nicht anders geht, daher der Vorschlag es erstmal anderweitig zu versuchen.

EGulenTKin[d27


@ Kramuri

Ich arbeite bei einer Hilfsorganisation

EBulenKQin:d2Y7


@ Nordi84

Ich bin erst letztens im Kurzurlaub gewesen, leider auch ohne Erfolg!

Ich habe immer wieder versucht, einfach mal zu entspannen - nicht an die Arbeit zu denken! Aber vor dem Urlaub hatte ich eine 82 Stunden Woche, und da komme ich leider immer sehr sehr langsam wieder raus - sodass ich sagen kann "Hey jetzt bin ich hier zum entspannen"

E/hemalige&r Nutz#er (#4Z6t71393)


Hilfsorganisation

Auch die müssen sich an die gesetzlichen Vorgaben halten. Lass dich da bloß nicht auf die altruistische Masche ein. Die hat wohl jeder, der da in dem Bereich irgendwie tätig ist (in unterschiedlicher Ausprägung) - und das nutzt man auch gern aus.

Aber es nutzt nichts, wenn man da selbst als Arbeitnehmer ausbrennt. Für nichts und wieder nichts - Dank bekommst du selten dafür.

Gibt es bei dir einen Betriebsrat? Gewerkschaftlich organisiert?


Generell, schau mal, dass du ein bisschen Distanz zum Job gewinnst. Gibt ja einige, die sich darüber definieren, aber ich glaube, dass du mehr bist als 'nur' RA.

Gibt es Hobbies? Dinge die dich ablenken? Einen Freundeskreis außerhalb des RDs?

In dem Beruf kann ich es mir nicht leisten, keine 100% zu geben. Immerhin geht es in dem Beruf um das retten von Menschenleben!

Seien wir uns mal ehrlich - das mag vielleicht zutreffen. Aber auf einen prozentuell vergleichsweise kleinen Teil deines Klientels. Man muss nicht immer konstant am Sprung sein oder unter Strom stehen. Klar, bei manchen Dingen schon, aber das sollte defintiv nicht dein Arbeitsalltag sein.

E.ulen_Kin'd.27


Wie Recht Du hast, Kramuri :-)

Manch einer, nutzt den großen roten Wagen aus - damit es im Krankenhaus "schneller" geht und man nicht so "lange" warten muss!

Freunde außerhalb des RD habe ich wenige, seien wir mal ehrlich: Nur meine beste Freundin! Alle anderen haben kein Verständnis für meine Arbeitszeit gehabt etc.

N?ord?i8x4


Ich bin erst letztens im Kurzurlaub gewesen, leider auch ohne Erfolg!

Und Langurlaub ? Wenn du 3-4 Tage brauchst um runter zu kommen bringt es nichts wenn du nach dem 5. Tag schon wieder Heim fährst. Notfalls, also falls es finanziell nicht zu stämmen ist, versuch doch mal über ne Kur 4-6 Woche raus zu kommen.

ENhema6lige;r NutzerL (#4671q93)


Tu dir einen Gefallen und schau, dass du in deiner spärlichen Freizeit Dinge unternimmst, die keinen direkten oder indirekten RD-Bezug haben. Man braucht seinen Job nicht trinken, atmen, essen und leben (auch wenn das in Einsatzorganisationen ja wirklich oft vorkommt...).


Sonst, als Tipp am Rande, keine Ahnung wie das bei dir so abläuft.

Aber man sollte sich im Dienst auch hin und wieder mal die Freiheit nehmen, nicht gleich auf den 'einsatzbereit'-Status zurückzuspringen. Kleiner Kaffee, Frühstück oder ähnliches sollte schon mal drinn sein.

Da gibt es natürlich solche und solche extreme in beide Richtungen... aber man muss nicht immer konstant die Fleißaufgaben für andere erledigen.

E2ulenKiWnxd27


@ Nordi84

Morgen muss ich noch einmal zu meinem Hausarzt! Vielleicht werde ich ihm diese Probleme einfach mal schildern und sagen, dass ich mich derzeit einfach nicht in der Lage fühle! Es ist ein Teufelskreis ...

@ Kramuri

Also ich bin vor, während und nach einem Einsatz eigentlich recht entspannt. Wenn wir wieder einmal eine "Taxifahrt" auf dem Pieper haben - frühstücke ich noch gemütlich zu Ende und nach dem Einsatz wird mit den anderen Kollegen am KH noch ein bisschen gequatscht und nicht sofort wieder "Einsatzbar" geklickt! Sehen viele auch anders, aber da denken die meisten doch eher wie ich!

Es ist schwer echt abzuschalten, wenn man 17 Einsätze in 24 Stunden abarbeiten musste.

Ich habe es schon mit Sport versucht, leider derzeit ohne Erfolg. Entweder bin ich am arbeiten, oder aber ich bin so schlapp und groggy von der letzten Schicht und liege einfach daheim im Bett oder auf dem Sofa. Da kann ich meinen kleinen Popo dann doch nicht hochbekommen

E}hema5ligeer Nutzer t(#467193x)


Vielleicht werde ich ihm diese Probleme einfach mal schildern und sagen, dass ich mich derzeit einfach nicht in der Lage fühle! Es ist ein Teufelskreis ...

Tu das bitte - und Nordi84 hat dir wirklich tolle Optionen aufgelistet. Ich geh mal davon aus, dass du vergleichsweise jung bist. Halt dir doch mal vor Augen, dass fünf Jahre RD jetzt noch nicht die Welt ist - und du diesen Job wahrscheinlich noch länger ausüben willst.

Da bringt es nichts, jetzt schon auszubrennen.

Ich habe es schon mit Sport versucht, leider derzeit ohne Erfolg.

Lesen? Kochen?

Muss auch nicht unbedingt Sport sein ... Spaziergang o.ä?

Sonst vielleicht noch: Auf gesunde und ausgewogene Ernährung achten? Der Spruch 'Wer rettet, verfettet' hat durchaus seine Daseinsberechtigung. ;-)

E:ulHen^Kind2x7


Ich bin euch beiden auch wirklich sehr dankbar - für die vielen vielen Tipps und Optionen etc :-)

Durch den ganzen Stress, den ich mir womöglich auch echt selbst mache, kann ich zum Glück nicht sagen "Wer rettet der fettet" da bin ich eher die zierliche kleine Bohnenstange und die Kollegen neidisch :-)

E9he1maliger N@utzer (Q#46719x3)


eher die zierliche kleine Bohnenstange und die Kollegen neidisch

Auch hier, aufpassen bitte. Kann dir nur von mir selbst sagen, dass meine Konstitution sowie körperliche und geistige Leistungsfähigkeit in den Zeiten ihren Tiefpunkt hatte, an denen ich auch am schlankesten war.

Man kann auch bei wirklich mieser Ernährung ein geringes Körpergewicht vorweisen - aber das soll echt nicht Ziel der Sache sein.

Viel Erfolg jedenfalls und Kopf hoch! :)^

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