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Arbeitszeugnis

HQulaCHooop hat die Diskussion gestartet


Guten Tag :)

ich habe ein Problem, bei dem ich mich sehr freuen würde, wenn mir jemand helfen könnte: mein Arbeitszeugnis.. Ich habe mir schon Bücher dazu angeschaut, aber ich bin immer noch sehr unsicher, und gerade auch total durcheinander, also entschuldigt bitte den wirren Beitrag; das hat mich echt umgehauen...

Auf mich wirkt das Zeugnis ziemlich schlecht ??? Ich schreib einfach mal den relevanten Teil:

"[Einleitung, Tätigkeitsbeschreibung]

Frau Hooop ihre Arbeitsbereitschaft (sic!!) war stets gut. Sie erledigte ihre Aufgaben stets selbstständig, engagiert und mit großer Sorgfalt wie Genauigkeit. Frau Hooop ist eine leistungsfähige, zuverlässige und loyale Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben stets gut erledigt.

Frau Hooop erfüllte ihre Aufgaben stets zu meiner Zufriedenheit. Sie war für mich eine wertvolle Mitarbeiterin. Aufgrund ihrer kooperativen Haltung war sie bei mir und ihren Kollegen anerkannt

Frau Hooop verlässt mein Unternehmen auf eigenen Wunsch. Ich bedauere, mit Frau Hooop eine gute Hilfskraft zu verlieren, und danke ihr für die erfolgreiche, gute Zusammenarbeit."

Ich hab in dem Unternehmen für einige Monate als studentische Hilfskraft gearbeitet. Leider haben wir uns nicht im Guten getrennt, deswegen bin ich mir auch so unsicher: Ist das Zeugnis absichtlich so schlecht, oder will der Schreiber eigentlich ein mittelgutes Zeugnis ausstellen (wegen dem "stets gut" und so)? Oder ist es gar nicht sooo schlimm?

Dass ich da noch mal reklamieren muss, ist klar, es fehlt auch eine Unterschrift. Und die Grammatik und Zeichensetzung sind echt Banane (und das war kein Handwerksbetrieb oder so, also die Leute da haben studiert).. Denkt ihr denn, ich kann das Zeugnis erstmal zum Bewerben verwenden? Oder lieber ganz weglassen?

Bin für eure Hilfe und Meinung sehr dankbar :-)

Antworten
N2alax85


Ich würde sagen dass es nicht absichtlich schlecht ist, aber von jemandem verfasst wurde der nicht viel Übung hat.

[[https://books.google.at/books?id=2GIXAgAAQBAJ&pg=PA201&lpg=PA201&dq=kooperativen+Haltung&source=bl&ots=mCBH7HRx9A&sig=VLMCHN5e5t8lph01dZgZc_0Owdg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiC27eNkZrKAhXHchQKHQ12AdoQ6AEINDAD#v=onepage&q=kooperativen%20Haltung&f=false]]

S1pr*inJgch)ild


Oder ist es gar nicht sooo schlimm?

Leider doch. ":/ Ob das wirklich Absicht ist oder Unfähigkeit sei mal dahingestellt, wobei ich fast zu Unfähigkeit tendieren würde bei einer derart schlampigen Ausdrucksweise wie "Frau Hooop ihre Arbeitsbereitschaft". Ich würde freundlich darauf hinweisen, dass das anhand der Formulierungen eine schlechte Bewertung ist, und außerdem verlangen, dass das Zeugnis überarbeitet wird, was die Grammatik, Rechtschreibung und Interpunktion angeht. Manche Personaler würden diese groben Fehler als einen weiteren versteckten Hinweis interpretieren, dass Deine Arbeit nicht gut war.

Das kannst Du so nicht akzeptieren.

S!priWngchijld


... und hallo Nala! ;-D *:)

SDilYkP\earxl


Es ist wirklich nicht besonders gut.

Die genannte "Bereitschaft" kündet davon, dass Dein Einsatz eigentlich nicht genügte, "Genauigkeit" kann Langsamkeit ausdrücken und "stets befriedigend", was nach dem "stets gut" noch dahinter geschmuggelt wurde, kündet von einer klaren Vier!

Du kannst aber darum bitten, dass diese Passagen geändert, notfalls einfach nur die relevanten Wörter weggelassen werden!

S!ilkMPearAl


Am besten ist, wenn Du gleich eine selbst geschriebene Umformulierung vorlegen kannst, wenn Du die Bitte vorträgst. :=o

N&ala8x5


*:) ;-D

Falls du einen Personalzuständigen kennst, kannst du deiner Chefin ja anbieten dass du es ihr wie von dir gewünscht nochmal vorlegst und sie das dann unterzeichnet. Vielleicht gibts dort niemanden der sowas beruflich macht?

Ich hab mir meine bisher beide Male selbst geschrieben und mich an die jeweiligen Formulierungen gehalten. Also grad so Dinge wie "stets zur vollsten Zufriedenheit" sind ja recht offensichtlich.

SJpringcphilxd


Am besten ist, wenn Du gleich eine selbst geschriebene Umformulierung vorlegen kannst, wenn Du die Bitte vorträgst.

Dabei bin ich gerne behilflich. @:)

HOulacHoooxp


@ Nala:

Da gibts wirklich niemanden, der das beruflich macht. Es ist eine sehr kleine Firma (<10 Mitarbeiter), das Zeugnis hat meine Chefin selbst geschrieben. Sie hats wirklich nicht so mit Rechtschreibung und Zeichensetzung, also auch wenn sie Mails an Kunden schreibt, sind da teilweise Patzer drin %:| Vermutlich war das wohl wirklich keine böse Absicht.

Ich hab gerade gesehen, es gibt doch noch eine zweite Seite mit Unterschrift (Gott, ich bin wirklich nicht ganz da, mich belastet dieser Scheissjob schon seit Monaten...). Da steht: "Für ihren beruflichen und privaten Werdegang wünsche ich viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft." Das klingt so, als hätte ich private Probleme?? Hab ich aber nicht, und ich hab überhaupt nichts Privates in die Firma geschleppt oder so.. Außerdem dankt sie mir erst für die erfolgreiche Zusammenarbeit, schreibt dann aber nicht "weiterhin viel Erfolg".

Also: Sprache reklamieren; "zu meiner Zufriedenheit" durch "zu meiner voll(st)en Zufriedenheit" ersetzen lassen; und "Genauigkeit" rausstreichen (Puuh, mir fallen diese Konfrontationen echt schwer)

Vielen Dank euch auf jeden Fall schon mal!! :)^

SwilkP|earl


Zu der direkten Benotungsverbesserung - die länge in der Abänderung auf die volle Zufriedenheit, "vollste" wäre eine glatte Zwei - kannst Du sie leider nicht veranlassen, da ist ihr Goodwill ausschlaggebend.

Ich glaube übrigen nicht, dass sie das aus Nichtwissen so geschrieben hat, denn es enthält durchaus die üblichen Zeugnis-Codewörter.

Der Schlusswunsch ist auch einer davon, aber korrekt, nur durch das Weglassen von: "Wir bedauern das Ausscheiden von Frau Hoop" wird deutlich, dass auch da keine gute Aussage hintersteht, die gehört zu dieser Formel nämlich eigentlich zwingend dazu. Da könnte für andere Personaler zu lesen sein: "Wir sind ganz froh, dass sie weg ist".

Das ist vertrackt, aber leider die übliche Praxis.

HaulvaHoo6op


@ SilkPearl:

Aber im Satz darüber schreibt sie, sie bedauere, mit mir eine gute Hilfskraft zu verlieren. Gilt das nicht auch als ausreichende Bedauernsformel?

SFil'kPexarl


Okay, kann man vielleicht so sehen. Aber die "Hilfskraft" würde ich abändern lassen auf "Kraft", das klingt nicht so unterschwellig herabsetzend, auch wenn Du "nur" eine Hilfskraft warst, sie muss es da nicht noch extra betonen!

SUilkPGearl


Oder auch "Arbeitskraft".

H:ul{a*H4ooop


@ SilkPearl:

Da hast du Recht, das mit der "Hilfskraft" ist eigentlich echt übel, ich versuch, dass sie das ändert. Leider hat sie mich schon während der gesamten Arbeit immer wieder spüren lassen, dass ich ja nur die Hilfskraft bin, war nicht schön. Wenn sie mich nicht hätte weiter beschäftigen wollen, obwohl es genug Kandidaten für die Stelle gäbe, würde ich echt denken, ich hätte total versagt. Aber da sie sooo unerfreut war, dass ich kündige, kanns so schlimm eigentlich nicht gewesen sein.

Wie ist das denn mit der Tätigkeitsbeschreibung? Habe ich ein Recht darauf, dass dabei alle Tätigkeiten erwähnt werden, die ich will? Weil die anspruchsvollen Tätigkeiten hat sie nämlich einfach weggelassen.. :-o

Ich habe mir jetzt überlegt, am Sonntag folgende Mail zu schreiben:

"Guten Tag Frau X,

vielen Dank für die Zusendung des Zeugnisses!

Ich möchte Sie bitten, das Zeugnis in Bezug auf Grammatik und Zeichensetzung noch einmal zu überarbeiten, um zu vermeiden, dass Tippfehler mir negativ ausgelegt werden. Zudem würde ich Sie um eine inhaltliche Korrektur bitten: Es liegt mir am Herzen, dass eine korrekte Tätigkeitsbeschreibung vorliegt. Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit war ja [....] Außerdem würde ich mich freuen, wenn Sie meine Verantwortung für [...] erwähnen würden. Den Halbsatz bezüglich [banale Tätigkeit, die jeder kann] bitte ich Sie zu streichen.

Einige Stellen legen leider eine sehr schlechte Bewertung meiner Arbeitsleistung nahe. Sollte das Ihre Absicht sein, tut es mir sehr leid, dass Sie insgesamt so unzufrieden waren und wir nie darüber ins Gespräch gekommen sind.

Sollte dies unabsichtlich geschehen sein, finden Sie im Anhang einen Entwurf, der diese Stellen entschärft, so dass das Zeugnis insgesamt eine mäßig gute Bewertung widerspiegeln würde. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn Sie dem Entwurf folgen würden.

Viele Grüße"

Was haltet ihr davon? Ich will nicht patzig wirken, bin ja auf ihr Wohlwollen angewiesen.

Und dann würde ich diesen Entwurf anhängen:

"[Einleitung, realistische Tätigkeitsbeschreibung]

Frau Hooops Arbeitsbereitschaft war stets gut und sie erfüllte Aufgaben stets zu meiner vollen Zufriedenheit. Sie arbeitete stets selbstständig, engagiert und mit großer Sorgfalt. Frau Hooopl ist eine leistungsfähige, zuverlässige und loyale Mitarbeiterin. Aufgrund ihrer kooperativen Haltung war sie bei mir und ihren Kollegen anerkannt.

Frau Hooop verlässt mein Unternehmen auf eigenen Wunsch. Ich bedauere, mit Frau Hooop eine gute Kraft zu verlieren, und danke ihr für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Für ihren beruflichen und privaten Werdegang wünsche ich weiterhin viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft. "

Ist das so okay? Oder habt ihr Verbesserungsvorschläge? Mir ist klar, dass die Note fürs Sozialverhalten katastrophal ist, aber ich hatte ja auch totalen Streit mit der Chefin. Mit meinen Kollegen wars allerdings gut und konfliktfrei, wenn auch nicht überschwänglich. Vielleicht sollte man das noch konkretisieren? Was die restlichen Bewertungen angeht, weiss ich schon, dass es auch in dieser Version nicht toll ist, aber ich wills auch nicht übertreiben. Ich will eigentlich nur ein Zeugnis, das ich vorzeigen kann, ohne dass der Personaler in Ohnmacht fällt.

h#eutex_h4iexr


@ HulaHooop

Das ist eines der schlechtesten Arbeitszeugnisse, die ich je gelesen habe.

Da muss sehr viel korrigiert werden. Ein wohlwollendes gut formuliertes Arbeitszeugnis steht dir rechtlich zu.

Um das mit deiner Ex-Chefin zu klären, rate ich dringend von einem Schriftverkehr in der Sache mit ihr ab. Das verkompliziert den Weg zu einem ordentlichen Arbeitszeugnis enorm. Sprich mit ihr persönlich (beste Variante) oder am Telefon (nicht so gut, aber besser als schriftlich).

Du vermeidest damit Mißverständnisse, die Emotionen hochkochen lassen können. Stell dir vor, sie liest abends nach einem langen Arbeitstag deinen Brief. Denk dann schon beim Öffnen des Briefumschlages "was will xy denn jetzt mir" und versteht deine Sätze anders, als du sie gemeint hast.

Lass ein bisschen Zeit vergehen, dass du nicht mehr wütend bist und suche das Gespräch. Dabei kannst du ihr den Vorschlag machen, zu ihrer Arbeitserleichterung einen Formulierungsvorschlag anzufertigen.

Ist das Zeugnis für ein paar Monate dort in dem Kleinunternehmen so wichtig für dich? Das würde ich mich fragen. Es ist doch nur ein kurzer Studentenjob gewesen oder ist es für deine Fachrichtung wichtig?

Das frag ich wegen dem Verständnis.

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