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Homosexuelle und Kinder?

b'eUc=ca.ria hat die Diskussion gestartet


Hallo! :-D

Ich mede mich wegen der Frage, was ihr davon haltet, wenn Homosexuelle Kinder haben / großziehen.

Hintergrund ist, dass eine Freundin von mir mit ihrer Frau verheiratet ist. Die beiden sind wirklich mehr als harmonisch und schon ewig ein Paar, super integriert (sozial, viele Freunde) und haben beide studiert, verdienen genug usw. Ich bin schwanger und so kam ich mit ihr auf das Thema, wie das eigentlich bei ihr aussieht.

Sie meinte dann zu mir, dass sie schon gerne würde (also leiblich austragen über eine spezielles KiWu Zentrum. Das scheinen nicht alle zu machen). Adoptieren wollen sie nicht und dürfen die beiden ja auch gesetzlich gar nicht. Und dann bleibt als Alternative für sie nur ein Pflegekind. (Und das ist ihr zu unsicher.)

Sie wollen ja auch ein Leibliches.

Sie hat mir nun aber gesagt, dass sie - obwohl sie kaum bis gar keine negativen Erfahrungen sammeln musste- Angst wegen des Kindes hat. Also nicht wirklich wegen dem Kind, sondern vor den Dingen und Vorurteilen, denen das Kind ausgesetzt wäre. Wir wissen alle, dass Kinder gemein sein können. Ich habe wirklich nachvollziehen können, was sie meinte. Ich sagte dann zu ihr, dass ich finde, dass die Theorie mit den Vorbildern sowieso widerlegt wurde (und die beiden haben ja auch viele männliche Freunde, Onkels, Opas für das Kind usw.) und dass für mich eine Familie aus 2 liebenden, konstanten Bezugspersonen und einem Kind besteht und dass das Geschlecht dabei keine Rolle spielt, weil sie beide einfach so reflektierte und intelligente Menschen sind. Sie meinte dann, dass sie dennoch Angst hat, weil ja quasi nur das Schicksal zuschlagen muss und ein falscher Freundeskreis oder Klassenkameraden mit den falschen, vorurteilsbehafteten Eltern zusammen kommen müsste. Ich finde, sie macht sich ein Stück weit zu viele Gedanken und Ängst. Natürlich ist eine Mama-Mama-Kind- Konstellation nicht das Optimum, aber das können die wenigstens normalen Familien auch bieten. Und wie gesagt, vom gesunden Menschenverstand her und von ihrer Herzenswärme wünsche ich den beiden ein Kind. :)_

Wie seht ihr das? Ist ihre Angst tatsächlich real? Und was soll ich ihr raten? Sich nicht mehr so verrückt zu machen und alles auf sich zukommen zu lassen? Man weiß ja auch gar nicht, wie die Welt in 5-15 Jahren aussieht.... ":/

Antworten
vLiv@ida


weil ja quasi nur das Schicksal zuschlagen muss und ein falscher Freundeskreis oder Klassenkameraden mit den falschen, vorurteilsbehafteten Eltern zusammen kommen müsste.

das kann genauso passieren, wenn man alleinerziehend ist, einer bestimmten ethnie angehört, das kind eine brille hat, die eltern tattoos oder sonstwas haben. idioten mit vorurteilen gegenüber irgendwas gibt es immer.

ok, ich lebe mit einem sehr toleranten umfeld, dem es recht schnuppe ist, welche sexuelle orientierung jemand hat und mir fällt es irgendwie schwer zu glauben, dass die leute der jüngeren generationen mit vorurteilen da in der mehrheit sind, aber da kann ich mich auch täuschen.

ich kenne ein lesbisches ehepaar mit kind (10 Jahre). es klappt insgesamt ganz gut. kind ist normal entwickelt und hat freunde. allerdings haben sie früher auch anfeindungen erlebt (verbale angriffe, wenn sie hand in hand mit kinderwagen unterwegs waren).

in wie weit sowas möglichst angriffsfrei klappt, hängt auch sehr vom wohnumfeld ab. in großstädten dürfte man da deutlich toleranter sein als in so einem kleinen konservativen dorf.

es gibt bestimmt netzwerke/foren, in denen sich über die erfahrung von homosexualität und kind ausgetauscht werden kann. ich denke "betroffene" können da noch viel mehr zu sagen.

die möglichkeit einer vertrauensperson des anderen geschlechts finde ich aber auch wichtig.

vNivxida


achso...grundsätzlich die vaterfrage, wobei da jeder seine eigene meinung zu hat. ich bin der meinung, dass kinder ein recht darauf haben zu erfahren, wer die leiblichen eltern sind. ich meine, dass es jetzt sogar gerichtsurteile gab, bei denen die namen der väter von samenspenden rausgerückt werden musste.

das kind wird sich früher oder später fragen, wer der vater ist...dies sollte man also schon vorher bedenken und gucken wie man das einbeziehen kann.

die quälende suche nach der antwort auf die frage "woher komme ich?" sieht man bei adoptivkindern/kindern anonymer samenspender ja auch immer wieder. die suche danach oder das gefühl "irgendwas stimmt nicht" beginnt ja oft schon bevor die kinder wissen, dass sie zB adoptiert sind. sowas sollte man nach möglichkeit ersparen.

C+omr+an


Ein Kind ist immer ein Wagnis und der größten Ungewissheit ausgesetzt, nämlich dem Leben. Ob die Eltern nun gleichgeschlechtlich sind oder nicht ist dabei fast zweitrangig. Es liegt an den Eltern, den Kindern wichtige Fähigkeiten zu schenken wie innere Stärke, Empathie und Verantwortungsbewusstsein. Vielleicht ist es für den einen Elternteil dann etwas schwieriger, der nicht leiblich am Kind beteiligt ist, aber das heißt nicht, dass es nicht gehen sollte. Das können auch gute Pflegeeltern, also was soll's.

Sie werden vielleicht etwas mehr Kraft dafür brauchen, aber ausschließen würde ich den Erfolg nicht. Außerdem habe ich die Hoffnung, dass unsere Gesellschaft in Zukunft stärker und toleranter wird (obwohl die aktuelle Zeit leider zeigt, dass dies immer noch sehr zerbrechliche Errungenschaften sind).

PJau$l_ReUvxere


Mögliche Vorurteile bzw. Mobbing sollte niemanden davon abhalten Kinder zu bekommen. Wenn jemand eine andere Person mobben möchte, dann findet derjenige irgendetwas Körpergröße, Beruf der Eltern, Herkunft, Kleidung, Hobbies und und und.

Was ich jedoch für problematisch halte ist wenn ein Sohn ohne Vaterfigur aufwächst. Das hat nur indirekt mit gleichgeschlechtlichen Eltern zu tun.

c~rifecharxlie


Stigmatisierung wird es immer geben; wichtig finde ich aber bei Konstellationen, bei denen man vorneherein die gesellschaftlichen Konventionen arg dehnt, dass man offen damit umgeht, das nimmt vielen den Wind aus den Segeln, ich spreche da aus Erfahrung.

Ich persönlich denke, ein Kind sollte einen Mann und eine Frau als Eltern haben und wenn der biologische Vater nicht im Haus ist, sollte man Ersatz-Papas aufbauen oder zum biologischen Vater eine Beziehung suchen.

cIriqechaCrlixe


.....auch Frauen ohne Vater ist problematisch... oder kann so sein...

manche kids packen es besser, manche weniger. meine schwester hat es super-schlecht gepackt, so ohne dad.

y]os]hi=242


Das Grundproblem das du dir diese Frage stellst, ist denke ich, das unsere Gesellschaft noch zu festgefahren in "alten Traditionen" ist. Warum sollte es ein Problem für ein Kind sein von 2 Männern oder 2 Frauen großgezogen zu werden? Das Kind wird sicher keinen "Schaden" davon nehmen. (auch wenn es dazu noch keine Studien gibt) Das Problem ist, das viele Angst haben was die "anderen" darüber denken könnten und werlche Steine sie in den Weg gelegt bekommen, da unsere Gesellschaft einfach nicht offen/tolerant genug ist.

Manche denken ja auch noch homosexuell zu sein wäre eine (heilbare) Krankheit... %-|

Homosexuelle Paare entscheiden sich aktiv für ein Kind, in den seltensten Fällen "passiert" es einfach wie bei so vielen anderen Paaren und da Frau nicht abtreiben möchte, wird es eben zur Welt gebracht, auch ohne Vater, oder es wird eben ins Heim gegeben. (ja es gibt auch Fälle bei dennen sich dieser "Unfall" nicht ganz so düster auswirkt)

Ich bin für eine volle Gleichberechtigungvon homosexuellen Paaren, ob es nun die kirchliche Hochzeit, adoptieren von Kindern oder steuerliche Vergünstigungen sind. Aber das wichtigste ist, denke ich, dass wir alle keinen Unterschied mehr zwischen den Arten der Beziehungen/Lebensgemeinschaften ziehen sollten.

Ich bin fast 30 und habe letztens eine Diskussion mit 18-25 Jährigen gehabt in dem es um diese Art Thema ging. Ich war erschrocken wie engstirnig die jüngere Generation teilweise ist :(v

Da fällt mir eine Kampagne ein

eine Freundin: "Was würdest du machen wenn du erfahren würdest, das dein Sohn schwul ist und zum ersten Mal seinen Freund mit nach Hause bringt?"

Sie: "Ich würde ihm Kaffee und Kuchen anbieten."

UurlkaubAerin1x5


Ich bin absolut dafür, dass gleichgeschlechtliche Paare zusammen Kinder bekommen und großziehen dürfen.

Leider finde ich die Rechtslage als ungenügend. Ich hoffe, es wird sich noch einiges mehr ändern, dass homosexuelle Paare in der Zukunft gleichgestellt sind.

Ich denke, es kommt nicht darauf an, dass man Mutter und Vater hat, sondern eine stabile Familie mit liebenden Eltern.

Mir ist es egal, welches Geschlecht meine Kinder mal bevorzugen werden, Hauptsache glücklich.

Dqipyanxa


Es gibt schon diverse Studien und die bestätigen: Kinder entwickeln sich bei zwei Müttern oder zwei Vätern genauso gut wie in anderen Familienformen.

Beispielbericht hier:

http://m.taz.de/!5159280;m/

Zu den möglichen Hänseleien: Da gibt es auch tausend andere Dinge, die Kinder zum hänseln heranziehen können. Mit einer liebevollen und selbstbewusstsein- stärkenden Erziehung stellt das kein gravierendes Problem dar.

Deine Freundin und ihre Partnerin sollten sich durch eventuelle gesellschaftliche Vorbehalte nicht entmutigen lassen :)z

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