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Berufswahl... Wenn die Berufung fehlt

P2ocketcMouxse hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

Das Thema Beruf treibt mich dabei schon lange um. Eigentlich schon seit 10 Jahren (ich bin 27). Ich bin ausreichend intelligent, ich bin gesund und außerdem finanziell gut abgesichert.

Somit hatte ich immer alle Möglichkeiten und war mir dessen auch bewusst. Ich habe Abi und hätte im Grunde machen können was ich wollte und fühlte mich auch frei das zu tun.

Ich erlebe oft das Menschen in meiner Umgebung ihren Traumjob nicht gelernt haben... weil... kein Zutrauen, Angst keinen Job zu finden, Eltern dagegen, Abi nicht geschafft...

All das war nie mein Problem. Ich war immer für alles offen. Aber nichts schien wirklich zu passen. Ich habe überlegt Lehramt zu studieren. Aber mir war das zu starr. Man ist sehr auf das System angewiesen und kommt aus dem auch nicht mehr so leicht raus.

BWL? Ich konnte mir mich schon vorstellen so als Karrierefrau. Im Kostüm durch die Welt reisen. Ja gerne. Ich liebe Excel und Mathe. Ich hatte mich sogar für ein duales Studium geworben. Aber den ganzen Tag im Büro verbringen und auf den Bildschirm starren? Auch nicht so meins.

Überhaupt, dieses Rumsitzen im Büro... Und die vielen langweiligen Dinge die man dort tun muss. Es ist eben doch ziemlich trocken und ich kann mich für die Euros anderer Leute auch gar nicht soooo sehr begeistern.

Etwas praktisches also. Wie wäre es mit Medizin? Ich fragte Bekannte die Medizin studiert hatten. Alle haben abgeraten "nicht, wenn du mal Kinder willst". Ich sehe es heute bei meinen Freunden... Dienste, Nachtschichten, Rufbereitschaft... Die Tätigkeit ist interessant aber alle sind ziemlich durch.

Dann habe ich über Sozialpädagogik nachgedacht, ein Praktikum zeigte mir - mir macht das Freude aber nicht den ganzen Tag. Dieses ständige "An-sein" hat mich angestrengt. Es gibt kaum Rückzugmöglichkeiten. Man gibt den ganzen Tag. Überstunden sind die Regel. Ich war abends immer "ausgesogen".

Vielleicht ein kreativer Job? Ich bin ziemlich kreativ und künstlerisch begabt. Aber das heißt auch in fast allen Fällen = Selbständigkeit. Das heißt nicht nur selbst und ständig sondern auch eigene Buchhaltung, eigenes Marketing, sich verkaufen können. Dafür bin ich nicht diszipliniert genug und kann mich auch nicht gut genug verkaufen.

Mathe, Informatik, Elektrotechnik? Ich finde das sehr spannend und ich liebe es an logischen Problemen zu tüfteln. Ich kann mich extrem gut durchbeißen, wenn ich eine Lösung will. Ich bin auch recht talentiert... Aber schlussendlich ist das doch auch wieder ziemlich trocken und theoretisch und ein Bürojob.

Schlussendlich bin ich Bauingenieur geworden. Das war für mich eine gute Mischung. Es verbindet meine Affinität zur Technik und Mathematik mit meinem Wunsch nach Abwechslung. Ich sitze nicht ständig im Büro rum, kann mich aber doch regelmäßig ganz in Ruhe mit meinem Kaffee zurück ziehen. Ich habe faire Arbeitszeiten (öffentlicher Dienst) und ein nettes Umfeld.

In meiner Freizeit habe ich in kreatives Nebengewerbe und mache ein Ehrenamt.

Meine Vorstellung war, nun Kinder zu bekommen und bald dann Teilzeit zu arbeiten. Das Nebengewerbe nebenbei ausbauen. Das klang gut für mich. Ich hätte ein sicheres Standbein was mir Struktur gibt und wo ich Kollegen und klare Aufgaben habe und ein kreatives Flügelchen und außerdem Familie und Häuschen.

Nun, wo ich alles neu ordnen muss, hinterfrage ich auch wieder meinen Job. Ich will akut auf keinen Fall wechseln. Mir gibt die Stabilität gerade viel. Aber wo will ich eigentlich hin? Ich sehe meine Freunde gerade Karriere machen. In unterschiedlichen Bereichen. Eine fliegt im schicken Kostüm durch Europa (BWL), eine bastelt komplizierte Flugzeugtechnik. Beides beeindruckt mich und reizt mich. Ich sitze oft im Büro und langweile mich. Im Büro zählt Struktur (nicht so meine Stärke) und Kommunikation (geht besser). Ich bin gar nicht soooo gut, weil es mir nicht so richtig liegt. Ich mache meine Arbeit vernünftig und finde sie ok aber das solls ja nicht für immer gewesen sein.

Ich höre oft, ich könnte doch was ändern. Meine Freunde finden, das was ich so erzähle klinge nicht so spannend. Ich könnte doch ...

Nun habe ich nicht vor sofort etwas zu ändern. Ich hatte im Studium x Jobs und Praktika. Es ist ganz gut mal etwas zu haben, was man mal länger macht als nur ein paar Monate. Aber für immer ist das irgendwie dann wohl doch nix.

Für mich ist die Frage fast philosophisch. Wer bin ich eigentlich? Wo will ich hin? Was will ich? Was kann ich?

Langer Text mit vielen Fragezeichen.

Gibt es hier Leute denen es ähnlich geht? Leute die ihren Beruf wirklich lieben? Die sich auf die Arbeit freuen?

Mögt ihr erzählen?

Gruß

Antworten
Cvo<mraxn


Ich erzähle dir mal von der anderen Seite :-D

Ich übe einen Beruf aus, der mich sehr interessiert. Bin hauptberuflich Softwareentwickler im Spezialistenbereich (systemnahe Programmierung). Die Tätigkeit als solche macht mir sehr viel Spaß, auch das berufliche Umfeld stimmt und ich habe bisschen Karriere machen können, bin also nicht reiner Befehlsempfänger.

Und dennoch: der Zwang mindert den Spaß an der Tätigkeit am Schluss doch. Es ist ein Beruf, um gutes Geld zu verdienen. Man ist trotz einer spannenden Tätigkeit nie ganz selbständig. Nachdem ich nun über 26 Jahre dieser Tätigkeit nachgehe, bin ich auch ein bisschen satt geworden. Eigentlich denke ich jeden Tag darüber nach, ob das Geld nicht schon reicht, einfach aufzuhören.

Auf der anderen Seite gibt es eine richtige Leidenschaft von mir: Musik. Ich bin selbst Musiker und träumte immer von einem eigenen Tonstudio. Seit 1998 ist dieser Traum wahr geworden. Ich habe ein Nebengewerbe gegründet, was ich im Eigenheim betreiben kann. Und bin richtig durchgestartet, hab sogar für weltweite Musik-DVD-Produktionen gearbeitet. Nach paar Jahren war es genauso wie im Beruf: eine leidenschaftliche Tätigkeit, aber wenn man an manchen Wochenenden jeweils 10 Stunden im Aufnahmeraum verbringt und sich über die eine oder andere untalentierte Band ärgert, wurde es genauso zum Zwang.

Meine Lösung war eines Tages ganz einfach: Diversifikation und Downsizing. Mein Nebengewerbe habe ich zur kompletten Medientechnik ausgeweitet, damit es abwechslungsreich bleibt. Und die angenommenen Aufträge habe ich radikal reduziert. Ich habe zwar immer noch genug zu tun, aber auf diesem Level bin ich total glücklich. Den Beruf übe ich weiter aus. Ich möchte nicht gezwungen werden, durch meine liebsten Tätigkeiten Geld verdienen zu müssen. Es ist ein Privileg, dass ich das überhaupt in meiner kompletten Freizeit unterbringen kann, und das geht auch nur mit finanzieller Sicherheit.

Das war bisher so meine Erfahrung. Und so werde ich weitermachen. Im Beruf habe ich auch die Reißleine gezogen. Zwei weitere Beförderungsangebote abgelehnt. Ich arbeite nur Tarifzeit, nicht mehr. Und ich werde frühstmöglich aufhören, um mich nur noch den eigenen kreativen Dingen ohne Druck widmen zu können. Das ist wirkliche Berufung für mich.

P4ocke}tMousxe


Ja, so in etwa ist auch mein Plan.

Ich habe ja auch ein kreatives Nebengewerbe. Ich merke aber, dass mir das nicht so viel gibt. Es macht Spaß und bringt ein paar euro ein. Ich brauche diese Euros aber nicht wirklich und oft nervt es auch, wenn man am Abend noch lange dran sitzt.

Ich frage mich, was mir fehlt. Mein Job ist eher langweilig. Und mir fehlt Anerkennung und das Gefühl Leistung zu bringen. Ich frage mich dann manchmal, ob ich nicht auch so eine Karrierefrau sein könnte die schick angezogen zwischen Berlin und London pendelt. Und ob ich das sein wollen würde. Und was ich überhaupt sein will. *:)

mnistymFou=ntxains


Grundsätzlich gehts dir gut mit deinem Job, auch wenn du nicht 100% glücklich damit bist... das ist Jammern auf hohem Niveau, aber das weißt du auch.. ;-) und ja ich kann dich da schon ein bisschen verstehen.

Meine Vorstellung war, nun Kinder zu bekommen und bald dann Teilzeit zu arbeiten. Das Nebengewerbe nebenbei ausbauen. Das klang gut für mich. Ich hätte ein sicheres Standbein was mir Struktur gibt und wo ich Kollegen und klare Aufgaben habe und ein kreatives Flügelchen und außerdem Familie und Häuschen.

Wenn du erst mal Kinder hast, bist du vielleicht ganz froh einen Teilzeitjob zu haben, der dich nicht so sehr auslastet, wie vielleicht andere Jobs, so dass du noch genug Energie für die Kids und dein Hobby hast.

Ich finde fast noch wichtiger als die Tätigkeit an sich, sind die Kollegen, mit denen du einen Großteil der Zeit verbringst. Sind die in Ordnung? Hast du Spaß mit denen?

Eine fliegt im schicken Kostüm durch Europa (BWL), eine bastelt komplizierte Flugzeugtechnik. Beides beeindruckt mich und reizt mich.

Für mich klingt alles Fremde erstmal spannend und interessant. Aber für deine Freunde ist es sicher schon ein stückweit Alltag und ich wette insgeheim wünschen die sich auch manchmal einen schönen gemütlichen Bürojob.

Auf der anderen Seite ist ein kompletter Tapetenwechsel nach einer Trennung auch nicht verkehrt... ;-) Das andere ist ja vielleicht nicht unbedingt besser.. aber eben anders und dadurch interessant. Du hast geschrieben, du bist im öffentlichen Dienst.. Würdest du durch einen Jobwechsel irgendwelche Privilegien / Beamtenstatus etc. verlieren?

Wenn ich mein jetziges Gehalt, egal was wär, jeden Monat so auf meinem Konto hätte.. ich würde auf 3 Tage die Woche reduzieren. Nicht weil ich meinen Job nicht mag, allermeistens - nicht immer ;-D - mag ich meinen Job, aber ich oft auch ziemlich k.o. und es gibt noch sooo viele andere Dinge, die ich gerne machen würde...!! :-D

Ja... jammern auf hohem Niveau halt^^

Ptoc)kejtMousxe


Na, eigentlich will ich gar nicht jammern sondern bloß mein Leben so aktiv und gut wie möglich gestalten und etwas draus machen. o:)

Mir ging es mit der Arbeitslosigkeit, der Jobsuche, den Absagen echt schlecht. Ich wollte unbedingt in den öffentlichen Dienst.

Genau deswegen:

Wenn du erst mal Kinder hast, bist du vielleicht ganz froh einen Teilzeitjob zu haben, der dich nicht so sehr auslastet, wie vielleicht andere Jobs, so dass du noch genug Energie für die Kids und dein Hobby hast.

Nun ist der Mann weg und das Thema Kind damit vorerst auch und zumindest auch für die nächsten Jahre.

Würdest du durch einen Jobwechsel irgendwelche Privilegien / Beamtenstatus etc. verlieren?

Nö. Ich könnte einfach gehen. Will ich aber nicht, weil ich sowohl für den Lebenslauf wie auch für mich gerne mal eine längere Zeit etwas machen möchte. Ich habe sehr viele wechselnde Jobs im Lebenslauf. Das mag für einen jungen Menschen ok sein aber irgendwann sollte man dann auch zeigen, dass man etwas auch länger durchhält.

Das bedeutet ja aber nicht zwingend, dass man das immer vollzeit und ausschließlich machen muss. Ich könnte mir vorstellen nebenbei vielleicht nochmal zu studieren oder etwas anderes zu machen oder mich zumindest auf andere Möglichkeiten auszurichten.

C"omr:an


Ich frage mich dann manchmal, ob ich nicht auch so eine Karrierefrau sein könnte die schick angezogen zwischen Berlin und London pendelt.

Du darfst nie vergessen, dass die das tut, weil sie es muss. Leben aus dem Koffer, knappe Termine, Schweißflecken an der Bluse, der Bund an der Taille ist zu eng und macht das Sitzen im Flieger unbequem.... ]:D

Wenn du einen Beruf hast, der dich nicht gerade unglücklich macht und dir finanziell gut was beischießt, dann kannst so oft zwischen Berlin und London rumfliegen wie du willst. Ob schick angezogen, im Labbershirt oder in Strapse. Und dann siehst du die Karrierefrauen, die den halben Morgen an ihrer Frisur gearbeitet haben und auf dem Flughafenklo die Bluse wechseln müssen, weil die Flugbegleiterin den Kaffee verschlabbert hat ... und dann denkst du: ich flieg nach London, um Spaß zu haben. Sie muss arbeiten.

Es sind immer zwei Seiten. Bestätigung im Beruf ist schon eine Sache, die das Berufsleben auf Dauer erleichtert. Aber man braucht den Beruf dazu nicht zwangsläufig. Als jemand, der ein Ehrenamt ausübt, kennst du ja auch andere Seiten.

Vielleicht hab ich einfach auch nur gut Reden, da ich im Beruf schon einen gewissen Status erreicht habe und damit locker auf Mehr verzichten kann. Keine Ahnung. :)D

R{atGlVos2x3


Ich frage mich dann manchmal, ob ich nicht auch so eine Karrierefrau sein könnte die schick angezogen zwischen Berlin und London pendelt. Und ob ich das sein wollen würde.

Bitte befreie dich ganz schnell von zwei Gedanken bezüglich des potentiellen Jobs eines Betriebswirtes:

1. Jeder jettet ständig durch die Weltgeschichte. Das ist Blödsinn. Es mag einige wenige Teilbereiche geben wo das mal notwendig ist, in ganz vielen Aufgabenfeldern bist du aber zu 95% und mehr im Büro. Ich habe bspw. BWL studiert, leite eine Finanzbuchhaltung und bin den größten Teil der Zeit im Büro. (Und ja, ich liebe das. Ich bin ein Zahlen- und Planungsfreak, in sofern ist das genau meins ;-D ) Klar bin ich auch regelmäßig auf Meetings in ganz Deutschland unterwegs, gemessen an der gesamten Arbeitszeit ist das aber trotzdem nicht die Regel.

2. Geschäftsreisen sind ja soooo toll und spannend.

Nö. Du bist im Grunde nie zuhause, lebst aus dem Koffer, vermisst wahrscheinlich recht schnell Partner und Familie, von den ach so tollen Städten kann man NIX sehen da man abends müde ins Bett fällt oder sogar noch geschäftliche Termine (Essen etc.) hat. da kann man nicht entspannen weil man eben beruflich stets "im Einsatz" ist.

Verwechsel geschäftliche Termine und Reisen nicht mit Freizeitvergnügen, Trips mit Freunden und Co. sind was GANZ anderes. ich jedenfalls bin immer froh wenn ich wieder zuhaus bin.

Die Meetings mögen ja spannend und interessant sein, der Reiseaspekt ist es definitiv nicht (vielleicht noch die ersten 5-6 mal, dann nicht mehr)

EBhemaliMger zNutzerZ (#8574413x)


Du hast doch eine Grundlage, mach doch einfach was nebenbei das dich interessiert und guck nicht was man damit sein könnte, sind eh alles Traumbilder. Nicht jedes Studium liefert so einen klaren Berufsweg wie Ingenieurswissenschaften.

Pjovcket|Mouxse


Ja, eine Grundlage ist das natürlich. Aber es ist ja viel Lebenszeit die man mit etwas verbringt was einen nicht glücklich macht.

ivstdocAhMHistsoJwas


Ja, eine Grundlage ist das natürlich. Aber es ist ja viel Lebenszeit die man mit etwas verbringt was einen nicht glücklich macht.

Ich denke das sind Luxusprobleme. Es ist und wahr nie die Regel, dass die Leute mit ihrer Arbeit glücklich sind. Arbeit ist in erster Linie Broterwerb und nur eine Minderheit (ich zähl mich im Moment dazu) wird die Erfüllung im Job finden die du dir vorstellst. Das beste wäre seine Erfüllung in der Freizeit zu suchen. Zum einen kann man viel ausprobieren (im Berufsleben durchaus gefährlich) und zum anderen einfach aufhören und was neues machen wenn man keine Lust mehr hat. Jobwechsel würde ich erst in betracht ziehen, wenn meine Arbeit mir Bauchschmerzen macht (passiert bei dröger Fließbandarbeit).

Wxaoterlix2


Ich bin Referendarin zur Zeit und find meinen Lehrerjob toll. Es ist die perfekte Verbindung für mich: am Wochenende/Feiertage immer frei, immer das gleiche Gehalt, ich muss jeden Tag zu ner anderen Zeit aufstehen (also auch mal später), ich habe manchmal schon 11 Uhr Feierabend und wenn ich am Schreibtisch arbeite kann ich das mit freier Zeiteinteilung zuhause machen, manchmal bis spät abends und manchmal auch gar nichts. Ich habe Zeiten mit viel Kommunikation, mit viel Stress usw.

Vieles was ich arbeite, arbeite ich an meiner eigenen Person. Und ich liebe es, dass ich mich oft fachlich richtig doll vertiefen muss (nicht im Unterricht, aber zuhause bei der Vorbereitung) und dass zu meinen Aufgaben z.B. Bücher lesen zählt. In welchem Job darf ich sonst spannende Bücher lesen (Literatur)? Die Kinder sind außerdem oft lustig und dankbar und ich nehme ihnen Doofheit nicht übel, im Gegensatz zu Kunden, die außer meckern nichts zu können scheinen.

Nee, also ich hab grad gar keinen Bock, meinen Job zu wechseln. ;-D

TIimbaxtuku


istdochMistsowas

Es ist und wahr nie die Regel, dass die Leute mit ihrer Arbeit glücklich sind.

Aus einer solchen Aussage wird dann aber schnell die Regel, dass Arbeit nicht glücklich machen muss. Genau das halte ich für falsch. Erstens muss etwas, was "immer so war", deshalb nicht richtig sein und zweitens ist längst bekannt, dass "glückliche" Arbeiter wesentlich leistungsfähiger sind als unzufriedene. Genau darum sollte es das Ziel sein, in der Arbeit auch Erfüllung und Zufriedenheit zu finden. Alle profitieren davon: Der Arbeitgeber erhält mehr Leistung und die Arbeitnehmer leiden seltener an Burnout, Depressionen und anderen "modernen" Krankheiten.

N|ordix84


Arbeit ist in erster Linie Broterwerb und nur eine Minderheit wird die Erfüllung im Job finden die du dir vorstellst. Das beste wäre seine Erfüllung in der Freizeit zu suchen.

Genau darauf läuft es hinaus. Diese "Langeweile", "Monotonie" und "Stabilität" kann auch etwas sehr beruhigendes haben, man weiß das man regelmässig sein Geld bekommt und sich möglicherweise auch nicht körperlich oder psychisch kaputt macht.

Sicher gibt es Jobs die von außen erstmal spannend aussehen aber auch die haben teilweise gravierende Nachteile. Sicher kann es toll sein mal 1-2 Jahre um die Welt zu reißen aber ab nem gewissen Alter und mit dem Hintergrund einer Familienplanung sieht die Sache auch wieder völlig anders aus.

Deswegen sag ich auch: Bleib bei deinem Job und find die Erfüllung in anderen Dingen die du flexibel tun oder auch bleiben lassen kannst. Viele "Leistungsträger" wären froh wenn sie mal um 17 Uhr Feierabend und anschließend Wochenende hätten um ihren Hobbies nachzugehen.

CSomrxan


Nee, also ich hab grad gar keinen Bock, meinen Job zu wechseln. ;-D

Du bist Referendarin. Das ist ja auch eine aufregende Zeit wie mit allem Neuen. Wäre schlimm, wenn du jetzt schon was anderes machen willst. Wie erfüllend ein Job aber wirklich ist, das merkt man nach 10 Jahren und länger. Wenn man dann immer noch diese Einstellung hat, war der Job ein persönlicher Volltreffer. Damit wärst du aber dann wirklich in der Minderheit.

idstdoechMistxsowaxs


Aus einer solchen Aussage wird dann aber schnell die Regel, dass Arbeit nicht glücklich machen muss. Genau das halte ich für falsch. Erstens muss etwas, was "immer so war", deshalb nicht richtig sein und zweitens ist längst bekannt, dass "glückliche" Arbeiter wesentlich leistungsfähiger sind als unzufriedene. Genau darum sollte es das Ziel sein, in der Arbeit auch Erfüllung und Zufriedenheit zu finden. Alle profitieren davon: Der Arbeitgeber erhält mehr Leistung und die Arbeitnehmer leiden seltener an Burnout, Depressionen und anderen "modernen" Krankheiten.

Ein Idealzustand wäre das sicher wenn jeder seine Erfüllung in der Arbeit finden könnte. Nur ist es doch so, dass wir uns die Arbeit letztlich nicht frei aussuchen können. Wir können nur aus dem wählen was uns die Gesellschaft biete, bzw. der Markt nachfragt und da stehen wir noch in Konkurenz mit anderen, die uns eventuell den besten noch wegschnappen. UNd dem Arbeitgeber und der Gesellschaft nützt es nunmal nichts, wenn ich gern und gut zeichne, er bzw. sie aber einen Ingenieur braucht. Es profitiert daher niemand wenn ich gut und gern zeichne, jedoch niemand das Zeug will und braucht. Unter dem Aspekt sehe ich es als utopisch an, dass jeder irgendwo seine Erfüllung findet. Man tendiert heute stark dazu gespenstern hinter her zu jagen. Partner perfekt, Job perfekt, Kinder perfekt, alles Perfekt. Sie hat einen sicheren, vergleichsweise gut bezahlten Job, das ist heutzutage schon ein Privileg für junge Leute. Natürlich reizt das unbekannte, auf der anderen Seite von Zaun ist das Gras immer grüner.

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