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Angst berechtigt, in einer Behindertenwerkstatt zu landen?

Brrigh~tveJrday hat die Diskussion gestartet


Liebe Community,

ich lebe jetzt seit sechs Jahren - mit Unterbrechungen von einem halben und einem Dreivierteljahr - von ALG II.

Wegen diverser gesundheitlicher Einschränkungen werde ich seit 2012 von der Reha-Abteilung des Jobcenters betreut.

Trotz einer Weiterbildung im letzten Frühjahr habe ich es ich es bisher nicht schafft, einen neuen Job zu finden.

Meine Sachbearbeiterin wird verständlicherweise langsam ungeduldig.

Bei meinem letzten Termin bei ihr empfahl sie mir, über die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises nachzudenken. Sie hätte dann bessere Möglichkeiten, mich zu fördern. Ich hätte dann Anspruch auf einen Arbeitsplatz in einem Integrationsunternehmen.

Sie gab mir ein paar Stellenangebote mit mit dem Hinweis, dass wenn auch diese Bewerbungen fruchtlos verlaufen, ich bald vom medizinischen Dienst untersucht würde.

Ich weiß jetzt nicht, ob ein Integrationsunternehmen mir einen geeigneten Job anbieten könnte.

Kurz vor Weihnachten wurden bei einer Infoveranstaltung diverse solcher Unternehmen und deren Stellenangebote vorgestellt. Mehr als Hilfsarbeiterjobs wie Arbeiten in einer Wäscherei, Reinigungsarbeiten in Gebäuden eines Wohlfahrtsverbandes und Möbelschleppen für ein Sozialkaufhaus hatte man nicht anzubieten. :-/

Größer aber ist meine Angst, dass man dann versuchen wird, mich dauerhaft in einer Behindertenwerkstatt unterzubringen. Was ich auf keinen Fall möchte! :|N

Wäre es also wirklich sinnvoll, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen?

Ich müsste bei Bewilligung ja sicherlich beim Jobcenter angeben, wegen welcher Einschränkungen ich den Behinderungsgrad bekommen habe.

Leider ist es so, dass vielleicht zu meinen bisherigen Erkrankungen noch die Diagnose Epilepsie hinzukommt.

Es könnte ja möglich sein, dass man dann beim Jobcenter erst recht keine Möglichkeit mehr für mich sieht, mich auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen.

Wie realistisch sind meine Ängste, dass ich mit Schwerbehindertenausweis in eine Behindertenwerkstatt abgeschoben würde?

Liebe Grüße,

Brighterday

Antworten
A:deSlGe8


Dass ist natürlich für Außenstehende schwer zu beurteilen.

Bist Du selbst aktiv beim Job suchen? Wenn Ja, woran liegt es dass du keine Arbeit findest? Hast Du kein Schulabschluss oder Ausbildung gemacht? Schreibst Du selbst aktiv Bewerbungen ohne Erfolg?

Ist es dir wegen irgendwelche Erkrankungen nicht Möglich ein Job zu bekommen, oder woran liegt es?

S5unflo+wer_x73


Ich habe seit 10 Jahren einen GdB von 40; wurde bei Jobcenter und Arbeitsagentur vom Reha-Team betreut. DAS allein ist KEIN Grund, in den zweiten Arbeitsmarkt "abgeschoben" zu werden!

Ausschlaggebend ist die individuelle Situation und ob der 2. Arbeitsmarkt Chancen bietet; der 1. aussichtslos ist. Was auch hinter dem Bestreben bzgl. Schwerbehinderung stehen kann (und auch hinter der Ankündigung bzgl. Medizinischem Dienst): Das Bestreben, Dich zum Stellen eines Rentenantrags zu bringen.

Denn ALG II bedeutet ja, zumindest theoretisch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Wenn das wg. Krankheit nicht geht und der Medizinische Dienst auch der Meinung ist, dann folgert daraus Rentenantrag (und ggf. ergänzend Grundsicherung). Der Rentenantrag zieht sich i.d.R. aber... Vorteil ist, dass man dann den Druck vom Jobcenter los ist - und ggf. nebenbei arbeiten kann (450€-Job).

Ich würde Dir raten, für einen geringen Beitrag Mitglied beim VDK/Sozialverband zu werden, da die dort toll beraten und begleiten.

B3righteMrdaxy


Danke für eure Antworten.

@ Adele8

Ich habe sowohl einen Schulabschluss als auch eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung.

Leider musste ich aber im Laufe vieler Jahre feststellen, dass Bürojobs dauerhaft nichts für mich sind, da ich über kurz oder lang dort ständig scheiterte.

Zwischendurch war ich auch in anderen Bereichen beschäftigt wie in einer Bibliothek und im hauswirtschaftlichen Bereich. Beides waren Tätigkeiten auf dem zweiten Arbeitsmarkt.

Mein Lebenslauf sind entsprechend kunterbunt aus und weist jede Menge Lücken auf.

Im letzten Jahr beschloss ich, mich beruflich neu zu orientieren, machte eine Weiterbildung und bewerbe mich jetzt als Betreuungsassistentin bei Alten-und Pflegeheimen.

Ich bemühe mich wirklich intensiv um einen Job. Im letzten halben Jahr hatte ich auch einige Vorstellungsgespräche und hatte auch dreimal die Chance zum Probearbeiten.

Leider erhielt ich anschließend jedes Mal eine Absage.

@ Sunflower_73

Danke für deine hilfreiche Antwort, vor allem für deinen Tipp mit dem VDK!

Ich hatte schon die Befürchtung hinsichtlich Beantragung eines Schwerbehindertenausweises und Vorstellung beim medizinischen Dienst, nämlich, dass ich im Anschluss daran einen Rentenantrag stellen soll.

Dabei möchte ich so gerne noch arbeiten, am liebsten Teilzeit, weil ich mir einen Vollzeitjob nicht mehr zutraue.

Finanziell würde es dann bestimmt noch enger als jetzt, oder?

Ich vermute, dass Erwerbsminderungsrente + Grundsicherung noch weniger sind als ALG II?

P5lüs"chbi_esxt


Das darf nicht weniger sein. Der Hartz 4 Satz berechnet sich ja nach dem was man zum Leben braucht. Erwerbsunfähige benötigen doch genau soviel Geld.

Wäscherei, Möbel schleppen und putzen kenne ich Jobs mit Mehraufwandsentschädigung.

Was würde man denn in den dir vorgeschlagenen Jobs verdienen? Mindestlohn?

B}ripght!erxday


Hallo Plüschbiest,

diese Jobs wurden angeboten als Tätigkeiten auf dem zweiten Arbeitsmarkt mit einem Stundenlohn von 8,60 €. Dabei übernimmt das Jobcenter 75% des Lohns.

Aufgrund meiner gesundheitlichen Einschränkungen (Rückenarthrose und Bronchialasthma) kam keiner der angebotenen Jobs dieser Integrationsunternehmen für mich in Frage.

v or~ian-8x2


Ein Job in einer Behindertenwerkstatt ist immer freiwillig; quasi eine Art "Beschäftigungsangebot" für Menschen, die nicht fit genug für den 1. Arbeitsmarkt sind (es wird zwar gerne damit gewoben, das man in den ersten Arbeitsmarkt "aufsteigen" kann, aber die Chancen sind nahe Null).

M?adqameXmxas


Lass dich von solchen Interessengruppen, Sekten wie dem Jobcenter nicht verrueckt machen! Sie suchen nur Opfer oder williges Gefolge fuer ihre perfiden Spiele.

Beschaeftige dich lieber selbst oder geh Shoppen. Viel Spass!

SFunf+lowerx_73


@ Brighterday:

Klingt jetzt nicht sooo extrem krank. Wie schätzt Du denn selber Deine Chancen im erlernten Bereich ein?

@ MadameXmas:

":/

B1rigOhtexrday


@ Sunflower_73

Ich schätze mich auch nicht als sooo krank ein. Es sind halt gewisse Einschränkungen da.

Sollte sich allerdings die Diagnose Epilepsie bestätigen (ich hole mir gerade eine zweite Meinung ein), hätte ich ein zusätzliches Problem. Da müsste ich dann erst einmal sehen, wie es aussieht mit eventuellen Nebenwirkungen des Antiepileptikums.

PFlüsechbixest


Shoppen gehen von den paar Kröten?? %-| :(v ":/

Wie sieht es denn mit der Entlohnung in der Behindertenwerkstatt aus?

A>del:e8


MadameXmas

Stimmt irgendwas nicht mir dir?

Wer soll das Shoppen bezahlen, wenn TE kein Job hat? Bist Du der Meinung dass man einfach aufhören sollte sich um Job ein Job zu kümmern und Vater Staat bezahlt dann schön für das Shoppen.. Dass heißt also die Steuerzahler.. Solche " Kandidaten" liebe ich ja am meisten %-|

Vielleicht war es von deiner Seite nicht ernst gemeint, kann man ja hoffen...Für das wenige Geld was TE im Moment zur Verfügung hat, bleibt wohl kaum viel übrig zu shoppen.. %-|

DD.oris xL.


Sie schreibt ständig so in der Art . Nicht drauf achten .

C=ocnut!-St<rawb5errxy


@ Plüschbiest:

Die Entlöhnung in den Behindertenwerkstätten sind oft Taschengeld. Also wirklich gar nicht so viel.

Ich glaube, einen Schwerbehindertenausweis gibt es ab 50% als Papier. Unter 50% gibt es zwar Gleichstellung mit einer schwerbehinderten Menschen, aber keinen Schwerbehindertenausweis.

P8lüsc)hbiesMt


Hab gegoogelt, maximal 600 Euro im Monat.

Da muss man dann aber Leistung bringen mit der man auch anderswo arbeiten könnte.

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