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Nun Vegetarierin - aber überall blöde Sprüche

knisair hat die Diskussion gestartet


Hi,

ich mag eigentlich schon lange kein Fleisch, aber seit ca.1 Jahr lebe ich komplett fleischfrei und bin glücklich damit. Auch mein e Blutwerte haben sich leicht gebessert seitdem (meine Galle ist aber auch anfällig für fettiges Essen). Interessanterweise kann meine Umwelt das irgendwie nicht so stehen lassen. Denn ich kann mich kaum mit jemandem zusammen setzen und mal meine Kartoffeln essen, ohne dass ich stets einen blöden Spruch einstecken muss.

Permanent fühlt sich jemand dazu aufgefordert, folgende Sprüche loszulassen, sobald ich mal mich mit jemandem zusammensetze:

- Naaa, wann ißt du wieder normal?

- Willst nicht mal ein Stückchen Hirsch probieren?

- Also Vegetarier leben ja nicht länger, hat ne Studie neulich bewiesen...

- Tiere essen sich gegenseitig ja auch!

Und und und!

Egal ob Arbeitskollegen, Freunde oder die Familie!

Mein Schwiegervater hat mir neulich sogar ein Stück Steak auf den Teller legen wollen (ja, er weiß bescheid).

Ich weiß, man könnte jetzt Konter-Sprüche bringen, welchen Vorteil Vegetarismus angeblich hat. Aber ich will ja nicht den Fleischkonsum von irgendjemandem in Abrede stellen und auch niemanden bekehren, sondern einfach nur meine Ruhe haben.

Kennt das vielleicht jemand und kann mir einen Tip geben, wie man sich da verhält?

Antworten
RNalzph_xHH


Ich denke, in gewissem Rahmen muss man drüber hinwegsehen, die Menschen sind immer froh, wenn sie was zu lachen haben und was bietet sich da mehr an als Witze über jemanden, der anders ist. Speziell in der Arbeit, wo man mit den Leuten täglich isst, wird das ja hoffentlich schnell weniger.

Aber irgendwann ist eine Grenze erreicht und die finden taktlose Menschen leider nicht von selbst. Sag den Leuten klar Deine Meinung, dass Du ihr Verhalten respektlos findest. Dir ein Steak auf den Teller legen geht mal gar nicht. Solange Du aber mit netter Miene darstellst, dass Du die Sprüche witzig findest, werden die Sprüche nicht weniger. Wenn Du deutlich machst, dass Dich sowas extrem nervt, dann wird das auch aufhören. Bei Tisch einfach mal mit den Worten "Ey, es reicht mir echt" aufstehen, Teller mitnehmen und woanders essen, das bleibt mit Sicherheit nachhaltig im Gedächtnis.

LsichtA4mHo+r3izont


Dickes Fell anschaffen. Sprüche ignorieren. Fleisch wortlos auf den Teller des Schwiegervaters zurücklegen.

In der Realität würde ich allerdings irgendwann ausflippen und die anderen fragen, ob sie gar nicht merken, wie peinlich sie sich verhalten.

Menschen, die dann unbeirrt mit Sprüchen fortfahren, würde ich früher oder später aus dem Bekanntenkreis aussortieren. Wenn jemand meine Essensvorlieben nicht respektiert, dann ist das wahrscheinlich nicht das Einzige, was er an mir nicht respektiert. Und darauf hätte ich keine Lust. Wie es tatsächlich mit dem Respekt steht, merkt man ja oft erst dann, wenn man sich nicht mehr dem Rudel anpasst.

L9iese_lotte4x0


Mir geht's ähnlich mit meiner totalen Alkoholverweigerung....

Von "einfach vor die Nase stellen" bis "bist du etwa trockene Alkoholikerin" war schon Alles dabei....

Ich ignorier das inzwischen völlig, auch mein Schwiegervater hat sich dran die Zähne ausgebissen - und der ist mir jahrelang mit dem Schnapserl nach dem Essen nachgerannt...

Irgendwann ist es Einem egal.... :=o

Lg Lieselotte

F<raba


Einfach reden lassen, einfacher gesagt als getan, ich finde jeder sollte essen was einem bekommt!

Solange man nicht anfängt einem überzeugen zu müssen, die gleiche Essens Philosophie zu befolgen wie man selbst ist es inordnung.

k!leiner~_drac,henstexrn


Bei älteren Herrschaften muss man da einfach drüberstehen, ich glaub anderes hat keinen Sinn, obwohl ich das Verhalten deines Schwiegervaters schon extrem dreist finde!

Bei Freunden wurde ich mir allerdings ernsthaft überlegen, ob das wirklich meine Freunde sind, wenn diese sich so verhalten würden! Bei uns wirs auf jeden Fall im Freundeskreis auf alles Rücksicht genommen, von vegan bis glutenfrei ist alles dabei.

n5im]ue8x8


Ich denke, das hat auch viel mit der inneren Haltung zu tun.

Bei einer bestimmten Person würden die Leute sich das drei mal überlegen, ob solche Aktionen sein muss. Wenn du jemand bist, der generell oft geärgert wird, dann solltest du an deinem Auftreten arbeiten.

W]al[king{Gh.ost


@ kisir

Kennt das vielleicht jemand und kann mir einen Tip geben, wie man sich da verhält?

So passiv wie möglich verhalten und nur auf das Allernötigste antworten. Menschengruppen agieren grundsätzlich schemenhaft und gleichartig. Man wird immer versuchen, deine Ernährungsweise mit den lächerlichsten, nicht ansatzweise durchdachten Argumenten ad Absurdum zu führen, und überschreitet dafür auch einseitig Grenzen. Sobald du zu entschieden konterst, wirft man dir vor, dass du andere missionieren willst und doch bitte auch tolerant sein solltest. Und bei Feiern hat man bei jedem Salat, der auf dem Tisch steht, "natürlich nur an dich gedacht" %-|

Unerträglich ist das Ganze aber auch nicht. Halte dich am besten an die Wenig-Fleischesser, wenn von allen anderen nur blöde Sprüche kommen. Die sehen das meistens etwas differenzierter.

pDrinuseNssaxlle


Mit dem Kopf schütteln, sich wegdrehen und die Person ein wenig ignorieren.

Wenn du das Gefühl hast, dass sie sich nicht über dich lustig machen, sondern es einfach wirklich nicht wissen (Stichwort "Woher bekommst du denn bitte dein Eiweiß??") und sie im allgemeinen offene Menschen sind, kannst du ihnen auch ein wenig darüber erzählen, ohne dass gleich "Du missionierst!" geschrien wird.

Dass vor allem von älteren Herrschaften selten Respekt kommt, ist mir nur zu gut bekannt. Das muss man ignorieren, anders geht es nicht. Wenn sie einen regelrecht dazu zwingen wollen, Fleisch zu essen, einfach aufstehen und weggehen.

M.o5nstxi


Hallo kisir,

dass Du ständig blöde Sprüche zu hören bekommst, finde ich seltsam. Ich war über zehn Jahre lang Lacto-/Ovo-Vegetarierin und hörte in dieser Zeit nicht eine einzige dämliche Bemerkung. Vielleicht liegt es ja auch ein bisschen an Dir und Deinem Auftreten? Zudem: Vegetarische Nahrung besteht ja bei weitem nicht nur aus Kartoffeln, und selbst bei uns im Tiroler Kuhnest gab es in Restaurants schon immer vegetarische Gerichte.

Schwierig wird es oftmals, wenn Vegetarier oder gar Veganer gemeinsam mit anderen im Restaurant sind. Insbesondere die Veganer kommen dann mit allerlei Sonderwünschen, die aber nur in vegan orientierten Restaurants zu erfüllen sind (z.B. in der Pfanne darf zuvor keine Butter, kein Schmalz oder sonstiges Tierisches gewesen sein). Natürlich nehmen das dann die anderen wahr, machen eine Bemerkung oder denken sich augenrollend ihren Teil.

Ein anderes Beispiel hat überhaupt nichts mit Vegetarismus & Co. zu tun: Eine Bekannte von mir ist lactoseintolerant und kann keine Gluten vertragen. Eigentlich wäre dies für andere überhaupt kein Problem, würde sie nicht ständig darüber sprechen und nahezu täglich ihre Unverträglichkeiten zelebrieren. Das geht nicht nur mir auf die Nerven, und nicht selten fällt dann auch mal ein Spruch. Bei uns heißt sie mittlerweile nur noch "Frau Lactose". Andererseits sind alle meiner asiatischen und schwarzafrikanischen Freunde lactoseintolerant. Meine Mutter ist es ebenfalls. Aber nicht eine(r) macht ein Aufhebens darum. Keine(r) von diesen hört irgendwelche nervigen Sprüche.

N8a m=j2a


Meine Kollegen zeigen ganz selten mal Anwandlungen. Ich frag sie dann immer, ob sie das wirklich diskutieren wollen, und weise darauf hin, dass ICH da kein Problem mit habe, sie mir dann aber kein missionieren vorwerfen dürfen. Bisher haben sie dann immer einen Rückzieher gemacht ;-).

Meinem Vater, der da etwas resistent ist, erzähle ich ziemlich deutlich, dass ich seine Sprüche hochgradig dämlich finde.

Bei anderen Familienmitgliedern nutze ich sie als Einladung zur Diskussion. Ich fange nicht von selbst an, aber wenn sie anfangen haben sie es nicht anders gewollt.

ATleonoxr


Mein Vater kann sowas insgesamt bei Lebensmitteln die ihm nicht geheuer sind (was der Bauer net kennt). Zum Beispiel Paprika. Ganz harmlos eigentlich, aber wenn jemand anderes das isst, dann MUSS es kommentiert werden. "ieh. Das schmeckt doch nicht, bäh" usw.

Bin bis jetzt schon zweimal deswegen ausgetickt, weil es mir echt gelangt hat. Aber das führte leider nicht zu dauerhaften Verbesserungen.

Mtonlstxi


Das ist jetzt OT.

Aber das führte leider nicht zu dauerhaften Verbesserungen.

Das kenne ich von meinem Vater auch. Jahrzehntelang hatte er die ganze Familie genervt, weil wegen ihm 0,0% Knoblauch im Essen sein durfte. Alle anderen lieben den Knofi. Und natürlich verwendete meine Mutter beim Kochen oft auch etwas Knoblauch - die Knollen musste sie aber verstecken. Mein Vater wäre ausgeflippt, hätte er sie gesehen.

Eines Tages luden wir die Eltern zu einem Fisch-Essen in einem griechischen Restaurant ein. Die Fischplatte war köstlich, fand auch mein Vater. Irgendwann meinte Papa genüsslich kauend, dass diese kleinen Zwiebeln so zart gedünstet doch einfach nur eine Delikatesse seien. Es waren ganze Knoblauchzehen!!! ;-D

Ich wollte gerade etwas sagen, da kriegte ich von meiner Mutter unter dem Tisch einen schmerzhaften Tritt gegen das Schienbein verpasst, worauf mir klar war, dass ich meine vorlaute Schnauze zu halten hatte.

Das ist zwar nicht wirklich zum Thema passend, zeigt aber, dass die Macht der Gewohnheit nicht zu unterschätzen ist.

Sworomxan


Kennt das vielleicht jemand und kann mir einen Tip geben, wie man sich da verhält?

Freundlich aber bestimmt ablehnen. Und Thema wechseln. Ich glaube, es lohnt sich nicht, sich da an den Unterschieden aufzureiben. Sämtliche Sinn-Diskussionen führen eh meist zu nix. Das hast du ja angedeutet mit deinen Beispielsätzen.

Mein Schwiegervater hat mir neulich sogar ein Stück Steak auf den Teller legen wollen (ja, er weiß bescheid).

Dann kann man es doch einfach liegen lassen. Oder gleich ablehnen: "Du hast dir da bestimmt viel Mühe gemacht, aber ich möchte das nicht essen. Brate mir doch das nächste mal z.B. ein Stück Sellerie, Möhren und Porree als meine Beilage, das mag ich nämlich total gerne!" Dann Fleisch nehmen, zurücklegen, fertig. Mit deinem Hinweis hat der Schwiegervater gleich noch einen konstruktiven Tipp, was er machen kann, damit auch dein Teller eine "übliche Komposition" aufweist.

Dass du eben als "Sonntagsessen" dann statt Fleischbeilage bekommst:

* schönes Schmorgemüse (Auberginen, Zwiebeln, Kirschtomaten, Zuchini)

* Pilze wie z.B. Steinpilze, Pfifferlinge, Austernseitlinge

* Blumenkohl mit Käse überbacken

* gefüllte Tomaten mit einer Füllung aus Frühlingszwiebeln, Champignons, Kräutern und Reis

* Rührei mit Zwiebeln und getrockneten Tomaten, und frischem Schnittlauch

* einen schönen Tomatensalat oder Gurkensalat

* usw. usf.

Denn manchmal fehlen doch anderen nur die Ideen, was sie dir eben mal schönes, festliches machen können, was aber eben auch vegetarisch ist. Sobald sie diese Ideen von dir bekommen, passt es ja dann auch mit dem Essen. Und jeder ist dann seines, aber alle sind happy. Die Köche und die Esser.

Byell4a93x3


Ich bin auch Vegetarierin aber schon seit meinem 11. Lebensjahr. Wenn ich neue Leute kennenlerne, bekomm ich am Anfang auch so Sprüche gedrückt weil es ja zurzeit irgendwie "mainstream" ist. Wenn ich aber sage, dass es schon 10 Jahre so ist bekomm ich nichts mehr zu hören.

Vielleicht denken die Leute es ist bei dir nur eine Phase? Am Anfang musste ich meine Eltern z.b. auch wiederholt darauf hinweisen, dass ich wirklich kein Fleisch mehr esse. Irgendwann haben sie's dann kapiert und ich bekomme automatisch die vegetarische Variante gekocht.

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