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Die böse Chefin kehrt zurück - Kollegen am Boden

Alias 718886 hat die Diskussion gestartet


hey,

vor ca. 3 jahren bekam unsere Filiale eine neue Leiterin, der ihr Ruf schon vorausgeeilt war. Wir sind 8 Kollegen, waren ein super kollegiales und lustiges Team und haben versucht, uns auf alle Widrigkeiten vorzubereiten. Doch nichts, aber auch gar nichts ist mit dem vergleichbar, was dann kam. Es ist eigentlich schwer zu beschreiben, ich versuche es mal. Diese Person definiert sich darüber, andere Menschen klein zu machen, Ihre Überlegenheit und Position auf jede erdenkliche Weise zu demonstrieren und auszunutzen.

Allein die Art und Weise der Kommunikation ist eine Belastung für alle. Krankmeldung am Telefon: "Sagen Sie, haben Sie was am Kopf?!" bis hin zu: "Ach, ist Ihr Drecksbalg schon wieder krank?" Auf Fragen kommen Antworten wie: "Geht Dich 'nen Feuchten Dreck an." Dazu kommt, dass sie Kollegen gegeneinander ausspielt und die, die jemandem beispringen tatsächlich dafür bestraft (Streichen von freien Tagen ohne Grund, die Kollegen arbeiten ab sofort nicht mehr zusammen) und den Kollegen wird befohlen, sich fern zu halten, da die Beiden unter einer Decke stecken. Worte werden einem in den Mund gelegt und es folgt ein Spiessrutenlauf sondergleichen. Das darf man sich so vorstellen, dass sie aus dem Hinterhalt zwei Kollegen beobachtet, die kurz reden und dann anhand der Mimik entscheidet, dass die Beiden schlecht (oder wie sie es nennt: hinterfotzig) über sie reden. Ob es wahr ist, spielt keine Rolle. Das IST so und das wird Konsequenzen haben. Und die kommen.

Das Klima innerhalb des Teams war zum Schluss sowas von am Boden, dass jeder, der dazu kam, es sofort gemerkt hat. Ich sass beispielsweise Sonntags schon ab mittag auf Toilette, weil mir schlecht war, wenn ich nur an Montag gedacht habe. Kollegen haben sich auf Klo eingeschlossen, biiterlich geweint oder sind direkt nach draussen gestürmt und haben dort geweint. wenn die Dame mal wieder ihre 5 Minuten hatte. Das kam regelmässig vor und hielt teilweise dann auch mehrere Tage an.

Problem: Angst. Es herrschte die nackte Angst und niemand traute sich, den Mund auf zu machen. Eine Kollegin war bei der Geschäftsleitung und machte ihrem Ärger Luft, worauf dann alles direkt abgeschmettert wurde. Irgendwie verständlich, denn von den Anderen kam nichts. Es gibt ja immer jemanden, der mit jemandem nicht zurecht kommt. Auch ich selbst bin beim Chef gewesen, habe dann erzählt, dass es so einfach nicht geht. Er wirkte dann betroffen, unternahm aber nichts. Es gab einfach keinen Zusammenhalt unter den Kollegen, weil die Angst einfach zu gross war. Dann wurde sie schwanger und war dann bald weg. Es ist unbeschreiblich, wie befreiend das kollektive Aufatmen war und die Hoffnung, dass diese Person niemals wieder kommt. Unsere Filalleitung, die vertretungsweise bei uns war, war auch nicht immer einfach, aber wir waren wieder ein Team und alles war gut. Alles war uns recht, nur nicht sie. So ein Jahr ist lang. Tja, ist es aber nicht.

Im April kehrt sie zu uns zurück. Bei einem Zusammentreffen mit der Geschäftsleitung rauften sich einige Kollegen zusammen und sprachen die Chefs drauf an. Es flossen wieder Tränen, teilweise war das Reden gar nicht möglich.

Antwort war, ihm wären die Hände gebunden, das Problem wäre bekannt, sie würde aber zurück kommen, es gäbe keinen anderen Platz für sie.

Er würde das mit ihr klären.

Seitdem ist die Stimmung wieder ganz unten. Bauchschmerzen, Tränen, miese Stimmung, es ist alles so schnell wieder da. Und wir sind so machtlos. Zwischenzeitlich war sie ein paar Mal in der Filiale und schaute sich um, worauf dann Sprüche kamen, wenn ihr etwas nicht passte, so nach dem Motto, ob sie denn gleich ausrasten solle oder lieber erst, wenn sie wieder da wäre.

Es ist einfach unerträglich, für jeden von uns, aber bereits jetzt zieht sich wieder jeder in sein Schneckenhaus zurück und es wird still und alle bereiten sich wieder aufs Durchhalten vor. Jeder für sich.

Ich bin nicht sicher, ob ich das schaffen kann und ich weiss nicht, wie schlimm es wird, bzw welche Taktiken sie erarbeitet, um ganz schnell wieder ganz weit über uns zu stehen. Das Ganze ist nur ein Bruchteil dessen, was diese Frau abzieht.

ich weiss mir keinen Rat. Ich weiss, ich werde das nicht durchstehen, will aber doch meinen Arbeitsplatz behalten. Die Kollegen zu mobilisieren ist nahezu unmöglich, weil jeder Einzelne Angst hat.

Wie können wir uns wappnen? Was können wir tun, um zu verhindern, dass es wieder so wird? Und wie kann man bewerkstelligen, dass die Kollegen zusammenhalten und nicht jeder für sich leiden muss? Das Wort leiden ist hier nicht überzubewerten. Sie leiden einfach.

Danke fürs Lesen.

Antworten
A]ndr9ejkxa


Also, wenn ich das lese, bin ich erstmal schockiert.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

Ihr werdet wieder ein Team, geht geschlossen zur Geschäftsleitung und sagt denen, dass Ihr alle so nicht könnt und eine Lösung wollt. Wenn mal 10 Mitarbeiter da stehen, kann man die nicht so einfach abwimmeln

Da meistens einige Angst haben und dies nicht möglich sein wird, gäbe es für mich nur eine Lösung: zum Arzt, wegen psychischen Problemen krank schreiben lassen und einen neuen Job suchen.

Es kann kein Leben sein, das halbe Wochenende auf der Toilette zu verbringen aus lauter Angst vor der Arbeit.

Dann muss man handeln! TU das bitte, bevor Du richtig krank wirst.

Ich wünsche Dir viel Kraft! @:)

Alias 718886


Danke für Deine Antwort.

Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dann öfters zum Arzt zu gehen. Für mich wäre das wie Aufgeben, was ich persönlich gar nicht mag, aber vielleicht steht hier der reine Selbstschutz wirklich im Vordergrund.

Von etwas Anderem kann man hier nicht reden.

b'lad1e1x9


Man muss konsequent sein. Bedeutet, dass man sich nicht unterkriegen lässt und wenn nötig bis zum Schluss dagegen vorgeht. Ein möglicher Schluss könnte ein Prozess sein z.B. vor dem Arbeitsgericht. Deswegen Anfangen das unangemessene Verhalten der Chefin zu protokollieren und eventuelle Zeugen dafür abzeichnen lassen. Beschwerden beim der "Obersten Heeresleitung" sollten immer schriftlich erfolgen. Tritt keine Besserung ein, sollte man sich juristisch beraten lassen; denn man hat dann gewisse Rechte, bishin zur Arbeitsverweigerung mit Lohnfortzahlung, aber das sollte man definitiv mit einem Anwalt abklären.

wDinters}onne 0x1


Vielleicht ist es Weg eine Betriebsversammlung einzuberufen und die Cefs dazu einzuladen. Du müsstest aber schon sicher gehen, dass dann alle den MUnd aufmachen. Oder irh redet vorher miteinander und bestimmt einen der dann die Meinung aller kund tut.

Auf alle Fälle sollte ihr dann, wenn sie wieder kommt sofort jedes Fehlverhalten ihrerseits aufschreiben..wie ein Tagebuch, da darf jeder reinschreiben was ihm passiert ist und möglichst wörtlich (am besten am selben Tag noch notieren) ihre unmöglichen Aussagen dokumentieren.

Mensch wehrt euch, das kann doch alles nicht war sein.

Der Weg der Krankheit ist doch auch kein Ausweg, dann schon eher, dass du dich aktiv um eine neue Stelle bewirbst.

EPla8fRemich{081x5


Du hast nun drei Möglichkeiten:

1. Kündigen. Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende. Es ist wohl abzusehen das die gute Dame nicht an ihrem Auftreten gearbeitet hat und das sie auch nicht von höherer Stelle unter Druck gesetzt wird dies zu tun.

2. Alle unmittelbar betroffenen Mitarbeiter, Kollegen und Kolleginnen mobilisieren und gemeinsam, geschlossen und gleichzeitig bei Cheffe auflaufen und ihm/ihr klar machen das es nur ohne sie geht. Punkt. Alles andere hat in der Vergangenheit nichts gebracht. Cheffe muss klar gemacht werden das Arbeitsbereitschaft, Motivation und damit die Arbeitsleistung und damit sein Profit sinken wird.

3. Einfach weiter leiden.

Vor was habt ihr Angst? Das man euch kündigt? Es ist ja nicht so das ihr nicht arbeiten wollt, ihr könnt nur nicht. Die Ursache der Probleme muss beseitigt werden. Ihr macht nichts falsch.

Ich würde Möglichkeit 1 jederzeit in Betracht ziehen und zwar ernsthaft. Denn die Lohntüte am Monatsende nützt nichts wenn du nicht gerne und sogar mit Angst arbeiten gehen musst. Hier steht das eigene Wohlbefinden an erster Stelle.

Es geht ja auch nicht darum das dir das Arbeitspensum zu viel ist oder du von deinen Tätigkeiten überfordert bist.

Alias 718886


An so ein Tagebuch hatten wir auch schon gedacht, es wird aber für riskant gehalten, weil es von ihr entdeckt werden könnte. Ich halte es aber für eine gute Methode, auch gewisse Dinge Revue passieren zu lassen. Die Dame kann nämlich im Falle einer Konfrontation bittere Tränen vergiessen und unheimlich schwach und unschuldig sein. Das kam auch schon vor und da lassen sich Einige von beeinflussen. Und doof ist sie auch nicht.

wHintersmonnex 01


He... überlegt doch mal...wo amn es hinlegen könnte. In einem Spint von einem von euch und wenn jemand etwas einzutragen hat, wird es ihm/ihr mitgegeben.

Was heißt entdeckt: na und ? dann weiß sie, dass ihr es euch nicht mehr geafllen lasst.

Ihr habt echt nur eine Chhance, zusammenhalten. Am besten ihr trfft euch mal nach der Arbeit in einem Kaffe und besprecht euch.

Es gibt einen guten Spruch, der leider zu trifft: teile und herrsche!

Sgt1uhlSbein


aber das sollte man definitiv mit einem Anwalt abklären.

Falls es noch nicht der Fall ist, würde ich empfehlen, der zuständigen Gewerkschaft beizutreten. Da kann man sich beraten lassen und bekommt auch Rechtsschutz.

Tagebuch zur Dokumentation ist ok. Die Einträge sollten aber immer von mehreren Kollegen unterschrieben werden.

Gibt es eigentlich einen Betriebsrat?

SYtu@hlbexin


An so ein Tagebuch hatten wir auch schon gedacht, es wird aber für riskant gehalten, weil es von ihr entdeckt werden könnte.

Das würde ich zuhause aufbewahren und auch nicht aus der Hand geben. Und jeder, der etwas beitragen will, schreibt seinen Text und der kommt in die Akte.

Alias 718886


Vor was habt ihr Angst? Das man euch kündigt? Es ist ja nicht so das ihr nicht arbeiten wollt, ihr könnt nur nicht. Die Ursache der Probleme muss beseitigt werden. Ihr macht nichts falsch.

Ich kann nur für mich sprechen, was meine Ängste sind. Kündigung: nein. Eher Versetzung, was dann aber auch nicht für alle gelten würde. Und was auch nicht so schlimm wäre.

Soweit ich weiss, ist der Betriebsrat von einer Kollegin informiert worden, aber auch nur hinter vorgehaltener Hand und ohne weitere Konsequenzen auf ihren Wunsch. Es wurde aber wohl protokolliert und auf Anfrage seitens des Betriebsrats nach einem Gespräch in einer vertrauten Runde wurde dies von den meisten Kollegen abgelehnt. Zumindest bei einer Versetzung oder Ähnlichem dürften die hellhörig werden und auf der Matte stehen. Ich weiss auch nicht, was genau die Kollegin dort zu Protokoll gegeben hat.

vPiolEett/a942


Ich würde eins machen: Mich insgeheim schon auf andere Stellen bewerben und mir was neues suchen. Ist schade, aber was bringt das beste Team wenn der Chef die Hölle ist.

Da muss man dann irgendwo auch an sich selbst denken.

Ich weiß, dass klingt kapitalistisch und unkollegial, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen das nicht auch so machen.

Entweder man verbündet sich gegen den Chef (was bei euch nicht hin zu hauen scheint, sonst wäre die Frau nicht mehr euer Chef- womit wir wieder oben sind) oder man geht.

Ich habe von dem was ich bisher schon oft beobachtet, dass wenn es auf den Chef zu sprechen kommt, sich viele ungerecht behandelt fühlen und in der Familie jammern, aber untereinander kuschen sie dann, weil jeder Angst hat seinen Job zu verlieren (damit meine iich nicht dich, sondern die Kollegen).

Ich verstehe dich aber irgendwo auch nicht, denn ich hätte mir schon lang was neues gesucht. Mit der Arbeit bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass die Freundschaft aufhört, wenn es ums Geld geht. Kollegen können noch so nett sein. Du hast immer noch eine Arbeitsbeziehung. Wenn es um die Existenz geht, hört bei vielen die Freundschaft auf. Deshalb wäre ich auch nie mit meiner Chefin befreundet und ganz schlimm ist es erfahrungsgemäß wenn ausschließlich Frauen zusammen arbeiten.

Alias 718886


Nochmal zu den Ängsten. Für mich ist es die Angst vor der totalen Eskalation. Mir wurden schon diverse Schreibutensilien hinterher geschmissen wegen einer absoluten Nichtigkeit. Von dem, was die Tage darauf alles kam, ganz zu schweigen. Ich halte mich selbst nicht für weich oder schnell unterzubuttern, aber diese Person macht mich einfach nur handlungsunfähig. Und ich vermute, den Anderen geht es ähnlich.

Stuhlbein. Urgs, zu Hause aufbewahren ist ne gute Idee. Gar nicht drauf gekommen.

Alias 718886


Ich verstehe dich aber irgendwo auch nicht, denn ich hätte mir schon lang was neues gesucht.

Naja. Ich habe dort vor 25 Jahren erfolgreich meine Ausbildung absolviert und bin seitdem Teil des Unternehmens. Es war immer ein schönes Arbeiten, ich hatte dort immer viel Spass und Freude am Arbeiten. Das soll keine Ausrede sein, macht es aber viellt. verständlicher, dass es auch schwer ist. Andererseits geht es so wirklich nicht weiter.

wpintcers\onne a01


wenn dir Schreibutensilien hinterher geschmissen werden: sofort Anzeige an Chef.

Da musst du keine Angst haben, alle Sachen, die gar nicht gehen, solltest du sofort melden! schriftlich!

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