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Wieder ans Berufsleben anknüpfen...

MIari<e2u7 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

irgendwie befinde ich mich in einem beruflichen "Loch", in sofern dass ich nicht weiss, was ich in Zukunft machen möchte oder soll.

Nach 13 Jahren, die letzten 3 Jahre davon als Führungskraft mit Personalveranwortung, habe ich Ende 2013 meinen Job an den Nagel gehängt und wollte erstmal ein bisserl Abstand um wieder "durchschnaufen" zu können. Geplant war, von Februar bis Oktober 2015 eine weitere Qualifikation in meiner alten Branche zu absolvieren und dann im Oktober mit meinem Freund für 6 - 8 Monate ins Ausland zu gehen um sich Mitte 2016 dann beruflich neu zu orientieren.

Ich habe das "Durchschnaufen" aber so genossen und hatte zum ersten Mal seit 7 Jahren Zeit, meinen Garten und den See vor der Türe zu nutzen da ich sonst meist erst gegen 21:00 aus dem Büro gekommen bin und am Wochenende noch einen Nebenjob hatte. Jedenfalls hab ich den Lehrgang bisher nur zu 50% abgeschlossen und versuche nun, das hier im Ausland noch fertig zu bekommen. Meine Motivation ist allerdings sooo gering da ich mittlerweile gar nicht mehr weiss, ob ich überhaupt in dem Bereich bleiben möchte.

Ich hatte gehofft, dass sich nach einiger Zeit Abstand vom Beruf ein Bild herauskristallisieren würde, was ich eigentlich wirklich gerne machen würde, um dann zurück in Deutschland voller Tatendrang angreifen zu können.

Leider ist dem nicht so, im Gegenteil. Ich könnte ewig reisen und wenn ich mal rumspinne könnte ich mir vorstellen, eben im Bereich des Reisens zu arbeiten, was aber absolut nicht umsetzbar sein wird und auch aus privaten Gründen nicht in Frage kommt. Je länger wir hier sind, je mehr wir sehen, desto weniger habe ich Lust auf geregelte Bahnen und einen Job, der mir vielleicht keinen Spaß macht oder bei dem es so ausartet wie beim letzten Job. Auch die Freiheit werde ich vermissen. Nur - das Leben ist kein Wunschkonzert und Geld wächst nicht in den Bäumen meines Gartens :o)

Nur ist jetzt eben die Frage, was ich machen soll.. sich "einfach so" wieder als Fürungskraft oder als Teamlead zu bewerben fände ich seltsam, würde ich doch nichts vom Fachthema verstehen und das ist meiner Meinung nach essentiell wichtig in dieser Rolle. Aber einfach 2 Stufen zurück gehen ist auch nicht das Wahre, dann war meine bisherige Entwicklung umsonst. Zudem muss ich gestehen, dass ich einiges an beruflichem Selbstbewusstsein eingebüßt habe seit meiner Kündigung weil man erschreckend schnell sehr viel vergisst und sich nicht mehr interessiert und so fühle ich mich einfach nicht mehr souverän genug, um an Altes anzuknüpfen oder super selbstbewusst einfach loszulegen.

Und nur im eines gleich vorweg klarzustellen damit es nicht missverstanden wird: ich habe in all der Zeit kein Arbeitslosengeld bezogen und bin somit niemandem ausser mir selbst auf der Tasche gelegen ;-)

So sitze ich jetzt also hier, denke mir, das Leben ist sooo schön, habe Graus vor der Heimkehr und brüte und brüte was mir wohl liegen würde. Mir ist bewusst, dass das eine Art Luxusproblem ist und nicht viele die Möglichkeit haben, mitten im Job nochmal ausbrechen zu können, aber es ist ja jetzt so, wie es ist. Ich bin unsagbar dankbar dafür :-) Das Problem an sich besteht jetzt aber nun einmal..

Kennt ihr sowas?

LG Marie

Antworten
w$intersMoYnnex 01


Oh klingt erstens ganz schön mutig, einfach so auszubrechen und zweitens natürlich kompliziert.

Schwierig einen Rat zu geben, wenn man die Branche nicht kennt. Ist es eine Branche, in der du unbedenklich sofort eine Stelle bekommst?

Ich würde mich einfach auf Stellen bewerben, die mir interessant vorkommen.

Aber, vorher folgendes klären:

Aber einfach 2 Stufen zurück gehen ist auch nicht das Wahre, dann war meine bisherige Entwicklung umsonst.

da ich sonst meist erst gegen 21:00 aus dem Büro gekommen bin und am Wochenende noch einen Nebenjob hatte.

willst du weiter Kariere machen oder liegt das Glück vielleicht zwei Stufen niedriger, wo du wahrscheinlich natürlich weniger verdienst, aber auch weniger hart arbeiten musst. Vielleicht normal Feierabend hast und eben auch im normalen Alltag genug Zeit für schöne Dinge hast: an den See fahren, Freunde treffen, Hobbys ausleben etc.

Warum hattest du noch einen Nebenjob? Aus finanziellen Gründen?

Da hilft auch manchmal einfach sein Anspruch etwas zurückzuschrauben.

Ich kenne eine Frau, die nicht arbeitet und mit ganz wenig Geld auskommt, aber irgendwie immer glücklich und zufrieden ist.

Für mich wäre das auch nichts, ich brauche auch schon eine anspruchsvolle Arbeit aber ein Denkansatz ist es schon meiner Meinung nach.

Wieviel Geld brauche ich, wieviel möchte ich arbeiten, wie gelingt die sogenannte Work and Livebalance.

NKordix84


Dem kann ich mich nur anschließen. Du hast doch die Erfahrung gemacht das dieses "voll in den Job rein powern" dich nicht glücklich macht. Sicher ist das vom Geld her nicht schlecht (wobei, wieso Nebenjob ?), aber der Rest passt eben nicht.

Warum also nicht wirklich als normaler Angestellter arbeiten, um 16 oder 17 Uhr Feierabend haben und dann die Füße hochlegen können ? Bist du auf den zusätzlichen Verdienst angewiesen oder ist das "man muss Karriere machen" so tief in dir verwurzelt ? Woraus sonst ziehst du deine Befriedigung und deinen Selbstwert ?

Mzari(e27


Hallo ihr zwei,

danke für Eure Antworten :-)

@ Wintersonne

Schwierig einen Rat zu geben, wenn man die Branche nicht kennt. Ist es eine Branche, in der du unbedenklich sofort eine Stelle bekommst?

Es geht ums Personalwesen - zumindest war ich dort die letzten 4 Jahre tätig. Zuvor im Beratungsbereich, allerdings als Assistenz, nicht als Consultant.

Ich denke schon, dass ich im Personalbereich wieder eine Stelle bekommen würde; auch die Fortbildung zielt darauf ab. Dennoch weiss ich einfach nicht, ob ich das überhaupt noch machen will.. mir fällt aber auch keine Alternative ein, für die ich mich jetzt begeistern könnte. Es ist echt verrückt.

willst du weiter Kariere machen oder liegt das Glück vielleicht zwei Stufen niedriger, wo du wahrscheinlich natürlich weniger verdienst, aber auch weniger hart arbeiten musst. Vielleicht normal Feierabend hast und eben auch im normalen Alltag genug Zeit für schöne Dinge hast: an den See fahren, Freunde treffen, Hobbys ausleben etc.

Selbst da schwanke ich. Einerseits hat mir die Führungstätigkeit wahnsinnig viel Spaß gemacht und das reizt mic definitiv auch wieder. Andererseits traue ich es mir nach der langen Pause auch nicht mehr zu und ich bin auch nicht 100% von meinen Führungsqualitäten überzeugt. Zumindest nicht, wenns es wie in der Vergangenheit ein Konzern mit knüppelharten, untragbaren Vorgaben und Chefs ist.

Warum hattest du noch einen Nebenjob? Aus finanziellen Gründen?

Da hilft auch manchmal einfach sein Anspruch etwas zurückzuschrauben.

Ja, ich hab schon als Teenager nebenher gearbeitet weil ich nicht genug Geld für das hatte, was ich wollte :-)

Jetzt wohne ich zugegebenermaßen in einem sehr teuren Teil Deutschlands aber auch so hab ich einfach einen hohen Lebensstandard und um mir diesen finanzieren zu können, habe ich halt nebenher immer gearbeitet.

Für mich wäre das auch nichts, ich brauche auch schon eine anspruchsvolle Arbeit aber ein Denkansatz ist es schon meiner Meinung nach.

Ja, das fiele mir auch schwer, mein Leben in sofern umzustellen dass ich nur noch wenig Geld hätte. Ich glaube ich wäre eher unglücklich, mir den "gewohnten Standard" nicht mehr leisten zu können. Ich sehe es gerade im Ausland - die Preise sind seeehr sehr überteuert, d.h. Essen gehen alle 14 Tage, mal ein Bierchen am Strand einmal die Woche. Unsere Ansprüche haben wir hier extrem runtergefahren aber es ist total ok, denn es gehört zum Abenteuer und macht Spaß. Zuhause sähe das aber gaaanz anders aus. Ausserdem geben wir trotz heruntergefahrenem Standard auch hier viel zu viel aus. Wie manche Rucksacktouristen mit so wenig Geld auskommen können geht mir wirklich nicht in den Kopf.

Wieviel Geld brauche ich, wieviel möchte ich arbeiten, wie gelingt die sogenannte Work and Livebalance.

Wenn möglich so viel wie vorher. Arbeitspensum von 45 - 45 Stunden die Woche wären ok. Da sollte es mit der Work-Life-Balance noch gut hinhauen. Bei etwa 45 Stunden müsste allerdings der Arbeitsplatz in der Nähe sein.

Ürigens noch so eine Baustelle: Wir ziehen Ende des Jahres um, es sollte also eine Firma sein, die möglichst auch eine Niederlassung in dem entsprechenden anderen Bundesland hat, bzw. in einer bestimmten Stadt und die Möglichkeit einer Versetzung gegeben ist. Puuuhhh......

@ Nordi84

Dem kann ich mich nur anschließen. Du hast doch die Erfahrung gemacht das dieses "voll in den Job rein powern" dich nicht glücklich macht. Sicher ist das vom Geld her nicht schlecht (wobei, wieso Nebenjob ?), aber der Rest passt eben nicht.

Doch, es hat mir damals Spaß gemacht. Ich war aber auch 5 Jahre Single, habe mich hochgearbeitet und mich über die Arbeit definiert. Und dann kam 1. mein Freund und 2. erlitt mein Vater einen Herzinfarkt. Das hatte zur Folge, dass ich umgehend meinen Nebenjob gekündigt habe weil ich feststellte, dass Arbeit nicht alles ist und im Gegenteil Freizeit, Liebe, Gesundheit & Familie einen viel größeren Platz einnehmen sollten. Ich habe es nie bereut (bis aufs Geld..).

Warum also nicht wirklich als normaler Angestellter arbeiten, um 16 oder 17 Uhr Feierabend haben und dann die Füße hochlegen können ?

Da spricht in der Tat nichts dagegen. Es muss ja nicht unbedingt eine Leitungsstelle sein. Aber ich möchte jetzt im Personalwesen auch nicht wieder dahin zurückgehen, wo ich angefangen habe (als Sachbearbeiter). Das ist zwar ein klasse Job, aber ich hab mich von dort hochgearbeitet und möchte nicht wieder zurück - das ist so ein Ego-Ding. Also wenn keine Führung, dann irgendwas anderes. Aber nur WAS?

Bist du auf den zusätzlichen Verdienst angewiesen oder ist das "man muss Karriere machen" so tief in dir verwurzelt ?

Nein - schon gar nicht wo mein Freund nun auch voll verdienen wird, wir die Wohnungskosten teilen, etc. Aber wie oben schon gesagt, man hatte ja einen gewissen Lebensstandard und dafür habe ich immer gut Geld gebraucht.

Woraus sonst ziehst du deine Befriedigung und deinen Selbstwert ?

Hauptsächlich aus der Verwirklichung von Träumen oder Zielen, z.B. dem Reisen. Aus meinem stabilen Freundes- und Familienkreis und meiner Beziehung.

M`abri,e27


Was man noch der Vollständigkeit halber ergänzen muss: ich bin jetzt 33 und in 2 oder 3 Jahren sind Kinder geplant. Wahrscheinlich macht es daher gar keinen Sinn, sich noch groß weitere Karriere anzustreben.. aber ein Job als Teamleitung - meinetwegen auch nur fachlich! - sollte schon drin sein, muss aber wie gesagt nicht.

L`ila:Lina


Vielleicht gibt's Stellen mit fachlicher Führung? Keine Personalverantwortung mehr, dafür als fachlicher Spezialist arbeiten und gefordert sein?

Hab' ich nach langem Ringen mit mir so gemacht, bin aber in einem ganz anderen Bereich (Industrie) - daher weiß ich nicht, ob das bei dir überhaupt in Frage kommt.

Durch die fachliche Zuständigkeit habe ich viel weniger Verantwortung für andere (im Vergleich zu einem Job mit Personalverantwortung), sondern nur noch für mein Fachgebiet in dem ich immer mehr Spezialist werde. Dort weiß ich, dass ich gut bin und mein Wissen gefragt ist.

NkorAdxi84


Ok, du willst also ne geregelte Arbeitszeit aber keinen ganz einfachen Sachbearbeiter Job und die Bezahlung muss so sein das du deinen Lebensstandard nicht ändern musst. Dann musst du sowas natürlich erstmal finden, ist sicher nicht ganz so leicht weil man da auch wieder gern in die Leitungs-Ebene rein rutscht und Überstunden usw. "erwartet" werden.

Klar, suchen kann man sowas, ich würde mich da allerdings nicht zu sehr drauf versteifen und ggf. auch erstmal ne Sachbearbeiter Stelle annehmen um überhaupt zu arbeiten. Wobei ich auch im Hinblick auf den Umzug nicht weiß wie man sowas machen soll, es gibt ja nicht nur Konzerne und je nach dem von wo nach wo ihr umzieht kannst du den Job eben nicht "mitnehmen". Wie sieht es aus wenn du direkt im neuen Wohnort nach nem Job suchst ?

w!in0terRsonne` 01


ich bin jetzt 33 und in 2 oder 3 Jahren sind Kinder geplant.

jetzt mal so von Frau zu Frau ;-)

Ich sage immer, das beste im Leben, was ich gemacht habe, sind meine Kinder.

Ich habe trotzdem gearebeitet, als sie klein waren aber nur 90 % , um eine Stunde vor dem Stau nach Hause fahren zu können und den Nachmittag mit den Kindern auf dem Siellatz bei Freundinnen etc. verbringen zu können.

Aber viele Überstunden und so waren da nicht drin. Klar waren die auf Arbeit manchmal sauer, wenn ich gesagt habe ich muss in den Kindergarten Kinder abholen. aber noch heute bin ich froh, dass ich das Genöle ausgehalten habe.

Warum erst in 2 oder 3 Jahren? Ihr jungen Frauen denkt manchmal, ihr könnt alles genauestens planen, da bisher immer alles nach lan gelaufen ist ;-) . Aber mit 35 tickt die biologische Uhr schon deutlich lauter und bei manchen gibt es dann Probleme; nicht dass du das warten bereust.

Schön aber, dass du Kinder möchtest. :)^

Vor dem Hintergrund und auch vor dem Aspekt des Leben genießen, würde ich dir kein Leitungsjob mehr empfehlen anzustreben.

Schau mal, für dein Ego hast du dir doch schon bewiesen, dass du das kannst.

Nun bliebt also nur noch etwas zu finden, was dir enigermaßen Freude machen könnte. Aber denkst du wirklich, du hast eine so große Auswahl. Bewerbe dich doch auf verschiedene Stellen, die du dir in etwa vorstellen könntest und dann schua, was klappt. Dann kannst du immer noch überlegen, welche der vielen Stellen, die du bekommen hast (Achtung bisschen Ironie) du annehmen möchtest.

Ja und mit ein bischen weniger Geld auskommen und trotzdem glücklich sein: auch das kann man lernen ;-)

wKinters3on:ne g01


|-o mal wieder zu schnell abgeschickt...bitte ergänzt euch in Gedanken die fehlenden Buchtstaben/Buchstabendreher etc.

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